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Alt 19.07.2015, 19:42   #121   nach oben
Engineer
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WM-Saison 1983 / Teil 1

1983 war endgültig das Ende der Saugmotor-Ära angebrochen und der erste Turbo-Weltmeister wurde gekürt -
der Brasilianer Nelson Piquet wurde auf einem Brabham BT52B BMW zum zweiten Male nach 1981 Formel-1-Champion.

Ich habe aus der "World Champions Collection" von MINICHAMPS das Modell des Weltmeister-Wagens in der Vitrine -
so wie er beim "Grossen Preis von Europa, Brands Hatch, 25.September 1983" gefahren wurde.

Um die Kurvengeschwindigkeit zu reduzieren,wurden die Schürzen verboten und damit waren die gewaltigen Seitenkästen der "wing cars" endgültig verschwunden.
Berechnungen hatten ergeben, dass am Ende der Saison 1982 durch die großen Seitenprofile der Anpreßdruck bei Höchstgeschwindigkeit nicht selten um gut zwei Tonnen erhöht wurde....
bei steinharter Federung nahezu unmenschliche Bedingungen für die Piloten.
Die neuen Regeln forderten einen flachen Unterboden und damit reduzierte sich zwangsläufig der Abtrieb und die Kurvengeschwindigkeit.

Der neue aufgeladene Vierzylinder auch München (welcher übrigens auch beim deutschen ATS-Team eingesetzt wurde) kostete das Brabham pro Stück 153.000 D-Mark,
verbrauchte pro Grand Prix an die 220 Liter Kraftstoff und war mit 600 PS leistungsmässig im Mittelfeld der Turbomotoren vertreten -
Spitzenreiter Renault hatte gut 20 Pferdchen mehr.
Piquet gewann die Weltmeisterschaft knapp vor Alain Prost auf Renault, aber Brabham-BMW wurde in der Konstrukteurs-Wertung nur Dritter.


MINICHAMPS-Modell / Nelson Piquet / Brabham BT 52B BMW / GP Europa 1983







Die neue Generation der Formel-1-Wagen der Rennsaision 1983 war einfach nur schön:
spitz,schlank und erst ganz weit hinten die angestellten Kühler.
Schon beim Saisondebüt in Brasilien war Brabham die dominierende Kraft und Sieger Nelson Piquet machte sich danach über seine Gegner lustig:
"Es war eine Spazierfahrt".
Der neue Brabham BT52 BMW war von Gordon Murray konstruiert und setzte das Turbo-Konzept im Jahr 1983 am erfolgreichsten um.
Man verwendete auch erstmalig eine neue Taktik - die Piloten wurden angewiesen,mit halbvollem Tank einen respektablen Vorsprung herauszufahren und dann mal "zwischendurch" zum Tankstopp vorbeizukommen.
Turbos brauchen viel Sprit,also viel Gewicht bei harten Reifen.
Tankt man zweimal halbvoll,spart man Gewicht und kann weiche Schluffen-also schnellere-einsetzen...
Diese Taktik schien sehr effektiv zu sein:
zum Saisonende wurde sie von fast allen Teams übernommen....

Der BMW-Vierzylinder war relativ klein und wog 165 Kilogramm -
der gesamte Wagen kam auf das absolute Mindestgewicht:
540 Kilogramm trocken.



Erst beim Auftakt der Europa-Tournee des Formel-1-Zirkus wird die modifizierte und endgültige Version des Brabham BT52B BMW mit einigen aerodynamischen Veränderungen wie ein veränderter Heckflügel eingesetzt.


QUARTZO-Modell / Nelson Piquet / Brabham BT52 BMW / GP Brasilien 1983

Das Original - gesehen auf dem Nürburgring 2013:










Was sonst noch passierte

Einen kuriosen und bisher unüblichen Ausfallgrund gibt es für Lotus-Pilot Elio de Angelis beim USA-GP in Long Beach:
nach zwei Komplett-Reifenwechseln gehen dem Lotus-Team die Reifen aus !!

Statt eines dringend benötigten dritten Satzes gibt es nur ein freundliches "sorry" für de Angelis und das Rennen ist für ihn schon in der 29. von 75 Runden zu Ende.

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Einen "Unfall mit Körperverletzung" gibt es in der Auslaufrunde beim kanadischen Grand Prix in Montreal.
Williams-Pilot Keke Rosberg nimmt den schon in der 20. Runde wegen Motorschadens liegengebliebenen Alfa-Fahrer Bruno Giacomelli huckepack in Richtung Boxengasse.
Giacomelli erzählt später völlig entgeistert:
"Keke muss völlig vergessen haben, dass ich auf seinem Wagen saß.Er rauschte mit 70 durch die Schikane und ich überschlug mich zweimal,bevor ich gegen eine Mauer flog !"

Bruno wird in ein Krankenhaus eingeliefert, wo eine tiefe Schnittwunde ärztlich behandelt wird.
Keke ist das alles mega-peinlich: "Erst 400 Meter später habe ich gemerkt, dass Bruno nicht mehr da war - tut mir leid...."

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Den kuriosesten Zieleinlauf des Jahres erleben die Zuschauer im kalifornischen Long Beach.
Die beiden Mc Laren-Piloten Niki Lauda und John Watson kommen im Training mit ihren neuen Mc Laren MP4-1C Cosworth
absolut nicht klar - John startet aus der 11. und Niki aus der 12. und letzten Startreihe.
Jedoch rollen die mit neuen MICHELIN-Reifen ausgerüsteten Mc Laren das Feld im Laufe des Rennens "von hinten auf."
John Watson wird zum Ende des Rennens gut zwei (!!!) Sekunden schneller als im Training und Niki Lauda nutzt das Potenzial der neuen Reifen am effektivsten -
nach 75 Runden rollt der Österreicher als Erster über die Ziellinie;gefolgt vom Teamkollegen...

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Ausgerechnet beim zweiten amerikanischen Grand Prix in Detroit-dem Stammsitz der FORD-Werke-
fahren mit Michele Alboreto, Keke Rosberg und John Watson drei Cosworth-befeuerte Fahrer auf die Podest-Ränge.
Der insgesamt 154.Sieg des betagten Saugmotors ist auch der einzige Cosworth-Triumph während der gesamten Rennsaison 1983.
Alboretos Erfolg ist gleichzeitig der letzte Sieg in der Teamgeschichte von Tyrrell.

Im Training zum Österreich-Grand Prix debütiert der neue Tyrrell 012 Ford.
Die Zelle besteht aus einer Leichtmetall-Unterschale und einer Kohlefaser-Oberschale, welche zugleich auch die Aussenhaut bildet.
Das Getriebegehäuse ist mit dem Öltank kombiniert und der keilformige Wagen ist so konzipiert, dass er später problemlos mit einen noch nicht genannten (oder bekannten) Turbomotor ausgestattet werden kann.

Das größte Aufsehen erregt jedoch der riesige Heckflügel in "Bumerang-Form" an Michele Alboretos Wagen -
mehr als eine Testfahrt im freien Training ist allerdings seitens des Teams nicht geplant.

Der "012" wird erst beim vorletzten Lauf in Brands Hatch auch im Rennen eingesetzt:
allerdings ohne das mächtige Heckgeflügel und mit einem Totalausfall beider Fahrer jeweils durch einen Motorschaden.

Das Tyrrell-Team erringt während der Saison magere 12 Punkte (Platz 1:Ferrari mit 89 Zählern) und belegt dadurch gleichauf mit Lotus nur den den 7.Platz der Endwertung.


