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Alt 06.09.2010, 16:19   #1   nach oben
e39
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Ein Stück Ruhrgebiet in den 50er/60er ...oder wie ein Diorama entsteht-Ud 15.2.2011

Hallo liebe Diorama- und Modellautogemeinde,

da die Anzahl der Beiträge, als auch die Qualität, in diesem Unterforum erstaunlich zugenommen hat, möchte ich auch mal wieder einen Beitrag leisten.

Einige tun sich offensichtlich etwas schwer mit der Gestaltung eines Dioramas. Mal stimmt die Maßstabstreue nicht oder aber die Natur wird niedlich und geschönt dargestellt, anstatt sie mit ihrer teilweisen unbarmherzigen Hässlichkeit wirken zu lassen.

Der eine oder andere kann sich sicherlich noch daran erinnern, dass ich vor ungefähr zweieinhalb Jahren ein Großdiorama mit dem Thema „Geschäftshaus“, begonnen hatte. Leider kam etwas nicht sehr erfreuliches dazwischen, sodass ich dieses Diorama erst mal auf Eis gelegt hatte, wo es auch noch eine Zeit lang bleibt. Bis dahin taste ich mich behutsam in diese, nach wie vor faszinierende, Thematik ein.

Das Thema dieses Dioramas lautet:

„Ein Stück Ruhrgebiet in der 50er/60er Jahren, des letzten Jahrhunderts.“

und wird uns eine Zeit lang beschäftigen.

Dargestellt wird es durch eine alte, mit Kopfsteinpflastern versehene, Straße, einem Gehweg sowie einer Mauer, die eine Fabrik vom Rest der Welt abschottet. Natürlich werden die wichtigsten Utensilien, die ein Diorama erst zu einem solchen machen, nicht fehlen. Da es zur damaligen Zeit im Ruhrgebiet, im Gegensatz zu Heute, ziemlich schmutzig auf den Straßen und der Umgebung war, wird auch diesem Umstand ein hohes Augenmerk gewidmet.

Ich werde auf einige Techniken und Arbeitsschritte näher eingehen, um zu zeigen, dass der Bau eines Dioramas nicht nur Spaß machen, sondern auch sehr realistisch aussehen, kann. Auch auf die Materialien werde ich näher eingehen, um zu zeigen, dass nicht alles teuer aus dem Modelleisenbahnhandel eingekauft werden muss.

Los geht’s mit einer 420x340mm großen Hartfaserplatte (Schrankrückwand), die man sich für ein paar Cent im Baumarkt zurechtsägen lässt, oder man greift auf Opas Kellerfund zurück. Ein paar Rechteck- oder Quadrathölzer, werden unter die Platte geleimt und dienen der Stabilisierung des Untergrunds.





Es gibt Modellbauer, die sich eine Straße oder einen Gehweg, mittels Modellbaugips, gießen. Mir persönlich ist das zu Umständlich. Ich benutze für solche Dinge vorzugsweise eine Rigipsplatte. Wie in diesem Fall, ebenfalls 420x340mm groß. Gibt es im Baumarkt für ca. 5€ oder aber mal durch die Straßen fahren, ob nicht irgendwo ein Baucontainer mit ein paar Reststücken herum steht. Aber bitte vorher den Mieter des Containers, um Erlaubnis bitten.



Entlang der 420 Linie, wird ein 10cm breiter Streifen von der Platte abgetrennt. Rigips trennt man am besten, in dem man mit einem Cutter die Bruckkante anritzt und anschließend entlang der Kante abbricht.









Danach das Papier, welches die beiden Teile zusammenhält, mit dem Cutter durchtrennen.





Nun werden die beiden Stücke anständig gewässert, um das Schutzpapier leichter von den Stücken zu entfernen.









Da eine alte Kopfsteinpflasterstraße nach ein paar Jahrzehnten selten eben bleibt, wird unsere Straße mit einem Spachtel und einem Schleifpad drangsaliert, bis sie so richtig krumm und schief ist.








