Schlumpfmütze

  • Maßstab:
    1/18
    Hersteller des Modellautos:
    Spark
    Marke des Vorbildes:
    Ligier-Matra JS5

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    Heute neu eingetroffen ist der Spark Ligier JS5, der schon lange auf meiner Wunschliste steht. Der JS5 war Ligiers erstes F1-Auto und dies ist die Version mit der riesigen Lufthutze, wie sie in den ersten Rennen des Jahres 1976 fuhr, bis diese verrückten Konstruktionen verboten wurden. Unter dieser Teekanne oder Schlumpfmütze befindet sich der fabelhafte Matra V12, der am besten klingende Motor der Geschichte. Ligier hatte das Inventar übernommen, nachdem Matra seine Motorsportabteilung geschlossen hatte. Der Grund für die riesige Lufthutze ist, dass der Matra V12 viel Luft brauchte. Diese Luft sollte möglichst nicht turbulent und ruhig sein, daher die Höhe, damit keine Störungen durch Turbulenzen aus dem Cockpit und dem Helm des Fahrers auftreten. Die Lufthutze lief dann trichterförmig aus und alle Zylinder wurden gleichmäßig mit Luft versorgt. Gerard Ducarouge und Michel Beaujon waren die Designer des JS5, aber der aerodynamische Beitrag kam von Robert Choulet.


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    Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um auf Robert Choulet aufmerksam zu machen, eine der weniger bekannten Persönlichkeiten des Motorsports der 1960er und 1970er Jahre. Choulet arbeitete bei Charles Deutsch’s Société d'Études et de Réalisations Automobiles (SERA-CD) und war beteiligt oder verantwortlich für die Aerodynamik der französischen CD Le Mans Racer, Matra MS640, Porsche 917 Langheck, 917/20 (pink pig), 917 Can Am, Alfa 33TT12, Alfa 177 und 179 und Ligier JS5 bis JS15. Sein Stil kann als voluminös, rundlich und plump beschrieben werden. Es passt aber in die 70er und ich mag es.


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    Noch ein Wort über Jacques Laffite, mein Lieblingsfahrer aus den 70er und 80er Jahren. Der archetypische Französischer Fahrer aus der goldenen Generation mit Jarier, Jabouille, Arnoux, Pironi, Tambay und Prost. Wenn er seinen Tag hätte, ein fabelhafter Fahrer, aber er hatte nicht den absoluten Drang ein Spitzenfahrer zu sein, obwohl er 1981 nah dran war.

  • Überlege gerade, ob ich dieses urige Teil damals wirklich registriert hatte :hae:


    Auf jeden Fall sehr außergewöhnlich und wer F1 aus der damaligen Zeit als Sammelgebiet hat, für den ist diese Nachbildung natürlich ein Knaller :cool:

    Klasse, dass Du ihn uns zeigst :sehrgut:

    Die Dummheit des Menschen ist unantastbar

  • Hallo,


    danke für die Vorstellung, hatte mich schon gefragt wann den jemand bringt. Habe die Epoche ja live verpasst aber schon einige 70s F1 auf der Rennstrecke bewundern dürfen.


    Der Ligier gefällt mir sehr gut, Matra V12 war definitiv ein Genuß für die Ohren.


    Top umgesetzt von Spark, viel Spass damit! :sehrgut:

  • Schön ist vielleicht anders, aber interessant ist die megagroße Lufthutze auf jeden Fall. Vor allem mit dem niedrigen Vorderwagen wirkt die hohe Hutze umso prägnanter. Schön, dass Spark die Nische geschlossen hat. Danke Dir, für die Fotos. Schönes Modell, viel Spaß damit!

  • Das Original habe ich noch gaaaanz dunkel in Erinnerung. Danke für die Vorstellung. :)

    Diese Hutze war ja das eine Ding, das andere war dieses grausame französische Stinkzeug "Gitanes" als Werbung... :kichern: Beides zusammen machte das Fahrzeug nicht gerade attraktiver.

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    Aus technischen Gründen befindet sich der Rest der Signatur auf der Rückseite dieses Beitrags.


  • Du hast ihn schon, meiner kommt morgen!

    Danke fürs Arbeitabnehmen. :kichern:


    Grandioses Auto, seit Jahren von Spark angekündigt, ewig drauf gewartet.


    Auch für mich gilt: Laffite war einer meiner faves, wie Fittipaldi, Merzario, Elford, solche Leute.

    1979 war er nah dran, Weltmeister zu werden.

    Depailler fehlt in deiner französischen Liste, Cevert war schon lange weg. :wein:


    Den teapot fand ich einen Hammer.

    Nicht nur die bekloppte Form... ich fragte mich, wie diese Hutze genug Luft zum Anströmen des Flügels über liess.

    Und warum sie – als Debutantenteam – sowas entwickelten, obwohl es 1976 zum Beginn der Euro Saison in Spanien bereits verboten war.