MINICHAMPS-Modell / Michele Alboreto / Tyrrell 012 Ford / Training GP Österreich 1983


Leider erfolgte kein serienmässiger Einsatz des "Bumerang-Spoilers"


MINICHAMPS-Modell / Danny Sullivan / Tyrrell 012 Ford / GP Europa 1983

Das Original in der "Grünen Hölle" beim Oldtimer-GP





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Ferrari gewinnt den Konstrukteurstitel und hat sogar eine theoretische Chance auf die Fahrer-WM.
Der Franzose Rene' Arnoux ist Ende 1982 bei Renault gefeuert worden und hat bei Ferrari das Cockpit des verunfallten Gilles Villeneuve übernommen.
Rene' fahrt 1983 die Saison seines Lebens - drei Siege stehen kurz vor Ende der Saison zu Buche.
Ein Sieg im letzten Rennen in Südafrika hätte ihm den Titel bringen können - aber in Kyalami sind schon in der 9.Runde aufgrund eines Motorschadens die WM-Träume vorbei.
Der neue Ferrari 126 C3 hat mit dem hauseigenen V6-Turboaggregat mit 620 PS fast den stärksten Motor am Start und Arnoux hat nur vier Ausfälle in 15 Rennen zu verzeichnen - davon aber 50% durch Motorschäden.
Auch in diesem Jahr versucht Ferrari hinsichtlich der Heckflügelbreite das reglementskonform maximal Mögliche herauszuholen, ist aber mit seinen seitlichen Stummelflügelchen parallel zum Heckspoiler nur ein Team von vielen.

Da diese "Stummelchen" vor der hinteren Radmitte liegen,sind diese keine Flügel, sondern laut Reglement Karosserieteile....
Der Mehrabtrieb dieser seitlichen Flügel ist wider Erwarten beachtlich und beträgt bis zu 80 Kilogramm !


IXO-Modell / Patrick Tambay / Ferrari 126 C2B / Rennen 1 bis 8 1983


Der Ferrari-Heckspoiler: ein Modell unter vielen 1983

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Zum Saisonauftakt in Brasilien erfolgt erstmalig das Wiegen der Fahrer in kompletter Renn-Montur.
Die Rennkommissare haben nur allzu gut die Gewichtsmogeleien des Vorjahres im Gedächtnis und die Waage zeigt folgende Werte:
Das absolute Leichtgewicht ist der Franzose Jacques Laffie (Williams) mit 61,6 Kilogramm, dicht gefolgt von Alain Prost (Renault) mit 65,4 und Nelson Piquet (Brabham) mit 67,0 Kilogramm.
Die "dicksten Brocken" sind Patrick Tambay (Ferrari) mit 80,4 Kilo und Nigel Mansell (Lotus) mit 80,8 Kilogramm.
Arrows-Pilot, Ex-Weltmeister und Bierliebhaber Alan Jones wiegt bei seinem Comeback 93,6 Kilo und ist damit Rekordhalter der Saison 1983.

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Gewicht konnte mittlerweile auch mehr und mehr durch ein neuartiges Bremssystem gespart werden:
Kohlenstoff-Bremsscheiben kommen zum Einsatz.

Jedoch bleibt es jedoch einsatzmäßig erst einmal nur bei den Trainingsläufen, denn wegen der hohen Wäremeleitfähigkeit des Kohlenstoffs ergeben sich massive Temperaturprobleme.
Es kommt zu hohen Bremssatteltemperaturen,die Bremskolben werden undicht und die Erhitzung der Bremsflüssigkeit führt zu Druckabfällen im gesamten Bremssystem.
Die Teams geben nicht auf experimentieren weiter: es werden die Kolben der Bremssättel aus Titan geschmiedet und die Bremsleitungen anders verlegt...
Auch wenn solche Bremsen noch recht teuer und recht anfällig sind, bringen sie nämlich eine Gewichtsersparnis von rund 15 Kilogramm !

Fortsetzung Saisonrückblick 1983 folgt - keep on racing !


Geändert von Engineer (09.08.2015 um 14:30 Uhr)
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Alt 19.07.2015, 21:22   #122   nach oben
Moviecar
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Mit dem dreieckigen Heckflügel beimTyrrell 012 Ford ist mal wieder ein interessantes Design dabei.
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Alt 20.07.2015, 12:35   #123   nach oben
Engineer
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Es ist schon verwunderlich, dass dieser "Bumerang" nie so richtig zum Einsatz kam und eigentlich nur für Testfahrten montiert wurde.
Chefdesigner Maurice Philippe entwarf das Teil eigentlich für Rennstrecken, auf denen viel Abtrieb benötigt wurde. Die eigentümliche Form des Spoilers erlaubte nämlich eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten - ein herkömmlicher Heckflügel konnte das nicht bieten.
Wenn du genauer hinschaust, siehst du noch eine regelrechte Evolution/Revolution in der Gestaltung der Heckflügel:
noch ein relativ flacher Zusatz-Flügel unter dem dreieckigen "Hauptspoiler" !
Dieser leitete die Luft über Motor-und Getriebeblock und es wurde noch zusätzlich Abtrieb produziert....
Der Tyrrell 012 wurde 1983 bis 1985 gefahren, konnte aber trotz aller Innovationen nicht so richtig überzeugen.
Nach dem Skandaljahr 1984 (komplette Streichung aller Tyrrell-Ergebnisse und Disqualifikation wegen Betrug) konnte die "deutsche Hoffnung" Stefan Belloff 1985 einen 4.Platz mit dem "012" in Detroit belegen - das beste Ergebnis innerhalb der drei GP-Seasons ..... aber auch ohne das bizarre Heckgeflügel.




Das Original - gesehen am Ring

Geändert von Engineer (09.08.2015 um 13:21 Uhr)
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Alt 20.07.2015, 16:55   #124   nach oben
mb-tuner 1:43
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Wie sollte es auch anders sein sehr sehenswert deine Vorstellung.
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Alt 24.07.2015, 21:51   #125   nach oben
Engineer
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Ein Dankeschön wiedermal für die lobenden Worte - bevor es hier chronologisch weitergeht, eine kleine Neuerung.
Damit es spannend bleibt, werde ich meine Neuzugänge in die Ausführungen der jeweiligen Rennsaison einfügen,
sie mit einem dicken "NEU" kennzeichnen und gegebenenfalls noch einige Erläuterungen und Bilder von den Originalen dazupacken.

Habe gerade einige kleine Updates für 1975,1978 und 1981 vollzogen -
viel Spaß beim Suchen !
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Alt 24.07.2015, 22:47   #126   nach oben
Engineer
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WM-Saison 1983 / Teil 2

Honda hat auf der Basis des in der Formel 2 erfolgreichen V6-Motor eine von Turbinen aufgeladene Formel-1-Maschine entwickelt und diese beim Motorsalon in Genf der Öffentlichkeit präsentiert.
Bekannt ist nur, dass der Zylinderwinkel 80 Grad beträgt - die Abmessungen bleiben geheim...
Am Ende der Saison werden die Details bekannt: 2 KKK-Turbolader bringen das Aggregat bei einer Drehzahl von 11.000 Umdrehungen/min. auf 590 PS; das Gesamtgewicht des Wagens beträgt anfangs über 600 Kilogramm und das Hewland-Getriebe ist mit 5 Gängen (plus Rückwärtsgang) ausgerüstet.

Der Rennstall SPIRIT baut den ersten angelieferten Motor im November 1982 in ein vorbereitetes Fahrgestell ein und testet den "201B" über den Winter mit den Testpiloten Stefan Johansson und Thierry Boutsen in England und Kalifornien.
Nach einem wenig erfolgreichen Probeeinsatz des "Mark B" beim nicht zur F1-WM zählenden "Race Of Champions" im April 1983 in Brands Hatch (Motorschaden nach vier Runden) baut SPIRIT den "201C",reduziert das Gesamtgewicht um 30 Kilogramm und plant damit das Debüt im Juli beim britischen Grand Prix in Silverstone.
Doch nicht zu behebende Fehlzündungen in allen Trainingsläufen zwingen das neue Team, den Schweden Johansson mit dem Spirit 201 B in's Rennen zu schicken.
Stefan bleibt sechs Runden auf der Strecke - dann streikt die Kraftstoffpumpe.

