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Alt 07.10.2017, 19:58   #21   nach oben
Minki
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Corgi für die Landwirtschaft.





Ja, ich war ja mehr so das kölsche Asikind aus Deutz, quasi so sechster Stock im Mietshaus und wenn man unten die Tür aufmachte musste man aufpassen, daß man nicht direkt vom Bus überfahren wurde. Also unser Brot kam nicht vom Land, sondern vom Supermarkt. „Cornelius Stüssgen“ auf der Deutzer Freiheit. Später sind wir dann etwas aus der Stadt rausgezogen, das hat aber auch nicht mehr viel genutzt. In Westfalen gab es Verwandschaft, da war alles ganz anders. Sonntags in die Kirche und gesunde Kinder in frischer Luft und Landwirtschaft. Da hat man nicht von gelebt, aber Land war halt da, das hat man so nebenher bewirtschaftet. Einen eigenen Mähdrescher gab es nicht, man konnte sich einen leihen. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich:







Das ist kein Massey Ferguson, aber immerhin ein Mähdrescher, ein Köla Combi aus den Sechzigern, am Steuer mein Onkel und hinten drauf mein Großonkel, am Absacken. Bei diesem Modell war Tankbefüllung genauso möglich wie das direkte Absacken, hat man später nicht mehr so gemacht.
Und natürlich hatte mein Cousin auch die besseren Spielzeugautos. Der war nämlich ein paar Jahre älter und hatte noch die guten Sachen aus den Sechzigern, mit Diamantlampen, Gummireifen und haufenweise Spielfunktionen, während ich schon das billige Zeug aus den Siebzigern bekam, mit Speedwheels und ohne Scheinwerfer und ohne zu öffnende Türen. Ich bin also ziemlich traumatisiert.











Zwei Mähdrescher hat der sogar gehabt! Zwei! Ich hatte keinen! (Mein Psychologe verdient ein Schweinegeld an mir!) Einen grünen von Matchbox, der war langweilig und dann dieses Superdingen von Corgi! Der hat mich beeindruckt, den wollte ich haben. Habe ich natürlich nie bekommen, alleine schon weil es ihn nicht mehr gab. Am meisten hat mich die schiere Größe des Modells beeindruckt, und mindestens am zweitmeisten die Spindel zum Heben und Senken des Mähwerkes und wie das Ding dann zu rotieren begann. So einen synthetischen Flokatiteppich hatten die und da verhaspelte sich das Mähwerk immer drin, anschleifen hätten sie es sollen, dann hätten wir den Teppich einfach abrasiert. Oder Rasenmähen. Dafür könnte ich ihn jetzt noch brauchen…

Hier das Vorbild in Aktion. Illusion versus Wirklichkeit. Wie klein der in echt eigentlich wirkt und außerdem hat der überhaupt kein Handrad für das Mähwerk:
https://www.youtube.com/watch?v=eEcBGvHKbwg




















Die Bestellnummer 1111 hat das Modell gehabt, Baujahre 1959 bis 1964, verschiedene Versionen gab es nach meinem Verständnis wohl nur soweit, als das immer mehr Metallteile gegen Plastikteile getauscht wurden.






Passende Trekker gab es auch, nach Vorbildern von Massey Ferguson und Ford, sowie verschiedenes Landwirtschaftliches Equipment, dessen Fachbezeichnungen ich nicht kenne, von Landwirtschaft habe ich soviel Ahnung wie eine Kuh vom Fliegen, mein Brot kommt von Harry. Das hier sind schon die Trekker der zweiten Generation Mitte der Sechziger, ein Ferguson 165 und Ford 5000 Super Major, der Ferguson raspelt so ein wenig "Motorgeräusch" mit der Vorderachse, der Ford ist lenkbar, es gab auch welche mit Ladeschaufel und Pflüge und was nicht alles. War dann bald alles zu teuer und unwirtschaftlich und außerdem passten keine "Whizzwheels" dran, so wurde das alles in den Siebzigern aus dem Programm genommen...


