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Alt 05.07.2015, 14:37   #1   nach oben
Engineer
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Die Silberpfeile von Mercedes und Auto Union

Da in der modernen Formel 1 die Silberpfeile von Rosberg und Hamilton ja wiedermal mächtig auf dem Vormarsch sind, wäre es vielleicht mal interessant,
die Geschichte der Rennwagen von den Anfängen bis zur Gegenwart anhand einiger 1:43er Modelle von SPARK und MINICHAMPS darzustellen.



Die Epoche der Silberpfeile beginnt eigentlich erst so richtig ab dem Jahr 1934.
Die großen Automobilclubs Europas einigten sich auf den Beschluß, ab diesem Jahr ein neues Grand-Prix-Reglement in Kraft treten zu lassen - die "Formula Libre" war Geschichte...
Die neue Regeln wurde auf ein Hauptkriterium beschränkt:
im Gegensatz zur alten "freien Formel" durften die neuen Rennwagen nur noch ein sogenanntes Trockengewicht (ohne Kraft-und Schmierstoff,Kühlflussigkeit und Reifen) von 750 Kilogramm haben. Auch war die Zeit des mitfahrenden Mechanikers vorbei - es wurden nur noch einsitzige Autos mit einer Karosseriebreite von mindestens 85 Zentimeter zugelassen.
Allerdings musste auch jedes Grand-Prix-Rennen eine Mindestdistanz von 500 Kilometern haben - für heutige Verhältnisse ohne Fitnesstrainer unvorstellbar !

Die führenden Marken im damaligen Rennsport wie Bugatti,Maserati und Alfa Romeo waren durch diese Neuregelung klar im Vorteil, denn ihre Wagen hatten leichte Fahrgestelle und Motoren. Aufwendige Neukonstruktionen waren also nicht nötig....
Anders dagegen sah es in Deutschland bei Daimler-Benz aus, denn mit einem 7-Liter-Kompressor-Boliden konnte man plötzlich nichts mehr anfangen.
Doch die Rennsportabteilung von Daimler-Benz wagte sich an eine völlige Neuentwicklung, zumal die neue Reichsregierung die Zusage einer finanziellen Subvention gemacht hatte. Zwar machte dieser in Aussicht gestellte Betrag nur ein Bruchteil der nötigen Gelder aus, aber Daimler-Benz nahm das Angebot an.

So enstand 1933/34 ein Monoposto,welcher werksintern unter der Bezeichnung W25 auftauchte. Von einem "Silberpfeil" konnte noch keine Rede sein,denn noch war die deutsche "Rennfarbe" traditionsgemäß weiß (Frankreich=blau,Großbritannien=grün,Italien=rot).
Der neue Mercedes-Rennwagenmotor war ein Reihenachtzylinder mit einem Kompressor (Roots-Drehflügel-Lader) und einem Hubraum von 3360 ccm.
Rein theoretisch hätte der Motor so an die 280 PS bringen müssen, doch zum Erstaunen aller ergab die Prüfstandsmessung eine Leistung von 325 PS bei 5500 U/min.

Im Februar 1934 stand der erste Mercedes W25 fahrbereit auf seinen CONTI-Pneus.
Zum ersten Mal öffentlich in Erscheinung trat der neue Wagen mit der vorderen Einzelradaufhängung und den abgerundeten Aluverkleidungen beim "Eifelrennen" im Juni 1934 auf dem Nürburgring.
Doch fast wäre diese Premiere ausgefallen, denn die Fahrzeugabnahme im Fahrerlager des Eifelkurses ergab ein Übergewicht von einem Kilogramm.
Fahrer Manfred von Brauchitsch und Rennleiter Alfred Neubauer waren der Verzweiflung nahe - wo sollte man bei dieser extremen Leichtbauweise am Wagen noch ein ganzes Kilo abspecken ???
Was nun kommt, hätte sich die PR-Abteilung von Daimler-Benz auch nicht besser ausdenken können - angeblich hatte Manfred von Brauchitsch die Idee, einfach die weiße Farbe von der Karosserie zu schmirgeln !
Der "Silberpfeil" war geboren - obwohl diese Story um einige Bogen Sandpapier von vielen Historikern in's Reich der Legenden verwiesen wird.
300.000 Fans pilgerten an diesem Wochenende zum Ring und erlebten,wie v.Brauchitsch in 10 Minuten 46 Sekunden Trainingsschnellster bei einer Streckenlänge von 22,8 Kilometer wurde.
Das "lauteste Automobil der Welt" (Zitat AUTOCAR) - so genannt wegen des heulenden Kompressortons - fuhr auf Anhieb als Erster beim Eifel-Rennen über die Ziellinie des Nürburgrings...Streckenrekord inklusive !
Der "W25" wurde auch bei Bergrennen eingesetzt und wurde bis 1936 gefahren - in der letzten Modifikation mit 4310 ccm und 402 PS bei 5500 U/min.

SPARK/MINIMAX hat vor einiger Zeit das 1:43-Modell des Siegerwagens vom Eifelrennen auf den Markt gebracht.
Ich habe die Version der "MERCEDES-BENZ Classic Collection" jedoch modifizieren müssen, denn die Startnummer "20" von Manfred v.Brauchtisch war bei diesem Rennen noch schwarz.
Erst später trat Mercedes fast immer mit einer roten Startnummer auf seinen Wagen an...ist übrigens heute noch so !


SPARK-Modell / Manfred v.Brauchitsch / Mercedes W25 / Eifelrennen 1934




Keine Ahnung,ob das Original 1934 auch diesen extremen negativen Sturz hinten hatte...