Das SPIRIT-Team stellt jedoch für Honda nur eine Übergangslösung dar...
Wikipedia.de schreibt dazu:
"Anfang Oktober 1983 gab es größere Änderungen. Honda kündigte an, in der Saison 1984 das Formel-1-Team von Williams mit Turbo-Motoren zu beliefern.

Ein erster Vorbote der neuen Beziehung zeigte sich bereits beim Großen Preis von Südafrika 1983: Hier meldete Williams für seine Fahrer Keke Rosberg und Jacques Laffite einen völlig neuen Williams FW09, der erstmals statt des bisher verwendeten Ford-Cosworth-DFY-Saugmotors einen Honda-RA163E-Motor einsetzte.
Rosberg qualifizierte sich als Sechster, Laffite als Zehnter. Rosberg kam als Fünfter ins Ziel und erreichte damit die ersten WM-Punkte für Honda als Lieferant von Turbomotoren."

Spirit Racing bleibt noch bis 1985 in der Formel 1 : die Gesamt-Bilanz lautet in allen Rängen NULL.


REVE-Modell / Stefan Johansson / Spirit 201 C / GP Niederlande 1983

Zum ersten Mal seit 1970 wird der belgische GP wieder im traditionsreichen Spa ausgetragen.
Die Strecke wurde zwar von 14,1 Kilometer auf 6,9 Kilometer verkürzt,aber die Fahrer sind begeistert.
Mc-Laren-Pilot John Watson: "Ein Kulturschock für alle, die nur noch Retortenkurse gewöhnt sind !"
Arrows-Pilot Marc Surer: "Perfekt wie ein kleiner Nürburgring !"
Ex-Weltmeister und Williams-Pilot Keke Rosberg schwärmt sogar von "der besten aller Strecken."
Beim 83'er Comeback der Ardennenstrecke siegt Alain Prost vor Patrick Tambay und Eddie Cheever (Renault-Ferrari-Renault).

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Der brasilianische WM-Lauf in Rio de Janeiro wird vom TV in 26 Länder übertragen - das wären satte 50 Prozent mehr als im Vorjahr.
Folgerichtig wird Bernie Ecclestone wegen seiner "Verdienste um das brasilianische Fernsehen" zum Ehrenbürger von Rio erklärt...

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Wegen seiner Pechsträhne mit den neuen BMW-Triebwerken erhält Brabham Pilot Riccardo Patrese vom Rennleiter des bayrischen Motorlieferanten Dieter Stappert eine kleine Aufmerksamkeit aus deutschen Landen:
Riccardo sammelt leidenschaftlich Miniatur-Eisenbahnen und darf sich nun über sieben historische MÄRKLIN-Modelle freuen !

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Alain Prost verschenkt mit seinem Ausfall beim Großen Preis von Holland kurz von Ende der Saison noch alle WM-Träume.
Sein Entschuldigung klingt wie die eines Neulings in der Szene:
"Ich habe das nicht mit Absicht gemacht; ich kam auf Sand und die Räder haben blockiert.Ich konnte nichts mehr machen..."

Nelson Piquet gewinnt bei den anschließenden Läufen in Italien und England - Prost punktet nur noch einmal.
Mit nur zwei Punkten Vorsprung wird der Brasilianer knapper Weltmeister und im Renault-Team "brennt die Luft".
Zwei Tage nach dem letzten Lauf in Südafrika trennt sich Prost vom französischen Team -
sein Sponsor MARLBORO hat ihm längst ein Cockpit bei Mc Laren beschafft....

Teamkollege Eddie Cheever bleibt bei dem ganzen Wirbel relativ unbeachtet,sammelt aber fleißig Punkte für's Team.
Schon beim dritten Lauf im französischen Le Castellet steht er als Dritter auf dem Treppchen und bringt bis zum Ende der Saison ansehnliche 22 Zähler für die Gesamtwertung.


SPARK-Modell / Eddie Cheever / Renault RE 40 / GP Frankreich 1983


Beim Ligier JS21, der wieder einen Cosworth-Motor aufweist,sind die Kühlelemente vor und hinter der Hinterachse plaziert.

Besonders originell ist die aerodynamische Gestaltung des Hecks beim Großen Preis von Monaco im verregneten Monte Carlo.
Sowohl Raul Boesel als auch Jean-Pierre Jarier rollen wiedermal mit einem mächtigen "Heckgeflügel" an den Start.
Boesel setzt auf Slicks und kollidiert promt schon in der 4. Runde mit Winkelhock's ATS - das Aus für beide Fahrer.
Auch Jarier muss sein Gefährt mit Hydraulikschaden nach 34 Runden abstellen und auch der Saugmotor hat endgültig ausgedient -
da helfen auch keine aerodynamische Innovationen mehr.
Besonders Jarier äußert sich wenig schmeichelhaft über das instabile Fahrverhalten durch das neuartige (und extrem defektanfällige) hydraulische Federungssystem und lehnt auch nach kurzem Gebrauch den doppelten Heckflügel glattweg ab.

Das gestandene LIGIER-Team (Debüt 1976) beendet die Saison erstmalig in seiner Geschichte mit einer kompletten Nullrunde in Fahrer-und Konstrukteurswertung !


SPARK-Modell / Raul Boesel / Ligier JS 21 Ford / GP Monaco 1983



Der Originalwagen am Ring 2013 - leider ohne den mächtige Heckflügel








Das deutsche "Klein-Team" ATS (Auto Technisches Spezialzubehör GmbH) aus Bad Dürkheim bei Mannheim wird unter bayrische Fittiche genommen - neben Brabham bekommt es auch den neuen Turbomotor.
ATS-Chef Günter Schmid muss genau wie das Brabham-Team pro Triebwerk auch an die 150.000 D-Mark auf den weiß-blauen Tisch des Münchener Hauses legen und hat für das Aggregat aller 300 bis 500 Kilometer eine Revision einzuplanen.

Wiki de. fasst die Saison 1983 zusammen:
"Als Fahrer war weiterhin Manfred Winkelhock im Einsatz, als Konstrukteur verpflichtete man den jungen Österreicher Gustav Brunner.
Weltneuheit des Modells mit der Bezeichnung D6 war ein unverkleidetes Monocoque aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Es zeigte sich, dass das Auto zwar schnell war, das Team aber mit dem technisch anspruchsvollen Auto überfordert war.
Trauriger Höhepunkt war das Freitagtraining zum Rennen 1983 auf dem Hockenheimring, an dem Manfred Winkelhock wegen mehrerer technischer Defekte sowohl mit dem Einsatz- als auch mit dem Ersatzauto keine einzige fliegende Runde drehen konnte und Regen im samstäglichen Abschlusstraining eine Zeit verhinderte, die Manfred Winkelhock die Qualifikation ermöglicht hätte.
So standen als Saisonfazit zwar mehrere Top-10-Startplätze, aber nur ein achter Platz im Rennen in Brands Hatch und somit keine WM-Punkte zu Buche."

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Frank Williams bleibt mit der Wahl seiner Motoren sehr konservativ und setzt 1983 noch auf den Ford "Cossie" DFV/DFY im Heck seines Williams FW 08C.
Stammfahrer Keke Rosberg bedauert den im Herbst gescheiterten Deal mit BMW und orakelt " Ohne Turbomotoren brauchen wir gar nicht erst anzutreten !"
Und tatsächlich: beim letzten Lauf in Südafrika ist ein Honda-Turbomotor im Heck des "FW09" zu finden....
Zu Beginn der Saison überrascht der modifizierte Vorjahreswagen mit Saugmotor in Rio mit der Pole für Keke Rosberg - Insider führen dies jedoch auf den neuen Fahrbahnbelag der Piste zurück.
Der Williams ist zwar leicht und handlich für die Fahrer Rosberg und Laffite, ist aber ungewohnt "nervös".
Der flache Unterboden ist neu für alle Beteiligten und Konstrukteur Patrick Head ahnt: " Auf den Geraden werden wir wohl Probleme haben...".
Der zweitplatzierte Keke Rosberg wird nach dem Rennen in Brasilien wegen unerlaubter fremder Hilfe (Anschieben in der Boxengasse) disqualifiziert, die anderen klassifizierten Fahrer rücken aber im Ergebnis nicht auf.
Im Endklassement des Jahres 1983 ist Williams mit Platz 4 das beste Saugmotor-Team; punktemäßig steht es jedoch 36 Zähler gegen die 89 des erstplazierten turbobefeuerten Ferrari.


