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Alt 26.01.2019, 20:26   #681   nach oben
Engineer
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By the way...

Die Firma MINICHAMPS zieht in Fragen "Black Beauty" nach
und hat jetzt den Lotus 95T in zwei Versionen mit den Fahrern Elio de Angelis und Nigel Mansell auf den Markt gebracht.

Fast 20 Euronen teurer als vergleichbare SPARK-Modelle verfügen die Rennwagen aber diesmal über beigelegte
"John Player Special"-Decals, die dann in Heimarbeit selber an den Modellen angebracht werden müssen.

Die "Limited Editions" sind begrenzt auf 850 (Mansell) bzw 504 Stück (de Angelis).
In gefühlten zwei Stunden nach Erscheinen war jedoch die de Angelis-Version "Großer Preis der USA/Ost 1984" im Netz ausverkauft
und wird nun teilweise von dubiosen Händlern für das Doppelte im Auktionshaus mit den vier Buchstaben angeboten !!!


MINICHAMPS-Modell / Lotus 95T / Nigel Mansell / GP Frankreich 1984





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Alt 27.01.2019, 10:51   #682   nach oben
Oldtimer
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Wieder eine herrliche Vorstellung
Die Vielfalt der Wagen ist sehr erstaunlich, sowohl natürlich im Original als auch im Modell. Heute sehen alle Wagen gleich aus und die Form......
Aber das ist ein anderes Thema, und drum erfreue ich mich an deinem Thread hier mit den schönen Wagen/Formen und den tollen Hintergrundinfos

Danke für die Bilder und Grüsse
Erwin
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Alt 28.01.2019, 00:46   #683   nach oben
Benji
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Endlich mal wieder was aus den 80ern! Die Modelle sind der Hammer, die Berichte wie immer informativ und lesenswürdig! Den 95T Hab ich mir auch bestellt zu einem Humanem Preis natürlich Mansell`s Lotus! Ich hoffe sehr, das alle Dubiosen Händler und die, die daraus Profitieren wollen. Auf ihrem Modellen hocken bleiben!
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Alt 28.01.2019, 22:40   #684   nach oben
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Hallo Jörg!

Riesen Respekt an Deine Arbeit hier! Super Fotos, super Info's und Unterhaltung. Man wird immer wieder in die "gute alte Zeit" zurückversetzt...
Besonders viel Vergnügen bereiten mir natürlich die Lotus-Beiträge, auch wenn ich hier und da auch ein wenig neidisch werde... Da sind in meiner Sammlung doch noch so einige Lücken...
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Alt 29.01.2019, 19:34   #685   nach oben
Engineer
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@Lotus Fan 76:

Danke für das Feedback....die Lotus-Renner gehören auch in meiner Sammlung zu den Favoriten !
Ich bemühe mich weiterhin, ein paar Infos bzw. "Geschichten zur Geschichte" zu verfassen...
leider bremst mich diese (leider notwendige) Copyright-Regelung mächtig in meinem Tatendrang !!

Geändert von Engineer (29.01.2019 um 19:40 Uhr)
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Alt 02.02.2019, 14:24   #686   nach oben
CMR
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Ich habe die hervorragenden Fotos vom Lotus 95t zum Teil auch genutzt zum Anbringen der Decals neben Bildern vom Originalfahrzeug aus dem Internet. Ich habe da fast 4 Stunden dazu benötigt.

Ich habe mir auch die Version von Nigel Mansell besorgt, da es den Lotus 95t bisher nicht von Spark oder TSM gibt, die ich persönlich seit einiger Zeit detaillierter finde als Minichamps. Ich glaube das beste F1-Modell in 1/43 was ich derzeit habe ich der McLaren Honda MP4/5 von Ayrton Senna von Hockenheim 1989.

