Modelcarforum
Alt 22.10.2017, 17:57   #601   nach oben
Engineer
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Graham Hill
* 15. Februar 1929
† 29. November 1975



Unvergessen - "Mister Monaco" !
Habe eine kleine Präsentation meiner Modelle mit Graham Hill "am Steuer" vorbereitet -
heute mal wieder viele Bilder und wenig Text....



Scan aus "Formel 1-Legenden" / Weltbild-Verlag


Rennsaison 1958 - 9 GP's; keine WM-Punkte



Das Debüt in Monte Carlo - Hill geht aus der zweiten Startreihe in's Rennen,
aber dann stellt in Runde 69 der Motor seine Arbeit ein..

SPARK-Modell / Lotus 12 / GP Monaco 1958





Kein Glück für Graham auch in Silverstone-
der neue Lotus fällt mit überhitztem Motor in Runde 17 aus...

SPARK-Modell / Lotus 16 / GP England 1958





Rennsaison 1959 - 7 GP's; keine WM-Punkte



Punktelos auch im dritten Rennen der neuen Saison -
der Lotus schafft es nur auf Platz 7 in Zandvoort...

SPARK-Modell / Lotus 16 / GP Holland 1959





Rennsaison 1962 - 9 GP's; Weltmeister


Erster Sieg im ersten Rennen -
die dritte Saison auf BRM bringt endlich den ersten WM-Titel..

SPARK-Modell / BRM P57 / GP Holland 1962






Der dritte Sieg der Saison beim GP in Monza -
mit 12 Punkten Vorsprung auf Jim Clark wird Graham Weltmeister


BRUMM-Modell / BRM P57 / GP Italien 1962




Rennsaison 1963 - 10 GP's; Vize-Weltmeister



Der erste Sieg in Monte Carlo -
der Grundstein für den Titel "Mister Monaco"..

SPARK-Modell / BRM P 57 / GP Monaco 1963





Rennsaison 1964 - 10 GP's; Vize-Weltmeister



Wieder ein Sieg beim ersten Rennen der neuen Saison -
Doppelsieg für BRM in Monte Carlo 1964...


SPARK-Modell / BRM P261 / GP Monaco 1964




Rennsaison 1966 - 9 GP's; Platz 5 der WM-Endwertung



Fünf Ausfälle in zehn Rennen und kein einziger Sieg -
Ausfall auch in Watkins Glen mit Differential-Problemen:
die Saison 1966 mit ihren neuen Regeln bringt auch für das BRM-Team Probleme mit dem 16-Zylinder-Motor...


SPARK-Modell / BRM P83 / GP USA 1966




Rennsaison 1967 - 11 GP's; 6.Platz in der WM-Endwertung



Wieder im Lotus-Team, hat Graham im ersten Lauf der Saison ebenfalls Probleme mit dem BRM-16-Zylinder-Motor -
Ausfall nach nur sechs Runden in Kyalami...


SPARK-Modell / Lotus 43 / GP Südafrika 1967







Der Einsatz des neuen Lotus bringt Platz 2 in Monte Carlo -
danach kommen fünf Ausfälle in Folge aufgrund technischer Probleme...

SPARK-Modell / Lotus 33 / GP Monaco 1967







Debüt des Cosworth V8-Motors in Zandvoort -
Sieg für Jim Clark, Ausfall für Graham Hill im Lotus 49...


QUARTZO-Modell / Lotus 49 / GP Holland 1967




Rennsaison 1968 - 12 GP's; Weltmeister


Der erste Lauf 1968 bringt einen Doppelsieg für das Team von Colin Chapman -
aber Jim Clark siegt in Kyalami mit über einer Minute Vorsprung auf Graham...

QUARTZO-Modell / Lotus 49 / GP Südafrika







Sieg in Monte Carlo mit neuer Lackierung -
die "rollende Litfaßsäule" geht in die F1-Geschichte ein...

QUARTZO-Modell / Lotus 49B "Gold Leaf" / GP Monaco 1968





Der "Geflügel-Wahnsinn" beginnt -
Platz 2 in Watkins Glen hinter Jackie Stewart auf Matra...


