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Alt 22.08.2018, 09:23   #641   nach oben
Oldtimer
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So gut umgesetzt die Formen der neuen F1-Wagen auch sein mögen..... ich kann mich einfach nicht so richtig mit dem Design anfreunden
Mit entsprechenden Aufschriften würden die bald mal als Darsteller in einem Science-Fiction Streifen durchgehen......
Da waren resp. sind mir die 50er, 60er und 70er Jahre schon lieber.
Aber in eine Sammlung gehört sicher auch der Vergleich mit dem Heute, und so sind die Modelle schon am richtigen Platz.
Und deine tolle Präsentation ist eh wieder mehr als gelungen und hebt die vielen kleinen Details sehr gut heraus.

Vielen Dank also für diese Vorstellung und Grüsse
Erwin
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Alt 25.08.2018, 15:06   #642   nach oben
Engineer
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Der EuroBrun ER 189 - das "Aus" kommt schon in der Vorqualifikation....


SPARK-Modell / EuroBrun ER-189 / Gregor Foitek / GP Deutschland 1989
(Limited Edition für die Firma Raceland)


Durch das zu Beginn der Saison 1989 wirksam gewordene Verbot der Turbo-Motoren bekommt
die Formel 1 einen sensationellen und zuvor nicht gekannten "Massenandrang":
20 Rennställe sind bei der FISA für die Rennsaison 1989 eingeschrieben -
damit bewerben sich bis zu 39 (!!) Piloten für einen Platz in der Grand-Prix-Startaufstellung.

Das macht das schon aus den 70er Jahren bekannte "Prequalifying" nötig,
bei dem nur die im Jahr 1988 erfolgreichsten Rennställe (15 Teams) automatisch für die offiziellen Trainings-Einheiten nominiert werden.
Die übriggebliebenen 13 Piloten der Underdogs müssen ohne die geringsten Übungsmöglichkeiten schon am ersten Trainingstag
in einer einstündigen Vorausscheidung die vier schnellsten Fahrer ermitteln,
die anschließend mit den 26 priviligierten Piloten um die maximal 26 Startplätze kämpfen dürfen...


(Bildquelle: wikipedia)

Der Schweizer Unternehmer Walter Brun hat es in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts
mit dem Aufstellen von Glücksspiel-Automaten zu einem gewissen finanziellen Wohlstand gebracht
und gründet 1983 den Rennstall "Brun Motorsport".
Das Team tritt in der Sportwagen-WM mit Porsche-Rennwagen recht erfolgreich an und
gewinnt 1986 schließlich sogar den Titel in dieser Motorsport-Klasse !

Anfang 1988 wagt "Flipperkönig" Walter Brun den Schritt in die Formel 1,
denn der Umstieg von Turbo- auf Saugmotoren bedeutet eine erhebliche Kostenreduzierung,
die die "Königsklasse" des Motorsports nun auch für kleinere Teams als finanzierbar erscheinen lässt.
Zusammen mit dem Italiener Giampaolo Pavanello gründet der Eidgenosse das Team "EuroBrun Racing A.G.",
denn die Zusammenarbeit mit Pavanello verspricht einen gewisen Zugriff auf dessen Formel 1-Erfahrung...

Der italiener betreibt nämlich seit den 1970er-Jahren den Rennstall "Euroracing",
der anfangs in der italienischen Formel 3 aktiv ist und später auch die europäische Formel-3-Meisterschaft gewinnt.
Zwischen 1983 und 1985 organisiert Pavanello das Formel-1-Engagement des italienischen Automobilherstellers Alfa Romeo.
In der Formel 1 bleibt "Euroracing Alfa Romeo" jedoch weit hinter den Erwartungen zurück und
der italienische Traditionsrennstall drängt Ende 1985 auf einen Rückzug Pavanellos aus der Königsklasse.


SPARK-Modell / Alfa Romeo 184T / Eddie Cheever / GP Frankreich 1984

Die italienisch-schweizerische Zusammenarbeit ist klar strukturiert:
Walter Brun regelt die Finanzen und überweist ca. 300.000 US-Dollar an Pavanello,
welcher sich um die Teamstruktur und den Bau der Fahrzeuge kümmert.
Clever greift er auf das Material aus seiner Alfa-Zeit zurück und der erste Rennwagen des neuen EuroBrun-Teams basiert
auf einem inzwischen gut vier Jahre alten Monocoque des Alfa Romeo 184T.

Rennsaison 1988


Meine Original-Autogramme vom Team EuroBrun-
gesammelt auf dem Hungaroring 1988


Die WM-Saison 1988 beginnt für das Team auch halbwegs erfolgsversprechend,
denn mit den Piloten Stefano Modena und Oscar Larrari gelingt meist ohne größere Probleme die Qualifikation
von wenigstens einem Wagen für das Rennen.

Das Team tritt zu allen 16 WM-Läufen an und vor allem das junge Nachwuchstalent Stefano Modena
schafft zumindest fünfmal den Weg über die Ziellinie -
die beste Plazierung ist Rang 11 beim Rennen in Ungarn.

Newcomer Larrauri hat es bedeutend schwerer und beendet nur zweimal bei sechzehn Einsätzen seine Dienstfahrten -
Platz 16 auf dem Hockenheimring bringt aber ebenfalls keine WM-Punkte.
Die Bilanz für 1988 steht am Ende der Rennsaison dementsprechend unter dem Motto
"Außer Spesen nichts gewesen.."

Rennsaison 1989

Pavanelo und Brun machen sich gegenseitig Vorwürfe,
als es gilt, den Schuldigen für das schlechte Abschneiden 1988 zu finden -
am Ende des Jahres trennt man sich und Walter Brun übernimmt für die kommende Saison
das gesamte Team und bezüglich neuer technischer Entwicklungen gibt er künftig britischem Know-how den Vorzug.
Zu diesem Zweck gründet er in Basingstoke ein Technikbüro namens "Brun Technics",
welches neben einem Gruppe C-Sportwagen auch ein neues Formel 1-Einsatzfahrzeug entwerfen soll.
Wegen finanzieller Schwierigkeiten des Teams verzögert sich die Fertigstellung des Autos jedoch bis zum Sommer 1989.
Die ersten Rennen des Jahres bestreitet EuroBrun daher mit dem zum Vorjahr modifiziertem Übergangsmodell EuroBrun ER188B.



Der neue ER189 wird 1989 zu sieben Weltmeisterschaftsläufen eingesetzt, beginnend mit dem "Großen Preis von Deutschland" im Juli in Hockenheim.
Im Gegensatz zum Ford-Motor des Vorjahresmodells besitzt das einzig gebaute Wagenmodell nun ein britisches Judd-Achtzylinder-Antriebsaggregat.
Der Saugmotor entwickelt aus einem Hubraum von 3496 ccm eine Leistung von ca. 600 PS bei einer Drehzahl von 11.200 U/min.
und wird auch von den Teams March, Brabham und Lotus im Jahr 1989 genutzt.


Der von vier Teams genutzte Judd-Motor;
aufgenommen beim GP von Ungarn


Das Monocoque des Wagens ist aus einer Verbundfaser-Mischung aus Kohlefaser und Kevlar gefertigt und weist ein Gewicht von nur 62 Kilogramm auf.
Dieses sehr knapp geschnittene Fahrgestell bringt für Stammfahrer Gregor Foitek regelmäßig Schwierigkeiten,
hinreichend Platz im engen Auto zu finden....