Die attraktive Verpackung der "Classic Collection"

Hier das Original des W25 - gesehen auf der Techno Classica in Essen






Weiter geht's demnächst mit dem direkten Konkurrenten aus dem Hause Auto Union....keep on racing !

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Alt 05.07.2015, 17:42   #2   nach oben
mb-tuner 1:43
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Sehr interessant bin schon gespannt wie es weiter geht,leider sind besonders die Hinterräder des Modells etwas arg verrutscht.
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Alt 05.07.2015, 22:34   #3   nach oben
mikka
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ja, leider sind die Vorkriegs-Silberpfeile aus dem Hause Minimax qualitativ nicht auf dem heutigen Level; auch die leuchtend roten Startnummern erzeugen einen wenig realistischen Eindruck.
Das ist MC bei den Auto Union-Modellen deutlich besser gelungen; obwohl diese als 1:43er DieCast-Modelle gegenüber den Resine -MB einen gravurtechnischen Nachteil haben.
Alles in allem wirken die Auto Union trotzdem gefälliger.
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Alt 07.07.2015, 20:10   #4   nach oben
Mercedes-History
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Das Thema "rote Startnummer" hat mich jetzt mehrere Stunden Recherche "gekostet".
In keiner meiner Quellen finde ich ein Farbfoto von 1934
Bisher konnte ich 2 zeitgenössische Bilder finden, die eine schwarze Nummer vermuten lassen.
Auch CMC hat eine schwarze 20 auf dem Modell.
Ich würde das gerne nicht bei meinem Modell ändern müssen

Weder auf Originalfotos, noch bei meiner Miniatur, sind extreme Sturz-/Spur-Einstellungen zu finden.
Vielleicht wurde in der Verpackung zu sehr auf das Modell gedrückt.

Was ich auch lange gesucht, aber nicht mehr gefunden habe, ist der offene Brief von Spark zur Qualität der Silberpfeilmodelle.
Darin wurde darauf verwiesen, dass die Fahrzeuge - was tatsächlich stimmt - auf den jeweiligen Fahrer angepasst wurden;
und auch sonst eher prototypischen Charakter hatten.
Dies wollte man "absichtlich" so auch im Modell wiedergeben

Bis jetzt habe ich nur den W25 von Spark, weil mir die Modelle mit 50 € immer noch viel zu teuer sind.
Früher wöchentlich, jetzt jedes Jahr schaue ich im Museum, ob der Preis gesenkt wurde.

Gruß Ralph
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Mercedes-Benz History / Bernd Schneider / West Motorsport Sammlung / Busse / Movie-Cars in 1:43

Geändert von Mercedes-History (07.07.2015 um 20:26 Uhr)
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Alt 07.07.2015, 22:35   #5   nach oben
Engineer
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Hallo Ralph -
danke für die Info - sehr interessant !
Beim Thema "rote Startnummern" habe ich auch einiges an Zeit verbracht...und auch kein Farbfoto gefunden !
Vergangenes Jahr war bei der Techno Classica in Essen (siehe Bilder oben) zwar jede Menge an "Silberpfeilen" zu sehen, aber keiner von den "Fachleuten" konnte mir die Frage nach den Nummern beantworten.

Eine ganz interessante Begründung der Nummern in Rot wurde mir auch zugetragen:
"Der Flagge des Deutschen Kaiserreiches (schwarz-weiß-rot) ist wohl auch die Kombination mit roten Nummern geschuldet,
so dass sich durch Auto, Reifen und Nummer die Farben schwarz-weiß-rot ergeben."


Wie sagt man hier im Ruhrgebiet in solchen Fällen so treffend:
Ich hau' mich wech ... Boah ey....

Aber ich habe mit einem "Hardcore"-Mercedes-Modellbauer dort in Essen gesprochen, der auch der festen Meinung war, dass die Nummern beim Eifelrennen 1934 noch SCHWARZ waren.
Aber mit dem "negativen Sturz" wird es sich beim Original wohl in Grenzen halten - aufgefallen ist dieser mir weder beim Original noch beim Betrachten der vielen Fotos.

Hier also mein Update -habe eine kleine Korrektur am Modell vorgenommen



SPARK hat auch das Modell des Rekordwagens (geschlossenes Cockpit) und der Version in weißer Lackierung (Nummernschild und Kennzeichen "D") im Programm - interessante Modelle, aber auch nicht unter 50 Euronen zu bekommen.

Geändert von Engineer (08.07.2015 um 00:21 Uhr)
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Alt 08.07.2015, 00:08   #6   nach oben
Engineer
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Der erste Silberpfeil vom "anderen Lager":
Auto Union / Typ A aus dem Jahr 1934










Das ist das MINICHAMPS-Modell in der Version "1. Platz Grosser Preis von Deutschland - Hans Stuck",welches ich von den Ingolstädtern und ihrer "AUDI-Collection" habe.

Das Modell ist für den Maßstab 1:43 meines Erachtens super verarbeitet und im Gegensatz zu SPARK mal nicht aus Resine.
Auch die kleinsten Details sind mit "viel Liebe und Herzblut" modelliert - der Kühlergrill fasziniert mich immer wieder....



Nur die Verpackung ist sehr schlicht und einfach, aber die AUDI-Collection sieht immer so aus....
da macht MINICHAMPS mit seiner Verpackung doch teilweise etwas mehr her.



