Frühe S-Klasse - Mercedes 220 S und 220 SE (W 180 II und W 128)

  • Maßstab:
    1:18
    Hersteller des Modellautos:
    KK Scale und Sun Star
    Marke des Vorbildes:
    Mercedes-Benz

    Nachdem ich mich in letzter Zeit eher den Rennwagen von Porsche gewidmet habe, hier wieder mal eine Reminiszenz an die Zeit des Wirtschaftswunders:


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    Links der Mercedes-Benz 220 S (W 180 II) von KK Scale; Bauzeit des Originals 1956 bis 1959

    Rechts der Mercerdes-Benz 220 SE (W 128) in der Cabriolet-Version von Sun Star; Bauzeit des Originals 1958 bis 1960


    So sah die S-Klasse in der zweiten Hälfte der 50er-Jahre aus, Luxus mit Pontonkarosserie. Unter der Haube 6-Zylinder-Motoren, die in der Vergaserversion (220 S) 100 PS leisteten, in der Einspritz-Version (220 SE ab 1958) 115 PS.


    Das Sun Star-Modell dürfte allgemein bekannt sein. Bei der Anschaffung musste ich zw. Cabrio- und Coupe-Version wählen. Wie man sieht, wurde es das Cabriolet. Dann die Frage nach der Farbe. Ich habe bei dem Türkis gezögert, mich dann aber dafür entschieden. Bis heute zweifle ich, wenn ich mir das Modell anschaue. Mal denke ich: gute Wahl, mal was anderes. Beim nächsten Hinsehen: zu ausgefallen und gewagt?


    Das Modell wird zu moderaten Preisen feilgeboten, es ist aber auch nicht sehr filigran gestaltet.


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    Der Innenraum hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits detailliert und mit nettem Fußraum-Teppich, anderseits mit sehr plastikhaften Sitzen, mit groben Fensterrahmen, Scheibenpassungen und Türscharnieren.


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    Außer den Türen sind auch Motor- und Kofferraumhaube zu öffnen. Beide Hauben erlauben allerdings nur einen bescheidenen Öffnungswinkel, sodass man den Motor nicht recht bestaunen kann.


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    Auch der 220 SE von KK Scale ist aus Metall, es ist aber nichts zu öffnen.


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    Ich finde den Charakter des Wagens gut eingefangen, als Ergänzung zum MB 180 von Revell musste ich ihn haben. Ist ja auch absolut bezahlbar.


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    Ich finde das Preis-Leistungsverhältnis bei beiden Modellen absolut okay. Beim Sammelgebiet "Wirtschaftswunder" darf der Ponton-220er nicht fehlen.


    Hier die beiden Modelle nochmal zusammen, sodass man vergleichen kann.


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    Der Stern auf dem Kühler ist bei Sun Star einiges rustikaler, bei KK Scale ist er fotogeäzt.

    Sun Star hat die vorderen Blinker nur mit Farbe dargestellt, bei KK Scale sind sie aus transparentem Kunsstoff.


    Der 220 von KK Scale ist für meinen Geschmack etwas besser gelungen. Nachdem ich vom Hebmüller Käfer-Cabrio von KK Scale doch eher enttäuscht bin, versöhnt mich der 220 S wieder mit dem Hersteller.

  • das Cabrio in der Farb-Kombi finde ich sehr gelungen, mir gefällt das Türkis sehr gut 👍


    Viel Spass mit den beiden :winken:

  • Ein schönes Duo, gerade auch in den gewählten Lacktönen. :sehrgut:


    Das Cabrio bietet m.M.n. einiges Aufwertungspotential. Falls Dir also mal langweilig werden sollte... :floet:

    Natürlich kannst Du das wieder so machen, aber dann ist es halt wieder falsch.

  • Meine erste Begegnung mit einem 220 SE in freier Wildbahn.