Anbei noch einige Anmerkungen zum Modell Lotus 95t von Minichamps:
Weiß jemand warum den Front- und Heckspoiler diese Streifen zieren oder soll das Carbon darstellen? Wenn ja, dann hätte man lieber darauf verzichten sollen. So sieht es bei Jörgs Modell leider nicht so optimal auf dem Frontspoiler aus, da er dort die Decals mit dem schwarzen Hintergrund aufgebracht hat. Die gehören normalerweise an die Seitenplatten des Frontspoilers auch wenn sie dort die gelbe Umrandung überragen aber beim Original, war es auch so.
Den "John Player Special" Schriftzug auf der Rückseite des Heckspoilers habe ich eins tiefer angebracht auf der Schräge da der auf allen Fotos vom Originalfahrzeug auch dort angebracht waren. Dort ist er zwar nicht so gut zu lesen aber Lotus und JPS werden sich schon etwas dabei gedacht haben oder auch nicht.
Wie man die beiden größeren JPS Logos auf dem Overall anbringen soll, ist mir auch schleierhaft, da die normal unter den Gurten sind. Wenn ich die darüber anbringe, dann könnte ich notfalls noch die Gurte rot anmalen aber dann würden mir die Sabelt-Schriftzüge fehlen.
Die kleineren für die Schultern waren auch extrem schwer anzubringen.
Aber ich glaube nun ist genug gemeckert und ich bin froh, daß die das Modell mit JPS Logos rausgebracht haben. Wenn es den nur "nackig" gegeben hätte, hätte ich ihn nicht gekauft. Höchstens noch mit der Lackierung vom englischen oder deutschen GP obwohl sich da Minichamps in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert haben im Gegensatz zu TSM oder Spark. So gab es ja von Minichamps immer noch den Lotus 97t von Sennas ersten Sieg in Estoril mit der Lackierung der Rennen mit Tabakwerbeverbot oder beidem McLaren gab es auch nur die Modell ohne Marlboro-Schriftzug und wenn die Modell dann für bestimmte Rennen sein sollten, wo es kein Tabakwerbeverbot gab, dann ist das immer ein Kaufausschlußkriterium da ich kein Geld für irgendein Modell ausgebe, was so nie rumgefahren ist und billig sind die von Minichamps auch nicht obwohl sie nicht so detailliert sind wie die von Spark oder TSM und alle in Asien gefertigt werden.

Nun freue ich mich noch auf meinen absoluten Liebling den Lotus 94t, der auch bald von Minichamps kommen soll. Hoffentlich versauen die den nicht und bringne ihn auch mit dem großen Heckspoiler, der von Silverstone bis Zeltweg gefahren wurde. Wenn die den filigraneren Heckspoiler ab Holland anbringen, stimmt die Zuordnung zu den Rennen nicht mehr da der Lotus 94t ja für das Rennen in Silverstone sein soll von Mansell und von Hockenheim für de Angelis.
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Alt 02.02.2019, 17:46   #687   nach oben
Gulf_LM
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Mannomann... kalt erwischt... ich dachte, ich kenne diese ganzen 70er Möhren, die im Weg rumstanden.

Den Martini hab ich nie wahrgenommen - klar, die Kisten der kleinen Klassen und den Tico auch... aber F1?
Den hatte ich nicht mal bei "F1 rejects" gesehen.

Wow, gediegener Flop, alles da: zu schwer, kein Abtrieb und zum abrunden Unzuverlässigkeit und ein Fahrer der nicht klarkommt.

Das es den als Modell gibt, Hammer.
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Alt 03.02.2019, 15:17   #688   nach oben
Engineer
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@CMR:

Die "gelben Streifen" am vorderen und hinteren "Geflügel" sollen wirklich Karbon darstellen...
hier noch einmal eine Draufsicht:



Danke für den Tipp mit der Zuordnung der umrandeten JPS-Schriftzüge am Frontspoiler -
habe ich echt nach Gefühl gemacht und werde sie demnächst mal austauschen !
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Alt 03.02.2019, 16:08   #689   nach oben
Engineer
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Ronnie Peterson 1973 -
vom "Mad Ronald" zum "Super Swede"
---------------------------------------------------------------
Part 1