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Alt 07.10.2017, 21:16   #22   nach oben
Vintage Diecast Dreams
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Hallo Minki!
Habe zu deiner ohnehin schon schönen Präsentation noch etwas Corgi Nostalgie gefunden. Auch ich habe mit landwirtschaftlichen Maschinen eigentlich nichts am Hut. Dennoch wäre ich kürzlich bei einer Corgi Sammlungsauflösung beinahe schwach geworden. Gerade die alten Traktoren mit den schönen Facettenscheinwerfern hatten es mir angetan. Ernüchterung bot sich dann bei den aufgerufenen Preisen und das bei ohnehin ständig knapper Kasse. Die werden jetzt sicherlich einen englischen Acker bepflügen, denn die Sammler dort sind richtig heiß auf alte Corgi Landmaschinen. Gruß Andreas

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Alt 07.10.2017, 21:36   #23   nach oben
Minki
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Schön.

Meiner kommt aus England. Vielleicht ist der ja zuvor in Deutschland gestartet....
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Alt 07.10.2017, 22:22   #24   nach oben
Iteip
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Hallo,

die Vorstellungen die Du hier ablieferst, sind immer wieder Klasse! Schöne Hintergrundgeschichten und Anekdoten! Macht einfach Spaß sie zu lesen!

...Ach so... die Modelle sind natürlich auch toll!...

Gerne mehr davon!!!

Schönen Abend: Uwe
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Alt 09.10.2017, 10:58   #25   nach oben
Frodo
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Absolut tolle Vorstellungen.
Wobei mir die Geschichten noch besser als die Modelle gefallen. Aber die Modelle sind natürlich auch klasse.
Bitte mehr davon.
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Alt 15.10.2017, 21:25   #26   nach oben
Minki
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Gut, hi.

Das wird schwierig, also erstmal was kleines für zwischendurch, das Mechanical Horse, von Napier im Auftrag der britischen LNER entwickelt und im Endeffekt von Scammell gebaut. Scammell kennt in Deutschland jedes Matchbox-Kind, auch wenn die Lastwagen hier nie verkauft wurden. Die mechanischen Ponies erst recht nicht, das war eine exakt britische Schrulle, aber eigentlich eine gute...



Hier aus dem Hornby Katalog von 1937, Dinky Toys war ja eigentlich Eisenbahnzubehör für die Spur 0 Bahnen von Hornby, da gab es halt Figuren und sonstigen Kleinkram für die Ausgestaltung der Eisenbahnanlagen. Ab 1935 dann auch paar kleine Autos in ca. 1/43er Maßstab und dieses kleine Transportfahrzeug war ja dafür optimal.





Der Motor war linksversetzt im Vorbau angebracht, das Vorderrad 360° drehbar, auf Bahnsteigen sehr praktisch. Da blieb es nicht bei, auch im privaten Sektor wurden diese Fahrzeuge schnell beliebt.





Umbausätze wurden für vorhandene Pferdeanhänger angeboten, die Deichselachse wurde durch einen Drehschemel mit Stützrädern ersetzt, der bei der Zugmaschine auf Metallschienen auflief und somit automatisches Kuppeln ermöglichte.






Dieses Dinky Modell ist eine Nachkriegsversion, da gibt es Unterschiede in Farbe, Form und was weiß ich...










Dieses Original befindet sich im NRM (National Railway Museum) in York:





Und das war immer noch "Komfort", man bedenke, daß die armen Arbeiter zuvor bei Wind und Wetter auf einem Kutschbock gesessen haben, vor Dienstbeginn die Pferde zu versorgen hatten und danach natürlich auch...


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Alt 15.10.2017, 21:30   #27   nach oben
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"Skurril" ist da ja noch mild ausgedrückt........
Aber interessant ist das Modell auf jeden Fall und bestimmt etwas, was man nicht so leicht findet.

