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Alt 31.07.2017, 09:57   #561   nach oben
Frodo
Alfisti aus Überzeugung
 
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Formel 1 ist ja so überhaupt nicht mein Ding. Aber von deiner Sammlung bin ich echt begeistert.
Auch wie du die Modelle hier präsentierst ist echt der Hammer.
Du hast es echt geschafft, dass ich mich hier immer wieder rein klicke.
__________________
Zwei Dinge haben Italien berühmt gemacht:
Alfa Romeo und Julia
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Alt 31.07.2017, 14:18   #562   nach oben
Oldtimer
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Eine Wahnsinns-Sammlung
Modelle, Auswahl und Präsentation....einfach genial

Danke für die Vorstellung
Erwin
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Alt 01.08.2017, 23:24   #563   nach oben
Engineer
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Neue Serie: Grand Prix Heroes

Zunächst erst einmal vielen, vielen Dank an alle, die hier die netten Feedbacks gepostet haben -
werde mich natürlich bemühen, die Erwartungen zu erfüllen...

Mein "Kampfziel" ist es doch, die 100.000 clicks noch in diesem Jahr zu schaffen

Beim Stöbern in meinem F1-Archiv fielen mir ein paar ältere DVD's in die Hände,
die mich zu einer neuen Serie hier im Thread namens "Grand Prix Heroes" inspirierten.

Einen Helden habe ich ja schon in den letzten Wochen in Wort und Bild vorgestellt:



Ronnie wäre also "abgearbeitet"....


Diese Piloten hier hätte ich zunächst erst einmal "im Rennen":












Natürlich werde ich die Serie mit diversen Fahrern nach und nach vervollständigen, denn James Hunt, Emerson Fittipaldi,
Nelson Piquet (und und und ) stehen schon in der ersten Startreihe !

Keine Angst...
die Modelle der "goldenen Jahre der Formel 1" von MINICHAMPS, SPARK & Co. werden natürlich weiterhin in's Bild gesetzt !!

Kleine Umfrage:
Mit welchem "Hero" soll ich in den nächsten Tagen anfangen:
Jackie, Mario, Jody oder Niki ???

Jetzt seid ihr 'dran...
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Alt 02.08.2017, 17:45   #564   nach oben
raceway3
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Hallo
Ich habe eben erst deine vorstellung der alten Formel 1 Kings gesehen.Genau meine Welt.Das waren noch Rennfahrer,und nicht solche Weicheier.Mach doch mit dem Nicki weiter.Der war ja schon was besonderes.Ich werde mich jetzt erst mal von Seite eins durcharbeiten.Klasse deine Arbeit
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Alt 03.08.2017, 23:24   #565   nach oben
Engineer
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O.K., bisher wäre also der Niki nominiert....

----------------------------------------------------------------------------------------

Hoffe ja noch auf ein paar mehr Vorschläge,
aber bis ich mit meinen "Grand Prix Heroes" loslege, noch ein paar bunte Bildchen zwischendurch....

Neu in meiner 1:43er-Vitrine und für gut befunden -
Das SPARK-Modell des Brabham BT 20 von Peter de Klerk;
gefahren beim "Großen Preis von Südafrika 1969".






















Wikipedia.de weiß zu diesem südafrikanischen Rennfahrer folgendes:

"Der ehemalige KFZ-Mechaniker Peter de Klerk startete nach einem längeren Aufenthalt in England
bei insgesamt vier Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft in den Saisons 1963, 1965, 1969 und 1970.
Er fuhr dabei einen Alfa Romeo Special und einen Brabham-Repco.

1970 startete er mit einem Brabham-Cosworth, der sich in seinem Privatbesitz befand.
Jeder seiner Starts fand beim Großen Preis von Südafrika für ein südafrikanisches Team statt.

Zunächst trat er zweimal für das Team Otelle Nucci an. 1969 fuhr er für Jack Holme und 1970 für das Team Gunston.

Seine beste Platzierung war der 10. Platz im Jahr 1965.
Bis in die 1980er Jahre beteiligte er sich an Sportwagenrennen."

Zur Modellversion:

Beim F1-Rennen am 1.März 1969 in Kyalami startete de Klerk im privaten Brabham von Jack Holme.
Aus der sechzehnten Position gestartet, beendete er zwar den Südafrika-Grand Prix auf Platz 9,
wurde aber aufgrund seiner dreizehn Runden (!!!) Rückstandes zum Sieger Jackie Stewart nicht gewertet.

Peter de Klerk verstarb mit 80 Jahren am 11. Juli 2015.

Geändert von Engineer (03.08.2017 um 23:44 Uhr)
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Alt 04.08.2017, 09:33   #566   nach oben
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Ich wäre auch für Niki Lauda
(die anderen kommen ja dann eh auch noch )

Wie immer...Klasse Vorstellung

Grüsse
Erwin

Geändert von Oldtimer (04.08.2017 um 23:45 Uhr)
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Alt 13.08.2017, 16:04   #567   nach oben
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Auch heute zwischendurch....
paar kleine Updates in meiner Vitrine....





MINICHAMPS-Modell / James Hunt / Mc Laren M23 / GP Südafrika 1976




SPARK-Modell / Stirling Moss / Lotus 18 / GP Monaco 1961




SPARK-Modell / Clay Regazzoni / BRM P160B / GP Brasilien 1973




BRUMM-Modelle / Ferrari 312 / Rennsaison 1969



Chris Amon / GP Monaco 1969


Pedro Rodriguez / GP Italien 1969


Chris Amon / GP Spanien 1969



BRUMM & MATTEL- Modelle / Ferrari 312 B / Rennsaison 1970



Ignazio Giunti / GP Belgien 1970



Clay Regazzoni / GP Italien 1970



Jacky Ickx / GP Kanada 1970 (MATTELL)

Geändert von Engineer (13.08.2017 um 16:36 Uhr)
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Alt 14.08.2017, 16:26   #568   nach oben
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Oldtimer-Grand Prix 2017 auf dem Nürburgring

Auch in diesem Jahr für mich eine "Pflichtveranstaltung" -
der relativ problemlose Zugang zur Boxengasse ermöglichte freie Sicht auf die Rennwagen der letzten 100 Jahre....
Hier ein kleiner Vergleich - Modell und Original


Alfa Romeo P3 (1932-1934)

Dieser italienische Rennwagen war mit einer 2,7-Liter-Maschine ausgestattet
und leistete bis zu 215 PS.

Er dominierte bis 1934 in zahlreichen Grand-Prix-Veranstaltungen
und auch in vielen Bergrennen wurde der P3 erfolgreich eingesetzt.
Insgesamt wurden bei Alfa Romeo 15 Stück hergestellt,
die zusammen die stattliche Zahl von 29 Siege erzielten.

Zu den erfolgreichsten Fahrern zählten Rudolf Caracciola, Tazio Nuvolari,
und Louis Chiron.






RIO-Modell / Alfa Romeo B-P3 / Achille Varzi / Targa Florio 1934
























Tyrrell 001 (1970 - 1971)


Teamchef und Holzgroßhändler Ken Tyrrell wird während er F1-Rennsaison 1970 schwer enttäuscht:
die eingekauften MARCH 701-Rennwagens mit den Piloten Francois Cevert und Jackie Stewart fahren der Konkurrenz hoffnungslos hinterher...

Kurzentschlossen investiert er £ 22.000 seines privaten Vermögens
und lässt einen eigenen Rennwagen konstruieren und bauen -
den Tyrrell 001.