Falls man im Eifer des Gefechts (wieder so eine militärische Flöskel) und der Euphorie, zu tief oder zuviel Material entferntz hat, einfach mit Spachrtel ausbessern. Aber bitte immer sehr genau krumm, schief und hässlich arbeiten.





Nun bekommt die Starße ihre Drainage. Dazu 10mm von einer Kante, mit einem Bleistift, eine Linie ziehen...



...und mit einem Nagel oder besser mit einer Reißnadel, die Linie UNBEDINGT FREIHÄNDIG, nachziehen...





...und im Abstand von 10 bis 12mm, die einzelnen Platten nachbilden.



Auch hier immer schön ungenau arbeiten.



Jetzt kommt der Teil, der sehr viel Geduld und Zeit erfordert. Auch sei auf die Gefahren hingewiesen, die nach zweieinhalbstündiger ununterbrochenen Kopfsteinpflasterritzerei, durch optische Täuschungen entstehen können. Bitte schön: Nachmachen!









Bitte nun den Nagel oder die Reißnadel ganz behutsam aus der zittrigen Hand entfernen, zur Seite legen und eine Pause einlegen.

Das gute Stück wird nun mit Tiefengrund behandelt. Dieser sorgt dafür, dass die Rigipsplatte knüppelhart wird und sich die Farbpartikel, die unsere Straße noch bekommt, sich nicht im Kern der Platte verirren. Frei nach dem Motto: Ein halben Liter schwarz aber immer noch grau.





Während der eintägigen Trockenphase, geht es an den Gehweg.



Auch hier wieder zunächst mit einem Spachtel, den Gehweg verunstalten und danach höchst ungenau, die Randsteine und Gehwegplatten mit einigen Bruchlinien, einritzen.







Der Gehweg wird nun ebenfalls mit Tiefengrund vor behandelt.

Nach dem Trocknen, wird die Straße, als auch der Gehweg schon mal mit einer ekeliger Acrylfarbmischung versehen, um zu sehen, wie es wirkt. Am besten tastet man sich langsam hervor. Hier ist viel künstlerische Ungenauigkeit gefragt. Für die Straße, Weiß mit wirklich nur einem Tropfen Schwarz, zwei Tropfen Braun und etwas Grün. Für den Gehweg eine Mischung aus Schwarz, Weiß und ganz ganz wenig Gelb.





Während die Farbe so vor sich hintrocknet, entsteht ein aus 1mm Sperrholz und etwas Balsaholz, ein Gully.







Da Gullys vorwiegend in feuchten Gebieten leben, haben sie die Eigenschaft ab und an zu rosten. Ein wenig Rot und ein wenig Braun wirkt in solchen Fällen wunder. Hier wird nun die Trockenmaltechnik neudeutsch Drybrushing eingesetzt. Dazu wird der Pinsel in die Farbmischung getaucht und anschließend die Farbpartikel am Pinsel, mit einem Papiertuch wieder fast entfernt. Danach den Pinsel gaaanz vorsichtig über das Objekt der Begierde streichen. So werden nur die erhabenen Stellen des Werkstücks mit Farbpartikel versehen.







Hier gut in einer Aufnahme mit Blitz, daher sind die Farben etwas überzeichnet, zu sehen.



Nun wird der Gully implantiert.





Die Straße und der Gehweg, bekommen nun ihr Fett weg. Dazu benötigt man: Pril, Wasserfarbe, einen oder zwei Pinsel und Wasser, daher Wasserfarbe.



Aus Pril, Wassr, viel schwarz und viel Braun sowie mittelviel Grün, entsteht diese ekelige Brühe.



Auf den Gehweg,



wird diese Brühe, selbstverständlich aus versehen, gekippt.



Das Missgeschick wird mit einem Papiertuch aus der Welt geräumt.