Danke für's Zeigen und Grüsse
Erwin
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Alt 15.10.2017, 22:30   #28   nach oben
Minki
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Kommt,

wir machen noch schnell "Land Rover", das ist einfach, den kennt jeder und außerdem hat Andreas uns genau dasselbe Modell letztens auch schon gezeigt...

http://www.modelcarforum.de/showthre...=34360&page=34


Obwohl, dem Andreas seiner hat rote Blinker und meiner nicht. Dafür hat meiner aber immerhin einen abgebrochenen Verdeckzapfen...




Daß der Land Rover bei Vidal&Sohn (Tempo) in Hamburg in Lizenz gebaut wurde ist bekannt? Nur leider nicht aus Aluminium wie das Original und deshalb entsprechend schnell weggefault. Die obige Anzeige ist von 1962, da trat Vidal nur noch als Importeur auf.

http://www.tempo-landrover.de/D/index1.html








Der Original-Corgi-Löwe ist ein echtes Relikt aus meiner Kindheit, der dazugehörige Landy war aber mehr so weiß mit Zebrastreifen. An die Fernsehserie "Daktari" erinnere ich mich dem Namen nach. Oder "Kimba, der weiße Löwe", aber das war was anderes...












Einen habe ich noch.
Googeln hat ergeben, daß es sich hierbei um "Gift Set 33, Land Rover DLRG" handelt. Die Bezeichnung "Gift Set" hat mich als Kind durchaus etwas gegruselt. Stand ja des Öfteren auf diversen Matchbox oder Corgi Packungen drauf. Aber ich nahm meine Modelle ja nicht in den Mund, aus dem Alter war ich raus. Durfte man halt kleinen Kindern nicht in die Finger geben, sowas...



Das ist schon die neue Version des Land Rover, mit den Lampen in den Kotflügeln und das Modell ist ebenfalls wie alle späteren Corgis in etwas größerem Maßstab.











Ja, die Bilder sind schon etwas älter. Obwohl das Wetter im Rheinland heute auch nicht schlecht war...


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Alt 16.10.2017, 13:03   #29   nach oben
Vintage Diecast Dreams
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Hallo Minki!
Mit dem Landy hatten die Entwickler von Corgi wahrlich ein gutes Gespür für den aktuellen Markt. Eigentlich kannte jedes Kind auf der Insel und darüber hinaus dieses Fahrzeug , welches sicherlich in etlichen Spielzeugkisten beheimatet war. Die Gussformen wurden so gut wie nie kalt , denn das Kultauto wurde immer wieder für verschiedenste Projekte genutzt: Chipperfields Circus, Breakdown Truck, Public Address Vehicle, Daktari, RAC Radio Rescue usw.. um nur einige zu nennen.

Interessant natürlich auch dein Mechanical Horse . Müßte die 55er Produktionsreihe sein und wenn auch optisch etwas gewöhnungsbedürftig dennoch eine tolle Sammlungsergänzung.
Gerne mehr und Gruß Andreas
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Alt 16.10.2017, 19:57   #30   nach oben
Iteip
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Hallo Minki,

das Mechanical Horse ist ja mal der Hammer! Das wirkt wirklich sehr britisch/schrullig! KLASSE!!!

...na und der Landy ist eh ein echter Klassiker, ... und Daktari war einer meiner liebsten Serien! Die war so tierlieb und realistisch, ne...

schönen Abend:
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Alt 16.10.2017, 23:20   #31   nach oben
Minki
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Hallo zusammen,