QUARTZO-Modell / Lotus 49B / GP USA 1968





Der dritte Sieg der Saison bringt den zweiten WM-Titel für Graham -
mit zwei Minuten (!!) Vorsprung auf Bruce Mc Laren wird Hill
beim letzten Lauf 1968 in Mexico-City abgewunken...

QUARTZO-Modell / Lotus 49B / GP Mexiko 1968











Rennsaison 1969 - 10 GP's; Platz 7 der WM-Endwertung


Ein 2.Platz in Kyalami wecken Hoffnung auf den WM-Hattrick -
aber es kommt ganz anders...

QUARTZO-Modell / Lotus 49B / GP Südafrika 1969









"Mister Monaco" macht seinem Ruf alle Ehre -
der 5. und letzte Sieg in Monte Carlo....

QUARTZO-Modell / Lotus 49B / GP Monaco 1969








Rennsaison 1970 - 12 GP's; Platz 13 der WM-Endwertung



Im Lotus 72C privat für das Rob Walker-Team unterwegs -
nur fünf Wertungen bei 12 Einsätzen !
Auch in Mont Tremblant 1970 nicht klassifiziert...


QUARTZO-Modell / Lotus 72C / GP Kanada 1970




Ein letztes Mal in einem Lotus unterwegs -
nach vier Runden überhitzt der Cosworth-Motor...

MINICHAMPS-Modell / Lotus 72C / GP Mexiko 1970




Rennsaison 1971 - 11 GP's; Platz 21 der WM-Endwertung (Vorletzter !)


Neues Team - neue Hoffnung ??
Zumindest aber eine Zielankunft mit Platz 9 im Brabham des "Motor Racing Developments-Team"
gleich beim ersten Lauf in Kyalami...

SPARK-Modell / Brabham BT 33 / GP Südafrika 1971





Rennsaison 1972 - 12 GP's; Platz 12 der WM-Endwertung



Den ersten von nur vier WM-Punkten holt Graham gleich beim
zweiten Lauf der Saison 1972 -
Platz 6 in Kyalami mit einer Runde Rückstand zum Sieger Denny Hulme...

SPARK-Modell / Brabham BT 33 / GP Südafrika 1972





Rennsaison 1974 - 15 GP's; Platz 18 der WM-Endwertung (Letzter)


Hier fährt der Teamchef selbst -
der sechste Platz in Anderstorp bringt den einzigen WM-Zähler 1974 für das
"Embassy Racing With Graham Hill"- Team

SPARK-Modell / Lola T370 / GP Schweden 1974






Nach einer Nichtqualifikation für den "Großen Preis von Monaco" 1975
tritt Graham Hill vom aktiven Formel 1-Rennsport zurück und widmet sich nur noch seiner Tätigkeit als Teamchef.

Ende November 1975 stürzt sein Privatflugzeug, die Piper Aztec, die Hill sich von der Siegprämie für das Indy 500 gekauft hat und selbst pilotiert,
nach Testfahrten des neuen Rennwagens in Frankreich beim Anflug auf den Flughafen Elstree in dichtem Nebel in der Nähe von London ab.

Neben Hill kommen fünf weitere Mitglieder des Embassy-Hill-Teams dabei um's Leben -
unter ihnen Tony Brise, eine große britische Formel-1-Hoffnung.

Die Bilanz nach 176 GP-Starts:
- 14 Siege
- 13 Pole positions
- 10 schnellste Runden
- 289 Punkte

Geändert von Engineer (23.10.2017 um 01:20 Uhr)
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Alt 24.10.2017, 21:03   #602   nach oben
Minki
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Ey,

das sind ja super Vorstellungen hier! Echt gut gemachte Berichte, schön aufgemacht. Gefällt mir gut, habe ich gerne gelesen! (Und das soll schon was heissen, mich interessiert Rennsport - wie eigentlich Sport grundsätzlich - nämlich normalerweise überhaupt nicht...)
__________________
Schönen Gruß,
Minki
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Alt 31.10.2017, 00:38   #603   nach oben
Engineer
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Epic Races:
Großer Preis von Frankreich - Dijon-Prenois, 01. Juli 1979
8. Lauf zur Fahrer - Weltmeisterschaft 1979






Zur Halbzeit der Formel 1 - Saison 1979 liegt der neue Ferrari - Pilot Jody Scheckter nach zwei hintereinander folgenden Siegen
in Belgien und Monaco an der Spitze der Wertung zur Fahrer - WM;
dicht gefolgt vom Ligier - Piloten Jacques Laffite.