SPARK-Modell / Lotus 72E / Ronnie Peterson / GP Frankreich 1973


Nachdem 1972 Ronnie Petersons zweite komplette Formel 1-Saison auf March 721 mit diversen Achtungserfolgen
und fünf Zielankünften mit WM-Punkten zu Ende gegangen ist, wechselt der 29jährige Schwede zum Lotus Team.
Rennstallbesitzer Colin Chapman präsentiert 1973 das bisher teuerste Team der Formel 1-Geschichte -
Emerson Fittipaldi schlägt in zähen Verhandlungen 90.000 Pfund Jahresgehalt heraus,
während sein neuer Partner Ronnie Peterson sich mit 60.000 Pfund begnügen muss.
Chapman betont zwar, dass beide Piloten gleichgestellt sind und keiner ein "Nummer 1-Fahrer" ist,
aber Fittipaldi pocht auf einen Weltmeister-Status im Team.
Wider Erwarten wird Emerson im Verlauf der Rennsaison 1973 noch gehörig Angst bekommen,
diese gefühlte "Vorherrschaft" an's Lotus-Greenhorn Peterson zu verlieren.


Aus dem Programmheft zum Deutschland-GP
(Privatarchiv)

Schon zu Beginn der Saison kommt es auch zu Spannungen mit Colin Chapman,
als dieser erfolglos verlangt, Emerson solle seinen Sturzhelm in die "Zigaretten-Farben" Schwarz und Gold umlackieren.
John Player Special trägt neben Texaco zu zwei Dritteln das Lotus-Budget und ist ebenfalls "not amused",
als Colin auch noch Werbeaufkleber seines neuen Reifenlieferanten am Auto anbringen möchte.

Der alte Fuchs hat rechtzeitig gemerkt, dass sein bisheriger Lieferant Firestone über einen Ausstieg aus der Formel 1 nachdenkt
und ist für die Rennsaison 1973 blitzschnell zu Goodyear gewechselt.
Eine goldrichtige Entscheidung, den schon bei den Wintertestfahrten ist der Lotus mit den neuen breiten "Schluffen"
über eine Sekunde schneller als die Konkurrenz auf dem "schwarzen Gold" von Firestone !

"Der Materialaufwand muss Goodyear ein Vermögen kosten",
staunt Fittipaldi, der bei den Tests in Kyalami vier Mischungen mal sechs Konstruktionen testet -
24 verschiedene Reifen also !



Der 1970 erstmals erschienene Lotus 72, von welchem inzwischen die Versionen B, C und D entstanden sind,
befindet sich in der Evolutionsstufe F und unterscheidet sich äußerlich zum Vorjahreswagen
durch einen stark nach hinten verlegten Heckflügel, welcher trotz großer Hebelwirkung
(und dem damit größeren Anpressdruck auf die Räder) einen geringen Luftwiderstand erzielen kann.
Gleichzeitig erhält der Wagen auch einen neuen Benzintank mit Kautschukschicht und Knautschzone,
um den neuen FIA-Regeln zu entsprechen.
Das Monocoque des Fahrzeugs besteht aus zwei Stahlkästen aus Gitterrohren,
die mit Magnesium-Platten beschichtet sind.

Nach dem Weggang des Konstrukteurs Maurice Philippe engagiert Colin Chapman als Nachfolger
den ehemaligen Mc Laren-Ingenieur Ralph Bellamy, welcher im Verlauf der Saison
nicht weniger als fünf Lufteinlass-Gehäuse und diverse Radträger testet !
Gegenüber der Erstausführung von 1970 hat der Wagen ca. einhundert Detailverbesserungen erfahren....


Der Vorgänger:
SPARK-Modell / Lotus 72D / Emerson Fittipaldi / GP Spanien 1972


Angetrieben wird der Lotus auch in der Saison 1973 von einem Ford Cosworth Achtzylinder-Saugmotor,
der in seiner DFV-Ausführung mit 460 PS über zehn Pferdchen mehr als im Vorjahr verfügt.
Die Zündung sowie die Gemischaufbereitung werden durch ein System aus dem Hause LUCAS geregelt.
Das Triebwerk wiegt 168 Kilogramm und ist an ein längs eingebautes Fünf-Gang-Schaltgetriebe
des Typs HEWLAND FG 400 gekoppelt, welches selbst über eine Mehrscheiben-Trockensumpf-Kupplung
der Firma BORG & BECK arbeitet.




