Salzburger Rallyekäfer - VW 1303 S Rally Akropolis 1973 Kallström/Billstam

  • - Maßstab: 1:18
    - Hersteller des Modellautos: Solido
    - Marke des Vorbildes: Volkswage/Porsche Austria


    Gerade war er noch im Modelcarforums-Rätsel, nun ist er auch schon hier in der Modellvorstellung, der Rallye-Käfer von Solido :freuen:


    Nachdem im letzten jahr bekanntlich der Gelb-Schwarze-Renner und der WM-Käfer von Solido auf den Markt kamen, gibt es nun endlich auch die lange angekündigte Rallyeversion von der Akropolis-Rallye 1973, der Wagen mit der Nr. 7 wureden von den beiden Schweden Harry Kallström und Clas Billstam pilotiert, leider mussten sie damals mit einem mechanischen Defekt aufgeben. Ihre Teampartner Georg Fischer und Hans Siebert fuhren immerhin auf Platz 5 :sehrgut:


    Zu den Salzburger Rallyekugeln gibts viel zu erzählen, ich mach es heute mal einfach und zitiere die Seite von VW-Classic


    "Wie lange hatten sie warten müssen, die gusseisernen Käferliebhaber, bis jemand sie an die Hand nahm und aus dem Tal der Tränen führte. Ihnen endlich einmal zeigte, wozu ein Käfer fähig ist, wenn er nur richtig angefasst wird. Bei den Tunern hatte das Lichtlein ab und zu gefackelt, aber jetzt, Anfang der 70er, als das Zauberwort Porsche Salzburg am Himmel steht, brannten die Herzen der Fans lichterloh.


    Fast 20 Jahre lang war Motorsport bei Volkswagen tabu. Dann kam Luise Piëch. Die Tochter von Ferdinand Porsche und Chefin von Volkswagen Österreich gab 1965 grünes Licht für den Aufbau einer Motorsportabteilung. Ziel: Mehr Absatz von Porsche und Volkswagen in Österreich. Was folgte, waren neun schöne Jahre intensiver motorsportlicher Aktivitäten, die ihren Höhepunkt in der goldenen Ära von Porsche Salzburg zwischen 1971 bis 1973 fanden. Besonders gefördert wurde der Käfer, der zu dieser Zeit als 1302 und 1303 mit McPherson-Federbeinen und Schräglenkerhinterachse auf dem Gipfel seiner technischen Entwicklung stand.


    Diese Förderung zahlte sich aus: Anfang der 70er mischten die berühmten Salzburg-Käfer den nationalen wie europäischen Rallyesport gewaltig auf. Am Steuer waren ehrgeizige Profis, die mindestens mit einem Klassensieg nach Hause kommen wollten. Die Fans waren Feuer und Flamme für die in der Regel querstehenden silbernen Hecktriebler mit schwarzen Hauben, den rot-weiß-roten Streifen und der damals so geschätzten Batterie von Zusatzscheinwerfern auf der vorderen Stoßstange.

    Alpenstraße 175, Salzburg: Zentrum des Boxermotorsports


    Die Motorsportabteilung von Porsche Salzburg residierte in der Salzburger Alpenstraße. Rennleiter war Gerhard Strasser, ein früherer Motorradrennfahrer auf Norton. Herz und Hirn der Tuning-Aktivitäten war Motorenzauberer Paul „Pauli" Schwarz: Sein Spezialgebiet: Nockenwellen. Zum Team gehörten weiterhin sieben handverlesene Monteure und ein beneidenswerter Lehrling.


    Das Budget bestand aus Eigenmitteln und Sponsoreneinnahmen. Die Wolfsburger Konzernmutter wirkte nur im Verborgenen, in dem sie z. B. Homologationen wie die der Trockensumpfschmierung ermöglichte. 1972 verfügte die Alpenstraße über elf Käfer 1302 S in Gruppe 2 Spezifikation.


    Wie aus dem Käfer ein gefährliches Tier wurde


    „Pauli" Schwarz machte als Achillesferse für den sportlichen Betrieb eines Käfers zunächst die Motorschmierung aus. Bei hohen Kurvengeschwindigkeiten und Lastwechseln schwappte das Öl in der flachen Ölwanne am Saugrohr der Ölpumpe vorbei und der Schmierfilm drohte abzureißen. Nur ein Vergaser, lange, einem Hirschgeweih nicht unähnliche Ansaugrohre sowie kurze Öffnungszeiten der Ventile waren weitere Schwächen. Dadurch wurden die Brennräume nur unzureichend befüllt, der Käfermotor bot nur eine magere Literleistung. Hier setzte „Pauli" Schwarz an.