Ein paar History-Infos:

Die neue Reichsregierung - speziell Adolf Hitler - machte 1932/33 dem Hause Daimler-Benz die Zusage einer finanziellen Subvention des Rennsports (siehe auch Artikel über den W25).
Die versprochene Summe sollte pro Jahr 450.000 Reichsmark betragen und pro Sieg waren weitere 20.000 Mark in Aussicht gestellt worden.
Auch Auto Union (erst 1932 gegründet) war stark intessiert, an diesem Budget teilhaftig zu werden und bewarb sich deshalb auch in Berlin.
Nun sah Hitler in einer Verteilung der Zuwendungen an zwei Rivalen die Möglichkeit der großen Herausforderung beider Parteien und halbierte die Gelder kurzerhand.

Die Rechnung,dass im harten Wettbewerb bessere Leistungen herauskommen würden und damit die ausländische Konkurrenz zu besiegen,ging auf....
Ferdinand Porsche setzte sich erfolgreich für die Belange der Auto Union in Berlin ein und bekam von Zwickau erwartungsgemäß den Auftrag für Entwurf und Bau eines Grand-Prix-Wagens der 750-kg-Formel.

Mitte November 1933 fanden die ersten Testfahrten des Rennwagens mit dem revolutionären Mittelmotor-Konzept statt und im Januar 1934 gab der neue Sechzehnzylinder sein offizielles Debüt auf der Berliner AVUS.
Aus 4,3 Litern Hubraum holte man 295 PS und der vorn über Drehstäbe und hinten über Blattfedern gefederte Wagen hatte seinen Schwerpunkt im direkt hinter dem Fahrer angeordneten 170-Liter-Tank.
Als V/max. wurde 280 Km/h angegeben; auch hier verrichtete ein Roots-Gebläse seinen Dienst und das Getriebe wies 5 Gänge auf.

Beim legendären Eifelrennen 1934 auf dem Nürburgring war auch Auto Union vertreten und Hans Stuck kam mit etwas über einer Minute zum Sieger v.Brauchitsch auf MB W25 als Zweiter in's Ziel.
Den ersten Sieg für Auto Union gab es dann fünf Wochen später an gleicher Stelle beim offiziellen "Grossen Preis von Deutschland".
Nach 4 Stunden und 38 Minuten (!!!!!) fuhr Hans Stuck mit über zwei Minuten Vorsprung vor Mercedes-Pilot Luigi Fagioli als Erster über die Ziellinie.

Ein Doppelsieg in Bremgarten/Schweiz,zweiter Platz in Monza/Italien usw. -
Mercedes hatte einen würdigen Gegner gefunden und die deutschen "Silberpfeile" dominierten von Anfang an.
Prominete Fahrer für Auto Union im Jahr 1934 waren neben Hans Stuck noch August Momberger
sowie Hermann zu Leiningen und Tazio Nuvolari als Testfahrer.

Apropos Testfahrer Tazio Nuvolari: beim Grosser Preis von Spanien im September fuhr er auf Bugatti Tipo 59 einen dritten Platz heraus und testete vorher im Training den Auto Union Typ A.
Man möge sich das mal heute vorstellen: Vettel im Red Bull testet 2014 vor den WM-Läufen im Training den Ferrari...


BRUMM-Modell / Tazio Nuvolari / Bugatti Tipo 59 / GP Spanien 1934

Das war's vom ersten Jahr des Auto Union - Rennwagens;
keep on racing bis zum B-Modell !




P.S.: Ergänzungen und Infos zu dieser Thematik sind wie immer ausdrücklich von mir erwünscht !
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Alt 08.08.2015, 16:02   #7   nach oben
Benji
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Gib uns mehr,dieser Wunder schönen Vorkriegs Modelle! Sie sind zu schön,um in Vergessenheit zu geraten.Klasse Beiträge,mach weiter so ich bin gespannt!
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Alt 09.08.2015, 22:53   #8   nach oben
Engineer
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Ja - es wird Zeit, meiner zweite "Baustelle" mit neuen Infos zu versorgen..

Internationale Rennerfolge nur für ein Jahr - der Mercedes W125 von 1937

Nach den eher enttäuschenden Auftritten der Stuttgarter Silberpfeile gegenüber den "Mitbewerbern" von AUTO UNION und der internationalen Konkurrenz
im Jahr 1936 steuert Daimler-Benz mit dem neuen Typ W 125 wieder ganz auf Siegerkurs.
Eigentlich ist der neue Wagen motortechnisch schon für die 1937 geplante 3-Liter-Formel konzipiert, aber man muss umdisponieren -
die Gültigkeit der bestehenden 750-kg-Formel wird um ein Jahr verlängert.....
Der 12-Zylinder-Wagen ist längst fertig und einsatzbereit, nun jedoch viel zu schwer !

Der Motor des W125 ist somit nach wie vor ein Reihenachtzylinder mit einem Roots-Kompressor, vier Ventilen pro Zylinder und 5662 ccm Hubraum.
Jedoch haben die Beschleunigungswerte gegenüber dem 1936er Mercedes enorm zugenommen.
Das von Ingenieur Uhlenhaut konstruierte neue Getriebe passt optimal zum Wagen,
welcher eine Leistungssteigerung von sage und schreibe fast 250 PS zum Vorjahr mehr aufweist (W25 im Jahr 1936 = 402 PS).