Die gleiche Portion Pech wird mit der Straße übergeben.



und revidiert



Hier ein paar Bilder geblitzt, daher die strahlenden Farben. Gute Bilder folgen noch.








Hiermit:



also Pril, Sand, Leim, Gras also das Grüne meine ich, Dekomaterial aus dem Ein €-Shop bzw, NanuNaNa sowie etwas Flüssigkeit des letzten Arbeitsschritt, entsteht dies:







Die letzten Bilder sind nach einer erneuten Ritzsession entstanden. Davon und von mehr, erfahrt ihr in der nächsten Sendung, wenn es wieder heißt. „Immer schön genau ungenau oder wie mache ich eine richtige Sauerei“
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Gruß
Reinhold

Geändert von e39 (09.12.2017 um 22:09 Uhr)
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Alt 06.09.2010, 16:29   #2   nach oben
Hoodride
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Zitat:
Ich werde auf einige Techniken und Arbeitsschritte näher eingehen, um zu zeigen, dass der Bau eines Dioramas nicht nur Spaß machen, sondern auch sehr realistisch aussehen, kann. Auch auf die Materialien werde ich näher eingehen, um zu zeigen, dass nicht alles teuer aus dem Modelleisenbahnhandel eingekauft werden muss.
Find' ich echt prima von Dir, super

Was Du bisher "verunstaltet" hast, sieht richtig realistisch aus! Beeindruckend

Ach ja, iiiirgendwann baue ich auch mal sowas
Hoodride ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2010, 17:22   #3   nach oben
Wieder einsteiger
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ich dachte erst es geht hier mit deinem Alten Diorama weiter, war da begeisterter Leser, und bin nun höchst erfreut das es bei dir weitergeht, auch wenns ein neues Diorama ist. Wann ist denn der nächste "Sendetermin"?
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Alt 06.09.2010, 17:36   #4   nach oben
E.J.Styles
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ich kanns nicht anders sagen als, das ist Dioramenbau in Perfektion,da brauchst du gar nichts anderes mehr draufbauen,grins,ich bin beeindruckt und hab noch nie über ein altes Kopfsteinpflaster oder nen Gehweg so gestaunt!
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Alt 06.09.2010, 21:51   #5   nach oben
Leonie
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Genau da liegt (neben mangelder Freizeit) mein Problem! Ich kann mich selbst nach Feierabend nicht von der - im Beruf geforderten - Perfektion trennen, daher sehen meine "Kleindioramen" immer aus wie ein OP Saal!

Rigips Reste hab ich im Moment zu hauf, und wenn mein Projekt "1/1 Wohndiorama" irgendwann mal vollendet sein sollte, werde ich mir mal das Grunddio in Ruhe aufbauen, und mir dann Freitag oder Samstag abend mal so richtig die Kante geben, bis ich schmerzfrei genug für das realistische altern bin!

Im Ernst, herzlichen Dank für die super Tipps und die leicht verständlich dokumentierte Anleitung!

Gruss, Bernd
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Alt 07.09.2010, 02:27   #6   nach oben
ACSCHNITZER
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Sehr gut! Hier sieht man das Werk eines Modellbauers der sein Handwerk sauber durchführen kann, und selbst an die kleinste Kleinigkeit denkt Ich werde dein Projekt mit großem Interesse weiterverfolgen.
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"Das Frontdesign des Alfa Romeo Mito erinnert an ein Eichhörnchen dem man in die Eier getreten hat!" Chris Bangle
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Alt 07.09.2010, 06:57   #7   nach oben
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also Respekt ! das sieht verdammt echt aus ! tolle Arbeit hast du da geleistet ! Die langen Arbeitsstunden haben sich ja gelohnt !
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Alt 07.09.2010, 08:37   #8   nach oben
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Telekolleg Straßenbau... Folge 1...

