Ferrari Luce

  • Ob die Marke Ferrari so viel Kraft auf E-Mobilisten ausstrahlt? Die Letzteren haben m.M.n. andere Prioritäten und Werte. Und über 1000PS hat der Xiaomi SU7 Ultra schliesslich auch.

  • Mutig ist es jedenfalls, das Unerwartete zu tun.

    Das auf jeden Fall, unbestritten.



    Ob die Marke Ferrari so viel Kraft auf E-Mobilisten ausstrahlt?

    Das wären eben meine Bedenken - bzw. ist die große Frage.

    Aber manchmal möchte (und muss?) die Industrie die Kunden auch "formen" und sie davon überzeugen, dass sie Produkte brauchen, die sie in Wahrheit eigentlich gar nicht brauchen und sich auch nicht gewünscht haben. Die Elektronik-Branche hat es ja früh vorgemacht und Beispiele gibt es genug dafür, wo es auch bestens funktioniert hat.

    Sich neben dem SUV-Segment auch ein (wenn auch sehr kleines) Stückchen vom Elektro-Kuchen abschneiden zu wollen, ist ja aus marktstrategischer Sicht erstmal nicht so verkehrt. Ob es aufgeht und wirklich JEDER ALLES anbieten muss, bleibt halt abzuwarten.
    Aber die Branche muss eben auch sehen, wo sie in Zukunft bleibt wenn sie überleben will.

    { if $ahnung == '0' read FAQ; use SEARCH; ask GOOGLE; } else { use brain; make post; } or { give up }

    echo "No match: 'Brain'!"

    echo "Nichts geht schneller, als wenn man es sofort richtig macht!"

    { /if }


    Aus technischen Gründen befindet sich der Rest der Signatur auf der Rückseite dieses Beitrags.


  • Und doch könnte es klappen mit der Luce.

    Bei Winfuture.de ist zu lesen, dass Ferrari bereits die Produktion des Luce bis Ende 2027 ausverkauft hat.

    Der Multipla wird leider immer wieder hochgewürgt, wenn es um doof oder nur kontrovers aussehende neue Kfz geht.

    Die Frage ist, welcher Multipla... Der, den wir alle als "hässlich" bezeichnen, steht in der Dauerausstellung des Museum of Modern Art in New York.


    4tf5s7uf.jpg


    w5rbrryn.jpg


    Das ist der originale 600 Multipla, klasse Teil, so winzig und doch 6 Sitze in 3 Reihen.

  • Hier hat jemand ein wenig gespielt und dabei rausgekommen ist.

    Da hast sich jemand wirklich sinnvolle Gedanken gemacht, ok, er ist ja selber Auto-Designer.
    Aber der Kommentar weiter unten hat wohl recht: Das dürfte so aufgrund der Batterie(n) wohl in der Praxis nicht umsetzbar sein.

    { if $ahnung == '0' read FAQ; use SEARCH; ask GOOGLE; } else { use brain; make post; } or { give up }

    echo "No match: 'Brain'!"

    echo "Nichts geht schneller, als wenn man es sofort richtig macht!"

    { /if }


    Aus technischen Gründen befindet sich der Rest der Signatur auf der Rückseite dieses Beitrags.


  • Noch jemand anderes hat sich Gedanken zu einem Bodykit gemacht.

    Nicht allzu viele... sieht ziemlich zerfasert und altmodisch aus, genau was Ferrari vermeiden wollte.

    Komischerweise musste ich grade an den alten viertürigen Charger denken, bevor ich genauer guckte.


    Der in der ams ist spannend, aber leider nur geträumt.

  • Ein Satz in Stefan's Artikel hat mich besonders aufmerksam werden lassen. "Produktion bis Ende 2027 ausgelastet...", bzw. bereits auf 1,5 Jahre ausverkauft.

    Wenn das stimmt, haben sie doch alles richtig gemacht. ;)

  • Das dachte ich auch schon :saint: Die Meldung liest man in mehreren Auto-Portalen - irgendwie muss man die Aktienwerte ja wieder ankurbeln. Ohne konkrete Zahlen dahinter (die liest man nirgendwo) wirkt es aber etwas, na ja.

  • Alle beide bis Ende 2027 verkauft... :kichern:

    { if $ahnung == '0' read FAQ; use SEARCH; ask GOOGLE; } else { use brain; make post; } or { give up }

    echo "No match: 'Brain'!"

    echo "Nichts geht schneller, als wenn man es sofort richtig macht!"

    { /if }


    Aus technischen Gründen befindet sich der Rest der Signatur auf der Rückseite dieses Beitrags.


  • Ziemlich gute Betrachtung von Luce, Ferrari an sich, dem Sportwagen- und Supercarmarkt, und Maserati.