    Motor:
    Der Motor wurde durch Übermaßkolben bis zur Hubraumgrenze mit 1.599 ccm vergrößert. Abgeschliffene Zylinderköpfe erhöhten die Verdichtung von 7,3 auf 9,1:1. Die Einlasskanäle wurden erweitert und an die beidseitigen Ansaugstutzen von Sauer und Sohn angepasst. Zusätzlich wurden die Einlassventile erheblich von 35,5 auf 40 Millimeter vergrößert. Auslassseitig wurden die Kanäle poliert, die Ventile blieben unverändert. Die Pleuel wurden ausgewogen, die Kurbelwelle feingewuchtet. Herzstück der Verbesserungen war der Umbau auf eine Trockensumpfschmierung mit sieben Liter Ölinhalt (statt 2,5 Liter in der Serie). Die Gemischaufbereitung erfolgte zu Anfang über zwei Solex Doppelvergaser vom Porsche 912, später über zwei Weber 46 IDA aus dem Porsche 904.


    Als Krönung der Umbauten am Motor schliff „Pauli" Schwarz die Nockenwellen in geheimen Aktionen komplett um – angeblich in seinem schalldichten Privatkeller. Zudem gab es noch Platz hinter dem geschlitzten Frontblech für einen Ölkühler vom Porsche 908. Die Abgasanlage wurde strömungstechnisch optimiert, indem alle Durchgänge der Serienanlage erweitert und die Siebe aus den Endrohren entfernt wurden. Lohn der Mühen waren 120 bis 128 PS bei 7.000 U/min aus dem 1600er Käfermotor und genug Dampf ab 2.000 U/min.


    Kraftübertragung:
    Zuerst wurde ein Vierganggetriebe mit langem ersten Gang eingesetzt, dessen Radsätze aufwändig vom österreichischen Getriebespezialisten Schafleitner gefertigt werden mussten. Ab Anfang 1972 folgte sukzessive das neu homologierte 5-Ganggetriebe des Porsche 914 mit einer 80%-Sperre. Damit hatte man Zugriff auf die vielfältigen Porsche-Zahnradpaarungen.


    Fahrwerk:
    Das werksseitige Käferfahrwerk dämpften Bilstein-Sportstoßdämpfer und auf 5,5 Zoll verbreiterte Serienfelgen, die mit der Dimension 155 SR 15 bereift wurden. Die Bremsen blieben erst im Serienzustand. Später verbesserten immerhin Komponenten aus dem Typ 3 die Verzögerung. Die Handbremse funktionierte entgegengesetzt zur Serienfunktion: Sie arretierte nur bei Knopfdruck. 1973 wurde mit dem Einbau eines hinteren Stabilisators experimentiert. Die Käfer der 73er Elba-Rallye sollen hinten sogar über verstärkte Drehstäbe des VW Variant verfügt haben.


    Aufbau:
    Der vordere Kofferraum bestand beim Salzburg-Käfer aus einem 80-Liter-Alutank, der den unbändigen Durst des Hecktrieblers stillen musste: bis zu 25 Liter/100 km wurden bei der Rallyehatz gemessen. Eine Domstrebe sorgte für erhöhte Steifigkeit. Die Piloten saßen auf Scheel-Sportsitzen und drehten an einem stark geschüsselten Indianapolis-Lenkrad. Der Motor wurde über einen Aufsatzdrehzahlmesser kontrolliert, dazu gab es drei Anzeigen für das Motoröl: Für Stand, Druck und die Temperatur. Der Öltank der 1303-Versionen wurde im Rücksitzraum platziert, deshalb waren diese als Zweisitzer homologiert. Beim 1302 wurde der Öltank im linken hinteren Radhaus untergebracht, die Homologation erfolgte deshalb als 4-Sitzer.


    Homologation:
    Die Käfer des Zeitraums 1971 bis 1973 wurden alle nach Gruppe 2-Spezifikation (verbesserte Tourenwagen) aufgebaut. Zum Einsatz kam der Volkswagen 1302 S, im Laufe des Jahres 1973 wurde er vom 1303 S abgelöst."

    Quelle: https://www.volkswagen-classic…n/special/salzburg-kaefer


    Das Modell von Solido ist bekannt, die spezielle silberne Lackierung mit schwarzen Hauben und dem Streifen der österreichischen Flagge habend ie Franzosen schön umgesetzt, ebenso die Rallye-Decals. Die Verarbeitung könnte im Detail besser sein, aber bei dem Preis ist das noch akzeptabel.


    Auf gehen nur die Türen, die bleiben aber hier zu, weil der Innenraum ist 1:1 der vom GSR, sprich normale Sitze, Rückbank, ja sogar das Serienlenkrad, kein Zusatzdrehzahlmesser, kein Sportlenker, kein Bügel, kein Tripmaster :nichtgut: Da werde ich wohl mal dran gehen und ein bisschen umbauen :pfeifen:


    Schön isser aber dennoch und für mich Käfer-Fan auch unverzichtbar :cool:
















  • Na das hat ja gedauert, bis den einer vorstellt. :D


    Ha, danke... sieht ganz ok aus, im Detail ja reichlich beim GSR besprochen, den Salzburger fand ich schon auf der toyshow 2016 eher cool.
    Aber im Ernst?
    Der ist innen einfach Strasse?
    Dann war's das bereits für mich, das ist mir als Modell dann doch zu 1998. :keineahnung:


    Ich bin eh kein Käferfreund, Kindheitstrauma wahrscheinlich.
    Aber als Rallye-Kuriosum hätte er mich gereizt.