MINICHAMPS-Modell / Jacques Laffite / Williams FW08C / Saison 1983




Oldtimer-Grand Prix, 7. August 2015

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Im Juli fährt ein junger Brasilianer zum allerersten Male ein Formel-1-Auto.
Es ist ein Williams FW08 C, was bitter ist - elf Jahre später wird er auf seiner letzten Fahrt ebenfalls in einem Williams sitzen.
Damals misst jedoch niemand einem Testag im britischen Donington sonderliche Bedeutung bei;nur ein knappes Dutzend Leute schauen zu.

Die Testfahrt hätte vielleicht nie stattgefunden, wenn der junge Brasilianer im Jahr zuvor auf dem Weg nach Zandvoort zur Formel-Ford-EM im Rahmenprogramm des GP-Wochenendes im Flugzeug nicht neben Frank Williams gesessen hätte.
Der Name des jungen Fahrers - Ayrton Senna.
Frank Williams erinnert sich: "Ayrton war ein penetrant ehrgeiziger und zielstrebiger junger Mann, der andauernd anrief und sagte 'Kommen Sie,lassen Sie nich doch mal fahren !'.
Er hatte 1983 die meisten der F3-Rennen gewonnen und es war klar, dass er es noch weit,weit bringen würde."

Obwohl Ayrton die Williams-Testcrew beeindruckt ("Es war unglaublich,wie er bremste...."),bekommt er keinen Vertrag für 1984 -
Frank ist zu sehr von den Fähigkeiten seiner Stammpiloten Rosberg und Laffite überzeugt.



Sennas Wagen aus der Formel Ford/Formel III






Rennteamplätze gibt es noch nicht für Ayrton,dafür aber jede Menge Möglichkeiten zu Testfahrten,die sich nach seinem Williams-Test in Donington auftun.
Seine zweite Chance im Toleman TG183B im November 1983 nutzt er, indem er viel schneller fährt.
Seine Fähigkeit,die Ereignisse zu seinen Gunsten zu beeinflussen, ist der Schlüssel zum Erfolg in den nächsten Jahren.
Senna ist rücksichtslos und gerissen und unerbittlich darauf versessen,den größtmöglichen Vorteil zu erlangen.
Als Senna zum Toleman-Test kommt, ist er von der Skepsis überrascht, die ihm das Team entgegenbringt.
Er steigt in das Auto von Derek Warwick,der zu Renault gewechselt ist und fährt bei diesem Test schon schneller, als es Derek je im Rennen mit diesem Wagen geschafft hat.
Das Auto ist das gleiche,nur ist jetzt ein neues 6-Gang-Getriebe verbaut und der Turbo ist etwas niedriger eingestellt, aber Sennas Leistung auf gebrauchten Pirelli-Pneus ist sensationell.
Und schon haben die Ingenieure bei Toleman Warwick vergessen und konzentrieren sich auf ihren neuen Helden.......


MINICHAMS-Modelle / Ayrton Senna Racingcar-Collection

Bernie Ecclestone arrangiert, dass Senna einen Brabham auf dem Circuit Paul Ricard testen kann -
Brabham hat die Fahrermeisterschaft mit Nelson Piquet am Steuer gewonnen und Ecclestone ist versessen darauf, als Ansporn für den Brasilianer einen jungen Angreifer zu finden.

Senna ist vom Angebot Ecclestones sehr angetan, aber der Traum vom Brabham-Vertrag zerplatzt, als Ayrton im BT52B in Frankreich glatt zwei Sekunden langsamer ist als Weltmeister Nelson Piquet.
Es scheint offensichtlich, dass der alte Fuchs Piquet mit seinen Mechanikern die Situation irgendwie geschickt manipuliert hat - er will Senna gar nicht im Team haben.

Wie erwartet, stellt sich Piquet dann auch quer.Senna und Ecclestone sehen kaum eine Chance und geben dem etablierten Stammfahrer nach.
Aber Senna will 1984 in der Formel 1 antreten und nimmt, was er kriegen kann.
Gewieft,wie er ist, hat er sich TOLEMAN in Reserve gehalten und während der Italiener Teo Fabi bei Brabham unterschreibt,unterzeichnet Senna beim Toleman-Team.
"Ich hatte mir geschworen, dass ich erst nach Hause gehen würde, wenn ich 100%ig sicher bin, einen Formel-1-Vertrag in der Tasche oder zumindest jede Möglichkeit ausgeschöpft zu haben" erinnert sich Senna später.



Damit beginnt die Karriere des Ausnahmetalents Ayrton Senna.....




Der Toleman-Heckflügel am MINICHAMPS-Modell


Lebensgrosse Senna-Figur im Museum der Nürburgrings

Ende Saisonrückblick 1983 - bis bald !

Geändert von Engineer (09.08.2015 um 13:19 Uhr)
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Folgende 4 Benutzer sagen Danke zu Engineer für den nützlichen Beitrag:
Alt 24.07.2015, 23:22   #127   nach oben
TheK
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So richtig schnell sieht das kantige Ding aber auch nicht aus
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Alt 25.07.2015, 02:22   #128   nach oben
Engineer
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Erinnert schon etwas an eine "fahrende Schrankwand, dieser Spirt Honda.

Ich habe hier noch etwas bei" Motorsport Total. com" gefunden, was den Wagen näher beschreibt.

"Motorschäden traten in Spirits Teilsaison mit Hondas V6 regelmäßig auf. Meistens waren Zündung oder Probleme mit der Turbo-Dichtung die Ursache. "Wir fuhren mit elektronischer Volleinspritzung, die damals im Rennbereich noch sehr neu war.
Es war ein persönlicher Wunsch von Herrn (Soichiro) Honda persönlich", erklärt Konstrukteur Gordon Coppuck und ergänzt: "Es hat eine Menge Probleme verursacht, das ins restliche Paket zu integrieren."

"Wir hatten viele Schwierigkeiten, in Betracht derer einige Qualifikationsleistungen von Stefan ziemlich fantastisch waren. Manchmal hatte er in einer Sitzung nur eine Runde, holte aber eine unglaubliche Zeit heraus." Johansson erinnert sich daran, dass er 1983 kaum Zeit im Fitnessstudio verbrachte:
"Ich musste kaum trainieren, weil ich bei den Rennen immer so viel lief, wenn ich an die Box zurück musste, um ins Ersatzauto zu springen."

Am lebhaftesten ist dem Schweden aus dieser Saison allerdings die massive Turbo-Verzögerung des Honda-Motors in Erinnerung geblieben. "Du musstest die Abgabeleistung am Kurvenausgang antizipieren und dir genug Platz lassen, um sie dann aufzufangen", erklärt er.
"Die Abgabeleistung war unglaublich schlecht. Es war wie eine Bombe, die hinter dir explodierte."
(Quelle:http://www.motorsport-total.com)
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Alt 25.07.2015, 04:01   #129   nach oben
TheK
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Ein Turbomotor von Honda, der dauernd den Geist aufgibt... manchmal wiederholt sich Geschichte
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Alt 27.07.2015, 14:54   #130   nach oben
Engineer
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Ja,die Wellen schlugen Ende 2014 schon hoch:
"Honda und Mc Laren - die Wiedergeburt einer Legende".
Im März diesen Jahres sagte Motorsportchef Yasuhisa Arai :
"Unser Ziel ist es jetzt, ein Rennen zu gewinnen. Im ersten Viertel der Saison wollen wir reifen, im letzten dann gewinnen....
ich bin zuversichtlich, dass wir mit Mercedes auf Augenhöhe sein werden".