Regelmäßig zu Gast beim Oldtimer-Grand Prix in der "Grünen Hölle" -
das Original in der Box des Nürburgrings


Die neue Rennsaison beginnt für europäische Verhältnisse recht früh,
denn schon am 28.Januar 1973 findet der "Große Preis von Argentinien" statt.
Clay Regazzoni erreicht in Buenos Aires die Pole Position -die erste für BRM seit Jo Siffert 1971 in Zeltweg.
Neben ihm steht Emerson Fittipaldi in der ersten Startreihe,
während Ronnie Peterson sich mit Platz 5 aus Reihe 3 zufriedengeben muss.

Vor 100.000 Zuschauern schießt am Rennsonntag Francois Cevert im Tyrrell mit einem Sensationsstart aus der dritten Reihe in Führung,
aber Regazzoni kämpft ihn schon in der ersten Kurve nieder.
Doch dann verliert der rechte Hinterreifen Luft, der Tessiner muss an die Box und fällt auf Platz 12 zurück.
Ohne Regazzoni entscheidet sich das Rennen zwischen Tyrrell und Lotus -
während Peterson nach 67 Runden wegen Öldruckprobleme aufgeben muss.
Trotzdem steigt Ronnie sichtlich erleichtert aus seinem Arbeitsgerät..
eine extrem hart eingestellt Kupplung hat das Rennen für ihn zur Qual werden lassen !
4,6 Sekunden vor Cevert gewinnt schließlich Fittipaldi das Rennen und auf Platz 3 rettet sich Jackie Stewart im zweiten Tyrrell
mit einem schleichenden Plattfuß in's Ziel.



SPARK-Modell / Lotus 72D / Emerson Fittipaldi / GP Argentinien 1973

Noch rechtzeitig vor dem übernächsten Lauf in Kyalami wird die Bremsanlage (mal wieder) umkonstruiert:
noch immer verfügt der Lotus 72 über innenliegende Bremsscheiben und noch immer treten Probleme auf...
Diesmal müssen die innenbelüfteten Bremsscheiben neu isoliert und somit ein Überströmen der Hitze
auf die Bremswellen verhindert werden - die Bolzen haben sich schon verbogen...

Noch gibt es keinen Bruderkrieg zwischen Ronnie und Emerson -
jede Idee, jedes Detail wird diskutiert und weitergegeben.
"Wir helfen uns gegenseitig. Ich bin glücklich über Lotus
und das Auto ist so gut, dass es fast nicht zu glauben ist;"

schwärmt Ronnie und stellt seinen Lotus 72D in Südafrika in die zweite Startreihe.

Im Rennen selbst läuft es dann für "Mad Ronald" nicht so gut,
denn in der 50. Runde bricht das Gasgestänge und ein längerer Reparatur-Boxenstopp ist nötig.
29 Runden später ist das Rennen zu Ende und Ronnie kann gerade noch als letzter Fahrer in der Wertung auf Platz 11
und sechs Runden Rückstand zum Sieger Jackie Stewart/Tyrrell die Ziellinie überqueren !
Teamkollege Emerson steht dagegen erneut auf dem Treppchen und erreicht hinter Peter Revson/Mc Laren einen dritten Platz.

Mike Hailwood (1973 im Team Surtees) hat übrigens Ronnie den Spitznamen "Mad Ronald" verpasst,
denn während seiner Formel II-Zeit bei March Ende der sechziger Jahre war Peterson wahrlich noch kein "Super Swede"...




Auch 1973 noch mit Problemen behaftet-
die innenliegenden Bremsscheiben beim Original


Die Formel 1-Europatournee 1973 beginnt im Montjuich-Park hoch über Barcelona -
der Stadtkurs flößt auch gestandenen Fahrern gehörig Respekt ein.
75 Runden in einem Kurvenlabyrinth ähnlich dem Kurs von Monaco; 75 mörderische Runden zwischen Leitplanken und äußerster Konzentration -
selbst kleinste Fahrfehler ziehen schlimmste Unfälle nach sich...

"Als ich hier 1971 das 1000-km-Rennen gewann,
fiel ich nachher wie tot aus dem Auto, so erschöpft war ich",
erinnert Ronnie Peterson sich schmerzhaft.
Trotz dieser negativen Erinnerung diktiert er während des gesamten Trainings das Tempo und stellt sein Fahrzeug auf die Pole Position.