Allerding ist es für eine effektiven Einsatz Ende 1970 zu spät und der Wagen nimmt nur
an den letzten drei Grand Prix der laufenden Saison teil.
Allerdings fällt Stammfahrer Jackie Stewart in Kanada, den USA und in Mexiko aufgrund
unterschiedlichster "Kinderkrankheiten" des neuen Rennwagens aus.

Ab 1971 setzte Tyrrell durchgängig eigene Autos ein.
Die Tyrrell 001 bis 005 waren Einzelstücke; die Ziffern bezeichneten jeweils die Fahrgestellnummern.
Der "001" mit Jackie Stewart belegte beim ersten Rennen in Südafrika 1971 auf Anhieb einen zweiten Platz in der Endwertung.
Stewart wechselte danach auf den Typ "003" und wurde 1971 Weltmeister.

Der "001" wurde beim "Großen Preis der USA" in Watkins Glen 1971 zum letzten Mal eingesetzt:
Peter Revon stellte den Wagen schon nach einer Runde aufgrund einer defekten Kupplung enttäuscht ab...





QUARTZO-Modell / Jackie Stewart / Tyrrell 001-03 / GP Monaco 1971























Geändert von Engineer (14.08.2017 um 17:05 Uhr)
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Alt 20.08.2017, 17:08   #569   nach oben
Engineer
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Williams FW07 RAM (1980)





MINICHAMPS-Modell / Williams FW07B / Rupert Keegan / GP Österreich 1980



Wikipedia.de schreibt über Keegan:


"Rupert Keegan galt als nicht besonders talentiert,
als er 1977 in die Formel 1 kam, dennoch schaffte er es, an 25 Weltmeisterschaftsläufen teilzunehmen.

Keegan begann seine Karriere in den frühen 1970er-Jahren auf einem Ford Escort Mexiko,
wechselte aber bald in die britische Formel-Ford-Meisterschaft.
1974 fuhr Keegan eine ganze Saison in der Formel 3.
Mit dem Geld seines Vaters, der einige Großbäckereien betrieb,
erwarb er ein Jahr später den March 743 von Brian Henton und stieg in die Formel-2-Europameisterschaft ein.
Keegan war zwar schnell, erreichte das aber nur durch zu hohes Risiko.
Die Folge waren eine Serie von Ausritten und Unfällen (den schwersten Unfall hatte Keegan in Thruxton),
die er alle ohne Verletzungen überstand.

Die Wende kam 1976, als er mit neun Laufsiegen überlegen die Britische Formel-3-Meisterschaft gewinnen konnte.
Dieser Erfolg brachte ihm einen Werksvertrag bei Hesketh für die Formel-1-Saison 1977 ein.
Hesketh, einst das Team, mit dem James Hunt seinen ersten Grand Prix gewann,
war inzwischen der Konkurrenz in allen Belangen unterlegen.

Keegan konnte das Fahrzeug, den Hesketh 308E-Ford-Cosworth, zwar bei jedem Rennen,
bei dem er eingesetzt wurde, qualifizieren; zu einem WM-Punkt reichte es jedoch nicht.

So wechselte er 1978 zu Surtees.
Große Erfolge blieben allerdings auch hier aus.
Beste Platzierung war der elfte Platz beim Großen Preis von Spanien in Jarama.

Nachdem John Surtees 1979 den Vertrag nicht verlängerte, musste Keegan in die Aurora-Formel-1-Serie ausweichen,
eine nationale britische Rennserie, die auf dem Reglement der Formel-1-WM basierte.
Keegan setzte einen privaten Vorjahrs-Arrows A1 ein.
Er gewann damit fünf Rennen und die Meisterschaft und kehrte 1980 mit RAM Racing in die Formel 1 zurück.
1982 endete seine Formel-1-Karriere mit einem kurzen Gastspiel bei RAM, ohne dass er jemals in den Punkterängen platziert war."



1977 - Hesketh 308 E / SPARK
1978 - Surtees TS19 / SPARK
1980 - Wiliams FW07B /MINICHAMPS



























MINICHAMPS-Modell / Williams FW07B-RAM / GP Italien 1980

Geändert von Engineer (20.08.2017 um 17:59 Uhr)
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Alt 22.08.2017, 19:16   #570   nach oben
MalpasoMan
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Immer wieder erstaunlich, was Du an Modellen hier auffährst. Kannte weder Fahrzeug noch Fahrer.
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Alt 27.08.2017, 18:44   #571   nach oben
Engineer
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GRAND PRIX HEROES:
Andreas Nikolaus "Niki" Lauda - the "Super Rat"


Zur Erläuterung des etwas "tierischen" Spitznamens:
Niki Lauda bekam aufgrund seiner dominanten Schneidezähne den Spitznamen "die Ratte" verpasst,
wobei er es schaffte, während seiner Karriere von "the Rat"
zur "Super Rat" und schließlich zur "King Rat" aufzusteigen.

"Ich verbinde mit der Ratte hohe Intelligenz
und einen sprichwörtlichen Überlebensinstinkt !"

Lauda hatte gegen seinen Spitznamen nichts einzuwenden......

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Part 1: Rennsaison 1971



SPARK-Modell / March 711 / GP Österreich 1971

Niki Lauda, geboren am 22.Februar 1949 in Wien, wächst in einem wohlhabenden familiären Umfeld auf
und kauft sich schon als 15jähriger Teenager sein erstes Auto...

Bei seinem ersten Rennen, dem Bergrennen im April 1968 in Bad Mühllacken,
wird der mittlerweile 19 Jahre alte Niki Lauda mit einem Mini Cooper auf Anhieb Zweiter seiner Klasse.

1969 startet er dann in der Formel V und bestreitet 1970 mehrere Formel 3- Rennen.
Dort übersteht er dann mehrere haarsträubende spektakuläre Unfälle und bezeichnet daraufhin diese Motorsportklasse als „Wahnsinnsformel":

"Ja, ich wollte Rennen fahren,
aber ich wollte nicht ein Wahnsinniger in einem Feld von zwei Dutzend Wahnsinnigen sein..."


Dann bietet sich Niki Lauda die Chance, beim englischen MARCH-Rennstall unterzukommen
und dort ein Formel II-Cockpit zu besetzen.
Eine volle Formel II-Saison inklusive Service kostet aber in den siebziger Jahren rund 80.000 D-Mark...

Als Nummer 1 bei MARCH soll zwar Ronnie Peterson die Formel II-Europameisterschaft anpeilen,
aber Lauda ist mittlerweile von Max Mosley schon als zweiter Mann fix eingeplant -
die 80.000 DM hat Niki aber immer noch nicht.

Aber er hat Glück:
Der Generalsekretär der "Ersten Österreichischen Sparkasse" hat offene Ohren für Nikis Motorsport-Ambitionen
und ist bereit, ihm das Geld zu leihen !
Innerhalb von drei Jahren soll dann das Geld dann zurückgezahlt werden,
aber der MARCH-Vertrag läuft nur ein Jahr ..

Aber Lauda denkt positiv:
"Wenn ich in dem Metier nichts tauge,
kann ich mich noch immer hinter den Schreibtisch setzen und meine Schulden zurückzahlen !"


Niki schließt seine Formel II-Saison auf Platz 10 der Endwertung ab -
Teamchef Mosley ist dennoch zufrieden:
"Der Niki arbeitet ordentlich und redet keinen Unsinn.."