Wenn die Ausfallserie der Favoriten jetzt am Wochenende in Ungarn nicht gewesen wäre, hätten Alonso und Button wieder nicht gepunktet.
Nun hat Mc Laren auf einen Schlag 12 Punkte mehr -vor diesem Hungaroring-Rennen "sammelte" das Team in 9 Rennen mit beiden Fahrern 5 Zähler.

Mercedes hat 383 WM-Punkte und Mc Laren 17 Pünktchen - die beiden Weltmeister Alonso und Button müssen schon hart im Nehmen sein.
Wie Alonso beim Samstagtraining seinen Wagen schiebt,sagt alles.
Na gut, bei 35 Millionen Euro Jahresgage für Fernando ist ihm das wahrscheinlich egal.
Technische Daten zum neuen Honda-Motor habe ich bisher noch nicht gefunden.
Er soll ab nächster Saison auch für andere Teams verfügbar sein.....aber ob angesichts der bisherigen Ergebnisse grosses Interesse sein wird ?
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Alt 27.07.2015, 17:01   #131   nach oben
TheK
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Naja, die werden schon gewusst haben, dass sie das erste Jahr nicht um die WM mitfahren – wenn auch vielleicht nicht ganz so übel. Wobei es natürlich motiviert, wenn man mit einem solchen Erfolg in die Sommerpause geht.
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Alt 02.08.2015, 20:42   #132   nach oben
Engineer
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WM-Saison 1984 / Teil 1

Mc Laren mit Niki Lauda und Alain Prost ist im WM-Jahr 1984 die Kombination, die kaum zu schlagen ist.
Im Winter 1983 wird das Modell Mc Laren MP4/2 TAG-Porsche vorgestellt, das dem bisherigen MP4/1 - schon seit Mitte 1983 mit Porschemotor versehen - sehr ähnlich sah.
Hinten versah man dem neuen Modell mit einer noch schlankeren regelrechten "Flaschenhalsform",
womit ein besserer Abzug der Luft mit entsprechend günstigerem Anströmen des Heckflügels angestrebt wurde.
Letztmalig konnten die seitlichen Stummelflügel am Heckflügel verwendet werden - im Folgejahr erfolgte das Verbot dieser aerodynamischen Hilfsmittel.
Der Konzern Techniques d’Avant Garde (oder auch TAG Group), welcher seinen Geschäftsbereich in der Luftfahrt hat, finanzierte den Porsche-Turbomotor.
Dank eines ausgeklügelten elektronischen Motormanagement von BOSCH kommt der Motor am besten mit dem vom Reglement neu vorgeschriebenen Spritlimit von 220 Litern aus.
Der V6-Turbomotor lieferte mit seinen 1498 ccm Hubraum 650 PS bei einer Drehzahl von 11.500 U/min. -
Alain Prost gewann 1984 sieben Grand Prix und Teamkollege Niki Lauda fünf !

Die gesamte Saison umfasste 16 Läufe und nur vier Grand Prix gewannen die Mc Laren-Piloten nicht.....

Als 1:43-Modell habe ich die MINICHAMPS-Version des Mc Laren MP4-2 TAG-Porsche vom Weltmeister Niki Lauda in der Vitrine stehen.
Das Modell kam im Jahr 2000 im Rahmen der "World Champions Collection" ohne die Tabakdecals auf den Markt - die Umrüstung ist aber problemlos durchführbar.
Seit einiger Zeit gibt es (oder gab es?) das Modell auch von TSM; limitiert auf 999 Stück und original signiert von Niki Lauda.
Wer Ambitionen hat, dieses edle Teil zu erwerben, muss jedoch einen mindestens dreistelligen Euro-Betrag einplanen - die Preise schwanken extrem (Originalpreis 115 $).


MINICHAMPS-Modell / Niki Lauda / Mc Laren MP4-2 / Grand-Prix-Saison 1984







Geschichten zur Geschichte - Rennsaison 1984



Ein lebensgroßer Niki im 84er Outfit als Figur am Motorsportmuseum der "Grünen Hölle"

Die Tankstopps werden 1984 verboten, da der FISA der Umgang der teilweise hochexplosiven Krafstoffen zu gefährlich erscheint und
gleichzeitig damit eine Drosselung der Leistung der Motoren angestrebt wird.

Bisher stellt der Treibstoffverbrauch keine wesentliche Probleme dar und liegt pro Rennen im Durchschnitt bei 250 Litern -
nun gibt es durch das Reglement eine Obergrenze von 220 Litern pro Grand Prix ohne Boxenstopp.
Diese Einschränkung bereitet den Teams nun großes Kopfzerbrechen:
einerseits müssen die Motorspezialisten mittes Zünd-und Einspritzelektronik versuchen, das Maximum aus dem möglichst sparsam zu verwendenden Kraftstoff herauszuholen und
andererseits werden die technischen Kommisare nun wahrscheinlich verstärkt nach illegalen zusätzlichen Benzin-Reservois in den Monocoques suchen...
Die bisher noch legalen Tricks sind das Tiefkühlen des Benzins -Sprit um ein Grad abgekühlt hat eine um ein Prozent höhere Dichte.
Das heisst speziell für die Formel 1, dass bei -53 Grad Celsius rund 235 Liter auf das legale Volumen von 220 Litern "reduziert" werden können....bis zu fünf Runden mehr sind dadurch möglich !

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Das Tyrrell-Team liefert den Skandal der Saison -
wegen Betrug wird das Team von der WM-Teilnahme ausgeschlossen und die von den Fahrern Stefan Bellof und Martin Brundle 13 WM-Punkte sind kurzerhand gestrichen....

Dabei fing die Saison für das in den letzten Jahren arg gebeutelte Team um Ken Tyrrell recht verheissungvoll an.
Maurice Phillippe entwickelt den Tyrrell 012 Ford weiter - nun besteht das Chassis aus einer mit Karbonfasern verstärkten Leichtmetallkonstruktion.
Als letztes Team nutzt Tyrrell noch den betagten Ford-Saugmotor, welcher mit seinen gerade mal 510 PS beispielsweise den 660 Pferdchen von Ferrari mächtig "hinterherhinkt" !
Trotzdem wird der deutsche Pilot Stefan Bellof im spektakulären Regenrennen im Juni beim Großen Preis von Monaco in Monte Carlo Dritter -
ist dies eine fahrerische Meisterleistung oder "steckt was anderes dahinter" ?

Mitte der Saison stellen die Kommissäre fest, dass Tyrrell seine Fahrzeuge untergewichtig in's Rennen schickt und dann das fehlende Gewicht kurz vor Rennende clever ausgleicht:
Wasserballast, versehen mit Bleikugeln wird in das Fahrzeug eingefüllt....
Diese Trickserei findet die FISA überhaupt nicht lustig und für das Tyrrell-Team ist die Weltmeisterschaft zu Ende.



MINICHAMPS-Modell / Stefan Bellof / Tyrrell 012 / GP Monaco 1984


Der "Cossie" im Original

Als der neue private TV-Sender RTL den Grossen Preis von Deutschland aus Hockenheim live übertragen will,stoppt das "öffentlich rechtliche" ZDF die lästige Konkurrenz kurzerhand mit einer einstweiligen Verfügung.
Übertragen will das "Zweite" das Rennen jedoch auch nicht - die Sendezeit ist reserviert für die Ausstrahlung eines Springreitens.....