Obwohl beide Lotus haargenau gleich abgestimmt sind, beklagt Ronnie ein Unter-, Emerson jedoch ein Übersteuern.
Die durch neuen FIA-Bestimmungen nötigen Umbauten haben Fittipaldis Chassis regelrecht verzogen
und die gesamte Geometrie stimmt nicht mehr - Emmo wechselt in's Ersatzauto mit Chassisnummer 5,
welches schon 1970 in Monza zum Einsatz kam...der älteste Wagen im gesamten Feld erlebt ein Comeback.
Der Brasilianer ist trotz aller Anstrengungen fast zwei Sekunden langsamer als sein Teamkollege und
muss aus einer für ihn ungewohnten vierten Startreihe in's Rennen gehen.

High Noon in Spanien -
kurz nach 12 Uhr Ortszeit schießt Peterson mit einem Superstart in Front und kommt mit fast zwei Sekunden Vorsprung aus der Startrunde zurück !!
Bei Halbzeit führt der Schwede sechs Sekunden vor Jackie Stewart -
Emerson hat sich mittlerweile vorgearbeitet und folgt weit zurück als einsamer Dritter.
In Runde 47 reißt am Tyrrell vom Zweitplatzierten Stewart eines der vier Metallbänder, die Bremswelle und Bremsscheibe verbinden !
Erinnerungen an Jochen Rindt's Unfall in Monza 1970 werden wach,
als der Wagen von Stewart beim Bremsen vor einer Haarnadelkurve scharf nach links ausbricht...
aber Jackie fängt den Tyrrell ab und rumpelt in die Auslaufzone.

Doch auch in Barcelona wird Ronnie vom Pech verfolgt und das Unheil kommt schleichend -
das Wechseln der Gänge im Hewland-Getriebe des Lotus wird von Runde zu Runde immer schwieriger.
Als erster Gang fällt der fünfte aus und kurz danach kann Ronnie auch den dritten Gang nicht mehr einlegen.
Neun Runden vor Schluss bricht das Kegel-und Tellerradlager im Getriebe und der Lotus bleibt am untersten Punkt der Strecke liegen -
enttäuschter denn je muss sich Peterson auf den bitteren Fußmarsch zurück zur Box machen.

Fittipaldi dagegen ist durch die Ausfälle auf Platz 1 gespült worden,
aber auch er kämpft mit massiven Handling-Problemen:
seit zehn Runden strömt Luft aus seinem linken Hinterreifen und Carlos Reutemann im Brabham kommt unerbittlich näher.
Doch neun Runden vor Ende des Rennens hält das Publikum den Atem an,
als beim sicher geglaubten Sieger Reutemann die Antriebswelle mitten in der Zielkurve bricht !
In einer Rauchwolke rollt der Brabham an die Box -
"Ten minutes for the glory - now nothing..."; Reutemann kann sein Pech nicht fassen....

Fittipaldi dagegen kriecht fast über die Ziellinie und nur die Sicherheitsbolzen halten den luftleeren Gummi noch auf der Felge.
Colin Chapman wirft theatralischer als je zuvor seine Schirmmütze vor Emersons Vorderräder -
der 50. Sieg eines Lotus-Rennwagens ist mit viel Angstschweiß zu Ende gegangen.





Beim nächsten Lauf im belgischen Zolder bricht während des Rennens der Fahrbahnbelag auf
und wer nur zehn Zentimeter von der Ideallinie abweicht, dem droht ein Unfall.
Die berüchtigte Termeulen-Kurve wird zum Schrottplatz des "Großen Preis von Europa"
und in Runde 43 segelt prompt auch Peterson von der Piste....
"Sieben Wracks hängen im Zaun wie die Raubtiere hinter Gittern,
aber ihre Fahrer hocken unverletzt auf den Leitplanken"

schildert Ronnie die skurrile Situation.
Die beiden Tyrrell von Stewart und Cevert fahren zwar bei diesem chaotischen Rennen einen Doppelsieg ein,
aber "Emmo" steht wieder mit einem dritten Platz auf dem Treppchen !