Auch die Aufhängung des Rennwagens - bestehend aus doppelten Querlenkern mit Schubstreben -
erweist sich als problematisch und wird daher noch im Spätsommer 1989 durch die alte Aufhängung aus dem ER188B ersetzt.



Der endlich zum Deutschland-Grand Prix 1989 fertiggestellte ER-189 tritt bei seinem Debüt in Hockenheim in grellem Orange an -
passend zur Location hat man noch rechtzeitig den Likörhersteller JÄGERMEISTER erneut als neuen Geldgeber gewonnen.
Die ehemalige Essigfabrik aus Wolfenbüttel ist es nämlich auch, die Walter Brun nach dem Titelgewinn
in der Sportwagenmeisterschaft 1986 als damaliger Hauptsponsor zum Einstieg in die Formel 1 drängt....

Die neu aufgezogenen PIRELLI-Reifen gelten als die perfekten Qualifikations-Gummis und somit bestens gerüstet,
reist das 1-Mann-Team um Gregor Foitek optimistisch nach Baden-Württemberg.

Noch im Sommer 1986 schreibt das Motorsportjournal "Internationales Sportarchiv"
einen recht zuversichtlichen Bericht über Foitek:
"Fachleute trauen dem heute gerade 21jährigen Gregor Foitek zu, einmal in die Fußstapfen eines Clay Regazzoni
oder Marc Surer zu treten und in der Formel I, der höchsten Motorsportklasse, die Tradition Schweizer Spitzenfahrer fortzusetzen.
Der Weg dorthin ist für den talentierten Nachwuchsfahrer zwar noch weit,
fahrerisches Können bewies er während seiner bisherigen Karriere jedoch schon in eindrucksvoller Weise."


Doch die vagen Hoffnungen des mittlerweile 24jährigen Schweizers auf ein gutes Abschneiden zerschlagen sich in Hockenheim sehr schnell...



Die auffallende Lackierung ziert ein vergleichsweise langsames Auto, welches sich schon in der Vorqualifikation am Freitag
durch ein unberechenbares Handling als sehr schwer fahrbar erweist.
Für Gregor Foitek ist es der neunte Grand Prix-Einsatz für EuroBrun in der laufenden Saison und
erneut stellt dieses Prequalifying eine uneinnehmbare Hürde dar.
Mit über sieben Sekunden Rückstand zum Trainingsschnellsten Ayrton Senna auf Mc Laren ist das Rennwochende
am Hockenheimring schon am Freitagabend für Foitek vorbei und
der neue ER-189 muss somit auch als nicht konkurrenzfähig eingestuft werden.

Auch vierzehn Tage später auf dem Hungaroring sieht es nicht viel besser für den Schweizer und dessen Arbeitsgerät aus -
diesmal ist der Wagen über acht Sekunden gegenüber dem Pole-Mann Riccardo Patrese auf Williams langsamer.

Als dann in Spa der Rückstand über 10 Sekunden zum Trainingsschnellsten beträgt
und sich Gregor wiederum nicht qualifizieren kann, zieht er sich auf Anraten seines Vaters
und Managers Karl Foitek offiziell aus dem Team EuroBrun zurück.
In anderen Quellen findet sich aber auch die Darstellung,
Foitek sei von Brun wegen Überforderung zum Rücktritt gedrängt worden..
Jedenfalls verliert Walter Brun mit Karl Foitek gleichzeitig auch einen großen Gönner,
der das Team bisher regelmäßig mit nicht unbedeutenden Zahlungen unterstützt hat.


Mein Original-Autogramm von Gregor Foitek;
hier im einzigen Rennen für das Rial-Team 1989


Nachdem sich der ER189 in seiner ursprünglichen Form nach zwei Einsätzen
als nicht renntauglich erweist,
zieht Walter Brun das Auto vorläufig zurück, um Modifikationen vornehmen zu lassen.
Die alte Hinterachse des ER188 wird wieder montiert und EuroBrun-Urgestein Oscar Larrauri
ersetzt den nun zum Rial-Team gewechselten Gregor Foitek.



Der Argentinier bestreitet die letzten fünf Vorqualifikationen der Saison 1989 im EuroBrun 188B
und versucht sich gleichzeitig mit dem EuroBrun 189 -
aber auch der europäische Formel-3-Meister von 1982 schafft es nicht, den Rennwagen in die Startaufstellung zu bringen
und steigt Ende des Jahres enttäuscht aus der Formel 1 aus.


Mein Original-Autogramm von Oscar Larrauri -
hier im EuroBrun ER188 / Monte Carlo 1988


Vor den Überseerennen in Japan und Australien zieht sich auch noch der Sponsor Jägermeister zurück und
mangels weiterer Geldgeber muss bei diesen Grand Prix der ER189 ganz in Schwarz antreten.

Insgesamt nimmt EuroBrun damit an keinem einzigen Rennen des Jahres 1989 teil -
diese mangelnde Konkurrenzfähigkeit des Teams ist insoweit außergewöhnlich,
da die andere Teams mit Judd-Motor und Pirelli-Bereifung trotz ebenfalls eingeschränkter Budgets gelegentlich Qualifikationszeiten erreichen,
die für einen Startplatz im Mittelfeld reichen.....

Trotzdem tritt Walter Brun auch im nächsten Jahr mit einem Wagen namens EuroBrun 189B im Grand-Prix-Zirkus an
und schließt schon ab Sommer 1990 - wiederum erfolglos - mit der Formel 1 ab.

Noch vor den Überseerennen in Japan und Australien stellt das EuroBrun-Team vorzeitig dann den Rennbetrieb komplett ein,
obwohl durch jedes ausgelassene Rennen eine Konventionalstrafe in Höhe von 250.000 Dollar fällig wird.
Nach eigenen Angaben zahlt der ehemalige "Flipperkönig" dann in den folgenden zehn Jahren die Schulden seines Formel-1-Abenteuers ab
und ist Anfang 2002 tatsächlich wieder schuldenfrei....

----------------------------------------------------------------------------------------

Hier abschließend der EuroBrun ER189 auf YouTube in Bild und Ton:

https://www.youtube.com/watch?v=CEsLRumdjuQ


Geändert von Engineer (25.08.2018 um 20:46 Uhr)
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Alt 26.08.2018, 09:54   #643   nach oben
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Danke für diese (wie gewohnt von Dir) sehr ausführliche Vorstellung
Für mich als Schweizer natürlich gleich doppelt interessant
Die Rennteams und -Fahrer aus der Schweiz sind zwar immer mal wieder mit dabei, aber den Sprung nach Vorne haben bisher nur sehr wenige geschafft

Danke für die tollen Infos und Grüsse
Erwin
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Alt 26.08.2018, 15:27   #644   nach oben
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Apropos Eidgenosse....

kleines Special für Erwin, den "Oldtimer" hier im thread

SPARK-Modell / Heini Walter / Porsche 718 / GP Deutschland 1962







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Alt 26.08.2018, 17:49   #645   nach oben
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Die 2018er sehen gut aus, leider nur die Modelle und deine Bilder.
Nachdem 2017 endlich wieder ein bissl Breite in die Wagen kam, hat Halo optisch alles verhunzt.