    Und dann – surprise, surprise – waren die Ligier Neulinge die einzigen, die eine flache mittige Hutze bauen konnten.

    Alle anderen machten Öhrchen wie McLaren oder Nasenlöcher wie Ferrari, oder liessen die Hutze einfach weg wie die britischen Cosworth-Hewland Garagenteams.


    Sind die fehlenden Gitanes Buchstaben beiliegend oder abgedeckt gewesen?


    Danke für die Bilder!

  • Sind die fehlenden Gitanes Buchstaben beiliegend oder abgedeckt gewesen?

    Die Buchstaben sind beiliegend.


    Depailler habe ich tatsächlich vergessen…eine Schande.


    Ich habe irgendwo gelesen das die Hutze keine nachteile hatte für die anströmung des Flügels. Der Choulet wüsste was er machte….. Eigentlich ist es genau so mit Choulets Alfa 33TT12: für mein gefühl war der riesigen Buckel hinter der Fahrer überdimensioniert, den der Motor war viel niedriger. Oder die Nase vom Alfa 177 und 179

  • Danke.


    Hab grade mal im Archiv geklickt... da sind einige Fotos von Laffite, vom Modell des 1976ers, und wie die Hutze innen aussah... echt erstaunlich.


    Am Spark scheinen mir die Vorderräder zu gross und der Einlass etwas klein, die Pinstripes um ihn herum nicht korrekt... but WTF.

    Und vom Troublemaker GP Replicas kommt der 1980er noch... der war leichter für die Pfuscher als der wichtigere 1979er.

    Bei dem liegt der Cossie frei.


    Der Choulet war mir kein Begriff :schäm: , seine Werke sind mir umso präsenter.

  • Komisch finde ich, dass das einzige französische F1-Team heute mit seiner prall gefüllten Lufthutze ganz unbewusst Erinnerungen an den JS5 wachruft.


    Alpine A521


    Die Vorderräder des Modells sind für diese Zeit tatsächlich zu groß.

  • Stimmt, Emerson Fittipaldi war auch ein ganz Großer, an den erinnere ich mich auch noch sehr gut. :sehrgut: War damals ähnlich häufig erwähnt wie (viel) später ein Michael Schumacher. Wenn auch mit deutlich weniger Erfolgen. Allerdings war er zu seiner Zeit der jüngste Weltmeister ever.


    Nicht nur die bekloppte Form... ich fragte mich, wie diese Hutze genug Luft zum Anströmen des Flügels über liess.

    In der Tat wirkt das zunächst aerodynamisch betrachtet völlig bekloppt. Wenn man es "fachlich" betrachtet, war der "Trick" aber ganz einfach, dass genügend Luft SEITLICH an der Hutze vorbei an den Heckflügel strömt. :zwinkern:

    Und wie man sieht, hatte das ja hervorragend funktioniert. So "breit" wie sie auf den Bildern wirkt, war sie nämlich gar nicht.


    Ganz ähnlich funktioniert übrigens auch die Anströmung an Heckleitwerken von Flugzeugen. Auch da wirkt es manchmal so, als würde der Rumpf "stören". Tut er aber nicht.

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  • Ein Stichwort dazu wäre übrigens auch der Coanda-Effekt: Wenn man sich das dritte Foto oben (die Draufsicht) ansieht, erkennt man, dass die Hutze hinten sehr spitz ausläuft und nur ganz schmal mittig auf den Heckflügel "zeigt".

    Der Coanda-Effekt bewirkt, dass ein fließendes Medium (also in dem Fall die Luft) dazu neigt, sehr eng an einer konvexen Wölbung anzuliegen und deren Verlauf weiterhin zu folgen. Also so, wie es auch an einer Flugzeug-Tragfläche geschieht.


    Schaut man sich jetzt also die Draufsicht an, erkennt man dass der gesamte Cockpit-Bereich samt Hutze einer Art "Blase" ähnelt, die hinten sehr spitz ausläuft. Und die Spitze schattet somit nur einen ganz schmalen mittigen Bereich des Flügels ab. Und dürfte somit kaum ins Gewicht fallen. :)

    Denn solange die Luft dort noch halbwegs laminar strömt, wird sie nur in einem sehr schmalen "Kanal" unterbrochen.


    Bedeutet in der Strömungspraxis: Solange das Fahrzeug schnell genug fährt, um ausreichend angeströmt zu werden, passiert auch am Spoiler nichts. Wird es so langsam, dass die Luft turbulent wird oder der Strom gar abreißt, ist wiederum auch der Flügel (für den Anpressdruck) gar nicht mehr nötig und es ergeben sich ebenfalls keine Nachteile.

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  • Ich geh auch von aus, dass die wussten was sie machen, wahrscheinlich ist die grosse Fläche sogar besser für einen kontrollierten ruhigen Strom als die kleinteiligen Konkurrenzhutzen.

    Funktioniert hat sie sowieso, die Kiste lief ja recht gut.