    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

  • Ich habe diesen Thread gerade erst entdeckt und die vielen interessanten Beiträge gelesen. Wenn es erlaubt ist, möchte ich auch noch ein paar persönliche Gedanken zum Ferrari Luce beitragen. :-)


    Ich muss zugeben: Als Italiener war ich im ersten Moment auch ziemlich erschrocken, als ich den Ferrari Luce zum ersten Mal gesehen habe.

    Bei uns sagt man oft scherzhaft: Das erste Wort eines Italieners ist „Mamma“, das zweite ist „Ferrari“. Ferrari ist für viele von uns nicht einfach nur eine Automarke, sondern ein Stück Identität. Deshalb fällt es natürlich schwer, wenn plötzlich ein Ferrari erscheint, der so gar nicht dem entspricht, was wir seit Jahrzehnten mit der Marke verbinden.


    Schon der "Purosangue" war für viele Puristen eine kleine Revolution: vier Türen, höher gebaut – eben kein klassischer flacher Zweisitzer. Inzwischen haben sich aber viele daran gewöhnt und erkennen an, dass er trotzdem ein echter Ferrari ist.


    Beim Luce ist der Schritt noch größer. Persönlich hätte ich es vielleicht so gemacht, wie Enzo Ferrari damals mit dem Dino. Er hat für dieses Konzept bewusst eine eigene Marke geschaffen und den Dino nicht als Ferrari verkauft. Vielleicht wäre das auch beim Luce ein guter Weg gewesen, um die Ferrari-Fans behutsam an ein völlig neues Fahrzeugkonzept heranzuführen.


    Wenn Ferrari den Luce unbedingt als Ferrari auf den Markt bringen möchte, hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr Ferrari-DNA gewünscht. Die großen schwarzen Lufteinlässe an den vorderen Türen wirken auf mich etwas zu dominant. Auch die Dachlinie könnte etwas fließender verlaufen.

    Am Heck stört mich vor allem das große schwarze Mittelteil. Auf mich wirkt es fast wie ein riesiger Lufteinlass und nimmt dem Heck etwas von seiner "Eleganz" ;) . Ich hätte dieses schwarze Element deutlich kleiner gestaltet oder stärker in die Wagenfarbe integriert. Außerdem hätte ich mir statt der beiden großen Rückleuchten vier kleinere, runde Rückleuchten gewünscht – ganz typisch Ferrari. Das hätte das Heck aus meiner Sicht schmaler, eleganter und noch mehr nach Ferrari wirken lassen.


    Klar, erklärt sich dieser völlig neue Designansatz aber auch dadurch, dass Ferrari bei diesem Projekt mit dem Studio LoveFrom zusammenarbeitet, das von Jony Ive und Marc Newson gegründet wurde. Beide haben über viele Jahre ikonische Apple-Produkte wie iPhone, iPad und iMac gestaltet und kommen aus dem Produktdesign. Man erkennt diesen Einfluss durchaus. Der Luce wirkt auf mich stellenweise eher wie ein modernes Technologieprodukt als wie ein traditioneller Ferrari. Das Interieur gefällt mir dagegen ausgesprochen gut – hochwertig, modern und sehr stimmig. Mit dem Exterieur muss ich mich dagegen erst noch anfreunden.


    Vielleicht verfolgt Ferrari mit dem Luce aber auch eine ganz andere Strategie. Viele klassische Ferrari verschwinden nach dem Kauf fast direkt in klimatisierten Garagen oder privaten Sammlungen und werden nur selten bewegt. Der Luce könnte dagegen Käufer ansprechen, die ihren Ferrari tatsächlich im Alltag nutzen möchten – mit vier Türen, vier Sitzplätzen und mehr Platz. Vielleicht denkt Ferrari dabei auch an Kundinnen oder Familien, die den Prestige eines Ferrari genießen möchten, ohne auf Alltagstauglichkeit verzichten zu müssen. Und wer weiß – vielleicht ist im Kofferraum dann sogar noch genügend Platz für die Einkaufstaschen von Gucci, Prada, Versace oder Armani. 8o


    Aber am Ende gilt auch: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Viele außergewöhnliche Designs wurden anfangs kritisch gesehen und später zu Klassikern.

    Und genau das sollten wir vielleicht auch beim Luce bedenken. Wir haben dieses Modell gerade erst kennengelernt. Es ist völlig normal, dass ein so radikales Design zunächst polarisiert. Deshalb möchte ich mir mit einem endgültigen Urteil noch Zeit lassen. Fotos und Videos vermitteln oft einen ganz anderen Eindruck als das Auto in natura. Ich möchte den Luce erst einmal live sehen – und wer weiß, vielleicht gefällt er mir dann deutlich besser.

    Ferrari hatte schon öfter den Mut, neue Wege zu gehen. Vielleicht ist auch der Luce ein Auto, das wir heute noch kritisch sehen und in ein paar Jahren ganz anders beurteilen.