MARCH hat sein "Leihwagensystem" mittlerweile auch auf die Formel 1 ausgeweitet
und für rund 30.000 D-Mark kann man 1971 Grand-Prix-Pilot werden.
Niki schafft es aber tatsächlich, Max Mosley zu überzeugen und ihm für relativ "kleines Geld" einen Formel 1-Rennwagen
für sein Heimrennen auf dem Österreichring zur Verfügung zu stellen...



Nach nur 20 Rennen in Monoposto-Autos ist Niki Lauda nun also Formel 1-Pilot....
als jüngster Fahrer im Feld.
Im August 1971 debütieren dann zwei Lokalmatadore beim österreichischen Grand Prix:
Nikolaus Lauda auf March und Helmut Marko auf BRM.

Beide haben schon im Training Probleme:
Marko kommt mit der Sitzposition im Rodriguez-BRM nicht zurecht und auch in Laudas March 711 stimmt noch nicht alles.
Schon nach wenigen Trainingsrunden klettert Niki stocksauer aus seinem Mietwagen:
der Ex-de Adamich-March hat einen Motorschaden.

Nachdem der Wagen wieder zum Laufen gebracht worden ist,
schafft Lauda mit Müh' und Not gerade noch als 21. einen Platz in der letzten Startreihe....
Der Schweizer Jo Siffert auf BRM fährt in Zeltweg Trainingsbestzeit;
gefolgt von Jackie Stewart im Tyrrell mit zwei Zehntelsekunden Rückstand.

Am Renntag strömen 80.000 Zuschauer auf den Österreichring.
Dass Lauda und Marko besonders gut abschneiden könnten,
damit rechnet man erst gar nicht.

Um letztendlich am Rennen teilnehmen zu können,
muss Niki mit einem Ersatzmotor vorliebnehmen-
Teamkollege Mike Beuttler bekommt nämlich das Lauda-Triebwerk eingebaut !
Die March-Renner haben aber noch ein viel größeres Problem:
eine schlechte Straßenlage macht den "711er" fast unfahrbar...





Niki erkennt schon damals, dass Ronnie Peterson bei aller Genialität
kein Verständnis für das Abstimmen eines Fahrwerks hat.
Ronnie driftet mit jedem schlecht liegenden Auto quer durch die Kurven, als ob es kein Morgen geben würde....
immer am äußersten Limit, brutaler und besser vielleicht als jeder andere Weltklasse-Fahrer.
Nach 20 von 54 Runden stellt Niki Lauda den March an der Box ab -
die Handling-Probleme aufgrund einer unberechenbarer Lenkung sind nicht mehr beherrschbar.

Jo Siffert führt bei diesem Grand Prix vom Start bis in's Ziel -
im letzten Drittel des Rennens allerdings hätte ihn ein defekter Hinterreifen beinahe noch den Sieg gekostet.

Emerson Fittipaldi auf Lotus belegt wider Erwarten Platz 2,
denn am Tyrrell des Favoriten Jackie Stewart bricht in Runde 36 eine Achse...
Der Schotte kommt in's Schleudern und verschwindet mit seinem Wagen in einer Bodensenke -
ohne jedoch selbst Schaden davonzutragen, muss er sein Arbeitsgerät im hohen Gras stehen lassen.
Zu Fuß trabt Jackie zur Boxengasse, wo er mit Jubel empfangen wird:
da sein ärgster Konkurrent Jacky Ickx auch nicht in die Punkte fahren kann (defekte Zündung in Runde 32),
kann sich Stewart drei Läufe vor Saisonschluss schon inoffiziell als "World Champion" feiern lassen.


Der Sieger des GP von Österreich 1971:
Jo Siffert auf BRM P160 (SPARK)


Laudas Teamkollege Peterson erreicht an diesem Rennsonntag mit seinem Wagen zwar das Ziel,
aber mit Platz 8 und einer Runde Rückstand zum Sieger sind keine WM-Punkte zu holen.
In der March-Box resümiert Niki nachdenklich:
"Man muss eben schauen, dass man das Auto hinkriegt...
mit einer Gurke kann man in der Formel 1 nichts anfangen.
Auch nicht, wenn man ein Peterson ist."


Damit ist für 1971 das F1-Gastspiel für Lauda beendet -
der 22jährige Niki spekuliert aber weiter mit der Formel 1
und auch Max Mosley will ihn unbedingt für weitere Grand Prix-Einsätze verpflichten,
"weil Niki viel Gefühl und eine gute Hand zum Testen mitbringt."
March verlangt daraufhin 50.000 englische Pfund...
aber dafür wären Einsätze in der Formel 1 und 2 möglich.

Im Herbst '71 wird Niki Testpilot des neuen March 721X .



In zähen Verhandlungen für die Einsätze während der Saison 1972 erzwingt Lauda einen Vorvertrag:
Formel 1 plus 2 für 35.000 Pfund.
Diesmal war zwar von der Bank eine Kredit-Zusage bereits vorhanden,
aber es gab auch noch genügend Altschulden für das neue Talent Lauda...

Niki unterschreibt bei March, aber dann "platzt die Bombe".
Die Sparkasse hat über Nacht ihre Zusage zurückgezogen:
auf Intervention des Großvaters.
"Ein Lauda hat auf den Wirtschaftsseiten der Zeitung zu stehen,
nicht im Sportteil.."
- so lautet die Meinung des alten Herrn.
Niki Lauda scheint am Ende...



Aber der Geschäftsmann Lauda lässt sich nicht erschüttern und rennt von einer Bank zur anderen - und hat Erfolg.
Dem Werbeleiter der Raiffeisenbank imponiert die Prägnanz, mit der Niki vorspricht.
Lauda schließt eine Lebensversicherung auf 350.000 D-Mark ab
("Die hätte die Bank kassiert, wenn ich mich im ersten Jahr erschlagen hätte.")
und das Kreditinstitut streckt genau diesen Betrag vor.

Aber Niki unterschreibt auch eine Werbevereinbarung mit der Raiffeisenbank und hat damit eigentlich erreicht, was er will -
Kredit plus Werbevertrag sichern den F1-Einsatz für 1972.





Technik - Details zum March 711:

- Ford DFV-Motor aus Aluminium, 8 Zylinder, 2993 ccm
- Vier Ventile pro Zylinder, DOHC, Leistung 450 PS bei 10.800 U/min.
- Hewland FG400 5-Gang-Getriebe, Trockensumpfschmierung
- 560 kg Gewicht
- 227 Liter-Kraftstofftank
- Aluminium-Monocoque
- Scheibenbremsen
- Lucas-Benzineinspritzung

Sechs Chassis wurden 1971 von diesem Typ gebaut und eingesetzt.


Der March 711 beim Oldtimer-Grand Prix

Geändert von Engineer (09.08.2018 um 22:23 Uhr)
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Alt 03.09.2017, 18:37   #572   nach oben
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EPIC RACES...

Großer Preis von Europa / Österreich -
12. Wertungslauf zur Formel 1-Fahrerweltmeisterschaft 1975


Österreichring - Zeltweg, 17.August 1975



Nach einem Sieg beim "Großen Preis von Deutschland" am ersten Augustwochenende 1975
führt Ferrari-Pilot Niki Lauda kurz vor Saisonende haushoch mit 17 Punkten Vorsprung
vor seinen ärgsten Widersachern Emerson Fittipaldi (Mc Laren M23) und Carlos Reutemann (Brabham BT44B).

Die F1-Europatournee '75 geht damit ihrem Ende zu:
nach den kommenden Rennen in Österreich und Italien liegt Anfang
Oktober nur noch der finale Grand Prix in Watkins Glen an...