Somit ist er mit seinen anfangs 570 und später 654 PS der leistungsstärkste Rennwagen,welcher bis zum Erscheinen der Turbomotoren in den 80er Jahren eingesetzt wurde !!
Fünf Exemplare des neuen W 125 werden gebaut und nur ein Jahr bei den nationalen und internationalen Rennen eingesetzt.
Man kann trotzdem von einem gänzlich neu gebautem Fahrzeug sprechen, denn auch das Fahrgestell wird modifiziert: aus dem Kastenprofil-Stahlrahmen wird ein Rohrrahmen.
Der Wagen ist leichter geworden, hat einen längeren Radstand und die größeren Bremstrommeln garantieren besseren Verzögerungswerte (Scheibenbremsen gab's noch nicht).

Die Mercedes-Benz Classic Selection der Daimler AG hat von SPARK ein schönes Modell in 1:43 auf den Markt gebracht,
welches in meiner Silberpfeil-Parade präsent ist: den Mercedes Benz W125 von Rudolf Caracciola in der Version
"1.Platz Grosser Preis von Deutschland - Nürburgring, 25. Juli 1937".


SPARK-Modell / Rudolf Caracchiola / Mercedes W125 / GP Deutschland 1937






Nicht so filigran wie bei den Auto-Union-Modellen von MINICHAMPS -
die imposante Front des Mercedes


Das Duell in der Eifel 1937 - schlägt Mercedes endlich Auto Union ?

Das Rennen am 25.Juli 1937 findet wie üblich auf der Nordschleife des 22,8 Kilometer langen Nürburgrings statt und beinhaltet 22 Runden -
die Piloten werden dafür fast 4 (!!!) Stunden benötigen...
Erstmals erfolgt die Startaufstellung nach den gefahrenen Trainingszeiten und Schnellster ist Bernd Rosemeyer auf Auto Union Typ C mit 9 min 52,2 sec;
gefolgt von den Mercedes-Piloten Hermann Lang (3 sec.langsamer) und Manfred v. Brauchitsch (fast 10 sec. langsamer).
Publikumsliebling und Mercedes Benz-Werkspilot Rudolf Carcciola hat dahinter sich mit einer Zeit von über 10 Minuten für seine schnellste Runde neben Alfa-Pilot Nuvolari plaziert -
die zweite Startreihe besteht nämlich nur aus zwei Fahrzeugen.

Als der Start freigegeben wird, schießt Caracciola am Dreierpack der ersten Reihe vorbei und geht als Erster in die Südkehre.
Rosemeyer übernimmt dann für zwei Runden die Spitze, touchert jedoch einen Begrenzungsstein und beschädigt die Radnabe seines Wagen.
Der Reifen verliert Luft und der Auto Union-Pilot muss an die Box...
Ein Reifenwechsel aller vier Reifen in der modernen Formel 1 dauert heute ca. 3 Sekunden, aber damals benötigen die Mechaniker über 3 1/2 Minuten länger (3min.33,2 sec.).
Rosemeyer jagt danach wie eine Furie dem gesamten Feld hinterher und wird am Ende des Rennens Platz 3 zu verbuchen haben.

Rudolf Caracciola mit seinem Mercedes dagegen dreht gleichmässig wie ein Uhrwerk seine Runden, stellt einen neuen Streckenrekord mit durchschnittlich 133,2 km/h auf und gewinnt zum fünften Mal das Rennen.
Der "Grosse Preis von Deutschland" wird ganz im Sinnen des Regimes zu einer fast nationalen Angelegenheit: von Brauchtisch fährt auf Platz 2, dann folgt Rosemeyer
und auf Platz 5, 6 und 7 werden die deutschen Piloten Rudolf Hasse (Auto Union), Christian Kautz und Hermann Lang (beide Mercedes) abgewunken.

Beifall gibt es für einen tapferen Italiener: Tazio Nuvolari hat mit seinem 12-Zylinder Alfa Romeo der Scuderia Ferrari den vierten Platz gehalten -
der Duce dürfte es in Rom mit Fassung zur Kenntnis genommen haben...

Neben den für Langstreckenrennen ausgelegten Grand-Prix-Wagen baut Mercedes-Benz auch zwei W 125 speziell für Bergrennen auf.
Sie zeichnen sich durch eine besonders leichte Konstruktion aus. Sowohl diese Leichtbau-Version als auch die für Grand-Prix-Rennen entwickelte Variante
des W 125 werden in den Jahren 1938 und 1939 noch bei Bergrennen eingesetzt.

Das Original - Mercedes Benz Classic 2014 in Essen







Bei der Auto Union nimmt man für 1937 nicht sehr viele Änderungen an den Fahrzeugen des bisher sehr erfolgreichen Typ C vor,
aber der bisherige Stammfahrer Hans Stuck steht nur noch gelegentlich zur Verfügung....
wie die Saison für AUTO UNION ausgeht, verrate ich euch im nächsten Teil.



Geändert von Engineer (09.08.2015 um 23:33 Uhr)
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Alt 10.08.2015, 21:15   #9   nach oben
nesta
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Ich bin seit 3 Jahren auch dem Silberpfeil-Fieber verfallen.
Einfach genial diese Autos und Technik in dieser Zeit.