Aber grade heute in Spa haben wir gesehen, dass sich das Ding vielleicht bewährt, Leclerc hatte echt Glück und Halo, sonst hätte er Alonsos Mac mit dem Helm abfedern müssen.
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Alt 26.08.2018, 18:35   #646   nach oben
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Spa-Francorchamps, 9. Juni 1968:

Vor fünfzig Jahren siegt Bruce Mc Laren zum ersten Male im Mc Laren für Mc Laren !


SPARK-Modell / Bruce Mc Laren / Mc Laren M7A / GP Belgien 1968









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Alt 28.08.2018, 22:08   #647   nach oben
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Vielen Dank für das kleine Special
Ich wusste gar nicht dass es von Heini Walter eine Rennminiatur gibt
Echt schön dass man sich auf diese Weise an ihn erinnert. Und noch schöner, dass Du ein Modell hast. Vielen lieben Dank nochmals

Viele Grüsse aus der Schweiz, nicht mal so weit weg vom Geburtsort von Heini.
Erwin

P.S: Bei Gelegenheit muss ich ich mal bei Foitek vorbei schauen
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Alt 02.09.2018, 20:48   #648   nach oben
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Modell & Original:
Der March 761 aus der Formel 1 - Rennsaison 1976




MINICHAMPS-Modell / March 761 / Hans-Joachim Stuck / GP Deutschland 1976

Im Rahmen des Oldtimer-Grand Prix im August diesen Jahres hatte ich die Möglichkeit,
auch den legendären March 761 der Rennsaison 1976 neben vielen anderen Boliden aus den "goldenen Jahren der Formel 1"
hautnah in der Boxengasse des Nürburgrings zu bestaunen.....




Nachdem das March-Team aus Bicester/England zu Beginn der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts
noch zu den Spitzenteams der Königsklasse im Motorsport gehört hat,
verliert der Rennstall um Max Mosley, Alan Rees, Graham Coaker und Robin Herd ab der Saison 1975 den Anschluss..

Für 1976 beschließt March-Konstrukteur Robin Herd, kein komplett neues Auto zu bauen,
sondern lieber das Chassis zu vervollkommnen, das im Vorjahresmodell "751" gute Ansätze gezeigt hat.


MINICHAMPS-Modell / March 751 / Vittorio Brambilla / GP Österreich 1975

Der "neue" March 761 besitzt eine überarbeitete Motorhaube, eine verstärkte Frontpartie und ein neu gestaltetes Cockpit -
verfügt aber nach wie vor über den bewährten Ford Cosworth-Motor DFV,
welcher leistungstechnisch unverändert zum Vorjahr seine 485 PS bei 10.600 U/min. aufweist.

Die Wasser-und Ölkühler sind neu angeordnet, die Batterie wird aus dem Fußraum (!!)
in das Heck des Fahrzeugs verlegt und dank einer veränderten Aufhängungsgeometrie
kann eine Gewichtsersparnis von über 20 Kilogramm erzielt werden.

Es werden sogar vier Wagen eigesetzt:
zwei "Werkswagen" für Ronnie Peterson und Vittorio Brambilla (kurzzeitig auch Lella Lombardi)
sowie zwei "Kundenautos" für Hans-Joachim Stuck und Arturo Merzario.
Jeder Fahrer hat eine persönliche Lackierung auf seinem Boliden,
denn damit kann Mosley die verschiedensten Sponsoren besser zur Geltung bringen...
und damit die finanzielle Einkünfte des Teams erhöhen.

Der "blonde Wikinger" Peterson übernimmt schließlich das Auto von Lella Lomabardi,
die im privaten Brabham noch die Saison 1976 zu Ende fährt und dann zurücktritt.



Mit Unterstützung von BMW-Rennleiter Jochen Neerpasch ist es gelungen,
im Jahr 1974 Hans-Joachim Stuck im Team von March unterzubringen -
der „König von Hockenheim“ hat diverse Siege in der Formel 2 auf einem March mit bayerischem Motor eingefahren...
Die Gegenleistung zu diesem Deal besteht weitestgehend darin,
dass March nun die weiterhin höchst erfolgreichen BMW-Motoren für seine Formel 2-Rennwagen
und die Sportwagen nun deutlich preisgünstiger bekommt.

Der Formel 1-Einstand von "Striezel" Stuck im Jahr 1974 verläuft niederschmetternd:
der Einsatz bei 14 Grand Prix bringt neun Ausfälle und zwei Disqualifikationen..
Stuck sitzt nicht nur im F1-Renner, sondern auch im BMW-CSL-Werkscoupe' und absolviert auch noch eine komplette Formel 2-Europameisterschaft -
insgesamt fährt der blonde Bayer 30 Rennen in der Saison 1974.

1975 gibt es zwar für Stuck eine Mc Laren-Offerte,
welche aber verschenkt wird, da Mentor Jochen Neerpasch mehr daran interessiert ist,
dass sein Schützling in Amerika mit BMW CSL-Werkscoupes bei der IMSA-Serie an den Start geht.
Zeit bleibt somit nur für vier Formel 2-Starts im March-BMW und fünf Formel 1-Grand Prix mit einem March 751.
Während die F2-Einsätze halbwegs erfolgreich verlaufen (zweiter Gesamtrang in Hockenheim), sind Hans-Joachim's F1-Grand Prix-Teilnahmen desaströs:
vier Ausfälle und ein Platz 8 lassen jegliche Motivation schnell schwinden...





In den Wintermonaten 1975/76 wird offenkundig, dass es für Stuck in der Formel 1 nun "um's Ganze" geht.
Auch Jochen Neerpasch sieht dies ein und stellt seine BMW-Ambitionen zurück-
alle Tourenwagen-Pläne werden gestrichen !
Doch auch diese großen Hoffnungen zerstoben und das Formel 1-Geschehen 1976 ist aus Stuck-Sicht schnell erzählt...













Die March-Autos aller Piloten erweisen sich einfach als nicht zuverlässig genug -
insgesamt scheitert der 761 in der Formel 1-Saison 1976 31mal (!!) an der kompletten Renndistanz.
Viele technische Probleme machen dem Team sehr oft einen Strich durch die Rechnung und auch
die verzweifelten Bemühungen der Ingenieure konnten nichts großartig am schlechten Abschneiden des Hoffnungsträgers 761 ändern.
Zwar belegt Hans-Joachim Stuck beim Saisonauftakt im brasilianischen Interlagos einen hervorragenden vierten Platz,
jedoch haben alle March-Fahrer in den folgenden Rennen immer größere Probleme, ihre Rennen überhaupt bis zum Ende zu fahren...

Neben dem ständigen chronischen Untersteuern macht auch die Bremsanlage sowie die Hinterradaufhängung ständig Schwierigkeiten -
die Bremsklötze und -scheiben überstehen aufgrund der schlechten Geometrie der Radaufhängung nur selten eine komplette Renndistanz.

Trotz allem kann March in der Saison 1976 einen Grand Prix-Sieg für sich verbuchen,
denn Ronnie Peterson siegt überraschend in Monza.