Der bisher teuerste Schrottplatz der F1-Geschichte -
Zolder, 20.Mai 1973

© Photografic/REX/Shutterstock


Monte Carlo 1973 -
die einunddreißigste Auflage vom "Großen Preis von Monaco" bringt eine neue Streckenführung und
das letzte klassische Straßenrennen büßt somit gemäß Expertenmeinung einen Großteil seines ursprünglichen Charakters ein.
Der Stadtkurs wird von 3,145 auf 3,278 Kilometer verlängert und der 85 Meter lange Tunnel mit seinen katastrophalen Sichtverhältnissen
wurde in eine 375 Meter lange lichtdurchflutete Galerie verwandelt.

Jackie Stewart kommt mit den neuen Bedingungen im Training am besten zurecht und steht auf Startplatz Eins;
dicht gefolgt von Ronnie Peterson.
Teamkollege Emerson dagegen startet neben Niki Lauda im BRM aus der dritten Startreihe -
im Training brachte ein geplatzter Tank im Lotus ein unfreiwilliges Bad in Benzin...

Beim sonntäglichen Rennen verraucht Petersons Hoffnung auf einen Blitzstart in blauem Reifenqualm -
eine elektronische Antriebsschlupf-Regelung kennt man zu diesem Zeitpunkt noch nicht
und die Räder am Lotus drehen zu stark durch !
Aber nach dem Ausfall von Cevert's Tyrrell sieht sich Ronnie wieder auf Platz 1 im Rennen....
bis die mechanische Benzinpumpe im Lotus Probleme macht.
Der Schwede wird das Rennen mit der Zuschaltung der elektrischen Pumpe zu Ende fahren,
muss aber bei dieser Aktion die Drehzahl auf 9500 Touren begrenzen, um nicht gänzlich aufgrund Spritmangels auszufallen...

Das Rennen wird schließlich zum Duell zweier Champions -
Jackie Stewart gewinnt mit mehr als 30 Sekunden Vorsprung vor Emerson Fittipaldi,
aber Peterson ergattert mit einer Runde Rückstand mit Platz 3 den ersten Podiumsplatz im Jahr 1973 !





Fortsetzung folgt !

Geändert von Engineer (03.02.2019 um 23:21 Uhr)
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Alt 03.02.2019, 23:39   #690   nach oben
CMR
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@CMR:

Die "gelben Streifen" am vorderen und hinteren "Geflügel" sollen wirklich Karbon darstellen...
hier noch einmal eine Draufsicht:



Danke für den Tipp mit der Zuordnung der umrandeten JPS-Schriftzüge am Frontspoiler -
habe ich echt nach Gefühl gemacht und werde sie demnächst mal austauschen !
Wie tauschst du denn die Decals aus? Kann man die irgendwie entfernen und dann wieder neu anbringen?
Bei deinem Modell stehen die Felgen auf der linken Seite auch leicht zu weit draußen. Sieht irgendwie nach Reifenschaden aus. Bei mir ist das zum Glück nur beim Vorderreifen. Für den hohen Preis sollte es eigentlich nicht sein.
CMR ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.02.2019, 12:56   #691   nach oben
Engineer
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Da die Decals nicht industriell aufgebracht worden sind-
sondern durch mich nachträglich als "Abziehbilder"-
dürfte ein ausgiebiges Wasserbad reichen, um sie wieder zu lösen.
Klappt zumindest bei TAMEO-Kits...denke, auch bei PMA...

Der Reifen war nur etwas auf der Felge verrutscht -
nix kaputt und kurzfristig reparabel !
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Alt 06.02.2019, 18:14   #692   nach oben
Lotus Fan 76
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Hallo!
Wieder ein wunderbarer Bericht über den Lotus 72... Einsame Spitze Jörg!
Da werde ich meine alten Quartzo's wohl auch langsam in Spark "umtauschen"...
Qualitativ gibt es da ja nicht viel zu meckern...
Im Gegensatz zu Minichamps... Mein 95T mit der Nummer 11 hatte einen total schiefen Heckflügel. Umtauschen hätte wahrscheinlich nicht funktioniert, also habe ich ihn gelöst und neu angeklebt... (Hat mich einige Nerven gekostet) Auch die Frontflügel-Decals sind etwas schief... Damit kann man bei Onyx leben, aber für den Preis bei Minichamps?