Aus dem Programm zum Hockenheim-GP 1979

Scheckters Teamkollege Gilles Villeneuve muß sich Platz 3 mit zwei weiteren Fahrern teilen:
ebenfalls 20 Punkte konnten bisher auch Patrick Depailler (Ligier) und Carlos Reutemann ( Lotus) einfahren.

Eigentlich will der F1-Zirkus den nächsten Zwischenstopp im schwedischen Anderstorp einlegen,
doch nach dem Tod der beiden nationalen Piloten Ronnie Peterson und Gunnar Nilsson ist das Interesse der Zuschauer und Sponsoren derart verebbt,
dass der Grand Prix kurzerhand abgesagt wird....



MATTEL- Modell / Gilles Villeneuve / Ferrari 312 T4 / GP-Saison 1979



BRUMM - Modell / Jody Scheckter / Ferrari 312 T4 / GP-Saison 1979



Fahrervorstellung im Programmheft zum Deutschland-GP 1979


Bis zum nächsten offiziellen Termin im französischen Dijon haben die Teams
nun einen ganzen Monat Zeit, Testfahrten zu absolvieren und sämtliche gesammelte Daten auszuwerten.

Renault Sport, die vom ehemaligen Renn- und Rallyefahrer Gerard Larrousse geleitete Rennabteilung des französischen Konzerns,
braucht dringend ein Erfolgserlebnis seiner beiden gelben Boliden.
Vor zwei Jahren gab der "yellow teapot" sein Debüt in Silverstone -
der erste 1,5-Liter-V6-Motor mit Turbolader gab damals nach nur 16 gefahrenen Runden feuerspuckend und
"qualmend wie ein Teekessel" seine Geist auf...

Zum Heimrennen hat man die GARRETT-Turbine durch zwei KKK-Turbolader ersetzt und hofft nun,
den seit dem Renndebüt 1977 bestehende Widerspruch zwischen Leistung und Stehvermögen
bezüglich des Motors in den Griff bekommen zu haben.
Auch das sogenannten "Turbo-Loch" (das bisher mehrere Sekunden beträgt),
die permanenten Fehlzündungen und die damit verbundenen thermischen Probleme scheinen der Vergangenheit anzugehören...



SPARK-Modell / Jean-Pierre Jabouille / Renault RS 10 / GP Frankreich 1979


SPARK-Modell / Rene' Arnoux / Renault RS 10 / GP Frankreich 1979






Während Renault die Rennpause nutzt, um vor Ort und im Werk effektiv zu testen,
hat der zweite französische Rennstall ganz andere Probleme.
LIGIER-Stammfahrer Patrick Depailler, der Sieger von Jarama und derzeitiger WM-Dritter, stürzt zu Pfingsten beim Drachenfliegen ab.

"Ich bin 15 Minuten in der Luft und bereite mich schon auf die Landung vor, da erfasst mich eine plötzliche Windbö
und schmettert mich mit 70 km/h gegen eine Felswand.."

Die Rettung gestaltet sich schwierig, denn das Gelände ist unzugänglich:
Patrick wird mittels Seilwinde zum Rettungshubschrauber hochgezogen und zum Krankenhaus geflogen.
Zahlreiche komplizierte Beinbrüche und der damit verbundene langwierige Genesungsprozess verhindern nun einen weiteren F1-Einsatz -
Depailler hat damit seine WM-Titelchance regelrecht weggeschmissen !