Die ganze Story hier auch im thread:
http://www.modelcarforum.de/showthre...976#post561068

"Striezel" fällt bei sechzehn Grand Prix überwiegend aufgrund technischer Probleme insgesamt elf Mal (!!)
aus und kommt somit nur bei fünf Rennen über die Ziellinie.
Acht WM-Punkte und ein 13.Platz in der Endwertung lassen auch diese Saison für Stuck niederschmetternd enden...









Am Nürburgring kann Stuck sein Arbeitsgerät gerade noch rechtzeitig vor der durch auslaufendes Benzin und Öl
extrem rutschigen Unfallstelle von Niki Lauda's Ferrari abbremsen.
Er erinnert sich an diese Situation, als wäre das alles erst gestern passiert:

"Niki lag auf der Trage, war bei Bewusstsein und wir sprachen mit ihm.
Das Schlimmste war, dass der erst nach Ewigkeiten eintreffende Krankenwagen
partout in Rennrichtung zu Start-und-Ziel fahren wollte...
der wäre ja eine halbe Stunde unterwegs gewesen !
Es kostete mindestens 20 Minuten und diverse Telefonate mit der Rennleitung,
bis man den Niki gegen die Rennrichtung bis Brenscheid karrte und ihn
dann in das nur zwei Kilometer entfernte Krankenhaus nach Adenau transportieren konnte."








Für die Saison 1977 sieht es für Hans-Joachim Stück anfangs recht trüb aus,
zumal auch sein langjähriger Hauptsponsor JÄGERMEISTER seine Sponsorgelder einstellt.
"In den meisten Ländern, in denen Formel 1 - Rennen laufen, ist die Marke Jägermeister unbekannt !"
heisst es aus Wolfenbüttel.

By the way -
in der BRD wird Mitte der siebziger Jahre nur der "Große Preis von Deutschland" komplett im Fernsehen übertragen...

Die ersten beiden Rennen 1977 laufen ohne Stuck, aber für den Südafrika-GP stellt March ein Auto bereit...
in Kyalami platzt am 761B in der 56.Runde der Motor.
Dann spielt das Schicksal mit, denn der Brabham-Pilot Carlos Pace stürzt im März mit einem Flugzeug tödlich ab.
Da Stuck keinen festen Vertrag mit March besitzt,
verpflichtet ihn Brabham-Teamchef Bernie Ecclestone kurzerhand -
doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte....


MINICHAMPS-Modell / Hans-Joachim Stuck / Brabham BT45B / GP Deutschland 1977




Geändert von Engineer (02.09.2018 um 22:06 Uhr)
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Alt 09.09.2018, 18:52   #649   nach oben
Engineer
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Team Lotus - The victories

1. Lotus 18 - Rennsaison 1960


SPARK-Modell / Stirling Moss / Lotus 18 / GP Monaco 1960

Erster Sieg für einen Lotus-Rennwagen -
allerdings nicht für das Werksteam, sondern eingefahren vom Kundenteam
Rob Walker Racing


Das Original - gesehen auf der Techno Classica 2017







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2. Lotus 99T - Rennsaison 1987



SPARK-Modell / Lotus 99T / Ayrton Senna / Rennsaison 1987

Der letzte Sieg für das Werksteam um Colin Chapman -
Ayrton Senna siegt beim "Großen Preis der USA" in Detroit 1987



Ein Lotus 99T als Showcar - gesehen im Museum des Nürburgrings









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3. Lotus Renault E20 - Rennsaison 2012



MINICHAMPS-Modell / Lotus Renault E20 / Kimi Räikkönen / GP Abu Dhabi 2012

Der ersten Sieg für das Lotus F1-Team,
dem Nachfolger des Renault-Werksteams, welches sich von 2001 bis 2009 an der Formel-1-Weltmeisterschaft beteiligt.
Der Wirrwar der Namensgebung ist schwer durchschaubar:
2010 meldet sich das Team noch unter dem bisherigen Namen Renault F1 Team -
erst im Jahr 2011 und nachdem eine Vereinbarung mit Lotus Cars abgeschlossen wird,
heißt es Lotus Renault Grand Prix.
Mit Beginn der Formel-1-Weltmeisterschaft 2012 entfällt dann der Name Renault gänzlich und
der Rennstall nennt sich Lotus F1 Team..

Kimi Räikkönen gewinnt den "2012 Formula 1 Etihad Airways Abu Dhabi Grand Prix" vor
Fernando Alonso auf Ferrari und Sebastian Vettel im Red Bull.

Es ist Kimi's einziger Saisonsieg 2012 -
aber unvergessen ist sein Kommentar zur Boxencrew " Just leave me alone.."





--------------------------------------------------------------------------------------

4. Lotus Renault E21 - Rennsaison 2013


SPARK-Modell / Lotus Renault E21 / K.Räikkönen / GP Australien 2013

Der (bisher) letzte Sieg eines Lotus-Rennwagens -
Kimi Räikkönen gewinnt den F1-Saisonauftakt in Australien, kommt bei sechs weiteren Rennen als Zweiter
und bei einem Rennen als Dritter ins Ziel.


Geändert von Engineer (09.09.2018 um 19:27 Uhr)
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Amabugo
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Die ersten beiden Rennen 1977 laufen ohne Stuck, aber für den Südafrika-GP stellt March ein Auto bereit...
in Kyalami platzt am 761B in der 56.Runde der Motor.
Dann spielt das Schicksal mit, denn der Brabham-Pilot Carlos Pace stürzt im März mit einem Flugzeug tödlich ab.
Da Stuck keinen festen Vertrag mit March besitzt,
verpflichtet ihn Brabham-Teamchef Bernie Ecclestone kurzerhand -
doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte....


MINICHAMPS-Modell / Hans-Joachim Stuck / Brabham BT45B / GP Deutschland 1977
Der Striezel hatte in Kyalami 77 so großes Glück als der F1 -Zug die Start Ziel Gerade runtergeknallt ist .... Tom Pryce nicht
Nen paar 1/10 sec. später und Striezel wäre nicht mehr gewesen
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Alt 16.09.2018, 19:48   #651   nach oben
Engineer
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The Class of 1973

Zusammengefasst, pur und ohne Kommentar....
meine Fahrzeuge der F1-Rennsaison 1973.

Außer den Autos vom TECNO-Martini Racing Team und dem Team
Frank Williams Racing Cars (ISO MARLBORO) sind alle Wagentypen vertreten.

Aber da wird demnächst auch so Einiges von SPARK erhältlich sein...

1. BRABHAM


Team Motor Racing Developments


SPARK-Modell / Wilson Fittipaldi / Brabham BT42 / GP Monaco 1973

Team Ceramica Pagnossin MRD


SPARK-Modell / Rolf Stommelen / Brabham BT42 / GP Italien 1973

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2.FERRARI


Team Scuderia Ferrari SpA SEFAC


IXO-Modell / Arturo Merzario / Ferrari 312 B3 / GP Österreich 1973

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3.BRITISH RACING MOTORS B.R.M.