Wenn ich herausgefunden habe, wie ich hier Bilder einfüge/hochlade kann ich diese bei Gelegenheit nachreichen...
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Alt 09.02.2019, 19:27   #693   nach oben
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Alt 10.02.2019, 23:20   #694   nach oben
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Kleiner Nachtrag zur Rennsaison 1988...

Bevor es demnächst mit der Lotus 72-Story weitergeht,
heute mal wieder ein kleiner Abstecher in die Achtziger des letzten Jahrhunderts

Modellhersteller SPARK hat in den letzten Wochen auch einige F1-Modelle der Fahrzeuge aus der Rennsaison 1988 herausgebracht
und somit konnte ich auch einige meiner "Rennställe" endlich komplettieren...

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1. Lotus 100T Honda / Satoru Nakajima - Jacarepagua 1988



Der Lotus 100T mit Nelson Piquet am Steuer ist von SPARK schon vor einiger Zeit erschienen,
aber nun ist speziell für den japanischen Onlineshop "Forza" eine "Limited Edition" mit Satoru Nakajima
von 300 Stück produziert worden.
Der Kostenpunkt in Japan beträgt 9.800 Yen - dies entspricht ca. 79 Euro.
Fairerweise wird dieses Modell auch hier in Deutschland bei einigen Online-Händlern zu diesem Euro-Preis angeboten.

Leider ist auch dieses Modell die "GP Brasilien 1988"-Version...
auch der Lotus von Piquet bezieht sich auf dieses Rennen.
Die Camel-Decals liegen bei dieser japanischen Edition nicht bei -
sie sind schon am Modell und müssen nicht nachträglich aufgebracht werden.
Wie (fast) immer von SPARK auch diesmal 10 Zentimeter "gelbe" Präzisionsarbeit !





Da ich 1988 die einmalige Gelegenheit hatte, die damaligen F1-Boliden in der Boxengasse des Hungarorings hautnah zu erleben,
zwischendurch einige Originalaufnahmen aus Budapest von Nakajimas Arbeitsgerät..


(Fotos mit freundl. Genehmigung von Volker Lange / Motorsportbild Lange)















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2. Ligier JS31 Judd / Rene' Arnoux - Suzuka 1988



Endlich ist der blaue Renner der "Equipe Ligier" aus der Rennsaison 1988 erschienen
und auch dieses SPARK - Modell kann sich sehen lassen !
Zur Zeit ist die Japan-Version des Franzosen Rene' Arnoux im Handel,
aber für die nahe Zukunft sind noch zwei Ausgaben des Rennwagens vorgesehen:

- Ligier JS31 Judd V8 F1 Loto Ligier / GP USA Detroit 1988 / Stefan Johansson
sowie
- Ligier JS31 Judd V8 F1 Ligier Loto GP Monaco 1988 René Arnoux.

Der einzige optische Unterschied der beiden noch folgenden Modelle zur schon erschienenen Arnoux-Japan-Ausgabe
wäre ein offen liegender Motor ohne großartige Abdeckung.





Auch hier zum Vergleich das Original auf dem Hungaroring 1988:




(Fotos mit freundl. Genehmigung von Volker Lange / Motorsportbild Lange)

Die GITANES-Schriftzüge sind schon weitestgehend auf dem Modell vorhanden
und man muss nur das "E" des Namens nachträglich anbringen.
Die Methode bringt SPARK mittlerweile an fast allen Modellen mit Tabakwerbung zum Einsatz -
ein interessanter Trick, diese Werbe-Beschränkung auszubremsen.

Der Nachteil zum alten und kompletten Abziehbild mit MARLBORO, CAMEL oder GITANES ist,
das man nun teilweise mit Pinzette arbeiten muss, um den fehlenden Buchstaben des Sponsors aufzukleben.





Während Nakajima 1988 für Lotus wenigstens einen WM-Zähler mit einem sechsten Platz in Brasilien holen konnte,
ging Rene' Arnoux und das gesamte Ligier-Team mit einer weiteren "Nullrunde" ohne jegliche Punkte
in die Formel 1-Geschichtsbücher ein...

Geändert von Engineer (11.02.2019 um 00:05 Uhr)
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