Die dreißig Trainingsteilnehmer auf dem Österreichring sind ein neuer Rekord in der Formel 1-Geschichte:
noch nie sind so viele Neulinge und "Heimkehrer" auf einmal am Start.

So geben Brett Lunger (Hesketh) und Jo Volanthen (Williams) ihr F1-Debüt,
Brian Henton (Lotus) und Harald Ertl (Hesketh) machen zum zweiten Male mit und
Rolf Stommelen steigt wieder in's Hill-Cockpit...

Das F1-Rennwochenende in Österreich schreibt schon während der Qualifiers Negativ-Schlagzeilen:
Die Szene nimmt Notiz von Brian Henton, der im Training eine Ölpfütze erwischt und spektakulär verunglückt
und von Wilson Fittipaldi (Copersucar), der sich bei einem weiteren Crash zwei Finger bricht.
Überschattet wird dann das freie Training am Rennsonntag durch einen fatalen Reifenplatzer
am March 751 des Amerikaners Mark Donohue -
der steuerlose Wagen schießt in die Fangzäune, erwischt dabei zwei Streckenposten lebensgefährlich
und rutscht anschließend die Böschung hinunter.

Dabei wird Mark am Kopf durch einen Pfosten des Sicherheitszauns getroffen und
stirbt drei Tage später an den Folgen eines Blutgerinnsels.
Mit Donohue verliert auch später einer der Streckenposten sein Leben...



MINICHAMPS-Modell / Mark Donohue / March 751 / GP Österreich 1975



MINICHAMPS-Modell / Vittorio Brambilla / March 751 / GP Österreich 1975

Die notwendigen Streckenreparaturen nach dem Donohue-Unfall bringen zwar eine größere Zeitverschiebung im geplanten Rennprogramm,
aber das totale Durcheinander bringen erst einzelne Niederschläge kurz vor Start des Grand Prix.

Regenreifen müssen montiert werden und alle Teilnehmer verlangen vom Veranstalter ein zusätzliches Regentraining
und Zeit für die Korrektur verschiedener Einstellungen an den Rennwagen.
Mit mehr als einer Stunde Verspätung wird das Rennen dann endlich gestartet...


Der 38jährige Italiener Vittorio Brambilla bestreitet erst seine zweite Formel 1-Saison:
Nach erfolgreicher Teilnahme an der FIII und FII-Europameisterschaft ermöglicht ihm 1974
der Werkzeughersteller BETA den Einstieg in die Königsklasse.
Ausgerechnet am Österreichring holt Brambilla im March 741 seinen ersten und einzigen WM-Punkt der Saison 1974...

Das March-Nachfolgemodell "751" bereitet Vittorio während der aktuellen Rennsaison 1975 jedoch massive Probleme:
8 Ausfälle bei 11 Grand Prix teils durch technische Defekte am Wagen oder durch übereifrige Manöver bei den Rennen (3 Kollisionen)
stehen in den Bilanzbüchern des BETA-Teams March.
Wenn der "Monza-Gorilla" aber das Ziel mit seinem Wagen erreicht,
dann fährt er mit seinem Arbeitsgerät fast immer in die Punkte:
den acht Ausfällen stehen auch ein fünfter, ein sechster und ein neunter Platz entgegen...


An diesem regnerischen Rennsonntag in Zeltweg steht Vittorio Brambilla mit seinem March 751
in der vierten Startreihe neben Patrick Depailler auf Tyrrell 007 -
die Pole hat Niki Lauda / Ferrari neben James Hunt / Hesketh.

Als sich dann um 16.17 Uhr sechsundzwanzig Fahrer in "die Fluten stürzen",
hat eigentlich nur Niki Lauda gute Sicht....


Auf Pole in Zeltweg '75: Niki Lauda / Ferrari 312T
QUARTZO/VITESSE-Modell



Neben Lauda in der 1.Startreihe : Patrick Depailler / Tyrrell 007
MINICHAMPS-Modell


In den folgenden Runden schwillt der Nieselregen wieder zum Wolkenbruch an und der Lauda-Ferrari ist immer schwerer zu beherrschen -
in der Hoffnung, dass die Bahn abtrocknen würde, hat man Niki mit "wenig Flügel" an den Start gehen lassen...

140.000 Zuschauer feuern ihren Landsmann an, aber Lauda verliert den heimischen Grand Prix in der 15.Runde...
zuerst geht Hunt an ihm vorbei und dann auch der unvermindert heranstürmende Brambilla.
Für ihn ist es die große Chance, seinen ersten Grand Prix zu gewinnen und nach dem Motto
"Lieber tot als Zweiter" setzt er alles auf eine Karte.
Vier Runden kämpft er mit James Hunt, dann kann der "Monza-Gorilla" auch den Briten überholen.

Mittlerweile kreuzen die ersten Sturzbäche die Piste:
die Reifen schwimmen auf, die Wagen stellen sich quer oder drehen sich,
ohne dass die Fahrer dies verhindern können und bei einigen dringt Wasser in die Elektrik...






James Hunt's Motor läuft nur noch auf 7 Zylindern und beginnt zu stottern, Brambilla jagt weiterhin allen davon....
und Ferrari-Rennleiter Montezemolo bestürmt nun die Rennleitung, den Grand Prix abzubrechen.

Als Lauda auf seiner 29.Runde ist, kommt auch wirklich die Flagge zum Rennabbruch -
Niki ist auf Platz 5 und ein WM-Punkt reicht eigentlich,um vorzeitig F1-Champion zu werden !
Aber aufgrund der unvollständigen Renndistanz gibt es diesmal nur halbe Punkte und Lauda verpasst den frühen WM-Titel...

Für Jochen Mass (Mc Laren) dagegen kommt der Abbruch um Minuten zu spät:
in der 28.Runde hat er sich gedreht und nun verliert er seinen sicher geglaubten dritten Platz an Tom Pryce auf Shadow.



Platz 1: Vittorio Brambilla / March 751 (PMA)


Platz 2: James Hunt / Hesketh 308 (PANINI)


Platz 3: Tom Pryce / Shadow DN5 (SPARK)


Der älteste Mann im Feld gewinnt seinen ersten Grand Prix:
Vittorio ist der Chef auf der Strecke,
der Mann mit dem am besten auf Regen abgestimmten Auto
und der Mann mit dem größten Herzen..

Nachdem Brambilla schon im verregneten Abschlusstraining in Zeltweg der Schnellste ist,
hat Max Mosley für das Rennen auf den Regenfahrer Vittorio gesetzt...
March-Pilot Hans-Joachim Stuck wird auf "Halbtrocken" abgestimmt,
um bei eventuell abtrocknender Bahn eine weitere Chance zu haben.
Dadurch endet aber "Striezel's" Dienstfahrt an diesem Rennsonntag schon im ersten Drittel des Grand Prix
in den Fangzäunen der Bosch-Kurve des Österreichrings.

Maria Grazia „Lella“ Lombardi, die einzige Frau im Starterfeld und ebenfalls auf March 751 unterwegs,
ist vom 19.Startplatz in's Rennen gegangen und beendet punktelos auf dem
17. und vorletzten Platz unspektakulär den "Großen Preis von Österreich"..


MINICHAMPS-Modell / Lella Lombardi / March 751 / GP-Saison 1975

Brambilla kommt von allen Teilnehmern mit der Regenflut am besten zurecht:
"Mein Auto war phantastisch,
ich bin an den anderen mühelos vorbeigefahren...
überhaupt kein Problem. Ich hätte noch schneller fahren können,
aber das war ja gar nicht notwendig !"

schwärmt Vittorio und
erringt damit den ersten italienischer Grand-Prix-Sieg nach Scarfiotti 1966 in Monza...