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Alt 07.09.2010, 12:55   #9   nach oben
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Sagenhaft detailliert.
Super Bericht - auch was die einzelnen Schritte betrifft. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
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Alt 07.09.2010, 13:29   #10   nach oben
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Alt 07.09.2010, 15:42   #11   nach oben
CHH
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Das sieht ja richtig realistisch aus!!!
Echt klasse!
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Hier bekommt ihr bald meine Felgen!
Die chh-felgenmanufaktur ist nun auf Facebook erreichbar!
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Alt 07.09.2010, 15:59   #12   nach oben
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Der Wattenscheider Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010.
Da werden hier aus dem Konjunkturpaket II gerade aufwendig alle möglichen Strassen endlich saniert und da kommst Du und versetzt sie wieder in den Urzustand.

Herrlich, ich liebe solche detailversessene Arbeit!
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Am Ende wird allet gut, nur davor is manchmal echt scheiße...
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Alt 07.09.2010, 19:15   #13   nach oben
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Oh, vielen Dank, mit so viel Zuspruch, habe ich als Foreumsdenunziant und Nörgler nicht gerechnet.

Übrigens sind mir noch zahlreiche Grammatik und andere Fehler aufgefallen. Also liebe Mitlesenden: Diese Fehler werden mir wahrscheinlich auch in Zukunft noch passieren und haben nicht mit der vorsätzlichen und gewollten Ungenauigkeit des Dioramas zu tun.

Wo ich gerade dabei bin: Rechtschreibung war ja hier mal ein Thema. Ich habe lange Zeit ein paar Bücher für einige deutsche Verlage geschrieben. Vor dem Druck haben diese Bücher alle Verwantentanten u.Ä. gelesen. Zum Schluß durchliefen die Manuskripte die Qualitätskontrolle, besetzt aus min. drei professionellen Lektoren. Trotzdem lag die Fehlerquote bei 3 auf 100 Seiten. Soll nicht heißen, dass man hier keine Sorgfalt walten lassen sollte.

Zitat:
Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
Genau da liegt (neben mangelder Freizeit) mein Problem! Ich kann mich selbst nach Feierabend nicht von der - im Beruf geforderten - Perfektion trennen
Ja, das kenn ich. In meinem Vor-Vororletzten Leben, musst ich auch teilweise auf 1/100mm genau arbeiten. In meinem letzten Leben, u.A. eine Software schreiben, die Motoren von sogen. Flügelwagen, beladen mit einer riesigen Tragfläche, in der sich ein Mensch befindet und mit einer Irrsinnsgeschwindigkeit auf ein Flugzeug zurast, auf 1/1000mm, bewegen. Habe ich jetzt alle Sätze exakt verschachtelt und alle möglichn Satzzeichen ordentlich durchgewürfelt?

Und in meinem jetztigen Leben, muss ich mehr oder weniger junge Menschen, sehr genau auf ihr zukunftiges Leben vorbereiten. Zwei mal im Jahr muss ich sehr genau darauf achten, was mehr oder weniger junge Menschen mir für ein Quatsch erzählen um zu entscheiden, ob sie für die Wirtschaft tauglich sind.

Wo war ich? Ach so.

Zitat:
Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
daher sehen meine "Kleindioramen" immer aus wie ein OP Saal!
Wird schon. Einfach den Schalter umlegen

Zitat:
Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
Rigips Reste hab ich im Moment zu hauf, und wenn mein Projekt "1/1 Wohndiorama" irgendwann mal vollendet sein sollte,
Schmeiß die bloß nicht weg. Was ich mir schon an Zeugs aus den Resten nach meinem "1:1 Wohndiorama" gebaut habe, ist schon nicht mehr war.

Zitat:
Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
und mir dann Freitag oder Samstag abend mal so richtig die Kante geben, bis ich schmerzfrei genug für das realistische altern bin!
Die Farbkombination danach möchte Ich mir jetzt nicht vorstellen.