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Brabham-BMW setzt auf eine Vielzahl von Fahrern:
Stammfahrer bleibt nach wie vor Weltmeister Nelson Piquet aus Brasilien, aber Unterstützung im Kampf um WM-Punkte kommt von dem italienische Brüderpaar Teo und Corrado Fabi - allerdings nur von kurzer Dauer.
Die noch fließenden Sponsor-Millionen des Milchproduktekonzerns PARMALAT erlauben Teamchef Bernie Ecclestone die Renn-Einsätze von Riccardo Patrese und Manfred Winkelhock..
Die unglaubliche Häufung von Motor-und Lagerschäden am Brabham BT53 nehmen Nelson Piquet jede Chance zur erfolgreichen Titelverteidigung.
Mitte 1984 reagiert BMW und leitet eine größere qualitative Überarbeitung des bayrischen Vierzylinders ein.
So wird der Ölkühler von der rechten Cockpitseite zum Bug verlegt und damit eine Verbesserung des Temperaturhaushalts erreicht.
Daraufhin fährt Nelson gleich zwei Siege nacheinander ein: volle Punktzahl in Montreal und Detroit.

Platz 5 in der Fahrer-WM-Wertung für Nelson Piquet und 38 Punkte in der Konstrukteurswertung (Platz 4) stehen am Ende der Saison für das Brabham-Team in den Geschichtsbüchern der Formel 1......

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Euroracing aus Milano/Italien nennt sich 1984 aufgrund eines neuen Hauptsponsors
"BENETTON EURORACING-ALFA ROMEO" und rollt mit dem neuen Typ 184 T an die Startlinie.

Autodelta, die Sportabteilung von Alfa versorgt das kleine Privatteam mit dem haueigenen Turbomotor - V8,1497ccm mit 680 PS und ein Ladedruck von ca.3,5 bar stehen zur Verfügung.
Allerdings sind mit dem Wechsel der Sponsors auch die finanziellen Mittel von 20 Millionen DM (MARLBORO bis 1983) auf 11,5 Millionen DM (BENETTON ab 1984) geschrumpft.
Im Gegensatz zu dem äußerst handlichen und sehr gut abzustimmenden Chassis des Alfa Romeo 184T zeichnet sich der 1,5-Liter-Turbo
vor allem durch übergroßen Durst, ständige Explosionsgefahr und geringes Durchhaltevermögen aus.

Für die Stammfahrer Riccardo Patrese und Eddie Cheever enden viele Rennen entweder unter einem weißen Rauchpilz oder mit leergefahrenem Tank...
Auch beim Grossen Preis von Frankreich in Dijon fallen beide Piloten mit Motorschaden aus - Patrese schon nach 15 von den zu fahrenden 79 Runden.


SPARK-Modell / Eddie Cheever / Alfa Romeo 184T / GP Frankreich 1984

Neben Niki Lauda und OSELLA-Pilot Jo Gartner stellt sich mit ATS-Fahrer Gerhard Berger beim Österreich-GP ein dritter Österreicher an den Start.

Dieser WM-Lauf in Zeltweg liefert nebenbei jede Menge Stoff für Statistiker:
Es ist der 400.Grand Prix seit 1950, Sieger Niki Lauda steht zum 50.Mal auf dem Treppchen und es ist der erste Lauf, bei dem nur Turbo-Autos am Start sind.
Das ARROWS-Team kann seinen 100.GP feiern (erster Start Brasilien 1978) - bis zum Aus im Jahr 2002 werden es ingesamt 382 Einsätze....

Mit dem Sieger Lauda, dem fünftplazierten Jo Gartner und Gerhard Berger auf Platz 6 kommen im italienischen Monza sogar alle drei Österreicher 1984 erstmals in die Punkte !
Gerhard Berger wird bis 1997 bei 210 Starts zehn Siege einfahren...

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Apropos ATS-Team und Gerhard Berger:
ATS-Chef Günter Schmid wirft nach acht Jahren F1 das Handtuch.
Von der Ausfallserie der letzten beiden Jahre enttäuscht, stoppt BMW die Motorenlieferung an das deutsche Team.
Da es Schmid nicht gelingt, einen alternativen Motorenlieferanten zu finden, wird das Team am Ende der Saison 1984 aufgelöst.
Insgesamt erringt das Team in den Jahren 1977 - 1984 neun (!!!) Punkte - Manfred Winkelhock geht zu Brabham und Gerhard Berger zu Arrows.


Der letzte ATS als Original im Motorsportmuseum am Hockenheimring

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Williams und Honda schlagen aus ihrer Partnerschaft noch keinen Gewinn-
wie schlecht der neue Williams FW09 auf der Strecke liegt, ist selbst für Motorsport-Newcomer zu sehen...

Die Ausfallursachen reichen von zu hohem Kraftstoffverbrauch über Motor-und Lagerschäden bis hin zu manchmal tagelang nicht zu behebenden Störungen in der hauseigenen HONDA-Elektronik.
Dazu kommen noch extreme Lastwechselreaktionen des Motors, so dass die Fahrer Keke Rosberg und Jacques Laffite die Kraft meist schlagartig und oft im falschen Augenblick zu spüren bekommen.

Für das Williams-Team kommt offensichtlich der Wechsel auf das Turboaggregat zu unvorbereitet; Honda dagegen experimentiert schon zweieinhalb Jahre am Turbomotor in Theorie und Praxis herum...
Der im Erscheinungsbild wuchtige und optisch wenig ansprechende Wagen ist ein "Zwitter" aus der früheren Leichtmetallzelle und der Installation eines größeren Tanks mit der neuen Aufhängung für den Turbomotor.
Ein späteres Update zur "B-Version" (FW 09B) speckt den Wagen auch endlich ab: jeweils 15 Kilogramm bei Monocoque und Honda-Motor.

Keke Rosberg plaziert den Wagen aber einmal in Dallas/USA an erster Stelle und kommt sechsmal in die Punkte;
Teamkollege Laffite bringt es dagegen nur auf vier Zieldurchfahrten ohne Punkte.

Die Bilanz 1984 für das Williams-Team:
Platz 8 für Keke Rosberg in der Fahrer-WM und 25,5 Punkte für das Team (Platz 6).


MINICHAMPS-Modell / Keke Rosberg / Williams FW 09 Honda / GP USA 1984



Ende Teil 1 der Rennsaison 1984 - bis bald !

Geändert von Engineer (09.08.2015 um 23:30 Uhr)
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Alt 02.08.2015, 20:55   #133   nach oben
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Ich hab' mal ne Frage: Sind alle Minichamps-Formel 1-Modelle Made in China und kpl. aus Kunststoff, sind die Räder nicht drehbar, wie bei Spark, und sind die Federwege = 0 ?
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Alt 03.08.2015, 00:14   #134   nach oben
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Also, ein Blick auf das Inlay-Cover verrät: Made in China bei all meinen F1-Modellen.
MINICHAMPS produziert zunehmend weniger 1:43er aus der Formel 1 und bisher sind alle noch aus Druckguss (metallische Werkstoffe) für das Chassis und ein wenig Kunststoff für die Rad-Aufhängung und die Anbauteile.

Die Modelle aus den frühen 90er Jahren hatten noch eine regelrechte "Starrachse" vorn und hinten mit den Rädern 'dran und ein wenig improvisierte Kunststoffaufhängung drumherum.
Federweg war da wirklich gleich Null
Die neueren F1-Modelle sind radaufhängungsmässig nun auch aus Kunststoff, aber einen nennenswerten Federweg stelle ich da auch nicht fest.
Na ja, die Bodenfreiheit des Chassis am Modell der "neuen Formel 1" ist auch minimal...habe hier gerade den Williams FW 34 aus 2012 zur Hand.

Die "alte Formel 1" hatte auch etwas mehr Bodenfreiheit - da wackelt zumindest die Heckfederung am Modell bei MINICHAMPS etwas.

Glaube, so ab den Modellen der Rennsaison 1998 gab's die Steckachsen nicht mehr und dann konnte man auch etwas Federweg feststellen.
Im Gegensatz zu den SPARK-Modellen drehen sich bei meinen MINICHAMPS-F1-Rennern alle Räder....
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Alt 03.08.2015, 15:39   #135   nach oben
Mercedes-History
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So langsam kommst du in meine Richtung:
Wenn Zakspeed mit dem 1985er 841 auftaucht, oder wenn Sauber aus der Gruppe C in die Formel 1 wechselt, dann wird es für mich interessant.