Dabei wird hinter den Kulissen noch über einen Neustart verhandelt, den es letztlich nicht geben kann -
die Rennleitung ließ mit der schwarz-weiß karierten Flagge abwinken und nicht mit der roten.


Mein Brambilla-Original-Autogramm



Es passt irgendwie zur Laufbahn des Mannes aus Monza,
dass er ein leicht zerknittertes Auto als Sieger an die Boxen bringt -
nach der Zieldurchfahrt landet Vittorio nämlich in den Leitschienen !
Das Gas bleibt gerade in jenem Augenblick stecken,
als er nur eine Hand am Lenkrad hat, weil er die andere jubelnd in die Höhe reckt.

"Der Wagen brach aus und mit einer Hand konnte ich nicht so schnell korrigieren !" -
grinsend erzählt Brambilla den Reportern sein Missgeschick.


https://www.youtube.com/watch?v=6a4mbwhuJfI


Die erhaltenen 4,5 WM-Punkte sind die Letzten für die WM-Saison 1975, denn beim nächsten Lauf in Monza streikt die Kupplung
und beim letzten Rennen in Watkins Glen reicht ein 7.Platz nicht für die Punktewertung.

Mit insgesamt 6,5 Punkten erreicht "Vittorio, der Schreckliche" einen 11.Platz im Abschluss-Klassement
der Formel 1- Fahrerweltmeisterschaft.

Aber sein Platz im BETA-March ist für die Saison 1976 schon gesichert...



--------------------------------------------------------------------------------------

Der Vergleich: PANINI vs. MINICHAMPS

Auch PANINI hat kürzlich ein Modell des March 751 von Brambilla's Regenrennen 1975
auf den Markt gebracht - welche Qualität kann man für 14,99 Euro erwarten ??

Hier der Vergleich mit dem schon in die Jahre gekommenen Modell von MINICHAMPS (mit Fahrerfigur) -
für mich hat PMA die "Pole-Position"...aber urteilt selbst !









---------------------------------------------------------------------------------------

Auch heute abschließend noch ein paar bunte Bilder vom BETA-March:
hier der "741" aus dem Jahr 1974...





...und dem "761" der Rennsaison 1976 -
wie immer gesehen beim Oldtimer-Grand Prix














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Alt 04.09.2017, 13:53   #573   nach oben
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Mal wieder supergelungene Recherchemonster!

Die 70er waren schon ein Hammer in Sachen F1.
Wenn nur nicht die vielen Toten gewesen wären.
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Alt 06.09.2017, 22:53   #574   nach oben
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Karl Jochen Rindt
* 18. April 1942 in Mainz
† 5. September 1970 in Monza



In memoriam:
Jochen Rindt wäre heute 75 Jahre, 4 Monate und 19 Tage alt-
vor 47 Jahren kommt er bei einem tragischen Unfall in Monza um's Leben....

R.I.P.




1964: der erste und einzige Formel 1-Einsatz

GP Österreich / Zeltweg - Rob Walker Racing Team / Brabham BT11:
Ausfall in Runde 58 von 105 aufgrund defekter Lenkung....




SPARK-Modell / Brabham BT 11 / GP Österreich 1964










1966/1967: die Cooper- Jahre

"Grosser Preis von Belgien" - Spa, 12.Juni 1966:
der erste Podiumsplatz auf Cooper-Maserati T81-
nach John Surtees auf Ferrari erreicht Jochen als Zweiter das Ziel...



SPARK-Modell / Cooper T81 / GP Belgien 1966










"Grosser Preis von Holland" - Zandvoort, 4.Juni 1967:
der dritte Ausfall der Saison in Folge -
Aufhängungsschaden in Runde 41 am Cooper-Maserati T81B


SPARK-Modell / Cooper T81B / GP Holland 1967










Monza - 5. September 1970

Im Abschlusstraining zum "Grossen Preis von Italien"
bricht die Bremswelle an seinem Lotus 72C...
Jochen wird postum Weltmeister 1970



QUARTZO-Modell / Lotus 72C / Training GP Italien 1970








Wen die Götter lieben, den lassen sie früh sterben !
(Titus Maccius Plautus - römischer Dichter / um 180 v. Chr.)

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Alt 14.09.2017, 15:20   #575   nach oben
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Und wieder eine tolle und vor allem interessante Vorstellung und Zusammenfassung der Ereignisse
Vielen Dank für Deine Recherchen und Fotos

Erwin
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Alt 18.09.2017, 16:17   #576   nach oben
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Bevor es mit den Wagen der "goldenen Jahre der Formel 1" weitergeht,
ausnahmsweise mal ein Rennwagen aus der laufenden Saison 2017.


Stehe zwar mehr auf die "Oldies" der Formel 1, aber der hier musste sein !

Pink Rules -
der FORCE INDIA VJM 10 ist wirklich bezüglich Farbgebung reine Geschmacksache...mir gefällt's..

Saubere Arbeit von MINICHAMPS !



MINICHAMPS-Modell / Force India Mercedes VJM 10 / S. Perez - GP Australien 2017











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Alt 30.09.2017, 18:26   #577   nach oben
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Großer Preis von Japan / Fuji International Speedway - 24. Oktober 1976
16. und letzter Wertungslauf zur Formel 1-Fahrerweltmeisterschaft



Die Saison 1976 mit Niki Lauda's Unfall auf dem Nürburgring und dem alles entscheidende Finale in Fuji
beim ersten Grand Prix von Japan markiert wohl die bedeutendste Zäsur in der wechselhaften Geschichte der Formel 1:
Nie zuvor ist das Interesse an diesem Sport derart gewaltig
und nie zuvor ist ein Formel 1-Pilot berühmter und begehrter als James Hunt....

Niki Lauda führt vor dem letzten Lauf der Saison 1976 mit nur noch 3 WM-Punkten vor seinem ärgsten Widersacher :
Lauda gegen Hunt, Ferrari gegen Mc Laren - das Duell des Jahres und der Zweikampf ohne Mitleid geht in die letzte Runde.

James Hunt's "Vorbereitungen" auf den Grand Prix bestätigen wieder einmal alle Vorurteile zum "British Playboy":
Im Hilton-Hotel in Tokio logieren auch die Stewardessen von British Airways; jeden Tag trifft eine neue Fraktion ein...
und Hunt legt sie alle miteinander flach.
"Es war das reine Sexualchaos...die perfekte Situation,
denn die Frauen gaben sich geradewegs die Tür in die Hand, ohne dass es irgendwelche Folgen hatte."

beschreibt es treffend Tom Rubython in seinem Buch "In the name of glory"

Titelverteidiger Niki Lauda dagegen gibt offen zu, niedergeschlagen und müde zu sein.

Die Meterologen haben für das Rennwochenende in Oyama am Fuße des Fuji heftige Stürme und Dauerregen vorausgesagt -
keine optimale Voraussetzungen für alle Beteiligten bahnen sich somit an..

Lauda hasst eigentlich Regenrennen und seine noch immer lädierten Augen infolge des Nürburgring-Unfalls machen ihn zu schaffen.
"Im Nassen musst du zusätzliche Motivationsreserven abrufen und
ein gesteigertes Durchhaltevermögen haben.
Ich habe keine Reserven mehr - ich bin am Ende"

gesteht er ganz gegen seine Art einem der wohl tausend Journalisten vor Ort.