    Und wer weiß – vielleicht steht der nächste große Schreck ja schon vor der Tür. Bald wird der neue Jaguar vorgestellt. Nach dem kompletten Neustart der Marke dürfte auch dieses Modell für viele eine Überraschung werden. Die ersten Entwürfe lassen jedenfalls erahnen, dass Jaguar ebenfalls einen sehr mutigen Weg einschlägt. Vielleicht führen wir dann genau dieselbe Diskussion noch einmal – nur diesmal über Jaguar.


    Noch ein kleiner Nachtrag zum Fiat Multipla, weil er hier mehrfach als Beispiel genannt wurde. 8)

    Ich muss ehrlich sagen: Ich habe den Multipla eigentlich nie hässlich gefunden. Ungewöhnlich – ja. Aber hinter seinem Design steckten unglaublich viele gute Ideen. Er war kürzer als ein VW Golf und bot trotzdem Platz für sechs Personen. Das muss man erst einmal schaffen. Schon der Multipla aus den 1950er-Jahren war seiner Zeit weit voraus.

    Ich bin den Multipla selbst oft gefahren, weil mein Bruder sowohl die erste als auch später die überarbeitete Version besessen hat Habe das Auto immer als erstaunlich komfortabel und sicher empfunden. Für mich war der Multipla ein Auto, bei dem die Funktion im Vordergrund stand – und genau deshalb finde ich, hat er heute deutlich mehr Anerkennung verdient, als er damals bekommen hat.

    Interessant ist auch, dass die Konstruktion nach dem Produktionsende weiterlebte. Die Produktionsanlagen wurden nach China verkauft, wo das Fahrzeug – in leicht überarbeiteter Form und unter anderem Namen – noch weitergebaut wurde. Auch das zeigt, dass hinter dem Konzept deutlich mehr steckte, als viele ihm damals zugetraut haben.


    :)

    Zwischenmenschliche Beziehungen sind, mit Abstand, die besten!

  • Vielleicht verfolgt Ferrari mit dem Luce aber auch eine ganz andere Strategie. Viele klassische Ferrari verschwinden nach dem Kauf fast direkt in klimatisierten Garagen oder privaten Sammlungen und werden nur selten bewegt. Der Luce könnte dagegen Käufer ansprechen, die ihren Ferrari tatsächlich im Alltag nutzen möchten – mit vier Türen, vier Sitzplätzen und mehr Platz.

    Das wäre dem Auto zu wünschen, denn ein Auto wird dafür gebaut, um gefahren zu werden, auch ein Ferrari. Aber dieses Auto kostet eine halbe Million Euro, ein Kratzer beim Einparken, nicht auszudenken! Mal davon abgesehen, dass die Reparatur des Kratzers mehr kostet, als der Unfallgegner in Neu... Ich befürchte daher, die meisten Luce werden sich den Akku in irgendwelchen Reinsträumen leer stehen.


    Einen M1 (von Lamborghini designt) werde ich mir nie leisten können, aber von einem Ferrari 348 Targa träume ich insgeheim, der ist erreichbar, und der würde nicht nur rumstehen...


    Klar, erklärt sich dieser völlig neue Designansatz aber auch dadurch, dass Ferrari bei diesem Projekt mit dem Studio LoveFrom zusammenarbeitet, das von Jony Ive und Marc Newson gegründet wurde.

    Als ich die ersten Fotos sah und Jony Ive als Name fiel, habe ich gedacht, dass wäre wohl das Apple iCar geworden, wenn Apple die Idee weiter verfolgt hätte, also quasi bei Ferrari recyclet. Zu Apple hätte dieses Design hervorragend gepasst.


    Deine Änderungen am Design würde ich befürworten, auch einige Details der Entwürfe, die ich ein paar Seiten vorher gepostet hatte, würden dem Auto als Ferrari gut tun. Was mich wundert, dass man ausgerechnet die Apple-Designer machen lassen hat, dabei hat Italien so hervorragende Produktdesigner, auch im IT-Bereich, also auch abseits von Pininfarina und co., nur an die, an die ich denke, sind leider schon zu alt, Mario Bellini, Ettore Sottsass, Michele de Lucci, um mal drei zu nennen, die unter anderem für Olivetti einst aufsehenserregende Büromaschinen, PCs und Notebooks gestalteten und (zusammen mit Dieter Rams / BRAUN) auch Apple inspirierten. Mario Bellini hat ja immerhin das Amaturenbrett vom Lancia Beta designt, das hat was! Aber vielleicht wird deren Werk durch Schüler heute fortgesetzt? Nur leider Olivetti gibts nicht mehr in der Form, wie sie früher mal waren, wir könnten einen starken, innovativen IT-Hersteller in Europa brauchen, aber das ist ein Thema, was hier nicht hin gehört.

    Edited 2 times, last by M1-Sammler ().

  • Trotzdem werden uns die Italiener beim Design, was Leidenschaft betrifft, in den meisten Fällen immer einen Schritt voraus sein. :cool:

    Die Dummheit des Menschen ist unantastbar

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!