Team Marlboro BRM


SPARK-Modell / Niki Lauda / BRM P160E / GP Belgien 1973


SPARK-Modell / Clay Regazzoni / BRM P160B / GP Brasilien 1973

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4.ENSIGN

Team Ensign


SPARK-Modell / Rikky von Opel / Ensign N173 / GP Frankreich 1973

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5.LOTUS

John Player-Team Lotus


SPARK-Modell / Emerson Fittipaldi / Lotus 72D / GP Argentinien 1973


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6.MARCH


Team Hesketh Racing


SPARK-Modell / James Hunt / March 731 / GP Monaco 1973


Team LEC Refrigeration Racing


SPARK-Modell / David Purley / March 731 / GP Italien 1973

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7.MC LAREN

Yardley Team Mc Laren


MINICHAMPS-Modell / Jody Scheckter / Mc Laren M23 / GP England 1973


SPARK-Modell / Denny Hulme / Mc Laren M23 / GP Schweden 1973


MINICHAMPS-Modell / Peter Revson / Mc Laren M23 / GP Kanada 1973

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8.SHADOW

UOP Shadow Racing Team


SPARK-Modell / Jackie Oliver / Shadow DN1 / GP Spanien 1973

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9.TYRRELL

Elf Team Tyrrell


MINICHAMPS-Modell / Jackie Stewart / Tyrrell 006 / GP Monaco 1973


MINICHAMPS-Modell / Francois Cevert / Tyrrell 006 / GP Belgien 1973


PANINI-Modell / Jackie Stewart / Tyrrell 006 / GP Deutschland 1973

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10.SURTEES


Team Surtees


SPARK-Modell / Jochen Mass / Surtees TS 14A / GP England 1973


Team Surtees-Brooke Bond Oxo/Rob Walker


SPARK-Modell / Mike Hailwood / Surtees TS14B / GP Monaco 1973

Team Surtees-Brooke Bond Oxo


SPARK-Modell / Carlos Pace / Surtees TS14A / GP Österreich 1973

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Mein Original-Autogramm vom Weltmeister des Jahres 1973

Geändert von Engineer (16.09.2018 um 20:47 Uhr)
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Alt 03.10.2018, 19:54   #652   nach oben
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The Power Of Dreams -
HONDA's Debüt in der Formel 1



Nachdem Soichiro Honda's Motorräder die Weltmeisterschaft 1961 gewonnen haben, wird in Tokio laut über den Einstieg in die Formel 1 nachgedacht.
Motorräder erreichen ein breites Publikum von Schwärmern,
aber Autos interessieren jeden...
Jedoch ist die Welt des Motorsports Anfang der sechziger Jahre weit entfernt von der japanischen Kultur und
Honda erwägt zunächst als Motorenlieferant mit einem britischen Chassis in die Königsklasse einzusteigen.

Nachdem aber die schon sicher geglaubten Deals mit Colin Chapman (Lotus) und Ron Tauranac (Brabham) platzen,
trifft Soichiro Honda Ende 1963 die tapfere Entscheidung:
"Wir werden dieses Chassis selber bauen !"


EBBRO-Modell / Honda RA271 / Ronnie Bucknum / GP Deutschland 1964

Unter der Aufsicht des Designers und Ingenieurs Yoshio Nakamura wird der "RA 271" in Rekordzeit gebaut und soll eigentlich ab Saisonmitte 1964 mitfahren.
Der Wagen ist konventionell gebaut und verfügt nur über eine technische Neuerung:
der 1,5 Liter- Zwölfzylindermotor wird quer eingebaut , um das Auto nicht zu lang werden zu lassen.
Etwas kurios mutet die Tatsache an, dass der Motor traditionell aus einem 125-cm³-Motorradmotor entwickelt wird.
Zwei Zylinder in V-Form (Hubraum also 250 cm³) geben eine Leistung von 36 PS ab, so dass bei einem Zwölfzylinder etwa 225 PS zu erwarten sind.



Das "R" in der Typenbezeichnung des neuen Wagens steht für "racing car", das "A" für "automobil" und die Zahl für die maximal erreichbare Motorleistung.
Zuerst soll der Rennwagen im Goldton lackiert werden, da aber Südafrika diese Farbe schon beansprucht,
wird die weiße Farbe „Ivory White“ mit einem roten Punkt gewählt;
angelehnt an die japanische Flagge.





Ursprünglich soll der Honda RA 271 sein Debüt beim "Großen Preis von Europa" im englischen Brands Hatch geben,
an der Startlinie steht Stammfahrer Ronnie Bucknum dann aber erst drei Wochen später beim Deutschland-Grand Prix auf dem Nürburgring.


Das Rennprogramm vom Deutschland-Grand Prix 1964
(Privatarchiv Dörsing)

Die zwei Trainingstage in der Eifel laufen katastrophal,
denn sämtliche Motoren gehen hoch, noch bevor Ronnie die Gelegenheit hat,
die fünf für die Qualifikation vorgeschriebenen Runden zu fahren.
Aber die Organisatoren sind sich der Bedeutung der Teilnahme Hondas bezüglich der Medienquote der Meisterschaft bewusst,
machen eine Ausnahme und öffnen die Rennstrecke nach dem letzten Training wieder -
Bucknum qualifiziert sich mit über einer Minute Rückstand zum Trainingsschnellsten John Surtees (Ferrari) für den Start aus der letzten Reihe !
Das Rennen endet für den 28jährigen Amerikaner jedoch vier Runden vor Schluss des Grand Prix:
eine defekte Lenkung verursacht einen heftigen Ausritt im Streckenabschnitt Karussell.
Der Fahrer entsteigt unverletzt dem völlig zerstörten Auto, wird aber noch auf dem 13. und damit vorletzten Platz gewertet.






Die Starterliste aus dem Rennprogramm Nürburgring 1964
(Privatarchiv Dörsing)



Da nur ein Wagen zur Verfügung steht und das neue Auto erst in Japan gebaut werden muss !!), verpasst das junge Team das nächste Rennen in Österreich.
In Monza kommt Ronnie besser zurecht und der V12 kann endlich seine Power zeigen:
Aus der neunten Position gestartet, kämpft Bucknum sich im Rennen bis Platz 5 vor,
aber dann platzt der vordere Kühler und kochendes Wasser verursacht Verbrennungen im Gesicht des Fahrers.
Trotz höllischer Schmerzen fährt Bucknum an die Box und nachdem der Schaden notdürftig repariert ist, startet Ronnie mit neuer Schutzbrille wieder in's Rennen.
Kurze Zeit später ist das Rennen jedoch trotzdem aufgrund verglühter Bremsen zu Ende...



Beim vorletzte Rennen in Watkins Glen wird das Training genutzt, um noch vorhandene Probleme zu erkennen und zu beseitigen -
Bucknum liegt nach mehreren kleineren Verbesserungen und Arbeiten am Wagen überraschenderweise im Mittelfeld.
In der 50. von 110 Runden gibt dann die Zylinderkopfdichtung des Motors ihren Geist auf und das Fahrzeug rollt aus.

Nach drei punktelosen Rennen verzichtet Honda auf den letzten Lauf in Mexiko und will sich somit rechtzeitig auf die kommende Saison vorbereiten....


Der Sound des 12-Zylinders im Nachfolgemodell RA 272 auf YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=nv-PMPdtgEA


Geändert von Engineer (03.10.2018 um 20:37 Uhr)
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Alt 03.10.2018, 22:17   #653   nach oben
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Und wieder, wie gewohnt bei Dir, eine sehr interessante Vorstellung und noch spannendere Infos dazu
Faszinierend was so alles an Geschichte hinter den einzelnen Wagen steht.
In 1:18 steht der RA 272 auch bei mir (auf Seite 101 meines Sammlungsthreads).