TSM-Modell / BELL-Helm James Hunt 1976 / 1:8

Die Jagd nach der Trainings-Pole zettelt Lauda an, ehe Hunt zurückschlägt...
und von Mario Andretti um 0,03 unterboten wird -
die erste Trainingsbestzeit für den Lotus-Piloten seit Watkins Glen 1968 !

"Erster Andretti, Zweiter Hunt, Dritter du - genau was du brauchst,
um Weltmeister zu werden"

tönt Ferrari-Teamchef Audetto, doch Niki Lauda korrigiert diese "Milchmädchenrechnung" sofort:
"Training und Rennen sind zweierlei.
Wenn Andretti ausfällt, haben wir, was wir am wenigsten brauchen können:
Erster Hunt und Zweiter ich..."




SPARK-Modell / Mario Andretti / Lotus 77 / GP Japan 1976


MINICHAMPS-Modell / James Hunt / Mc Laren M23 / GP Japan 1976


IXO-Modell / Niki Lauda / Ferrari 312 T2 / GP-Saison 1976



Außer Lauda und Hunt, den beiden Hauptfiguren in dieser nun alles entscheidenden Partie,
bekommen die Japaner bei ihren ersten Grand Prix (Kostenfaktor 850.000 Dollar)
auch die anderen Teilnehmer der Formel 1- Szene fast vollständig zu Gesicht.

Prominent fehlen nur Jacky Ickx, Chris Amon, Guy Edwards und Brett Lunger -
von den derzeitigen "Randfiguren" sind nur Henri Pecarolo und Otto Stuppacher verhindert.


SPARK-Modell / Surtees TS 19 - Brett Lunger
nicht in Fuji gestartet:
Noritake Takahara erhält den Platz im zweiten Werks-Surtees





SPARK-Modell / Surtees TS 19 - Henri Pescarolo
nicht in Fuji gestartet:
Rückzug aus der Formel 1





SPARK-Modell / Ensign N176 - Chris Amon
nicht in Fuji gestartet:
Trainingsunfall mit schweren Verletzungen in Kanada;
danach Rückzug aus der Formel 1





SPARK-Modell / Ensign N176 - Jacky Ickx
nicht in Fuji gestartet:
aufgrund Unfall in Watkins Glen nicht angetreten





SPARK-Modell / Tyrrell 007 - Otto Stuppacher
nicht in Fuji gestartet:
freiwilliger Verzicht auf Teilnahme




Dafür stellen die Gastgeber nicht weniger als vier eigene Piloten
und stocken somit das Starterfeld zum ersten Training auf 27 Plätze auf.

Eine Nennung ist allerdings zweifelhaft, da sich Hans Binder und der Japaner Masami Kuwashima das gleiche Auto teilen.
Binder übernimmt dann im Abschlußtraining und im Rennen den Williams FW05,
weil Kuwashima die versprochenen Sponsorgelder dann doch nicht aufbringen kann.
Daraufhin geht er als Pilot mit der kürzesten Formel-1-Karriere
in die Geschichtsbücher ein..

Teamkollege Arturo Merzario ist nach einem kurzen Ausflug in's "Ovoro-Team March" wieder im Rennstall von Frank Williams gelandet,
welcher sich aufgrund des neuen Sponsors "Walter Wolf Racing Team" nennen muss.

Merzario hat Niki Lauda gewissermaßen das Leben gerettet, als er ihn in der "Grünen Hölle" aus seinem brennenden Ferrari zog,
eine Herzmassage durchführte und ihn auch beatmete.
Im Trubel seines Comebacks beim Italien-GP in Monza vergisst es Lauda aber, sich bei seinem Lebensretter zu bedanken....
Der hat ihm heute zwar längst verziehen, damals war er aber sauer:
"Also, für mich und aus Sicht vieler Fans war Niki damals ein Arsch...",
sagt Merzario vierzig Jahre später.

Doch zurück nach Fuji:
Arturo stellt seinen Surtees am Rennsonntag auf Platz 19 der Startaufstellung,
während der Österreicher Hans Binder mit über fünf (!!) Sekunden Rückstand zum Pole-Mann Mario Andretti
in der 13.Startreihe auf der allerletzten Position steht !


SPARK-Modell / Arturo Merzario / Williams FW05 / GP Japan 1976



SPARK-Modell / Masami Kuwashima / Williams FW05 / Training GP Japan 1976


Der zweite Japaner mit Europa-Kontakt heißt Noritake Takahara.
der 25jährige Rennfahrer hat die Gesamtwertung der F2-Meisterschaft gewonnen und pilotiert nun erstmalig einen Formel 1 - Boliden.

Für das Team des ehemaligen Weltmeisters John Surtees kämpft er zusammen mit dem Australier Alan Jones im Surtees TS 19
um die begehrten WM-Punkte.
Takahara stellt sein Arbeitsgerät nach dem Abschluss-Training in die vorletzte Startreihe und
der spätere Weltmeister Alan Jones steht nur unwesentliche vier Plätze weiter vorn in der Aufstellung.



SPARK-Modell / Alan Jones / Surtees TS 19 / GP Japan 1976



SPARK-Modell / Noritake Takahara / Surtees TS 19 / GP Japan 1976


Fortsetzung folgt !

Geändert von Engineer (09.08.2018 um 22:13 Uhr)
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Alt 20.10.2017, 21:05   #578   nach oben
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Part II: Großer Preis von Japan /
Fuji International Speedway - 24. Oktober 1976

16. und letzter Wertungslauf zur Formel 1-Fahrerweltmeisterschaft



SPARK-Modell / Kazuyoshi Hoshino / Tyrrell 007 / GP Japan 1976

Ein weiterer Pilot aus dem "Land der aufgehenden Sonne" gilt für viele japanische Fachjournalisten
noch heute als der beste japanische Fahrer überhaupt:
der 29jährige Kazuyoshi Hoshino gewann vier Mal die Gesamtwertung der japanischen Formel-2/Formel-3000-Meisterschaft
und gibt in Fuji '76 sein Formel 1-Debüt.

Er startet für das "Heros Racing" auf einem privat erworbenen Tyrrell 007 und stört mit einem
BRIDGESTONE-bereiften Arbeitsgerät die technische Ordnung-
GOODYEAR bekommt nach zwei Jahren Alleingang wieder Konkurrenz in der Königsklasse des Motorsports.

Der japanische Spitzenfahrer kann jedoch den neuaufbereiteten Alt-Tyrrell beim Abschluss-Training nur auf Startplatz 21 positionieren
und muss dann das eigentliche Rennen vorzeitig in der 28.Runde aufgeben:
sein Team hat keine Regenreifen mehr zum Wechseln .....


TSM-Modell / Jody Scheckter / Tyrrell P34 / GP Japan 1976


MINICHAMPS-Modell / Patrick Depailler / Tyrrell P34 / GP-Saison 1976

Außer Mario Anderettis Pole-Position und Niki Laudas höchster Plazierung seit seiner Rückkehr
bieten die Startplätze der Stammfahrer keine größeren Überraschungen -
die Aufstellung entspricht dem augenblicklichen Leistungsniveau der Formel 1.

Tyrrell's Stammfahrer Jody Scheckter und Patrick Depailler auf den sechsrädrigen "Tausendfüßlern"
konnten bisher fast bei jedem Rennen punkten und "Uncle Ken"
liegt derzeit auf Platz 3 der Konstrukteurswertung.
Jody und Patrick auf den Tyrrell P34 sind aber in Fuji etwas schlechter als sonst nach dem Training platziert -
Scheckter in der dritten Reihe auf Platz 5 und Patrick sogar nur in Reihe 7 auf Platz 13.


