Guten Morgen Forum, vielen Dank für die nette Begrüßung!
Nachdem ich gestern mit meinem computeraffinen Schwager versucht habe mit dem Pic-Uploader zu arbeiten und auch er gescheitert ist, habe ich heute morgen es mit ibb versucht und sehe jetzt tatsächlich meine ersten Bilder
.
Wie ich in meiner Vorstellung geschrieben habe, bin ich mittlerweile 67 Jahre alt, besitze einige Modellautos und habe seit ein paar Jahren begonnen, meine Kraftfahrzeughistorie in 1:43 in die Vitrine zu stellen. Dabei bin ich tendenziell im Vergleich zu den hier im Forum präsentierten Modellen eher als anspruchslos und einfach einzustufen.
Beginnen möchte ich gleich mit einer schwierigen Anfrage:
Die beiden Fotos zeigen meine hellgrüne 1976 erworbene Mofa Kreidler MF 2 [Fahrrad mit Hilfsmotor]. Außerdem für den interessierten Betrachter auf Foto 1 mein Freund Eckardt der auf SOLO aus dem Neckermannkatalog unterwegs ist, auf Foto 2 eine weitere MF 2 in orange nach vorübergehender Reinigung an örtlichen kleinen Gewässen.
Meine 1. Frage lautet: Gibt es so ein Modell überhaupt, vielleicht auch in hellgrün, meine Suche danach bleib erfolglos?
Mit finanziellen Restbeiträgen der Konfirmation, meinen Eltern und einem Ferienjob in einem Auto-und Motorradgeschäft [Einsortieren von Kawasaki-Ersatzteilen] war es möglich, dieses Teil sogar neu zu erwerben [ca. 1100 DM]. Natürlich wurden schon nach kurzer Zeit Manipulationen mit Hilfe der Mitbewerber vorgenommen, um im täglichen Wettkampf dabei sein zu können. Vorne die Anzahl der Zähne geringfügig erhöht [mehr passte auch nicht rein], hinten gnadenlos kleiner. Am Vergaser wurde auch gearbeitet. Führte in der Beschleunigung zwar zu Rückständen beim Start, aber dann kam sie ganz gewaltig. Auf der Geraden waren locker 40 km/h drin, leichte Sollingabfahrten, fast liegend mit Füßen auf dem Gepäckträger weit über 60 Km/h - kam natürlich auch auf die klimatischen Bedingungen an. Ich erinnere strenge kalte, trockene Winter in Panzerkombi und persönlicher Schutzausrüstung, natürlich aber ohne Helm und es wurde die Strecke vom Solling nach Göttingen mit einem über 40 er Schnitt zurückgelegt.
Lange ging das nicht gut. Einer Zivilstreife fiel der rasante Lockenkopf auf, dann kam die Kelle und der Kugelschreiber zum Einsatz. Damit wurde am hinteren Kettenrad die Markierung gemacht und Zähne gezählt.
Ergebnis: Fahren ohne Versicherungsschutz, Betriebserlaubnis erloschen, Mängelmeldung incl. vorübergehender Stilllegung [ich habe sie wirklich schieben müssen, was für eine Schmach], Wiedervorführung und ich meine an die 200 DM Strafe. Den Eltern wurde das nicht mitgeteilt und zumindest wurde hinten wieder betriebserlaubniskonform umgerüstet, vorgeführt [Kugelschreiber] und man durfte wieder fahren. Da war ich aber schon 17, Moped oder Kleinkraftrad waren nicht dringewesen und man zählte die Tage, bis man sich zum Auto- und Motorradführerschein anmelden durfte.

Nach bestandener Führerscheinprüfung auf Golf 1 und 200 er Kawasaki kurz nachdem 18. Geburtstag im Frühjahr 1978 für in der Summe knapp 1000 DM mit schon damals erforderlichen Pflichtstunden [Nachtfahrt und Autobahn] kam das 1. Auto. Die Mama hatte signalisiert für den Kauf eines 127 er Fiats ihren 1971 er 500 er Fiat nicht in Zahlung zu geben. Der war zwar karosseriemäßig schon fast am Ende, seine 18 PS hatten sich aber auch bei Fahrten mit 3 Personen, ordentlich Gepäck, Hundekorb und Dackel in den Schwarzwald bewährt. Selbstverständlich hatte ich in Vorbereitung auf den Führerschein schon einige unerlaubte Fahrten gemacht, meist Käfer und Renault R4 von Freunden. Mama hatte auf abgelenen Feldwegen nur den 1. Gang zugelassen und fürchtete um ihr Leben. Auf dem Verkehrsübungsplatz an der Hannover Messe konnte ich den BMW 525 vom Vater auch mal testen.
Das Foto zeigt den 500er Fiat mit meinem Bruder ca. 1974. Ein Modell in 1:43 in der korrekten Farbe und Sonnendach habe ich.
Schon am ersten Tag hätte ich bei einer Abfahrt im Solling die Bakanntschaft mit einem großen Holzlaster gemacht, die Bekanntschaft des kräftigen Fahrers hingegen war sehr freundlich. Er hat meiner kleine Murmel durch heftiges seitliches Drücken aus dem Straßengraben geholfen. Ich war auf jeden Fall vollkommen schwach auf den Beinen, hatte ich doch dem Tod in die Augen geblickt.




Für nähere Erkundung des anderen Geschlechts wurde der Vordersitz öfters entfernt und das Polster der Rückbank mit weiteren Polstern und Kissen dort positioniert. Dafür saß die Liebste
dann während der Fahrt hinten unbequem. Davon gibt es keine Fotos.
1978 hingen in Deutschland überall RAF Fahndungsplakate. An einem Nachmittag standen wir mit der Murmel, besetzt mit 4 Personen [2 langhaarige Männer in Damenbegleitung], in auffälliger Weise vor einer Volksbankfilialie. So zumindest der Tenor des Polizisten, der meine Mama aufsuchte und sie fragte, ob sie die Halterin des Fahrzeugs sei. Sie dachte natürlich sofort an einen Unfall, konnte aber den Umstand dann nach kurzer Fassungslosigkeit sofort erklären. Ja da arbeitet der Fredi, desssen Eltern haben eine Werkstatt, die werden sich zu einer Reparatur verabredet haben.
Mit Einbruch des Winters 1978 waren es nur noch wenige Monate bis zur fälligen TÜV-Untersuchung, der schweißkundige Fredi legte sich an den seitlichen Schwellern ins Zeug und dann gab es dort ordentliche "schwarze Rallyestreifen aus Unterbodenschutz".
Alles vergebens, denn kurz vor Weihnachten gab es auf den Fahrten zum Schleudern auf einem größeren vereisten Parkplatz in den Solling einen Kolbenfresser. Das Motorchen musste dort immer Höchstleistung zeigen, bei ca. 60 km wurde vom 4. Gang mit Zwischengas runtergeschaltet. Je nach Beladung durch weitere Anwesende reichte das nicht und auch der 2. Gang, bei etwa 40 km kam zum Einsatz.
Damit war der 500 er eigentlich Geschichte, aber er stand noch gut 4 Monate, ich hatte die Hoffnung ihn in einer Scheune zu parken und wieder flott zu kriegen, was dann aber ausblieb.
Ein Blick in die Vitrine zeigt wie es weitergeht wenn es gefällt.



















