    50 Jahre ist es her, war Lehrling beim Fernmeldeamt. Wir mussten einen Telefonanschluß von Freileitung auf Erdkabel neu verlegen. Dabei mussten wir bei einem älteren Haus die Leitung durch die Garage verlegen. Der ältere Besitzer öffnete die Holztore der Garage. Es kam nicht wie vermutet ein Rekord, Taunus oder gar Heckflosse zum Vorschein , sondern : Mercedes Benz 220SE Coupe in einer hellen Farbe. ( Gab es den auch als 280 ? ) Auch damals schon ein Traum. Die nächste Stunde bestaunten wir das Auto und der Besitzer erklärte den Wagen für unverkäuflich, trotz der Angebote von über 40 000 DM oder ähnlicher Höhe ( nicht von uns, denn unserer Lehrlingslohn betrug ca. 120 DM ) Soviel kostete damals noch nicht mal ein 911.

  • Zwei sehr schöne Modelle. :sehrgut:

    Die Cabrio-Version steht bei mir in Weiss resp. Cremefarben, die Limousine hab ich bisher noch ausgelassen.

    Formmässig sicherlich gut getroffen aber mir einfach etwas ZU üppig (genau wie der "Barockengel" BMW 501, den ich mir dann aber trotzdem irgendwann mal geholt habe.... :kichern: ).

    KK hat einige sehr schöne Modelle im Angebot, und bei Sunstar muss man m.E. nach das Modell einfach zuerst in echt betrachten können. Es gibt da immer mal wieder Mängel. Im Grossen und Ganzen aber gut gemacht.

    Vielen Dank für's Zeigen und viel Spass damit :sehrgut:

    Instagramm: @erwinaschwanden

  • Das Cabrio bietet m.M.n. einiges Aufwertungspotential. Falls Dir also mal langweilig werden sollte... :floet:

    Habe ich auch schon gedacht. Aber sooo langweilig wird mir vorerst nicht werden.


    Beim Betrachten der Bilder ist mir übrigens erst jetzt etwas aufgefallen. Das Sun Star Cabrio hat Kopfstützen. Das ist für einen Wagen aus den Fünfzigern natürlich Blödsinn. Habe sogleich Vorbildfotos gesichtet, da findet man kein Fahrzeug mit Kopfstützen. Noch besser: das Sun Star-Modell des Coupes hat auch keine.


    Und schon ärgert mich, dass ich nicht das Coupe gekauft habe. Man sollte eben immer ganz genau hinschauen. Wenn ich doch mal Lust zur "Aufwertung" bekomme, wäre das ein Punkt. Die Sitze müssten sowieso neu bezogen werden.

  • Beim Betrachten der Bilder ist mir übrigens erst jetzt etwas aufgefallen. Das Sun Star Cabrio hat Kopfstützen. Das ist für einen Wagen aus den Fünfzigern natürlich Blödsinn. Habe sogleich Vorbildfotos gesichtet, da findet man kein Fahrzeug mit Kopfstützen.

    Kopfstützen gab es in den 50er Jahren durchaus schon, allerdings eher in Form einer Wurst, seitlich am Sitz mit gebogenen Chromhalterungen festgemacht. Immer mal wieder gerade bei Mercedes-Fahrzeugen zu sehen, oft beschränkt auf den Beifahrersitz ("Schlummerrolle"). Und Nachrüstlösungen gab es durchaus schon zu Anfang der 60er, man denke etwa an diese Kamei-Dinger in alten Käfern. Was etwas unglücklich ist, ist die Form der Kopfstützen mit ihren "Ohren" - so waren sie bei Mercedes erst in der zweiten Hälfte der 60er Jahre üblich. Allerdings spricht nichts dagegen, sie als zeitgenössische Nachrüstung aus dieser Zeit zu akzeptieren. Sicherheitsbewußte Leute haben damals vieles gemacht. Weit verbreitet bei Nachrüst-Einbauten (in VWs oder Heckmotor-NSUs) waren die Recaro-Kopfstützen mit U-förmigem Querschnitt, wie sie als Werkszubehör oft bei frühen Ro80 oder K70 zu sehen sind. Ich habe noch 1987 die Rücksitze meines Peugeot 205 mit solchen Dingern ausstatten lassen. Um 1974 fuhr bei uns ein 1969er VW 1300 herum mit vier(!) Kopfstützen aus den großen VW-Modellen 411, K70 und Bus T2.

  • Absolut, das belegen ja auch etliche Fahrzeuge in Spielfilmen aus der Zeit. Auch bei Amis war das durchaus nicht ausgeschlossen zu der Zeit (die hatten glaube ich früher Serienkopfstützen drin als unsere hier).