Weißt du, was aus dem Spark 841 geworden ist? Kommt der noch irgendwann?

Gruß Ralph
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Alt 03.08.2015, 18:22   #136   nach oben
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Spark bringt vom Zakspeed 841 mindestens 3 Versionen auf den Markt:
- die Pressevorstellung von 1984
- Christian Danner / GP Belgien 1985
- Jonathan Palmer / GP Deutschland 1985

Als Termin wird "Herbst 2015" genannt - kann dann wahrscheinlich auch Weihnachten werden....wobei SPARK im Gegensatz zu MINICHAMPS immer eine gewisse "Termintreue" hat !!

Bisher ist das 1:43er Modell vom "Zakspeed 891" von Bernd Schneider in der Version "Training GP Monaco 1989" bei SPARK erschienen - sehr schönes und filigranes Teil !
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Alt 07.08.2015, 14:02   #137   nach oben
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Sind alles so richtige Flügelmonster.
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Alt 07.08.2015, 22:23   #138   nach oben
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Schnittig waren die schon, die Formel-Boliden vom alten Erich.....
schade, dass sie nie so richtig Erfolg hatten.
Hier der letzte ZAKSPEED 891 aus dem Jahr 1989 mit Yamaha-Motor - gesehen in der Eifel und auf dem Hockenheimring.
Hoffe, dass SPARK auch noch andere ZAKSPEED-Modelle bringt !!!
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Alt 07.08.2015, 23:00   #139   nach oben
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WM-Saison 1984 / Teil 2

Ferrari erlebt 1984 eine wichtige personelle Veränderung:
Ingenieur Mauro Forghieri scheidet aus der Rennabteilung aus.
Er begleitete seit 1961 alle Ferrari-Renner zu fast allen Rennplätzen und war bisher gesamtverantwortlich für die Rennabteilung im Maranello.
Nachfolger wird bis 1988 Pierro Lardi-Ferrari, der adoptierte uneheliche Sohn des greisen Commendatore.

Jahrzehntelang blieb Ferrari einer Tradition treu:
Zuerst kommen die Motoren, dann die Fahrwerke.
Die Triebwerke sind Kunstwerke, aber die Fahrwerke bringen die zur Schau gestellten Motoren mehr schlecht als recht über die (damals noch) sehr langen Renndistanzen....und der letzte WM-Titel liegt auch schon 5 Jahre zurück.
Das ändert sich erst, als Designer und Chassis-Spezialist Dr.Harvey Postlethwaite freie Hand zur Verwirklichung seiner Ideen bei Ferrari erhält.
Plötzlich harmoniert das Triebwerk mit dem Fahrwerk und auch der neue Ferrari 126 C4 scheint der "große Wurf" im Jahr 1984 zu werden.
Doch die italienischen Kollegen des "Dottore" bringen den neuen Motor erstmalig nicht auf eine -wie sonst in den letzten Jahren üblich- überdurchschnittliche Leistung.
Neuzugang Michele Alboreto und Stammfahrer Rene' Arnoux verschenken Plazierungen und beklagen viele Ausfälle durch Kraftstoffmangel und mechanisches Versagen...

Die neue Kohlenstoff/Kevlar-Konstruktion besteht aus einer Zelle ohne Karosserie und die Vorderradaufhängung ist direkt in die Monocoquewand geschraubt.
Der V6-Motor mit seinen beiden Turboladern (660 PS) wird überarbeitet und mit einer neuen vollelektronischen Benzineinspritzung versehen -
Insider lassen durchblicken, dass auch Ferrari emsig an einem neuen Vierzylindermotor arbeitet.
Zum Belgien-GP in Zolder wird jedoch diese noch nicht ausgereifte digitale elektronische MARELLI/WEBER-Kraftstoffeinspritzung gegen die alte LUCAS-Mechanik ausgetauscht
und promt kommen auch nach den besten Startplätzen die ersten Podestplätze - Michele gewinnt und Rene' fährt auf Platz 3 !!
In der Endwertung erreicht Alboreto Platz 4, Arnoux Platz 6 und das Team Platz 2 hinter dem überragenden Mc-Laren-Team.


BRUMM-Modell / Michele Alboreto / Ferrari 126 C4 / GP Belgien 1984

Am 12.Mai 1984 wird der neue Nürburgring eröffnet,
nachdem das letzte Rennen schon 1976 auf der berühmt-berüchtigten über 22 Kilometer langen Nordschleife stattgefunden hat.

Mit einem Kostenaufwand von über 80 Millionen DM ensteht in der Eifel ein "Superautodrom" mit Betontribünen rundherum -
eine 4,5 Kilometer lange Bahn, welche ein Maximum an Sicherheit verspricht.
In der modernen und sterilen Anlage vermisst der weit vom unmittelbaren Renngeschehen stehende Zuschauer jedoch die Stimmung und das Flair des alten Rings
(was ich bestätigen kann - mit dem letzten Umbau ist's noch schlimmer geworden !)
Zur Eröffnung bei naßkaltem typischen Eifel-Wetter kommen 120.000 Zuschauer und bestaunen ein Rennen der älteren und jüngeren Grand-Prix-Prominenz,
welche bei Dauerregen auf identischen Mercedes-Benz 190E zum Rennen antritt.

Sieger wird ein brasilianische Formel-1-Neuling namens Ayrton Senna, der den ursprünglich für seinen Landsmann Emerson Fittipaldi vorgesehenen Wagen übernommen hat und dem es als einzigem gelingt,
sich nicht von dem ohne Training aus der letzten Reihe gestarteten "Oldie" Niki "the Rat" Lauda überholen zu lassen...




Das Beste am neuen Ring: das alte Fahrerlager


Die Mercedes-Tribüne am neuen Nürburgring - damit schwand auch ein wenig Nordschleifen-Flair

Peinlich, aber Formel-1-typisch:
Dafür, dass der im Mc-Laren-Sold stehende Fitness-Guru Willy Dungl den
ATS-Fahrer Manfred Winkelhock in Monte Carlo nach dessen Unfall wegen Muskelfaserriss behandelt,
schickt Mc-Laren-Chef Ron Dennis eine Rechnung an Günter Schmid bei ATS....über 4000 Dollar.

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Erich Zakowski, Chef eines Rennstalls am Nürburgring, kündigt für 1985 seinen Einstieg in die Formel 1 an.
Er entscheidet sich dafür schon im Sommer 1983 - eigenverantwortlich und ohne finanzielle Unterstützung eines Motorenherstellers.
Er entwickelte in den folgenden Monaten einen Turbomotor nach Formel-1-Regeln und ein eigenes Chassis, dessen Prototyp im Sommer 1984 fahrbereit ist - ein Formel 1-Abenteuer namens ZAKSPEED beginnt....

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Am Ende der Saison 1984 erleben die mit MICHELIN zusammenarbeitenden Teams (Brabham, Mc Laren, Renault und Ligier)
eine böse Überraschung:
Eigentlich auf dem Höhepunkt des Erfolgs erklärt der Reifengigant aus dem französischen Clermont-Ferrand, dass er sich aus der Formel 1 zurückzieht.
Kurz zuvor jedoch unterschreibt Schlitzohr und Brabham-Chef Bernie Ecclestone als Erster einen Vertrag mit PIRELLI
und schon im folgenden Winter absolviert Stammfahrer Nelson Piquet in Kyalami ein gigantisches Testprogramm mit den neuen Reifen.
Das Brabham-Team scheint mit BMW-Motoren und Pirelli-Reifen für 1985 bestens gerüstet....



--------------------------------------------------------------------------

Der amerikanische Reifengigant GOODYEAR stellt seine F1-Reifenproduktion nun endgültig auf radiale Pellen um.
Bisher wurden nur die Regenreifen mit radialer Karkasse hergestellt-
nun gibt's das volle Programm.
Beliefert von GOODYEAR werden 1984 die Teams von Tyrrell, Williams, Lotus, Arrows Euroracing und Ferrari.