Zitat:
Zitat von raidou Beitrag anzeigen
Der Wattenscheider Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010.
Da werden hier aus dem Konjunkturpaket II gerade aufwendig alle möglichen Strassen endlich saniert und da kommst Du und versetzt sie wieder in den Urzustand.
Irgendwer muss doch der Nachwelt das Aussehen, vor der Nachindustriellen Phase im Ruhrgebiet, erhalten.

Kennst du eigentlich die Weststraße in wattenscheid? Mittlerweile ein wenig aufgeputzt und mit Neubauten versehen. Die bin ich sehr oft in meinem Leben entlang gelaufen. Diese Straße ist quasi das Vorbild meines Dioramas. Entlang der Straße, war eine gigantisch lange Mauer, die das Gelände der Zeche Holland, vom Rest der Welt verbarg. Damals habe ich mir schon gedacht:"Wenn du hier mal wohnst, hast du verloren".

So, man möge mir den folgenden Doppelpost verzeihen, aber ich möchte schon Gequassel vom "redaktionellen" Teil trennen. Wenn trotzdem nicht gewünscht, werde ich mich natürlich fügen was das Zeug hält.
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Gruß
Reinhold

Geändert von e39 (07.09.2010 um 19:15 Uhr)
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Alt 07.09.2010, 19:15   #14   nach oben
Bogus
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Kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen. Echt klasse Arbeit. Wirkt wirklich sehr realistisch.

@e39:Hab auch noch ne Frage, warum nimmst du Prilwasser als Fugenkitt? Haftet das besser? Ich hab meine Wände nur schwarzes Wasser verabreicht und bin eigentlich zufrieden,obwohl besser geht immer

Also schön weitermachen.
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Alt 07.09.2010, 19:17   #15   nach oben
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Zitat:
Zitat von Bogus Beitrag anzeigen
@e39:Hab auch noch ne Frage, warum nimmst du Prilwasser als Fugenkitt? Haftet das besser? Ich hab meine Wände nur schwarzes Wasser verabreicht und bin eigentlich zufrieden,obwohl besser geht immer
Du hast mich soeben vorm Doppelpost gerettet. Dir gebürt mein Dank.

Das Pril sorgt im Prinzip nur dafür, das der Leim nicht so schnell abbindet und eine Haut bildet. Das ist alles. Man hat mehr Ruhe. In meinem Alter schon ganz wichtig.

Nun doch wieder Doppelpost. Och nö.
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Gruß
Reinhold

Geändert von e39 (07.09.2010 um 19:18 Uhr)
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Alt 07.09.2010, 19:18   #16   nach oben
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Weiter geht’s.

Zunächst wird der Straßenabschnitt und der Gehweg, auf die Hartfaserplatte geklebt. Hierzu kreisförmig Weißleim aufbringen ...



...gleichmäßig verteilen und die Straßenplatte fest auflegen.



Da ein Gehweg in der Regel etwas höher als die Straße angeordnet ist, wird unter die Gehwegplatte, mit 4mm Pappelholzreststücken, unterfüttert und darauf die Gehwegplatte fest verleimt.



Nun singen wir das hohe Lied der Pink Floyd. Dazu wird ein 420 x 150mm großes Stück Rigips missbraucht. Bitte möglichst eine 12er Platte benutzen, da sonst die Mauer zu dünn aussieht. Hinter die Mauer wird später, zur Stabilisierung, ein oder mehr geeignete große Pappelholzbrettchen geklebt. Das Holzbrett, wird an der unteren Kante, etwa 8mm, vorgebohrt. Hier wird später die Mauer an das Diorama geschraubt.

Das Brett auf keinen Fall schon jetzt ankleben. Wenn etwas schief geht, reicht es, sich nur eine neue Rigipsplatte anzufertigen. Ansonsten wäre das Holz auch verloren.