SPARK-Modell / Patrick Depailler / Ligier JS 11 / GP Spanien 1979





Der Belgier Jacky Ickx gewinnt das Rennen um das Depailler-Cockpit,
obwohl er sich eigentlich nach einer weiteren erfolglosen Saison bei Ensign schon fast ein Jahr im "Ruhestand" befindet.
Hauptsponsor GITANES besteht aus Marketing-Gründen auf einen französisch sprechenden Piloten...



Die Startaufstellung in Dijon 1979 -
Scan aus dem "F1-Archiv" / Weltbild-Verlag



Nur ein Staatskonzern wie RENAULT kann es sich leisten,schon ab Frühjahr 1979 zwei gigantische Projekte parallel voranzupeitschen:
das "wing car" mit den großen Seitenrümpfen und den schon erwähnten revolutionären Doppelturbolader.

Der Renault RS10 hat nicht mehr PS, aber ein größeres Leistungsband-
der Motor ist zwar immer noch der gleiche, aber der Turbo anders.
Erstens geringe Verzögerung (Stichwort "Turboloch") und zweitens ordentlich Kraft schon ab 7000 Touren -
prompt fliegen die Renaults im offiziellen Training allen davon.
Jabouille dominiert das erste Training und Arnoux das zweite -
der kleine Rene heult Freudentränen...








Im Mittelfeld platziert sich Formel 1-Heimkehrer Jacky Ickx nach den beiden Lotus-Piloten Andretti und Reutemann
und im Hinterfeld die neuen Arrows von Jochen Mass und Riccardo Patrese.


MINICHAMPS-Modell / Carlos Reutemann / Lotus 79 / GP-Saison 1979



SPARK-Modell / Mario Andretti / Lotus 80 / GP-Saison 1979









SPARK-Modell / Jochen Mass / Arrows A1B / GP Monaco 1979



MINICHAMPS-Modell / Jochen Mass / Arrows A2 / GP-Saison 1979





Ex-Weltmeister Niki Lauda war zwar bei den Trainingsfahrten auf seinen Brabham BT 48 sensationell schnell,
wird aber hier in Dijon in die rauhe Wirklichkeit zurückgeholt -
Teamkollege Nelson Piquet ist schneller und steht auf Position 4, während Niki zwei Plätze weiter hinten zu finden ist.



SPARK-Modell / Niki Lauda / Brabham BT 49 / GP Kanada 1979





Die beiden Ferrari 312 T4 von Scheckter und Villeneuve laufen im Training ebenfalls nicht so richtig rund -
Jody muss mit sich einem ungewohnten zehnten Platz in der Startaufstellung begnügen und auch bei Gilles klappt im Training so gut wie gar nichts...
nur Position 12 von 24 vergebenen Plätzen lassen die Stimmung auf den Nullpunkt sinken.



MATTEL - Modell / Gilles Villeneuve / Ferrari 312 T4 / GP-Saison 1979


[B]






Das SHADOW-Team hat seit dem ersten Lauf finanzielle Probleme und Kenner der Materie wundern sich zunehmend,
wie es Teamchef Don Nichols trotzdem schafft, seine Zulieferer zu bezahlen...

Zwei, die nicht viel Fragen stellen, sind die beiden neuen Fahrer, die direkt aus der Formel 3 kommen:
der Holländer Jan Lammers und der aus Rom stammende Elio de Angelis.
Wie müssen sich jedoch diese beiden Neulinge fühlen, mit einem veralteten Shadow DN 9 unterwegs zu sein
und sich regelmäßig am Ende der Startaufstellung wiederzufinden ??
Sie schaffen es jedoch trotzdem, einmal aller zwei Rennen zumindest in's Ziel zu kommen....

Auch in Dijon findet sich nach dem Abschlusstraining Elio de Angelis auf dem undankbaren letzten Startplatz wieder,
während Teamkollege Lammers nur unwesentlich besser in der vorletzten Startreihe steht.
Lotus-Eigner Colin Chapman sieht jedoch, dass beim jungen Italiener Elio de Angelis ein schöner und schneller Fahrstil dominiert -
jedoch könnte er alles verlieren, wenn er auch 1980 im Shadow-Team verbleibt.
Er wirft ihm regelrecht die Rettungsleine zu, indem er ihn rechtzeitig für die kommende Saison für Lotus verpflichtet...