Zephyr Six MK I. Vorgestellt auf der London Motor Show 1950 als Nachfolger des Pilot V8, ein neu aufgegossener Vorkriegs V8, den Henry Ford II bei seinem Besuch in England 1948 sofort nicht mag und dessen bereits vorbereiteten ebenso konservativen Nachfolger er verreisst. Etwas grundsätzlich Neues soll her, Ford muß internationaler werden, England muß exportieren - damals hat man gerade eine sozialistische Regierung an der Macht, die mit Exportvorgaben sich jeden Monat selbst übertrifft - und endlich die ungeliebte auf der Zylinderbohrung als Berechnungsgrundlage basierende Horsepower Tax abschafft. Wegen dieser Steuer hat man in England jahrelang nur Langhuber entwickelt.
Neue Motoren werden konstruiert, ein 1,5 Liter Vierzylinder für den Consul, ein 2,2 Liter Reihensechser für den Zephyr, es sind die modernsten Ford Wagen ihrer Zeit. Als erste Ford verfügen sie über selbsttragende Karosserien - der 49er US Ford hat noch einen separaten Rahmen, in Köln wird der Buckeltaunus von 1939 gebaut. Der Zephyr ist der erste englische Sechszylinder, zuvor gab es nur Vierzylinder oder V8, er verfügt über hydraulische Kupplung und 12 Volt Elektrik.
Produktionsbeginn Consul 1. Januar 1951, Zephyr 12. Februar, ab 1953 als zusätzliches Luxusmodell der Zephyr Zodiac. 231481 Consul werden gebaut und 175311 Zephyr, Produktionsende 1956.

Ein Film wird gedreht über seine Produktion, der kurioserweise auf dem Edinburgh Film Festival 1952 sogar noch prämiert wird.
https://www.youtube.com/watch?v=6s6og-4f2Sk
Der Film ist nicht von 1950, auch wenn Youtube das behauptet...



Blöderweise erscheint das Dinky Modell auch erst 1956, als der Nachfolger bereits in den Startlöchern steht. Im gleichen Jahr erscheint der neue Konkurrent Corgi, auch noch mit dem veralteten Modell, allerdings mit anderem Kühlergrill, als Consul. Und mit Verglasung...
Dieser hier ist natürlich von Atlas Dinky.









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Alt 18.10.2017, 09:47   #32   nach oben
MalpasoMan
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Seh' ich ja jetzt erst, was für ein schöner Thread!

Alte Spielzeugautos, toll! Da werden schöne Erinnerungen wach...
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Alt 18.10.2017, 22:14   #33   nach oben
Minki
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Die sehen ja sowieso alle gleich aus!

War früher auch nicht anders. 1959 erscheint der Fiat 1800 / 2100 mit neuer hübscher Pininfarina Karosserie. Für Farina war das ein super Deal, den gleichen Entwurf mehr oder weniger identisch auch noch Peugeot angedreht, für den neuen 404 und der ebenfalls neue Austin A55 Cambridge sah auch nicht viel anders aus. Da haben sie bei Austin nur einige Chromleisten mehr drangepappt, damit das nicht so auffiel.
Was mir als Kind auffiel, fünfzehn Jahre später: Den Peugeot 404 kannte jeder, den Austin kaum jemand und den Fiat niemand. Nur bei der Spielzeugindustrie war das irgendwie andersrum, da gab es haufenweise Fiat 1800, von Wiking, von Siku, von Corgi, und diesen hier von Dinky als Familiare, von Corgi die Limo hatte exakt dieselben Farben. Und den 2300 gab es von Dinky später ebenfalls noch als Kombi.