.
Auf Höhe des Gehwegs beginnt die Maurerarbeit. Ich habe Standardziegel mit den Maßen 24x12x6cm benutzt. Umgerechnet also 13,3 x 3,3mm (Breite x Höhe). Zunächst die horizontalen Mauerfugen, im Abstand von 3,3mm, ritzen. Auch hierbei wieder darauf achten, dass die Mauerfugen nicht super gerade gezogen sind.

Unter Umständen mit einem flachen Schraubendreher, die Kanten brechen.





Nun die Mauer, im Verband mauern, dazu alle 13,3 mm eine senkrechte Fuge ritzen. Am rechten Rand, jede zweite Fuge im Abstand von 6,6mm ritzen.





Anschließend ein paar Brüche und „Einschüsse“ einbauen.





Nun die Platte wie üblich, mit Tiefengrund vor behandeln. Und anschließend, nach der Trockenphase, den Untergrund, mittels Acrylfarbe, aufbringen. Ich benutze für Ziegelmauern ein dunkles Braun mit einem Stich Rot. Kommt aber auch nicht so drauf an, da die Mauer ohnehin noch starken Ruhrgebietsschmutz bekommt.





Der Schmog besteht aus Braun, Schwarz und Dunkelgrün. Auf keinen Fall flächig aufbringen sondern nur partiell, nur so wirkt der Feuchtigkeitseinfall realistisch.



Da eine alte Mauer am unteren Rand, durch bauartbedingte Feuchtigkeitsansammlungen Moos ansetzt, wird dieser mittels dunklem Grün und etwas braun, aufgebracht.





Weiterhin wird ein wenig Grünzeug aus der Mauer wachsen, hierzu wieder das Billig-Dekomaterial benutzen.





Ist alles zur Zufriedenheit, wird das vorbereitete Brett auf die Rückseite der Mauer, geleimt und die komplette Konstruktion an das Diorama mittels 6 Schrauben, 3x20mm geschraubt.



Den Abschluss der Mauer bildet eine Brüstung, bestehend aus einem Stück Restholz



Anschließend mit Schnellspachtel, die Brüstung verputzen und mit Mittelgrau einfärben. Bilder dazu gibt es später.



So nun noch ein paar Impressionen. Bis zur Fertigstellung dauert es ja noch ein Weilchen und man möchte ja schon im Vorfeld was sehen. Das was zu sehen ist, wird noch einige Änderungen erfahren.

Und nun alle: „All in all it's just another brick in the wall. „













Bis demnächst.

Gruß
Reinhold
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Gruß
Reinhold
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Alt 07.09.2010, 20:01   #17   nach oben
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Zitat von e39 Beitrag anzeigen
Damals habe ich mir schon gedacht:"Wenn du hier mal wohnst, hast du verloren".
Das denke ich mir selbst heute, wenn ich da durchfahre, um auf Rheinelbe Bilder zu machen.
Dank Dir kann ich mir demnächst aber bildlich vorstellen, wie es dort vor 50 Jahren ausgesehen hat.
Dazu fällt mir dann eher ein anderer Oldie ein: Elvis' "In the Ghetto"...
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Alt 07.09.2010, 20:37   #18   nach oben
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du hast echt eine Knall.....


super klasse....


Gruß jörg
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Alt 07.09.2010, 22:08   #19   nach oben
acm
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Das ist ja der Knaller.
Ich weise bestimmt überflüssigerweise darauf hin, dass zwischen Mauer und Bordstein noch etwas grün etc. sollte.. ist bestimmt schon geschehen.

Aber der Realismuseindruck ist genial.
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Alt 07.09.2010, 22:14   #20   nach oben
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Zitat von acm Beitrag anzeigen
Ich weise bestimmt überflüssigerweise darauf hin, dass zwischen Mauer und Bordstein noch etwas grün etc. sollte.. ist bestimmt schon geschehen.
Ja natürlich. Nur Geduld.
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Reinhold
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