    Aber trotzdem komisch, das radikale Konzept für nur läppische 3 Rennen zu entwickeln.

    Ab Spanien sah er so aus.


    Meiner kam auch vor ner Stunde, dolles Gerät wenn auch nicht total perfekt von Spark ungesetzt.

    Bin aber froh, den endlich zu haben.


    Nachtrag: komischerweise haben Ligier alles umgekrempelt und nach diesem originellem Ansatz für 1977 eine schnöde Ferrari 312T Kopie gebaut.

    Leider zu spät, da hatten Lotus schon die Wingcar Ära eingeläutet.... und dann wiederum haben Ligier richtig gepunktet, 1979 waren sie WM-fähig.

    Edited 4 times, last by Gulf_LM ().

  • Und in 1981 mit den JS17 hatte Laffite bis zum letzten Rennen in Las Vegas eine Chance auf die WM, war aber nicht sehr motiviert wegen die Mickey Mouse Rennstrecke auf einem Parkplatz…

  • wahrscheinlich ist die grosse Fläche sogar besser für eine kontrollierten ruhigen Strom als die kleinteiligen Konkurrenzhutzen.

    Richtig, zumindest in der Theorie ist das so.

    Wie es sich dann in der Praxis verhält, kann man nur ausprobieren und da sind manchmal schon geringste Änderungen (an Form oder/und Größe) von großer Bedeutung.

    Genau genommen gilt: Je größer die Geschwindigkeit (und damit die Anströmung), desto größer auch die Auswirkung kleinster Veränderungen.


    Kennt man vielleicht auch vom Fallschirmspringer im "Free-Fall", bei dem schon das Abspreizen des kleinen Fingers eine spektakuläre Rolle bewirken kann.

    Bei Speeds um die 300 km/h wie in der F1 ist es zwar noch nicht so "dramatisch", aber man weiß ja, was selbst die geringste Änderung am Einstellwinkel eines Heckflügels schon auf der Geraden an Hundertsteln ausmachen kann. Oder auch bei der Kurvenstabilität.


    Auch bei böigem Wind während des Rennens könnte die größere Hutze tatsächlich vorteile zeigen. Der Strom könnte bei kurzen Scherungen dadurch länger laminar anliegen und der Flügel weniger "gestört" werden. Zumindest in der Theorie wäre das so. Ein kurzes "Springen" der Hinterachse in solchen Situationen (wie öfter von Rennfahrern berichtet) könnte dadurch verhindert bzw. gemildert und das Heck insgesamt ruhiger werden.

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  • PS argh... was war das Winz-H des Helms für eine Pest zum Aufkleben.

    Je kleiner die Decals sind umso nerviger. Da wäre der ganze Schriftzug leichter anzubringen als ein Buchstabe.

    Minichamps hat ja auch bei den 1/43 Modellen vom Lotus 94T, 95T sowie für die McLaren MP4/4 und MP4/5B für die Helme die Tabakdecals beigelegt. Während der John Player Schriftzug noch halbwegs im Rahmen blieb, war das rot-weiße Marlborologo so gut wie nicht anzubringen soß daß ich in 3 von 4 Fällen nach einiger Zeit entnervt zu Pinsel und Farbe gegriffen hatte.

  • Je kleiner die Decals sind umso nerviger. Da wäre der ganze Schriftzug leichter anzubringen als ein Buchstabe.

    Oh ja, da kann ich mich gut dran erinnern in meiner Kindheit. Da gab es bei den Flugzeug-Modellbausätzen ja diese typischen Nassschieber als Decals (die lassen sich eigentlich hervorragend verarbeiten, wenn man den Bogen erstmal raus hat) und das war grundsätzlich auch gar kein Problem.

    Nun war es bei den Kampffliegern aber so, dass diese ja auch minimalste Symbole besitzen, z.B. einfach einen kleinen Stern oder ein Geschwader-Emblem. Das entsprach dann etwa der Größe eines Buchstaben (wenn überhaupt) und war immer total fummelig.

    Da wusste man manchmal gar nicht, wie man was wo anfassen sollte, um nichts zu zerstören. :kichern:


    Soweit ich mich noch erinnere, waren die leider auch nur ziemlich passend beigelegt, da durfte dann wirklich nichts schief gehen. Bei etwas "Überschuss" wäre das ja alles kein Problem.

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  • PS argh... was war das Winz-H des Helms für eine Pest zum Aufkleben

    Ich bin recht zufrieden aber ich hatte glück. In einem Moment der Unachtsamkeit hatte sich das E vollständig gelöst und schwamm lose in der Untertasse mit Wasser. Ich konnte es wieder aufheben, weiß aber jetzt nicht, ob Ober- und Unterseite richtig sitzen. Ich weiß nicht, ob das einen Einfluss auf die Haftkraft hat. Ich habe einfach eine gute Dosis Mikrosol darüber aufgetragen, um sicher zu sein.


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