(Mein All-Time-Lieblingsauto ist allerdings der '55er 300SLR und der W196 Stromlinie, also alle mit dem M196-Motor)

Kennst Du die DVD-BOX "Magische Momente -Die Stunde der Silberpfeile" Bei Amazon erhältlich

Ich hab die Blue Ray schon 1000 Mal gesehen und liebe es. Vielleicht technisch nicht das ultimative Infomaterial, aber alle Silberpfeile fahren zu sehen und die Originalaufnamen bringen Gänsehaut und die nachgespielten Szenen finde ich auch ganz gut. Die beste Silberpfeil Doku, wie ich finde.
__________________
Bin auf halber Strecke - Zwischen Kuscheltuch und Rheumadecke

DGzRS: Ehre, Hightech und Hände Seenotkreuzer BERLIN / Station Laboe
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Alt 12.08.2015, 21:37   #10   nach oben
Engineer
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Ja, die 10-teilige Serie kenne ich -
habe sie allerdings erst fünfmal gesehen...
Die Spielszenen sind gut gemacht und die Darstellung
vor allem des Rennleiters Neubauer "kommt gut 'rüber"...
Obwohl mein Interesse mehr den etwas "moderneren" (60er bis 80er Jahre)
Rennwagen gehört, dürfen die Silberpfeile in meiner Sammlung natürlich nicht fehlen !
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Alt 25.08.2015, 14:21   #11   nach oben
Engineer
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Auto Union Typ B - Rennsaison 1935

Ingesamt ist Mercedes Benz 1935 erfolgreicher als die Zwickauer Auto Union, obwohl die Untertürkheimer Truppe auf heimischen Boden einige bittere Niederlagen einsteckt.
Beide Rennställe treten mit verbesserten Konstruktionen an - resultierend aus den Erfahrungen der Rennsaison 1934.
Bei der AUTO UNION wird unter der Schirmherrschaft Ferdinand Porsches ein neuer Wagen gebaut: der "Typ B".
Dem V16-Motor wird mehr Hubraum gegeben - aus 4886 ccm ergeben sich jetzt 375 PS gegenüber den 295 PS vom Vorjahresmodell "Typ A".
Die Auspuffrohre münden einzeln nach aussen als kurze Stutzen fast senkrecht beiderseits der Motorhaube und nicht mehr über ein Sammelrohr.
Die Leistung des Kompressors wird erhöht und die Abfederung der Hinterachse erhält Drehstabfedern (bisher Querblattfederung).
Die Karosserie wird geringfügig modifiziert und erhält an der Hinterachse Luftleitbleche,
welche man eigentlich schon als die Vorläufer der heute bekannten Spoiler bezeichnen kann.

Ich zeige hier das relativ frisch auf den Markt gekommene MINICHAMPS-Modell des Auto Union Typ B - Rennwagens,
welcher wieder wie gewohnt auch in seiner 1:43er Ausführung sehr filigran und detailreich gestaltet ist.

Lasst lieber die Finger von den Versionen der BRUMM-Modelle und gebt ein paar Euro mehr aus -
es lohnt sich.
Die BRUMM-Versionen der Vorkriegs-Wagen von Mercedes und Auto Union sind klobig und ungenau; teilweise sogar mit drastischen Fehlern wie falsche Startnummern o.ä.


MINICHAMPS-Modell / Auto Union Typ B / Hans Stuck / GP Deutschland 1935









Großer Preis von Deutschland - Nürburgring, 28. Juli 1935

Gleich fünf Mercedes W25 und vier Auto Union Typ B treten neben diversen Alfas,Bugattis und Maseratis zum Großen Preis von Deutschland an -
das Starterfeld umfasst 23 Fahrzeuge.
An die 300.000 Zuschauer kommen in die Eifel zum Nürburgring, obwohl es wiedermal neblig und regnerisch ist.

Das erwartete Duell heißt Rudolf Caracciola auf Mercedes Benz gegen Bernd Rosemeyer auf Auto Union -
beide Fahrer sind in der Startaufstellung (durch das Los bestimmt)
relativ weit hinten plaziert und werden sich durch die Reihen kämpfen müssen...

"Caratsch" steht an 7.Stelle in der 3.Reihe neben einem Alfa und einem Maserati -
Rosemeyer noch zwei Reihen weiter hinten inmitten dem Mercedes von Fagioli und dem Auto Union von Teamkollege Varzi.
Hans Stuck hat es in die erste Startreihe geschafft und startet rechts aussen.
Der Start vollzieht sich bei Nieselregen und erstmals gibt es Leuchtsignale statt der Startflagge.
Stucks Wagen springt nicht an, ein Mechaniker eilt herbei...im gleichen Moment,als das Startsignal auf Grün schaltet !!!
Varzi sieht ihn im Spray von Regen-und Ölnebel zu spät und fährt ihn an - das Rennen geht weiter...

Beim Boxenstopp von Mercedes-Fahrer v.Brauchitsch tankt man zwar den Wagen voll, wechselt aber keine Räder, um Zeit zu sparen:
47 Sekunden bleibt Manfred an der Box.
Diese Strategie rächt sich - von einem seiner Reifen löst sich wenig später die Decke und er muss erneut zwischenparken !
Rennleiter Neubauer rauft sich die wenigen Haare und von Brauchitsch kommt mit fast einer Viertelstunde Verspätung zum Erstplazierten als Fünfter in's Ziel.

Beim Nachtanken des Alfa Romeo von Nuvolari geht an der Ferrari-Box die Tankpumpe kaputt und man muss den Sprit aus Kannen mit einem Trichter einfüllen.
Nuvolari springt wie ein Heinzelmännchen aus dem Wagen und wedelt ganze zwei Minuten wild fluchend mit den Armen herum....
Trotzdem holt er die verlorene Zeit auf und schiebt sich von der dritten Position wieder ganz nach vorn - zehn Sekunden Gewinn pro Runde !!

Nach vier Stunden und acht Minuten passiert Tazio die Ziellinie als Erster - die 501 Kilometer in 22 Runden sind geschafft.