IXO-Modell / Elio de Angelis / Shadow DN 9 / GP-Saison 1979





Auch Ken Tyrrell benötigt dringend überzeugende Ergebnisse, um seine Zulieferer und Sponsoren "bei Laune zu halten" -
die CITY-Bank hat sich schon Ende 1978 wegen Budgetkürzungen zurückgezogen.
Obwohl finanzielle Hilfe von dem Haushaltsgerätehersteller CANDY ab dem belgischen Grand Prix kommt,
hat das englische Team nicht genügend Geld, die Möglichkeiten des neuen Tyrrell 009 auszuschöpfen.

Konstrukteur Maurice Phillippe entwirft den einfachsten "Ground Effect"-Boliden,
um dem chronischen Geldmangel gerecht zu werden -
mit wenigen Basis-Tests will man unangenehme Überraschungen vermeiden.
Kurz nachdem der Wagen vorgestellt wird, kommen schon die ersten schmeichelhaften Vergleiche mit dem Lotus 79...

Jean-Pierre Jarier wird rekrutiert, um das Auto voranzubringen.
Zusammen mit Teamkollege Didier Pironi gelingt es bis zur Halbzeit der Saison 1979 regelmäßig WM-Punkte einzufahren.
Jarier muss jedoch wegen einer Gelbsucht-Erkrankung kurzzeitig pausieren und übergibt in Hockenheim das Steuer an Geoff Lees.
In Frankreich jedoch kann er sein Arbeitsgerät in der fünften Startreihe platzieren -
Teamkollege Didier Pironi steht nur einen Platz dahinter...


SPARK-Modell / Geoff Lees / Tyrrell 009 / GP Deutschland 1979





Frank Williams setzt 1979 erstmalig zwei Fahrer ein:
Der Australier Alan Jones und das Tessiner Urgestein Clay Regazzoni sitzen im Cockpit des neuen Williams FW 07.
Der Wagen ist sowohl schmal als auch kompakt und ein Beispiel für den neuen Stil aus Didcot -
volle Konzentration auf die Details...
In Monaco holt Clay mit einem zweiten Platz schon die ersten Punkte für das Team und durch den Wegfall
des schwedischen Grand Prix hat der Rennstall Zeit, an der noch fehlenden Zuverlässigkeit des Wagens zu arbeiten.

In Frankreich sind es jedoch die GOODYEAR-Reifen,
die einfach auf der holprigen Strecke von Dijon nicht funktionieren.
Die beiden Williams-Piloten stehen nach dem Abschlusstraining nur in der vierten und fünften Startreihe auf Platz 7 und 9.



MINICHAMPS-Modell / Clay Regazzoni / Williams FW07 / GP-Saison 1979






Der zu Beginn der Saison eingesetzte Mc Laren M28 ist ein monströses Gefährt und das breiteste Auto unter den "Ground Effect Cars".
Der Wagen erweist sich als zu schwer, zu sperrig, zu langsam auf den Geraden und zu schwammig beim Beschleunigen und Bremsen -
ein kompletter Flop.

Abgesehen von der Zeit und dem Geld, das bisher "versenkt" wurde, ist der Rest der Saison in Gefahr und
vielleicht sogar das Überleben des Teams gefährdet -
die Sponsoren werden langsam unruhig und werfen dem Mc Laren-Management schon böse Blicke zu...

In Frankreich stehen die beiden Stammfahrer John Watson und Patrick Tambay wieder im gewohnten Mittelfeld der Startaufstellung.
Zwei bis drei Sekunden trennen sie vom Pole-Mann Jean-Pierre Jabouille...

Der neuen Mc Laren M29 ist erst zum nächsten Lauf in Silverstone fertig und ist viel konventioneller, kompakter und leichter.
Er verfügt auch nur über einen Tank direkt hinter dem Fahrer - sein Vorgänger besitzt dagegen drei Stück davon...