    Ich weiß gerade gar nicht mehr, ob unser B Kadett in den 60ern schon welche hatte (ich meine nicht). Der A Kadett vorher hatte auf keinen Fall welche und die Käfer sowieso nicht.

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    Aus technischen Gründen befindet sich der Rest der Signatur auf der Rückseite dieses Beitrags.


  • Beim Kadett B gab es in den 60ern noch keine Kopfstützen, erst in den letzten Baujahren ab etwa Herbst 1970 als Extra.

    Das waren aber recht harte Quader in der Form eines leicht konischen Ziegelsteins, und höhenverstellbar waren sie m. W. auch nicht.

    Gerade der Kadett B hatte ja auch Sitzlehnen, die nicht sehr hoch waren.

  • Beim Betrachten der Bilder ist mir übrigens erst jetzt etwas aufgefallen. Das Sun Star Cabrio hat Kopfstützen. Das ist für einen Wagen aus den Fünfzigern natürlich Blödsinn. Habe sogleich Vorbildfotos gesichtet, da findet man kein Fahrzeug mit Kopfstützen. Noch besser: das Sun Star-Modell des Coupes hat auch keine.

    Doch, beim Daimler gab es auch jn den 50igern schon Kopfstützen, schau mal hier.

  • Doch, beim Daimler gab es auch jn den 50igern schon Kopfstützen, schau mal hier.

    Danke für die Info. Die dürften aber kaum original sein. Laut Beschreibung wurde das Cabrio vor ca. 10 Jahren "vollständig restauriert". So, wie das Gestühl aussieht, wurde das ganz neu gemacht. Evtl. hat Sun Star einen ähnlichen Wagen als Vorbild gehabt.


    Interessant ist die Laufleistung des angebotenen Cabrios: 9.490 km!

  • Semi-Original würde ich sagen, die Sicherheits-Kopfstützen waren erst irgendwann in der ersten Hälfte 1969 als Sonderausstattung für W111 Coupes zu bestellen.


    Während der Bauzeit vom W112 Coupe von 1961 bis 1967 hat es keine Sicherheits-Kopfstützen als Sonderausstattung gegeben.


    Laut der Einbauanleitung für Sonderausstattungen, Gruppe 97-5, Sicherheits-Kopfstütze für Fahrersitz, konnten dann nach der Einführung der Sicherheits-Kopfstützen in 1969 alle 111er und 112er Coupes mit diesen Kopfstützen nachgerüstet werden.


    Alle 111er und 112er Coupes, außer bestimmten W111 280SEC 3.5 Cabrios ab FGNR 001284 und Coupes ab FGNR 001306,

    mussten aber für diese Umrüstung mit der Fahrerlehne 111 910 5232 von den vorgenannten W111 280 SEC 3.5 vorab umgerüstet werden.


    So mein Daimler-Spezi.

  • Das entspricht meiner Erinnerung. Die ersten "Hasenohren"-Kopfstützen hat man ja beim Aufkommen des /8 bewußt wahrgenommen. Es wird gleichzeitig mit der Einführung des /8 gewesen sein, daß man bei W108/109/111 von den Schlummerrollen für den Beifahrer bzw. die Beifahrerin, die man schon beim Adenauer hatte sehen können, zu den verstellbaren Sicherheitskopfstützen mit "Ohren" übergegangen ist, die bis 1979 Mercedes-typisch waren.

    https://forum.mercedesclub.de/index.php?thread-pdf-export/21299/

  • Beim Kadett B gab es in den 60ern noch keine Kopfstützen, erst in den letzten Baujahren ab etwa Herbst 1970 als Extra.

    Das waren aber recht harte Quader in der Form eines leicht konischen Ziegelsteins

    Japp, so in der Art hatte ich das auch dunkel in Erinnerung.

    Das war ja auch die Zeit vor der Gurtpflicht vorne... kann man sich heute kaum noch vorstellen. :)

    Dafür lag aber auch die Durchschnittsgeschwindigkeit auf deutschen BAB mal gerade bei knapp über 100.

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  • 120y Nicht viel zumindest. In den 80ern sprach man von 111 km/h, der letzte mir bekannte Wert vor wenigen Jahren lag bei ca. 125 (ohne Limit) und ca. 118 bei Tempo 130 Strecken.

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