Der Sieg Nuvolaris auf Alfa Romeo Typ B/P3 mit fast zwei Minuten Vorsprung zu Hans Stuck als Zweitplazierten bringt nicht nur die deutschen Herausforderer,
sondern auch die Organisatoren in Verlegenheit:
Für die Lautsprecherübertragung der italienischen Hymmne bei der Siegerehrung verfügen sie über keine Schallplatte !
Die hat zum Glück Nuvolaris Boxen-Crew parat und nach einer peinlich langen Pause kann die Siegerehrung endlich beginnen...


So sieht der Siegerwagen Alfa Romeo Typ B / P3 aus -
hier in der Version " A.Varzi / Targa Florio 1934 "

Geändert von Engineer (25.08.2015 um 14:35 Uhr)
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Alt 25.08.2015, 19:26   #12   nach oben
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Wieder ne schöne Vorstellung von dir.
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Alt 26.08.2015, 15:10   #13   nach oben
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Danke für die aufmunternden Worte -
leider sind meine beiden threads für mich sehr zeitintensiv in der Recherche und ich komme immer seltener dazu, sie zeitnah zu bedienen
Also, habt etwas Geduld mit den Fortsetzungen !!
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Alt 27.08.2015, 21:56   #14   nach oben
Benji
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Sehr schöner Typ B,klasse Bericht! Nur die rote Flunder passt mir hier gar nicht!
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Alt 04.09.2015, 14:52   #15   nach oben
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Auto Union Typ C - Rennsaison 1936

Auch 1936 hatte man bei der Auto Union eine Politik der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Rennwagenmodelle eingeschlagen.
Die 16-Zylinder-Motoren verrichteten ihren Dienst mittlerweile schon in der dritten Saison und waren nun auf dem Optimum ihrer Entwicklung angelangt.
Das Motorvolumen wurde auf 60008 ccm erweitert und das Aggregat leistete nun 520 PS bei ca. 5000 U/min.
Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 340 km/h im Rennbetrieb - das speziell aerodynamsch gestaltete Rekordfahrzeug knackte die 400 km/h-Grenze.
Im 200-Liter-Tank befand sich eine hochprozentige Alkoholmischung, deren Zusammensetzung auch heute noch nicht bekannt ist....
Die Rennsaison 1936 sollte für die Sachsen besonders erfolgreich sein.

Es zahlte sich aus, dass man beim V16-Motor blieb, der sich mittlerweile zu einem zuverlässigen und leistungsstarken Aggregat entwickelt hatte.
Mercedes Benz hatte mit dem etwas zu hastig fertiggestellten Wagen für den dann nicht verwendeten V12-Motor einige Probleme und musste sogar für etliche Rennen fernbleiben.
Die Kernmannschaft der Auto Union bestand aus den Fahrern Stuck,Rosemeyer und Varzi -
der verwendete Auto Union Typ C war 1936 der erfolgreichste deutsche Grand-Prix-Rennwagen.
Er gewann drei von fünf Großen Preisen, die Hälfte der Rundstreckenrennen und alle Bergrennen mit Auto-Union-Beteiligung.
Darüber hinaus wurden mit dem Typ C über dreißig Weltrekorde aufgestellt.

Ich habe von MINICHAMPS vom "Typ C" die Version
"Bernd Rosemeyer - Großer Preis von Deutschland 1936" in der Vitrine stehen.

Die Frontpartie ist wieder gut gelungen,
denn in der Saison 1936 wies der Typ C eine etwas größere und nach unten verlängerte Lufteinlassöffnung auf.
Die Vorderradführung und die Reibungsstoßdämpfer sind filigran gestaltet und auch der Zugfederhaken,
welcher die Vorderverkleidung festhält, ist vorhanden.



MINICHAMPS-Modell / Bernd Rosemeyer / Auto Union Typ C / GP Deutschland 1936








Hier ein schönes Video von "AutoBild" zum Wagen:


http://www.autobild.de/videos/video-...l-3746893.html

Großer Preis von Deutschland - Nürburgring, 26.Juli 1936

Wie immer gehörte auch im Jahr 1936 der "Große Preis von Deutschland" zu den international wichtigsten Rennen der Saison.
Für die Auto Union starteten auf dem "Typ C" bei diesem Rennen auf dem Nürburgring Hans Stuck, Bernd Rosemeyer, Emil v. Delius und Rudolf Hasse
gegen fünf Mercedes-Fahrer (Carraciola,v.Brauchitsch,Fagioli,Chiron,Lang).

Alfa Romeo stellte ebenfalls fünf Wagen, Maserati trat mit vier Autos an und Bugatti rollte mit zwei Boliden an den Start.
Bei diesmal perfektem Sommerwetter pilgerten wieder 350.000 Zuschauer an den Ring und bezahlten 20 Reichsmark für einen nummerierten Sitzplatz.
20 Fahrzeuge stellten sich in acht Startreihen auf, um die 22 Runden auf der 22,8 Kilometer langen Strecke zu absolvieren -
501.000 Meter also insgesamt....

Vorjahressieger Tazio Nuvolari auf Alfa Romeo Typ B/P3 konnte sich 15 Runden hinter dem führenden Auto Union Typ C von Rosemeyer halten,
dann fiel er wegen Zündaussetzern zurück.

Für Louis Chiron war es der letzte Start auf einem Mercedes-Benz W25, denn in der 13.Runde kam er mit 225 km/h von der Strecke ab
und überschlug sich. Chiron entstieg dem Wrack nur mit leichten Verletzungen.