-------------------------------------------------------------------------

Das Theodore-Racing Team hat kapituliert -
in 53 gefahrenen Rennen von 1977 bis 1983 kommen nur sieben WM-Punkte zusammen.
Die meist weiß lackierten Autos von Theodore sind vielfach mit ungewohnten chinesischen Schriftzeichen versehen
und brachten bisher nach Ansicht von Beobachtern einen „geheimnisvolles asiatisches Flair“ in die Formel 1.
Teambesitzer Teddy Yip sieht Ende 1983 ein, dass er die mit den Turbomotoren verbundenen finanziellen Herausforderungen nicht annehmen kann
und wendet sich künftig in der amerikanischen CART-Serie zu.
Zu den ehemaligen nun mittlerweilen prominenten Fahrern des Theodore-Teams zählen
Keke Rosberg, Marc Surer, Patrick Tambay, Derek Daly, Johnny Cecotto und und und....

--------------------------------------------------------------------------

Die Formel 1 hat auch im Jahr 1984 kein einziges Todesopfer unter den aktiven Fahrern zu beklagen.
Der bis dahin letzte prominente (Ex-) Formel-1-Rennfahrer, der Deutsche Rolf Stommelen stirbt am 24.April 1983 bei einem Sportwagenrennen
nach einem Heckflügelbruch an seinem Porsche im amerikanischen 6-Stunden-Rennen von Riverside.

--------------------------------------------------------------------------

Der große Verlierer der GP-Saison 1983 bereitet sich gründlich auf eine neue Saison vor:
Das französische RENAULT-TEAM verpflichtet nicht nur die zwei neuen Fahrer Patrick Tambay und Derek Warwick, sondern baut auch gleich ein komplett neues Auto.
Die technischen Finessen des neuen Renault RE50 Turbo sind eine kohleverstärkte Kunststoffzelle mit Leichtmetall-Kern, eine neue Federung an beiden Achsen (System "pull rod"),
ein neues Leichtmetall-Motorgehäuse mit abgesenktem Motorschwerpunkt und ein neues Auspuffsystem.
Der neue Auspuff ist FISA-legalisiert und soll zur Erhöhung des Unterdrucks beitragen: ein aufwärtsgeschwungener Wagenboden beschleunigt den abfließenden Luftstrom.....
Der mit zwei Turboladern versehene Motor bringt es im Laufe der Saison von 660 auf 750 PS und besitzt eine elektronische BOSCH-Kraftstoffeinspritzung.

Aber auch in ihrem "verflixten" siebten Jahr scheitern die Franzosen an der Technik.
Viel zu oft bleiben Tambay und Warwick aus Kraftstoffmangel (Nachtankverbot !) oder mit Schäden am Motor, am Lader oder am Getriebe auf oder neben der Strecke stehen.
Als die Motorspezialisten den Verbrauch und die Anfälligkeit endlich senken, fällt damit die Leistung des Aggregats auf eher durchschnittliche Werte.
Am Ende springt wieder nur ein sechster und zehnter Platz in der Fahrer-WM und ein vierter Platz im Wettbewerb der Konstrukteure heraus.


SPARK-Modell / Derek Warwick / Renault RE50 / GP Frankreich 1984

Ayrton Senna hat einen Zweijahres-Vertrag beim TOLEMAN-TEAM unterschrieben und debütiert in der Formel 1 passenderweise in Rio de Janeiro im März 1984.
Toleman startet in die Saison mit zwei Vorjahreswagen vom Typ TG 183B, mit dem Stammfahrer Derek Warwick 1983 zwei vierte Plätze erringen konnte.

Das Auto nach Senna's Meinung "zumutbar", aber die PIRELLI-Reifen sind kein Vergleich zu den Pneus von MICHELIN oder GOODYEAR.
Ein neues Auto ist in Planung und der eigene Brian-Hart-1,5-Liter-Turbomotor schlug sich eigentlich bisher recht wacker....
Senna kommt in Rio auf Startplatz 16 und ist im Training eine ganze Sekunde schneller als Teamkollege Johnny Cecotto.
Im Rennen hält der Toleman TG 183B acht Runden - dann fällt der Ladedruck des Turbos rapide und das Rennen ist für Ayrton zu Ende.


MINICHAMPS-LANG Modell / Ayrton Senna / Toleman TG183B / GP Brasilien 1984

Beim Grossen Preis von San Marino im italienischen Imola passiert das Unvorstellbare:
Zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben qualifiziert sich Senna nicht für ein Rennen - die Pirelli-Reifen sind nicht wettbewerbsfähig.
Toleman will aus dem bestehenden Reifen-Vertrag aussteigen und behauptet, PIRELLI schuldet ihm Geld....
Beim nächsten Rennen im französischen Dijon taucht der neue Toleman TG 184 plötzlich mit MICHELIN-Reifen auf - aber wieder versagt der Turbo an Sennas Wagen.

Und dann kommt der Grosse Preis von Monte Carlo am 3.Mai 1984 in Monte Carlo....

Das sechste Rennen für Ayrton beginnt unter schlechten Bedingungen.
Alain Prost liegt in Führung, wird von Nigel Mansell überholt und liegt nach einem Crash des Briten wieder in Führung.
Ayrton Senna arbeitet sich bei wolkenbruchartigen Regenfällen vom 13.Startplatz kontinuierlich vor und in der 19.Runde ist nur noch Prost auf seinem Mc Laren vor ihm.
Je schlimmer die Bedingungen werden, umso schneller fährt Senna.
Prost hat zunehmend Probleme mit seinen Bremsen und gibt Streckensicherungsleiter Jacky Ickx Runde für Runde Zeichen,
das Rennen wegen der schlechten Witterungsbedingungen abzubrechen...
In der 32.Runde kommt dann die rote Flagge und Prost gewinnt das Rennen.
Vor lauter Enttäuschung schreit Ayrton die Rennfunktionäre an, sie hätten einen französischen Fahrer im französischen Monte Carlo begünstigt -
aber das Rennen ist zu Ende und der Brasilianer erringt Platz 2.


MINICHAMPS-Lang Modell / Ayrton Senna / Toleman TG 184 / GP Monaco 1984


Toleman tritt in Monza ohne Ayrton an -
das englische Team ist stinksauer, dass der Brasilianer für die nächste Saison trotz des Zweijahresvertrags bei Lotus unterschrieben hat.
Die Anwälte sollen zunächst die vertragliche Situation klären -
aber eine Freikauf-Klausel existiert tatsächlich.
Statt Senna greift Piercarlo Martini in's Steuer - kann sich aber für das Rennen gar nicht erst qualifizieren.

Sennas Zusammenarbeit mit TOLEMAN endet in Portugal, wo er auf einen sensationellen Startplatz 3 kommt.
Nach einem harten Rennen wird er hinter den Mc-Laren-Piloten Prost und Lauda überraschender Dritter.
Doch auf dem Siegerpodest ist Sennas Gesichtsausdruck von Geringschätzung und regelrechter Verachtung geprägt -
so als könne er dem Erfolg der beiden keine Freude abgewinnen...nicht einmal seinem eigenem.
"Ich bin nicht gemacht, um Zweiter zu werden. Ich bin zum Siegen bestimmt."



MINICHAMPS-LANG Modell / Ayrton Senna / Toleman TG 184 / GP Portugal 1984

So, das war's für 1984 - bis bald !



Parc Ferme' - Nürburgring, 8. August 2015

Geändert von Engineer (09.08.2015 um 23:29 Uhr)
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Alt 08.08.2015, 15:35   #140   nach oben
Benji
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Super Beitrag Jörg!Es macht so viel spass deine Beiträge zu lesen. Ich freue mich schon auf den Lotus 97T,Williams FW10,und den Ferrari 156-85
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