  • Ja, aber das war zu Erwarten, dass da innen nichts geändert wird. Ich bin schon fleissig am Teilesammeln, bald wird ne richtige Rallyeversion draus :P Übrigens ist das Käfer Nr. 16 :freuen:

  • nun er schaut ja gut, sehr stimmig und doch eigentlich tadellos aus, Dein neuer Rallye-Käfer. Eine dumme Frage dazu: Steht/stand Solido nicht eigentlich für open die-Cast oder ist das jetzt doch ein sealed Modell oder gar Resine ?
    Die vordere Haube kann so jedenfalls nicht öffnen :kichern: und ansonsten sieht es halt schon so aus, als ob nichts aufging.

  • Wer liest, hat mehr vom Forum :kichern::kichern::kichern:


    Wie ich oben schrieb lassen sich, wie beim GSR auch, nur die Türen öffnen, von innen zeige ich ihn aber erst, wenn ich ihn umgebaut habe.

  • Ich verneige mich! Sehr schöne Präsentation in Wort und Bild.

    Eenes Mannes Reede is keene Reede - man musse hörn alle Beede!
    Nur die Besten fahren nach Moskau - die Anderen fahren weiter!
    Wenn zwei das Selbe tun, ist es noch lange nicht das Gleiche!

  • Bin zwar mehr der Rundstreckenfan, aber der hat natürlich was mit seiner Zusatzscheinwerferbatterie vorne und der Beklebung.
    Wie ist denn die Trennschärfe der schwarzen Lackierung der Hauben zu den silbernen Karosserieteilen? Die grünen und gelben 1303, die ich bisher von Solido gesehen habe, waren da nicht sehr überzeugend.


    Der 1303 ist mein "Lieblingskäfer", eigentlich müßte ich den schon längst als Modell hier haben, aber die zu hoch angesetzten Heckleuchten und die zu großen Räder halten mich von einem Kauf ab.


    Dir viel Spaß beim Umbau der Inneneinrichtung zum Rallyekäfer!

  • Danke euch


    @Holger: die Trennschärfe der schwarzen Teile zur Karosserie ist besser als beim GSR, der Lack hat aber hier und da Macken, aber nicht wildes, meist sinds Flecken von den aufgepinselten Zierleisten. Die kleinen Schwächen verzeihe ich Solido, die Form passt :winken:

  • Großartige Vorstellung :winken:


    Alles an Fakten und Daten da, was man zu der "Mozart-Kugel" bzw. zum "Blasinstrument" - wie der Salzburgkäfer damals medial genannt wurde - wissen muss.


    Ich mag das Vorbild natürlich sehr, genau wie die ganze Story um und über diese wilden 1302/1303er. Ist schon recht kultig.
    Welche Version jedoch zu mir kommen wird, steht noch nicht fest ... ;)


    Dass Solido im Innenraum einfach überhaupt nichts gemacht hat, enttäuscht aber schon ziemlich. Auch bei dem recht fairen Preis ist das schwer an der Akzeptanzgrenze. Nicht jeder kann oder möchte umbauen ...
    Und wenn Du schon dabei bist - vergiß die Nummernschilder nicht. Die sind nämlich ähnlich katastrophal gruselig u falsch wie die Schweizer Kennzeichen, die Otto an den gerade erscheinenden weißen R5 Turbo gepappt hat ... :augenrollen:

  • Ja, ein bissl Arbeit wird das schon, aber die Ausgangsbasis stimmt :sehrgut: Ich habe als Kind schon die Salzburg-Käfer geliebt, habe noch ein zeitgenössisches Buch, "Die Käfer-Treter GmbH" :winken:

  • Danke für die Vorstellung. :sehrgut: Ein 1303 soll - obwohl ich die Käfer mit kurzem Vorderwagen hübscher finde - irgendwann auch zu mir. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob GSR oder Porsche Salzburg-Rallyevariante. Schau´n mer mal. :)

    Natürlich kannst Du das wieder so machen, aber dann ist es halt wieder falsch.

  • Danke für das schöne Bild, gib aber bitte die Bildquelle an. Der gezeigte Käfer ist der von Jürgen Stehr aus Schwalmstadt, in dem bin ich schon gefahren :winken:

  • sehr schön die Morzartkugel. Klar Schwächen sind da, muss aber ehrlich sagen, freue mich wirklich, dass es noch Autos in der Preislage bieten die gut sind und man selbst noch was rausholen kann. Bin gespannt auf Deinen Umbau Florian...

  • genau, dem Jürgen seiner, der hat ja noch viele andere schöne Spielzeuge in seinen heiligen Hallen.... :winken:


    Is das OK so mit der Quelle?

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