Ebenfalls leicht verletzt hatte sich Mercedes-Fahrer Hermann Lang ....
beim Gangschalten !!
Mit einem gebrochenem Finger hielt er an den Boxen und überließ sein Auto Caracciola, der mit Motorschaden zuvor ausgefallen war.
Aber auch der Wagen von Lang fiel aus und "Caratsch" wechselte erneut:
er übernahm Fagiolis Wagen und wurde damit noch Fünfter.
Den überragenden Sieg mit einer Gesamtzeit von drei Stunden und 48 Minuten fuhr der frisch verheiratete Bernd Rosemeyer ein,
gefolgt vom Teamkollegen Hans Stuck mit 5 Minuten Rückstand.

Hier ein paar bewegte Bilder vom Rennen:

https://www.youtube.com/watch?v=_tlbaxnwsDU

Geändert von Engineer (04.09.2015 um 15:48 Uhr)
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Alt 06.09.2015, 14:40   #16   nach oben
Benji
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Sehr schön gemacht der Typ-C,gibt´s den auch als Bergrenner?Als 1:18 weiß ich ja von CMC ,aber 1:43
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Alt 07.09.2015, 11:38   #17   nach oben
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Es gibt eine 1:43-Version von BRUMM......aber wieder mit falscher
Startnummer und auch recht klobig gestaltet.

Lass es lieber - ich hab' mich nur geärgert und das Teil wieder
verkauft
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Alt 08.09.2015, 23:19   #18   nach oben
Benji
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Danke für den Tipp! Mach weiter so,deine Berichte sind sehr lehrreich und schön zu lesen!
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Alt 17.02.2016, 22:55   #19   nach oben
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Mercedes W154 / R.Caracciola 1938

Habe hier ja meine zweite "Baustelle" schon ewig vernachlässigt -
es wird Zeit, das es weitergeht...

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Mercedes Benz W154 - Rennsaison 1938


SPARK-Modell / Mercedes W154 / R.Caracciola / GP Frankreich 1938

Für die Rennsaison 1938 tritt eine Neuregelung der Grand-Prix-Wagen in Kraft:
Es erfolgt eine Hubraumbegrenzung von 666 bis 3000 ccm für Motoren mit und
von 1000 bis maximal 4500 ccm ohne Kompressor -
ferner wird ein Mindestgewicht für alle Fahrzeuge je nach Hubraum von
400 bis 850 kg /mit Bereifung) festgelegt.
Seitens der Funktionäre erhofft man sich, den Leichtbau und die exorbitanten
Geschwindigkeiten der Vorjahres-Wagen damit einzuschränken -
dies erweist sich im Verlauf der Saison 1938 abermals als Fehlspekulation.

Mercedes Benz tritt mit einem völlig neuen Auto an -
der "W154" ist zwar konstruktiv mit den "W125" verwandt, der Motor jedoch
hat nun zwölf Zylinder in V-Form mit je zwei Nockenwellen pro Kopf.
Pro Zylinder gibt es zwei Einlaß- und zwei Auslaßventile.
Die Zylinderdimenson ergibt ein Gesamtvolumen (sprich Hubraum) von
2962 ccm; die Leistung des Aggregats wird mit 425 PS bei 8000 U/min.
angegeben.
Damit konnten im Rennen an die 300 km/h gefahren werden -
etwas schneller als die "Silberpfeile vom anderen Lager"; der Auto Union.


In der langen Kopfstütze befinden sich zwei Einfüllverschlüsse-
der große ist der des Kraftstofftanks, der kleine führt zum Ölreservoir


Um einen noch tieferen Schwerpunkt zu erhalten, hat man den V12-Motor
schräg versetzt eingebaut und kann damit eine sehr flache Karosserielinie
erreichen.
Der Mercedes W154 besitzt zwei Kraftstofftanks:
ein Reservoir im Heck und ein zweites oberhalb der Beine des Fahrers vor dem Cockpit.
Wenn bei einem Rennen von 500 Kilometern nur ein einiger Boxenstop geplant
ist, müssen gut 450 Liter in die Tanks gepumpt werden und es werden 28 Liter Öl verbraucht-
der neue Motor erweist sich als recht durstig...



Beim Saisonauftakt am Ostermontag 1938 tritt nur Mercedes im
französischen Pau an -
Auto Union hat seinen "Typ D" noch in der Erprobung und erscheint nicht zu diesem Rennen.
Aber die zwei neuen Mercedes W154 kämpfen noch mit diversen Problemen -
die Zündkerzen verölen ständig und die Kupplungen haben zuviel Schlupf.
Schließlich fällt im Training die Kupplung an Hermann Lang's Wagen komplett aus und
Mercedes kann sich mit einem W154 zum Rennen antreten.

Schon kurz nach dem Start kommt Ölqualm aus dem Auspuff und "Caratsch" wird mit
dem einzig gestarteten Mercedes immer langsamer -
schließlich fährt Lang für Caracciola weiter und holt noch einen zweiten Platz bei diesem Auftaktrennen.



Aber schon beim nächsten Rennen - dem Großen Preis von Tripolis -
zeigen die "W154" ihr wahres Können:
die drei Podestplätze werden von drei Mercedes-Piloten eingefahren.
Hermann Lang siegt vor M.von Brauchitsch und Rudolf Caracciola -
der viertplazierte Alfa Romeo von R.Sommer überquert mit über 15 Minuten Rückstand zum Erstplazierten Lang die Ziellinie !