Vielen Dank für die schöne Präsentation und Grüsse
Erwin

Geändert von Oldtimer (03.10.2018 um 22:27 Uhr)
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Alt 03.10.2018, 23:25   #654   nach oben
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Wow, gerade den 1:18 - Honda auf deinen Seiten entdeckt...
Ein Träumchen in der Vitrine und der Blick unter die Motorhaube ist einzigartig.
Da kann mein "Kleiner" mit seinen 10 cm nicht mithalten !

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Alt 03.10.2018, 23:37   #655   nach oben
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Vielen Dank
Dein "Kleiner" sieht aber wirklich sehr gut aus und braucht sich da überhaupt nicht zu verstecken.
Und ausserdem.....Deine Modelle zusammen mit den Top-Infos......das ist eh nicht zu toppen

Viele Grüsse
Erwin
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Alt 06.10.2018, 01:55   #656   nach oben
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1973, sensationelle Vielfalt, da gingen die Designexperimente der F1 richtig los.
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Alt 14.10.2018, 15:13   #657   nach oben
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RAM 03 :
das letzte F1-Arbeitsgerät von Manfred Winkelhock




SPARK-Modell / Manfred Winkelhock / RAM 03 / GP Frankreich 1985

Die beiden Londoner Gebrauchtwarenhändler Mick Ralph und John Macdonald unterhalten Anfang der 70er Jahre
des vorigen Jahrhunderts einen kleinen Rennstall und treten gelegentlich in der britischen Formel 3 mit John als Fahrer an.
Als dann der Sprung in die britische Formel-5000-Meisterschaft erfolgreich geschafft ist, beendet Macdonald seine "Fahrerkarriere"
und widmet sich ganz dem Team-Management des noch jungen Rennstalls.

Betrieben wird der Motorsport zunächst nach dem Geschäftsmodell eines Kundenteams -
man entwickelt und baut keine eigenen Rennwagen, sondern kauft oder least Fahrzeuge.
Der Rennstall firmiert ab 1975 unter dem Namen RAM;
abgeleitet aus den Namen der Inhaber "Mick Ralph And John Macdonald - the R and M of RAM"..

Anfangs nur sporadisch bei einzelnen Rennen in der Königsklasse vertreten, nimmt RAM ab der Saison 1981 regelmäßig an allen Formel 1-Rennen teil.
Nach vier erfolglosen WM-Jahren erkennt man,
dass die bisherigen mittelmäßigen Chassis-Konstruktionen von Robin Herd und Dave Kelly ein wesentlicher Grund für die unglücklichen Leistungen des Teams darstellen
und John Macdonald heuert den 35jährigen österreichischer Formel-1-Konstrukteur Gustav Brunner an.

Als dann noch der deutsche ATS-Stammfahrer Manfred Winkelhock für die Rennsaison 1985 abgeworben werden kann,
befindet sich das nun "umgekrempelte" Team in totaler Euphorie.
Macdonald träumt vom Vorstoß in's Mittelfeld und Brunner vom großen Geld..
Der Manager von Stefan Bellof, Willi Maurer versucht den Österreicher zu bremsen:
"Lass dir dein Gehalt immer im Voraus zahlen !"




Aus dem Programmheft zum Deutschland-GP
(Privatarchiv Dörsing)

Doch die Finanzlage scheint gut,
denn mit dem Tabakkonzern U.S. Tobacco, der mit der Kautabakmarke Skoal Bandit auf den Wagen wirbt,
wird ein zahlungskräftiger Geldgeber gefunden.
Der neu konstruierte RAM 03 scheint nach den Wintertests in Rio des Janeiro auch ordentlich zu funktionieren,
doch Brunner kann wider Erwarten für die Gestaltung der Aerodynamik aus finanziellen Gründen keine Windkanaltests durchführen.

Er muss auf die Erfahrungen zurückgreifen, die er im vergangenen Jahr bei seinem vorherigen Arbeitgeber Alfa Romeo gewonnen hat:
„Bei Alfa Romeo hatte ich die Möglichkeit, im Windkanal zu spielen.
Aber die (gemeint ist RAM) wollen während der Saison nicht viel ändern, weil ja alles einen Haufen Geld kostet".

Der Wagen wird von einem Hart-Vierzylinder-Reihenmotor angetrieben,
der im Idealfall ca. 750 PS an Leistung abgeben kann.




Im Verlauf der ersten Renneinsätze wird jedoch schon das erste Problem der Neukonstruktion sichtbar:
Kühler und Entlüftungsöffnungen sind zu klein dimensioniert und der Motor des RAM 03 überhitzt permanent selbst bei niedrigen Außentemperaturen.
Der Franzose Philippe Alliot, welcher schon seit 1984 als RAM-Stammfahrer fungiert, scheint auch über eine unglaubliche "Zerstörungswut" zu verfügen.


Mein Alliot-Originalautogramm; hier im Vorjahresmodell RAM 02
(Privatarchiv Dörsing)

Ulrich Schwab schreibt dazu in seinem "Grand Prix Report":
"Alliot fand Hindernisse auch da, wo gar keine waren und zusammen verbrauchten die beiden Piloten oft mehr als ein halbes Dutzend
der überaus anfälligen Hart-Turbos an einem Wochenende.
Als diese Tendenz noch stieg, mussten schließlich ganze Trainingssitzungen an den Boxen regelrecht "abgesessen" werden..."



SPARK-Modell / Kenny Acheson / RAM 03 / GP Österreich 1985


SPARK-Modell / Manfred Winkelhock / RAM 03 / GP Frankreich 1985

Die Bilanz der "RAM Automotive Ltd." für die Saison 1985 ist frustrierend:
Der neuen Wagen kommt bei 14 Einsätzen nur dreimal ins Ziel.
Das beste Ergebnis wird schon ausgerechnet beim Auftaktrennen in Brasilien eingefahren -
Manfred Winkelhock wird in Interlagos Dreizehnter und Alliot Neunter.
Danach folgen fünf (Winkelhock) bzw. 12 (Alliot) Ausfälle, die allesamt jeweils technisch bedingt sind.

Winkelhock verunglückt im August 1985 bei einem Sportwagenrennen in Mosport tödlich und der RAM-Ersatzfahrer
Kenneth Henry „Kenny“ Acheson übernimmt sein Cockpit.
Bei seinen insgesamt drei Einsätzen während der Saison 1985 kann er sich zweimal qualifizieren,
fällt aber während der Rennen aufgrund von Motor-und Getriebeschäden aus.


Mein Original-Autogramm von K. Acheson; hier im RAM 01 aus dem Jahr 1983
(Privatarchiv Dörsing)

In Spa und Brands Hatch startet dann nur noch Philippe Alliot und beendet das RAM-Formel 1-Abenteuer 1985 "standesgemäß"
mit je einem Motorschaden und einer "Kaltverformung".



Die letzten beiden Rennen des Jahres, die in Übersee stattfinden, lässt das Team dann gänzlich aus,
denn Team steht seit Jahresmitte 1985 mehrfach vor der Insolvenz -
das eigentlich geplante Gesamt-Jahresbudget muss zu großen Teilen für die Reparatur der Motoren aufgewendet werden !