1959 als 1800 mit Sechszylinder 75 PS und 2100 Sechszylinder mit 82 PS, Schraubenfedern an der Hinterachse und Trommelbremsen rundum. 1961 dann als 1800B und 2300, 81 / 105 PS, vereinfachte Hinterachse jetzt mit Blattfedern dafür aber rundum Scheibenbremsen! Für 1961 war das echt ein Wort. In den beiden folgenden Jahren stellen fast alle Hersteller auf Scheibenbremsen zumindest vorne um.
Ab Herbst 1963 mit dem kleinen Vierzylindermotor des Fiat 1500 als 1500L angeboten, 67 PS, ansonsten ausstattungsmäßig wie die großen. Ab Herbst 1965 werden 1800 und 2300 in Deutschland nicht mehr angeboten. Das sind um 1960 die preisgünstigsten Sechzylinder auf dem deutschen Markt und das zieht. Ab 1962 wird der Zephyr MK3 von Ford England auf dem deutschen Markt angeboten, nicht, daß er eine Chance gehabt hätte, aber die Zeichen sind gesetzt. Auto Motor und Sport schreibt dann auch, daß sich damit die Gerüchte um einen deutschen Sechzylinder Ford ja wohl erledigt hätten. Der Preis des Fiat fällt prompt von 9470.- auf 8990.- DM. Zwei Jahre später kommt der neue Ford 20m, ein V6 für 7990.- und ab diesem Zeitpunkt der preisgünstigste Sechzylinder in Deutschland. Als der Fiat dann vom Markt ist, steigt der Preis auch im April 1966 gleich mal auf 8300.-, zufällig natürlich und ebenso natürlich nur bezogen auf die Grundaustattung.
Preise und technische Daten aus Werner Oswald, "Autos in Deutschland 1945 - 1966".








Hier gibt es nur das Dinky Modell, der von Corgi fehlt mir. Aber Ebay ist ja noch groß...
















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Minki
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Alt 19.10.2017, 01:44   #34   nach oben
area52
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Ok, wollte hier endlich auch mal was schreiben, dann nutze ich jetzt mal diesen Moment, wo du diese sehr schöne Modell eines meiner Lieblingsvorbilder vorstellst.
Sehr schöne Fotos, sehr sympathische Modelle und zudem meine ich, dass du irgendwo schriebst, du seist auch kein Verehrer dieser überdimensionierten Speedwheels. Ich habe das als Kind gehasst. Siku, Matchbox, Hotwheels, die hatten oftmals sogar extra unnatürlich ausgeschnittene Radläufe, um diese Kackwalzen unterzubringen. Ich hatte damals deswegen mein Spielzeug aussortiert und begonnen, mein Taschengeld auf Flohmärkten und vor allem in einem Eisenbahnladen in unserer Nähe, der auch viel überteuertes Vintagespielzeug anbot, zu verheizen. So kam ich dann nach und nach zu den alten Modellen aus den 60ern und ganz frühen 70ern.
Viele andere scheinen da ganz anders drauf gewesen zu sein.
Viele von diesen Clownautos, die heute so rumgurken, mit diesen überdimensionierten Chromfelgen sehen exakt wie altes Hotwheels-Spielzeug aus. Vor allem in den USA. In einem dieser Hurrican-Videos kürzlich schlitterte so eine SUV-Mumpe mit gigantischen Chromewheels ohne nennenswerte Bereifung durch den Hintergrund. Sah schlimmer aus als die Verwüstungen.
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The artist formerly known as Wurstfliege.
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Alt 19.10.2017, 02:29   #35   nach oben
MaddyDaddy
Der ungedulige Modellbau
 
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Also mir gefällt Deine exquisite Sammlung echt gut und die Art und Weise wie Du die hier präsentierst ist spitzenklasse.

Weiter so ......
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Liebe Grüße aus dem Epizentrum der ahlen Worscht vom Klaus

Also wenn das die Lösung sein sollte, dann hätte ich gerne mein Problem zurück.
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Alt 19.10.2017, 21:07   #36   nach oben
Minki
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Zitat:
Zitat von area52 Beitrag anzeigen
Ich hatte damals deswegen mein Spielzeug aussortiert und begonnen, mein Taschengeld auf Flohmärkten und vor allem in einem Eisenbahnladen in unserer Nähe, der auch viel überteuertes Vintagespielzeug anbot, zu verheizen. So kam ich dann nach und nach zu den alten Modellen aus den 60ern und ganz frühen 70ern.
Jaja...