TSM-Modell / Ronnie Peterson / March 761 / GP-Saison 1976


MINICHAMPS-Modell / Hans-Joachim Stuck / March 761 / GP-Saison 1976

Nach dem Überraschungs-Sieg in Monza durch Ronnie Peterson fällt das March Engineering Team"
wieder in die Bedeutungslosigkeit ab...

Nach einer "Null-Runde" in Kanada kann zwar Hans-Joachim Stuck in Watkins Glen noch einmal punkten,
aber allein 11 der insgesamt 19 Zähler werden in den vier letzten WM-Läufen eingefahren.
Ronnie stellt in Japan seinen March 761 nach einem verkorksten Abschlusstraining auf Startplatz 9
und auch "Striezel" Stuck kommt mit den Wetterverhältnissen überhaupt nicht klar...
Trotzdem bleibt er in Fuji der Draufgänger und Power-Slider:
"Wer nicht fahren will, soll es bleibenlassen..."

Platz 17 in der Startaufstellung wird für keine positiven Überraschungen sorgen.


TSM-Modell / Brabham BT45 / Carlos Pace / GP-Saison 1976

Der Brasilianer Carlos Pace bestreitet sein sechstes Jahr in der Formel 1 und ist in Fuji eigentlich viel besser als gewöhnlich plaziert-
einen sechsten Platz in der Startaufstellung mit einem Alfa-befeuerten Brabham BT 45 hat eigentlich niemand erwartet.
Die bisher beste Platzierungen von "Moco" (der "Schwerhörige" !!) sind zwei vierte Plätze in Frankreich und Deutschland..

(By the way...warum hat Carlos eigentlich den Spitznamen "Moco" ??
Seine Eltern sind italienischer Abstammung und ziehen nach seiner Geburt für kurze Zeit wieder nach Italien.
Wieder einige Jahre später geht's zurück nach Brasilien und Carlos hat es seit dieser Zeit ziemlich schwer,
weil er nur Italienisch spricht und kein Portugiesisch.
Seinen Spitznamen „Moco“ bekommt er nicht nur wegen seiner ruhigen Art,
sondern auch wegen seiner Sprachschwierigkeiten.)

Nach vielen mehr oder weniger erfolgreichen Jahren mit dem Ford DFV-Achtzylinder
setzt das Brabham-Team 1976 auf einen neuen Motorenhersteller.
Alfa Romeo hat einen 12-Zylinder entwickelt, von dem man sich verspricht, mit den Ferraris mithalten zu können.
Die Realität belehrt Bernie Ecclestone aber eines Besseren:
die Alfa-Motoren sind nicht standfest genug und Brabham fährt auch 1976 in den Rennen regelmäßig der Spitze hinterher.


SPARK-Modell / John Watson / Penske PC4 / GP-Saison 1976

John Watson erinnert sich:
"Wir waren wie eine Herde von Lemmingen.
Wir sahen, dass die Hauptgerade vollkommen überflutet war, aber weil wir alle Rennfahrer waren,
waren wir trotzdem von der Rennstrecke magisch angezogen...
ganz egal, wie die Verhältnisse waren !"


Der Ire hat bisher 20 WM-Punkte sammeln können und überrascht die Königsklasse
mit einem Sieg in Zeltweg auf seinem Penske PC4.
Es ist zugleich der erste für das Penske-Team, welches schon seit 1974 am Formel 1-Zirkus teilnimmt.
"Wattie" muss im Anschluss nach seinem 1.Platz in Österreich seinen Bart abrasieren und löst damit ein Versprechen ein,
das er seinem Teamchef Roger Penske im Falle eines Sieges gegeben hat..

Nach dem Erfolg in Zeltweg kann Watson noch einen Zähler in Watkins Glen holen,
aber für mehr als 20 WM-Punkte reicht es am Ende nicht....

Der "Fuji International Speedway" mit einer langen Geraden und einer kurvenreichen Gegenpassage
wird von der Anlage her mit den Rennstrecken von Dijon und Kyalami verglichen -
seine Kurven in Folge und Radien mit den nicht ganz unproblematischen Bögen und Kehren
gleichen der Streckenführung in Anderstorp/Schweden.

John kommt mit der neuen Strecke auf Anhieb gut zurecht und stellt sein Arbeitsgerät neben Niki Lauda in die zweite Startreihe...




Am Renntag hängt der Dunst über dem Fujiyama wie ein wallendes weißes Gewand,
es regnet in Strömen und in den leicht überhöhten Kurven steht das Wasser bis zu zehn Zentimeter hoch.
Eine Kolonne von japanischen Arbeitern versucht vergeblich,
mit riesigen Besen die Sturzbäche von der Fahrbahn zu schieben...
dann senkt sich die weiße Nebelwand weiter herab und verhüllt endgültig die Strecke mit dieser trost-und hilflosen Szenerie.

Der erste halbstündige Probelauf wird trotzdem pünktlich gestartet und liefert Aquaplaning in Reinkultur.
Die Wagen kreiseln nur so über die Piste und wie Larry Perkins auf dem zweiten Brabham
schleudern nicht wenige Piloten in die Fangzäune.
Funktionäre, Fahrer und Teamchefs ziehen sich im Anschluss an das "Warm Up" zur Beratung zurück.
Vier Stunden nach dem ersten "Auslauf" der Rennwagen ist dann noch immer keine Entscheidung gefallen
und von den 25 Fahrern wollen eigentlich nur Vittorio Brambilla auf BETA-March und Clay Regazzoni im Ferrari fahren...

"Bei Nässe - wenn man absolut nichts sieht - reicht es,
wenn ein einziger Fahrer in's Schleudern kommt..
es kann eine fürchterliche Massenkarambolage geben !"

protestiert John Watson.

Auch Niki Lauda ist skeptisch:
"Schon bei Tempo 30 ist das Auto in den Kurven einfach in's Schwimmen gekommen,
weil die Reifen eine solche Menge von Wasser nicht bewältigen können ..."




QUARTZO-Modell / Clay Regazzoni / Ferrari 312T2 / GP-Saison 1976


SPARK-Modell / Jaques Laffite / Ligier JS 5 / GP-Saison 1976


Neben Watson und Lauda sprechen sich auch Scheckter, Andretti, Fittipaldi, Pace, Jarier und sogar Hunt
offen gegen ein Rennen unter diesen Verhältnissen aus.

James hat die Nase oder auch die Hosen voll,
springt über die Absperrung der Boxengasse, lässt den Overall bis zu den Knöcheln herunter
und stellt eine Stange Wasser direkt vor der vollbesetzten Haupttribüne ab..

Patrick Head, damals Technischer Direktor bei "Walter Wolf Racing", spaziert einige Zeit später zufällig an einer leeren Box vorbei
und sieht Hunt wieder mit heruntergelassenem Overall -
vor ihm kniet eine junge Japanerin, die dem Titelanwärter begeistert einen Blowjob verpasst...
was sein muss, muss sein...







Der japanische Veranstalter denkt mittlerweile wohl mehr an die 150.000 Zuschauer, die erstmalige weltweite TV-Übertragung
und wahrscheinlich auch an seine Kasse, als er kurz vor 15 Uhr tatsächlich zum Start aufruft -
90 Minuten später als geplant und zwei Stunden vor Einbruch der Dunkelheit...