Liebe zum Detail: man beachte den Mercedes-Stern am Rad-Schnellverschluss !

Die aktuelle Rennformel schreibt für alle Wagen ein Minimalgewicht von 850 Kilogramm
inklusive Getriebeöl, aber ohne die anderen Flüssigkeiten vor.

Als man in Reims die Fahrzeuge für den Großen Preis von Frankreich auf die Waage stellt,
kommen die Mercedes auf 975 kg, die Auto Union auf 895 kg "Trockengewicht"-
die Silberpfeile aus Stuttgart sind also fast 100 Kilogramm schwerer als die Wagen aus Zwickau.

Für Kraftstoff,Öl und Wasser werden ca. 420 Kilogramm gerechnet,
also wiegt ein rennfertiger Mercedes fast 1,4 Tonnen...


Die Modellversion:
Großer Preis von Frankreich - Reims, 03. Juli 1938



Dank Sponsoring meiner "besseren Hälfte" habe ich auch eine neue Boxencrew in 1:43 -
der weiße Overall passt perfekt zum Mercedes !


Chaos im Auto-Unio-Lager:
Die Zwickauer treten mit zwei neuen "Streamlinern" ihren ersten Grand Prix der Saison 1938 an.
Das Team erlebt das totale Trainingsdesaster -
beide Fahrer (Müller und Hasse) verpassen ihren Wagen eine "Kaltverformung"..

Rudolf Hasse zerstört seinen Wagen vollständig,bleibt aber unverletzt .
Hermann Müller's Auto wird zwar nur leicht beschädigt, aber der Fahrer ist nicht mehr in der Lage,
am Rennen teilzunehmen (Hospital) und muss von Christian Kautz ersetzt werden.

Das Team entscheidet sich die "Stromlinien-Autos" zurückzuziehen und erst nach einiger Überzeugungsarbeit
können sie die französischen Organisatoren überzeugen, mit 3-Liter-Motoren in zwei umgebauten 1937er Autos zu fahren.

Die drei Mercedes-Renner mit Caracciola, v.Brauchitsch und Lang stehen nach dem Training auf den ersten Startplätzen -
gefolgt von den beiden Auto Union-Wagen mit Hasse und Kautz.



Trainingsschnellster Caracciola hat einen miserablen Start - damit übernehmen die anderen beiden Mercedes sofort die Führung.
Kurz darauf gibt es Probleme für den Rest des Feldes,als Auto Union-Fahrer Hasse sich in der Kurve "Virage de la Garenne" dreht und den Motor abwürgt.



Hasse schiebt danach seinen Wagen in eine abschüssige Seitenstraße neben der Kurve und
versucht, den Motor mit eingelegten Rückwärtsgang zu starten.
Das Auto rollt an, Hasse will in den Wagen springen und verreisst dabei das Lenkrad-
das Fahrzeug bricht aus und fährt sich abseits der Straße in einem Feld fest !

Der zweite Auto Union-Fahrer Kautz berührt währenddessen eine Hausecke in der "Gueux"-Kurve und
muss mit einer gebrochenen Hinterachse an die Box zurückkehren.
Beide Auto Union -Wagen sind im "Aus" !!

Die Mercedes haben nun keine ernsthafte Gegnerschaft mehr und ziehen
ausnahmsweise unter Verzicht einer Teamordnung durch Alfred Neubauer ihre Bahn...
Jeder der drei liegt mal an der Spitze, bis Manfred v.Brauchitsch ordentlich Gas gibt und sich vor Caracciola setzt.


SPARK hat sogar an die Anlassfarbe des Auspuffrohr-Stahls gedacht

Nur die Boxenstopps gestalten sich bei den Stuttgartern spannend:
In Runde 20 macht Lang seinen ersten Zwischenhalt, aber durch Verdunstungen in den Kraftstoffleitungen
dauert es danach vier Minuten, um seinen Motor neu zu starten !

Caracciola's Motor läuft nach dem Boxenhalt nur noch auf 11 Zylindern,
er belegt aber trotzdem mit nur zwei Minuten Rückstand zum Sieger v.Brauchitsch Platz zwei.
Hermann Lang ist zwar nach seiner unfreiwilligen Verzögerung in der Box nach dem Rennen eine Runde zurück,
kann aber trotzdem Platz 3 verbuchen.

Insgesamt kommen nur vier Wagen nach über drei Stunden Fahrzeit in's Ziel-
drei davon heißen Mercedes W154.

Der Viertplazierte ist ein Talbot, dessen Fahrer Rene' Carriere mit zehn (!!)
Runden Rückstand noch gewertet wird !



Das Jahr 1938 bringt dem Hause Daimler-Benz sechs Siege,
ebensoviele Zweit-und fünf Drittplazierungen.
Die Auto Union fährt wegen ihres verspäteten Einsatzes in der gesamten Rennsaison nur zwei Siege ein !

Das war die Geschichte des unschlagbaren Mercedes W154 aus der Rennsaison 1938
mit jeder Menge Action auf und neben der Strecke...

Geändert von Engineer (18.02.2016 um 00:49 Uhr)
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Alt 21.02.2016, 21:19   #20   nach oben
Benji
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Super! Endlich wieder was von den Silberpfeilen. Danke Engineer,das Du hier auch weiter machst! Der W154 ist toll,ich selbst hab ihn in 1:18 und jedes Mal, wen Ich den von vorne betrachte,muß Ich schmunzeln. Das Luftgitter des W154 hat für mich irgendwie was Menschliches!
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