So kennen wir das. Das war bei mir nicht viel anders. Kam aber erst in späteren Jahren. Dummerweise habe ich selbst von den "bewusst gekauften" Spielzeugautos noch viele weggegeben als das entsprechende Alter einen höheren Coolnessfaktor erforderte. Nur Sikus haben aus meiner Kindheit und Jugend viele überlebt.
Und als wir 18 waren und alte Autos cool fanden waren wir plötzlich wieder voll im Trend. Mitte der Achtziger war das doch total up to date. Keiner mochte die Spritsparschüsseln mit Plastikstoßstange. Und wenn man sich einen alten Ford oder Opel kaufte und davon ein Modell wollte gab es ja nichts anderes als sich nach alten Spielzeugautos umzusehen. Minichamps oder ähnliche waren ja noch ganz am Anfang, wenn überhaupt. Und so hat sich das Spielzeugautothema eigentlich immer erhalten.

Und Golfs... Jetzt gibt es wahrscheinlich Kloppe... Also Golfs mochten wir auch nicht. Golffahrer trugen Schnäuzer, Mittelscheitel und hörten Modern Talking.

Nein nein nein...

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Alt 19.10.2017, 21:30   #37   nach oben
Oldtimer
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Das mit dem Sammeln oder der "Coolness" kennen wir wohl alle.......
Das Modell gefällt mir sehr gut und Dein Beitrag brachte mich wirklich zum Lachen.

Viele Grüsse von einem Golf-Fahrer der 80er Jahre
Oldtimer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2017, 21:48   #38   nach oben
Minki
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Na ja,

wir sind ja alle altersmilde geworden. Vor mittlerweile bestimmt auch bald zwanzig Jahren haben sich zwei Arbeitskollegen als Fahrgemeinschaftsauto einen runtergerittenen Post Golf1 gekauft. Einmal habe ich die gefragt, ob ich den Wagen mal fahren könnte, damit ich zumindest fundiert lästern könnte. Das haben sie mir erlaubt und ich bin damit ein paar Runden um den Block gefahren...

Und natürlich ist ein Golf durchaus ein Meilenstein der deutschen Automobilgeschichte und natürlich auch als Oldtimer oder altes Spielzeugauto erhaltenswert. Und das meine ich jetzt ganz ohne Hintergedanken. Altersmilde halt...
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Alt 20.10.2017, 22:31   #39   nach oben
Minki
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So,aha.

Ich meine ich kann ja auch nichts dafür, ich habe halt meine Vorurteile und Vorlieben, letztere insbesondere für das automobile F-Wort in der blauen Pflaume. "Henry war ein Spinner" haben wir früher immer gesagt, wenn wir an unseren alten Fords irgendwelche Schrauben lösten und uns danach irgendetwas Absurdes entgegengekrümelt kam. Wie zum Beispiel die Pertinax Stirnräder der alten V-Motoren...
Oder die Tatsache, daß die britischen Ford-Werke ihre gesamte Karosserieproduktion beim Kontraktor machen ließen. Die hatten überhaupt kein eigenes Karosseriewerk. Und das obwohl der alte Henry doch immer so auf Autarkie gestanden hat. Irgendwann musste das ja schiefgehen und das war in diesem Falle dann 1953, als der Gründer des Ford-Karosseriezulieferers Briggs verstarb und die überwiegend amerikanische Firma an Chrysler verkauft zu werden drohte. Jetzt hatte Briggs seit 1938 sein Werk in Dagenham, erst was Kleines, dann im Krieg chaotisch angewachsen und nun mit viel Harakiri noch gerade so von Ford England aus dem US-Deal herausgehandelt.




Ungefähr zu dieser Zeit waren die Consul/Zephyr/Zodiac MK2 Modelle gerade auf dem Reißbrett, das Designstudio wurde in Dagenham neu eingerichtet, die Designer waren mehr oder weniger Künstler, einer hatte in seinem vorherigen Job Kinoplakate gemalt und nun entwarfen sie Raketenautos. So zur Inspiration...
Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb: Die 1956er MK2 Baureihe wurde so ziemlich das gelungenste britische Automobil der Fünfziger, wie gesagt, ich bin parteiisch, aber wenn man sich einmal die typischen britischen Mittelklassewagen jener Zeit anschaut, die sehen doch ansonsten alle irgendwie aus wie entfernte Verwandte des Pummeleinhorns.