Die 25 Rennwagen beziehen dann auch wirklich ihre Startpositionen.....
und wieder warten die Fahrer...diesmal fast 10 Minuten auf die Eröffnung der Einführungsrunde.
Alles geht plötzlich so schnell, dass die Organisatoren hoffnungslos überfordert sind.

15.09 Uhr wird dann endlich der Start freigegeben und schon schlingert Hunt's Mc Laren beim Beschleunigen hin und her -
er steuert in die Mitte der Fahrbahn und setzt er sich an die Spitze;
gefolgt von Watson und Lauda.
Es hat keine zwei Sekunden gedauert, bis die Wagen eine riesige Gischtwolke aufgewirbelt haben,
durch die absolut nichts zu sehen ist.

Aber auch der führende Mc Laren fährt im hinteren Teil der Strecke schon in der ersten Runde bedenkliche Zickzack-Linien..
James erinnert sich:
"Ich war prima vom Start weggekommen und hatte 200 Sachen 'drauf,
als ich mit den Schürzen auf stehendes Wasser auffuhr.
Ich dachte schon, es reißt mir den ganzen Unterboden weg...."


John Watson muss aufgrund diese Schleuder-Einlage von James Hunt den Notausgang nehmen und fällt zurück....
das hätte schon die Vorentscheidung sein können, aber Niki Lauda sorgt für die nächste Überraschung.

Als er am Ende der ersten Runde wieder auf die Gerade kommt, fühlt auch er,
wie der Ferrari vorübergehend den Kontakt zur Fahrbahn verliert.
Das Fahren in dieser "nassen Hölle" hat nun für ihn endgültig keinen Sinn mehr:
"Das Ganz war ein absolut Unding, mit Panikgefühl im Cockpit zu sitzen,
nichts zu sehen und den Kopf einzieht, weil man jeden Moment damit rechnet,
dass jemand in einen 'reinknallt.
Es gibt wichtigere Dinge im Leben als den Weltmeistertitel..."


Nach drei Runden steuert Lauda seinen Ferrari an die Boxen.
Man sieht ihn verhalten gestikulieren und plötzlich wenden sich die Mechaniker ab und gehen.
Auch Lauda schnallt sich los, hievt sich aus dem Cockpit und geht.
Er lehnt es jedoch ab, einen Motorschaden vorzutäuschen ..
und wird später als Feigling beschimpft.

Eine Viertelstunde nach Laudas Aufgabe hört es auf zu regnen und
die Piste trocknet ab - die Natur erlaubt sich einen letzten Witz.
Hunt liegt weiterhin in Führung und scheint mit dem Kopf wieder einmal woanders zu sein -
er ignoriert rundenlang die Tafeln, die ihm seine Boxencrew zeigt:
KÜHL DEINE REIFEN !





James schreddert seine Regenreifen, die nun rapide abbauen,
und verliert Position auf Position.
Nun merkt er endlich selbst, dass seine Reifen vorn hinüber sind und wartet vergeblich auf ein Signal, dass er zur Box kommen soll:
"Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte..."

Teddy Mayer, der Teamchef von Mc Laren ist nämlich der Meinung,
dass Hunt selbst am besten wissen würde, wie lange er mit diesen Reifen noch fahren könne
und gibt bewusst kein Zeichen, zum Reifenwechsel 'reinzukommen !

In Runde 68 - mittlerweile ist er auf Platz 3 - platzt der linke Vorderreifen..
exakt in der Kurve vor der Boxeneinfahrt.
Wenn das kurz nach den Boxen passiert wäre, hätte das den endgültigen K.O. für ihn bedeutet;
so aber schleppt er sich mit zerfetztem Reifen zu seinen Mechanikern.
Fieberhaft versuchen seine Jungs, den Wagenheber anzusetzen, aber das Chassis ist zu tief abgesunken...

Teddy Mayer erzählt:
"Wir hatten einen ganz patenten Kerl in unserem Team, der hat das Problem für uns gelöst.
Howard Moore hieß er. Wir kamen mit dem Wagenheber nicht unter den Querlenker.
Da hat er nicht lange herumgemacht, sondern das Auto mit seinen bloßen Händen angehoben.
Wir haben unter diesen Bedingungen noch einen ganz flotten Reifenwechsel hingekriegt !"






Nach 27 endlosen Sekunden ist James Hunt wieder auf der Strecke und noch fünf Runden sind zu fahren.
Hunt kocht vor Wut -
er hat so um den Titel gekämpft und nun ist er ihm scheinbar noch kurz vor Schluss durch die Lappen gegangen,
ohne dass er nach seinem Empfinden selbst etwas dafür kann..
Drei Runden vor Ende des Rennens überholt er noch Regazzoni und Jones, die ihre Reifen schonen müssen -
James selbst hat keine Ahnung, auf welcher Position er liegt und greift verzweifelt in der letzten Runde noch Patrick Depailler an.
Der Tyrrell ist jedoch noch ca. 30 Meter vor dem Mc Laren und Hunt kann auf den letzten Metern nicht mehr aufschließen.

James fährt nach der Zieldurchfahrt schnurstracks an seine Box und lässt zornig seinen Motor ein letztes Mal aufheulen.
Vor seinen im Halbkreis stehenden Mechanikern stoppt er jäh, schnallt sich los und springt aus dem Wagen,
nur um dann Teddy Mayer lautstark zu beschimpfen.

"Durch den Helm hindurch verstand ich nicht, was er brüllte.
James war wirklich auf hundertachtzig ;er schrie und tobte.
Durch seinen Gesichtsausdruck wurde mir dann klar, dass er glaubte, er habe es vermasselt.
Wir versuchten ihm klarzumachen, dass er es geschafft hatte,
aber er hörte uns nicht, weil er den Helm noch auf hatte.
Dann endlich nahm er den Helm ab, schnappte nach Luft und tobte weiter..."


Ein paar Mechaniker packen Hunt und werfen ihn in die Luft.
"Du hast gewonnen ! Du bist Dritter, du hast es geschafft!"
James versucht sich aus der Umklammerung seiner Leute zu lösen und stammelt:
"Gebt mir was zu trinken....haben wir wirklich gewonnen ??"

Er als ihm die Organisatoren sagen, dass er den dritten Platz belegt hat,
beginnt er allmählich an seinen WM-Titel zu glauben.




Noch relativ frisch auf dem Markt:
die PMA-Version des Mc Laren M23 mit der hohen Lufthutze-
"early season 1976"





Der eigentliche Sieger des Rennens, Mario Andretti,
fährt mit seinem Lotus den ersten und einzigen Sieg für das Team von Colin Chapman ein -
doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte....


REVE-SPARK-Modell / Mario Andretti / Lotus 77 / GP Japan 1976

Geändert von Engineer (09.08.2018 um 22:15 Uhr)
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Alt 20.10.2017, 21:56   #579   nach oben
Amabugo
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wieder eine gnadenlos Gute Vorstellung.
Mein Vater weckte mich morgens um 4 weil das Fernsehn übertrug ( HG Müller als Komentator, wenn ich nicht irre). Leider wurde das Rennen immer wieder verschoben, sodass ich nicht mitbekam das Hunt Welmeister wurde. Musste ja in die Schule...

kleine andere Frage : Sind beim Hunt McLaren die Marlboro Decals dabei gewesen ?
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Alt 21.10.2017, 01:07   #580   nach oben
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Die MARLBORO-Sticker gibt's leider nicht gratis von MINICHAMPS dazu -
musste ich extra in Italien über ein Auktionshaus mit vier Buchstaben bestellen..
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