Obwohl John Macdonald in den nächsten beiden Jahren wiederholt Anlauf nimmt,
wieder in den Formel 1-Zirkus einzusteigen, scheitern alle Projekte und
der RAM 04 nimmt 1986 nur als ein Formel 3000-Auto am Motorsport-Geschehen teil..


Geändert von Engineer (14.10.2018 um 16:46 Uhr)
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Alt 20.10.2018, 14:42   #658   nach oben
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Williams Grand Prix Engineering:
die "CANON - YEARS" 1985 - 1993


Frohe Kunde aus dem Hause MINICHAMPS:
Vor wenigen Tagen erschien das Modell des Williams FW 13B mit den Piloten Patrese und Boutsen aus der
Grand Prix - Rennsaison 1990.

Zusammen mit den schon erschienenen Modellen und den Ausgaben des Herstellers SPARK wäre nun wenigstens eine Version
der "gelben Jahre" 1985 bis 1993 auf dem Markt....



Hier ein kleiner Überblick:


1985: Williams FW 10 Honda


MINICHAMPS-Modell / K.Rosberg / Williams FW10 / GP Australien 1985

Piloten: Keke Rosberg & Nigel Mansell
Teamwertung: Platz 3 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 3.Platz mit 40 WM-Punkten für Keke Rosberg (1 Sieg - GP Australien)
6.Platz mit 31 WM-Punkten für Nigel Mansell (2 Siege - GP Europa, GP Südafrika)



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1986: Williams FW 11 Honda


MINICHAMPS-Modell / N. Piquet / Williams FW 11 / GP Ungarn 1986

Piloten: Nelson Piquet & Nigel Mansell
Teamwertung: Platz 1 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 2.Platz mit 70 WM-Punkten für Nigel Mansell (5 Siege - GP Belgien, GP Kanada, GP Frankreich, GP England, GP Portugal)
3.Platz mit 70 WM-Punkten für Nelson Piquet (4 Siege - GP Brasilien, GP Deutschland, GP Ungarn, GP Italien)




FIA-Wertung GP Ungarn / Hungaroring 1986
(offizielles Pressematerial)

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1987: Williams FW11B Honda


Minichamps-Modell / N.Piquet / Williams FW11B / GP Italien 1987 / World Champion

Piloten: Nelson Piquet, Riccardo Patrese & Nigel Mansell
Teamwertung: Platz 1 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 1.Platz mit 73 WM-Punkten für Nelson Piquet (3 Siege - GP Deutschland, GP Ungarn, GP Italien)
2.Platz mit 61 WM-Punkten für Nigel Mansell (6 Siege - GP San Marino, GP Frankreich, GP England, GP Österreich, GP Spanien, GP Mexiko)
12.Platz mit 6 WM-Punkten für Riccardo Patrese (kein Sieg)




Startaufstellung GP Ungarn / Hungaroring 1987
(offizielles Pressematerial)

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1988: Williams FW12 Judd


SPARK-Modell / R.Patrese / Williams FW12 / GP Monaco 1988



Aus der offiziellen Williams-Pressemappe

Piloten: Riccardo Patrese, Martin Brundle & Nigel Mansell
Teamwertung: Platz 5 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 6.Platz mit 20 WM-Punkten für Nelson Piquet (kein Sieg)
10.Platz mit 12 WM-Punkten für Nigel Mansell (kein Sieg)
keine WM-Punkte für Martin Brundle




Team Williams beim GP von Ungarn / Hungaroring 1988
(mit freundl. Genehmigung Motorsportbild Lange / Volker Lange)



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1989: Williams FW12C Renault


SPARK-Modell / R.Patrese / Williams FW12C / GP USA 1989

Piloten: Riccardo Patrese & Thierry Boutsen
Teamwertung: Platz 2 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 3.Platz mit 40 WM-Punkten für Riccardo Patrese (kein Sieg)
5.Platz mit 37 WM-Punkten für Thierry Boutsen (2 Siege - GP Kanada, GP Australien)




FIA-Ergebnis - GP Ungarn / Hungaroring 1989
(offizielles Pressematerial)

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1990: Williams FW13B Renault


MINICHAMPS-Modell / R.Patrese / Williams FW13B / GP Ungarn 1990


Aus der Williams-Pressemappe...

Piloten: Thierry Boutsen & Riccardo Patrese
Teamwertung: Platz 4 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 6.Platz mit 34 WM-Punkten für Thierry Boutsen (1 Sieg - GP Ungarn)
7.Platz mit 23 WM-Punkten für Riccardo Patrese (1 Sieg - GP San Marino)





Nigel Mansell & Riccardo Patrese / GP Deutschland - Hockenheimring 1990
(mit freundl. Genehmigung Motorsportbild Lange / Volker Lange




FIA-Wertung GP Deutschland / Hockenheim 1990
(offizielles Pressematerial)
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1991: Williams FW14 Renault


MINICHAMPS-Modell / Riccardo Patrese / Williams FW14 / GP Ungarn 1991

Piloten: Nigel Mansell & Riccardo Patrese
Teamwertung: Platz 2 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 2.Platz mit 72 WM-Punkten für Nigel Mansell (5 Siege - GP Frankreich, GP England, GP Deutschland, GP Italien, GP Spanien)
7.Platz mit 23 WM-Punkten für Riccardo Patrese (2 Siege - GP Mexiko, GP Portugal)




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1992: Williams FW14B Renault


MINICHAMPS-Modell / Nigel Mansell / Williams FW14B / World Champion 1992

Piloten: Nigel Mansell & Riccardo Patrese
Teamwertung: Platz 1 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 1.Platz mit 108 WM-Punkten für Nigel Mansell (9 Siege - GP Südafrika, GP Mexiko, GP Brasilien, GP Spanien, GP San Marino, GP Frankreich, GP England, GP Deutschland, GP Portugal))
2.Platz mit 56 WM-Punkten für Riccardo Patrese (1 Sieg - GP Japan)



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1993: Williams FW15C Renault


MINICHAMPS-Modell / Damon Hill / Williams FW15C / GP Frankreich 1993

Piloten: Alain Prost & Damon Hill
Teamwertung: Platz 1 in der Konstrukteurs-Wertung
Fahrerwertung: 1.Platz mit 99 WM-Punkten für Alain Prost - Weltmeister 1993
(7 Siege - GP Südafrika, GP San Marino, GP Spanien, GP Kanada, GP Frankreich, GP England, GP Deutschland)
3.Platz mit 69 WM-Punkten für Damon Hill (3 Siege - GP Ungarn, GP Belgien, GP Italien)



Mein ganzer Stolz - selbst gesammelte Originalautogramme
Hungaroring 1988

(Privatarchiv Dörsing)

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Für die Saison 1994 bekommt der neue Williams FW16 mit dem neuen Hauptsponsor
Rothmans eine komplett neue Lackierung....



MINICHAMPS-Modell / Nigel Mansell / Williams FW16 / GP Australien 1994

Geändert von Engineer (22.10.2018 um 11:21 Uhr)
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Alt 20.10.2018, 20:48   #659   nach oben
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Und wieder tolle Modelle und sehr spannende Hintergründe
Neben den Fotos ist auch die Präsentation Deiner Modelle immer wieder gut gemacht. Nicht einfach "so aus der Box", sondern als nette kleine Szene.

