Die Badeseesong/Badesaison ist eröffnet: Erbarme, wir Hesse komme wieder ganz monoton an unser Saint Tropez am Baggersee im Rodgau (aber erst seit 1977) und die "Josefin an der Schreibmaschin" freut sich - Ende der 60er Jahre besungen von Wencke Myhre und Mitte der 70er von Gitte Haenning - darauf, dass "ihr Süßer am Sonntag mit [ihr] Segeln geh´n" will und sie dann "im Abendrot Abendbrot" an Bord zubereiten darf.
Mondäner geht es zu dieser Zeit bei Bootstouren des internationalen Jetset und der Reichen Italiens an Oberitaliens Seen und an Adria und Riviera zu: Als kleinste Riva ist die Junior ab 1966 "the rocket for the young" mit V8-Motor zum Wasserski fahren. Dabei ist bei mir die Wahl auf die Bepolsterung in der Signaturfarbe der Riva-Werft gefallen. Meine Bikinischönheiten finden hier m.E. ihren weniger sexistischen Platz als auf den ihnen von den Herstellern zugedachten Motorhauben - immerhin hatte auch Brigitte Bardot eine Riva Junior - und demonstrieren, wie klein die Junior als Boot ist. Für bis zu 5 Passagiere zugelassen, ist sie doch eher etwas für zwei, oder?
Wie winzig die Riva Junior als Boot ist, zeigt sich besonders im Vergleich zu einem Modell der Aquariva vom offiziellen Riva-Lizenznehmer Kiade im selben Maßstab. Das ist natürlich nicht der einzige Unterschied. Die Lizenz-Modelle von Kiade haben echte Metallbeschläge, Messing-Schiffsschrauben und -Ruder sowie echtes Leder, während das leichte (und schwimmfähige) Mitica-Modell komplett aus Kunsstoff besteht. Man sollte also mit den Wimpelmasten, Ruder und Schiffsschrauben vorsichtig sein! Lizenz? "Isch ´abe ga´ keine Lizenze" würde Carlo Pretaroli vermutlich entwaffnend charmant über den Rand seiner Espresso-Tasse hinweg sagen. Dafür, dass Mitica keine braucht, dient der auf der Verpackung aufgedruckte Hinweis auf die EU-Richtlinie, an der sich auch schon Opel, VW und Dachser vor Gericht gegen Modellhersteller eine blutige Nase geholt haben. Mitica macht aber auch Kiade ohnehin keine echte Konkurrenz. Kiade hat die Junior zwar auch im Programm, aber im Maßstab 1:10 und zum mehr als zehnfachen Preis.
Dass Mitica (bislang) nur die kleine Riva Junior herstellt, liegt daran, dass das sehr kleine Boot im Modellauto-Kontext plötzlich grenzwertig groß für ein glaubwürdiges Transportmittel ist. Ich habe trotzdem die Hoffnung und die Anregung auf eine weitere Riva, der die Modellauto-Gemeinde noch viel weniger widerstehen können dürfte. Ein Hinweis ist in der Deko meiner Fotos als "Zaunpfahl" versteckt und eine Idee für ein adäquates Transportmittel bereits unterbreitet. Apropos Transportmittel: Den Trailer stelle ich heute bewusst nicht mit vor und werde ihn und das m.E. ultimative Zugfahrzeug für die Riva Junior ein anderes Mal vorstellen. Jetzt wünsche ich erst einmal viel Urlaubs-Feeling beim Betrachten der Bilder und ein sonniges Muttertags-Wochenende!