Die neue Modellreihe besteht nun aus Consul, Zephyr und Zodiac als eigene Modellreihe, der Consul total nackt, der Zephyr okay und der Zodiac all inclusive. Motoren ein Vierzylinder 1,7Liter 60PS, ein Sechszylinder 87, ab 1957 90PS, idealerweise kombiniert mit der seit 1955 lieferbaren Borg-Warner Automatik.







British first, mit kombiniertem Zünd-Anlassschloß, Innenbeleuchtung die beim Öfnen und Schließen der Türen - magic - ganz von selbst an und ausging. War damals alles nicht selbstverständlich. 1959 wird ähnlich wie beim deutschen 17m P2 das Dach flacher gepresst, was den Autos ein schlankeres Aussehen verleihen soll. Die sogenannten Lowline Modelle. Und ähnlich wie beim 17m erkennt man den Unterschied nur, wenn man beide ganz nah beieinander parkt.







Abotts of Farmham macht den Estate genannten Kombi. Kombis waren damals keine Familienautos sondern etwas für Handwerker, nach landläufiger Meinung, und die Stückzahlen blieben gering. Carbodies machte ein Cabriolet, zweitürig und selten.






Der Farnham Estate erscheint 1960 von Corgi als Zivilfahrzeug in zeitgemäßen Pastellfarben.





Die Limousinen kommen als Modell nicht von Dinky oder Corgi, die hatten ja beide erst 1956 die Vorgänger als Modell präsentiert, sondern von der neuen Marke Spot-On, etabliert 1959 von Lines Brothers als wohlgezielter Angriff auf Dinky und Corgi. Auch wenn diese beiden vielleicht nicht so aussehen, aber das waren hochwertige Modelle, sie waren teurer als Dinky und Corgi und - sie waren größer. Der Maßstab ist 1/42. Das haben die bei Spot-On auch bis zum Ende durchgehalten. Das Ende war der Kauf von Meccano/Dinky durch die Lines Bros. 1964, woraufhin die neuen Dinky auch gleich ein Stückchen größer wurden und das Spot-On Programm 1967 sanft entschlief.




Die Spot-On Modelle gab es später mit einem Batteriefach und beleuchteten Front- und Heckscheinwerfern, eigentlich eine starke Sache, diese hier sind aber digital gefaked, mittels Gimp. Echte beleuchtete findet ihr auch bei ebay und ich kaufe sie euch auch nicht weg, Funktionsmodelle haben mich als Kind schon immer irgendwie enttäuscht...
















Ebenfalls von Corgi 1960, pünktlich zur Eröffnung von der ersten englichen Motorway, der M1, erscheint der Zephyr Estate noch aus Polizeiwagen, der erste Polizeiwagen nicht in schwarz. Später gab es noch eine niederländische Version.













Die beiden Estate nebeneinander, man erkennt die veränderte Frontgestaltung. Mit britischen Polizeiwagen bin ich nun wenig bewandert, anscheinend eine blaue Lampe zusätzlich zum Dachlicht, und desweiteren so eine Art Klingel. Mal alte englische Krimis gucken, da rasen die dann so ringend und klingelnd hinter den Verbrechern her. Kennt man heute nur noch von den vagabundierenden Schrotthändlern.







Na gut, dieses Consul Convertible ist dann doch eher eine sehr private Aktion:





Informationen über die britischen Fords in diesem Beitrag überwiegend aus:"Ford at Dagenham" von David Burgess-Wise, ISBN 978-1-78091-136-6
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CodyIV
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Schöne Fotos, schöne Vorstellung vor allem aber schöne Geschichte dazu.

Hat Spaß gemacht zu lesen, du gibst dir viel Mühe bei Präsentation und Forenpost.

Dafür sage ich danke. Ohne Leute wie dich und viele andere hier, wäre es längst nicht so schön.
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