Danke und viel Spass mit den schönen Stücken
Erwin
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Alt 21.10.2018, 18:36   #660   nach oben
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Team Shadow 1976...


Interlagos - 25. Januar 1976 / 1. von 16 WM-Läufen


SPARK-Modell / Tom Pryce / Shadow DN5B / GP Brasilien 1976


Der im Jahr 1975 entwickelte Shadow DN5 erscheint am Anfang der neuen Rennsaison in einer geringfügig modifizierten "B"-Version
und ist allem Anschein nach ein vielversprechendes Auto -
trotz seines unbestreitbaren Leistungsmangels.

Von den Versuchen, mit einem Matra-Motor im Heck zu punkten, hat man bei Shadow zwar endgültig Abschied genommen,
aber der bewährte "Cossie" DFV verfügt 1976 über ca. 20 PS weniger an Leistung als das französische Vorjahres-V 12-Aggregat...
Ein weiteres Problem, vor dem sich das Shadow-Team gestellt sieht,
ist der Verlust des bisherigen Hauptsponsors "Universal Oil Products" UOP; einer amerikanischen Ölgesellschaft.


SPARK-Modell / Tom Pryce / Shadow DN 5 / GP Holland 1975

Shadows Jahresbudget beläuft sich auf eine Million Dollar,
aber selbst wenn man alle anstehenden 16 WM-Läufe gewinnen würde,
reichen die Siegprämien nicht aus, das Team am Leben zu erhalten.

Ende 1975 steht Don Nichols also ohne Hauptsponsor und ohne Budget da -
kein Geld mehr heißt keine Entwicklung mehr und das neue Auto,
welches für das Reglement von 1976 geplant ist , muss warten.
Shadow ködert seine Sponsoren notgedrungen von Rennen zu Rennen und muss dazwischen die Autos umlackieren:
der französische Feuerzeughersteller BIC ist es hier in Brasilien und beim nächsten Rennen in Südafrika wird es LUCKY STRIKE sein -
der Markenname einer Zigarettensorte der British American Tobacco (BAT), dem weltweit zweitgrößten Tabakkonzern....



Der "DN5B" startet zum Saisonauftakt 1976 mit einer in der Cockpitsektion verstärkten Zelle,
einer wesentlich schmaleren Spur an der Vorderachse und diversen Änderungen bei den Radaufhängungen.
Mit den gleichen Fahrern, den (fast) gleichen Wagen und unter den gleichen Startnummern wie 1975 -
die "16" für Tom Pryce und die "17" für Jean-Pierre Jarier -
tritt das Shadow-Team zum ersten Lauf in Interlagos an.

Für den Trainingsablauf in Brasilien hat sich die FOA (Formula One Association) eine neue Spielregel ausgedacht:
der dritte Trainingslauf wertet man nicht für einen Platz in der Startaufstellung !
So sollten Testfahrten mit vollen Tanks und ähnliche "Experimente" ohne Konkurrenzdruck ermöglicht werden -
zwar löblich gedacht, aber aus Zufall gelungene Zeiten im Training lassen sich nicht beliebig wiederholen...



Jean-Pierre ist schließlich der Leidtragende dieser neuen Trainingsregelung,
denn ausgerechnet im dritten Lauf gelingt ihm eine sensationelle Zeit,
welche bei Wertung den besten Startplatz bedeutet hätte !
So muss Jarier sich mit der drittbesten Zeit aus der 2.Session begnügen und Teamkollege Tom Pryce sogar mit einem Startplatz aus Reihe 6 ...

Das Rennen selbst wäre für Jean-Pierre schon fast kurz nach dem Start vorbei gewesen,
denn Jochen Mass im Mc Laren streift im Gedränge den Shadow unsanft !
Während Mass die Box ansteuern muss, um sich eine neue Bugverkleidung zu holen,
kann Jarier jedoch seine Fahrt fortsetzen.

In der zweiten Rennhälfte liegt die Startnummer 17 an dritter Stelle hinter dem führenden Niki Lauda und dem dicht darauf folgenden James Hunt.
Dieser hat gleich im ersten Drittel des Rennens einen wahrhaft seltsamen Defekt an Mc Laren -
einer der Lufteinlasstrichter des Motors bricht ab, gelangt in die Airbox und von dort ins Gasgestänge.
Auf sieben Zylindern weiterstotternd und einem oft feststeckenden Gaspedal kann James Hunt den heranbrausenden Jarier nicht halten
und in Runde 27 ist der Franzose vorbei.


Der Mc Laren M23 mit hoher Airbox / MINICHAMPS

Jarier sieht Lauda schon vor sich und hofft auf seinen ersten Sieg...
wird aber nicht gewinnen, weil Hunt "the shunt" - mittlerweile auf Platz 5 zurückgefallen- in einer schnellen Bergab-Kurve von der Bahn fliegt.
Ölkühler und Flügel werden nach der Kollision mit dem Fangzaun weggerissen,
aber James überquert mit seinem Fahrzeug die Strecke, um es innen abzustellen.
Plötzlich sieht er Flammen in seinem Rückspiegel und langsam dämmert es ihm,
dass dies nicht die richtige Entscheidung war....
Der Ölfleck, den er auf der Bahn hinterlassen hat ist so groß wie ein Küchentisch,
aber Jarier mit seinem Tunnelblick auf den erhofften Sieg übersieht die warnende gelb-rote Flagge des Streckenpostens.



Der Shadow schliddert frontal in die Leitplanken -
das "Aus" in der 34. von 40 Runden ist besonders bitter für den jungen Franzosen und bedeutet für Shadow den ersten Totalschaden gleich im ersten Rennen.

Kurz darauf hätte Tom Pryce beinahe das gleiche Schicksal ereilt und erst im aller letzten Moment gewinnt er wieder die Kontrolle
über sein wild schleuderndes Arbeitsgerät...

Tom Pryce wetzt seine Reifen in der letzten Phase des Rennens dermaßen ab,
dass er den schon sicher geglaubten zweiten Platz an Patrick Depailler im Tyrrell 007 (der "Tausendfüßler" P34 kommt erst später) verliert.

Ein dritter Platz für den sympathischen Walliser und vier WM-Punkte lässt die in den letzten Jahren arg gebeutelte Truppe aus Nordhampton
auf eine erfolgreiche Saison 1976 hoffen - doch es sollte ganz anders kommen...

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Großer Preis von Brasilien - Interlagos, 25.1.1976
40 Runden a' 7,96 km = 318,4 km


1. Niki Lauda - Ferrari 312T / 1:45.16,78 = 181,468 km/h (9 WM-Punkte)
2. Patrick Depailler- Tyrrell 007 / 1:45.38,25 (6 WM-Punkte)
3. Tom Pryce - Shadow DN5B / 1:45.40,62 (4 WM-Punkte)
4. Hans-Joachim Stuck - March 761 / 1:46.44,95 (3 WM-Punkte)
5. Jody Scheckter - Tyrrell 007 / 1:47.13,24 (2 WM-Punkte)
6. Jochen Mass - Mc Laren M23 / 1:47.15,05 (1 WM-Punkt)



Sieg für Niki Lauda im Ferrari 312T mit hoher Airbox / QUARTZO

Geändert von Engineer (07.11.2018 um 20:36 Uhr)
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