Wirklich aufwärts geht es jedoch für den Rest der Saison trotz dieser Innovationen nicht mehr -
insgesamt können nur 15 WM-Punkte gesammelt werden (Platz 7 der Endwertung).



SPARK-Modell / Patrick Tambay / Mc Laren M29 / GP Deutschland 1979






Ex-Ferrari-Ingenieur Carlo Chiti entwickelt schon 1978 mit Rückendeckung des Alfa Romeo-Managements
die Idee eines "AlfaAlfa"-Formel 1-Rennwagens und geht voller Optimismus an die Arbeit für ein entsprechendes Chassis...

Obwohl die Testfahrten des 12-Zylinder Boxer Alfa Romeo T 177 dann eigentlich als negativ bezeichnet werden,
gibt Chiti nicht auf und beschließt, 1979 mit seinem Auto anzutreten...


SPARK-Modell / Vittorio Brambilla / Alfa Romeo T 177 / GP Italien 1979


Der junge Italiener Bruno Giacomelli wird auserwählt, das Debütrennen des 177er beim Grand Prix von Belgien zu fahren -
in Runde 22 ist nach einer Kollision mit dem Shadow von de Angelis das Rennen für das neue Alfa Romeo-Team schon zu Ende.

Der Wagen erweist sich als zu schwer und man beschließt, den Grand Prix von Monaco auzulassen.
Um die Straßenlage zu verbessern, verlängert man den Radstand des Wagens
für den "Großen Preis von Frankreich" gleich um ein paar Zentimeter,
aber wirklich verbessern kann man dadurch die Vorstellung von Giacomelli in Dijon nicht.

Bruno kann nach dem Abschlusstraining sein Arbeitsgerät nur in Reihe 9 auf Startplatz 17 positionieren
und beendet das Rennen dann mit fünf Runden Rückstand zum Sieger Jabouille auf dem 17. und vorletzten Platz...

Danach verschwindet das Alfa-Team wieder von der F1-Bildfläche und taucht erst in Monza beim "Großen Preis von Italien"
mit neuen Wagen und neuen Fahrer wieder auf.
Giacomelli chauffiert den neuen Alfa Romeo T 179, während der "Monza-Gorilla" Vittorio Brambilla
sich weiterhin mit dem antiquierten T 177 herumärgern muss.

Im Gegensatz zu Giacomelli kann Vittorio aber das Rennen in Monza zumindest beenden -
WM-Zähler können jedoch bis zum Ende der Saison 1979 von beiden Fahrern nicht eingefahren werden.


Geändert von Engineer (05.11.2017 um 14:12 Uhr)
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Alt 05.11.2017, 14:19   #604   nach oben
Engineer
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Part II:

Großer Preis von Frankreich - Dijon-Prenois, 01. Juli 1979
8. Lauf zur Fahrer - Weltmeisterschaft 1979




Mein zeitgenössischer Sticker zum Rennen..



Streckenlayout des Kurses von Dijon
(Bildquelle: wikipedia.de)



Mit dem Ausgang des Rennens in Dijon-Prenois am 1.Juli 1979 haben eigentlich nur drei Fahrer etwas zu tun:
die beiden Renault RS10-Piloten Rene' Arnoux und Jean-Pierre Jabouille sowie
der Kanadier Gilles Villeneuve mit seinem Ferrari 312 T4.

Ein übriges tut nebenbei noch ein nächtlicher Temperatursturz im französischen Burgund,
welcher sowohl dem schwarzen Gold von MICHELIN als auch den Turbos von RENAULT ausgezeichnet bekommt...








Beim Start haben es Jabouille und Arnoux allerdings nicht leicht -
der nach wie vor nicht zu bändigende Leistungsabfall der Renault-Motoren im Moment des Einkuppelns genügt Villeneuve,
um sich zwischen ihnen hindurch zu katapultieren...
Jean-Pierre findet sich auf Platz 2, Rene' jedoch auf Platz 9 nach der ersten Runde wieder.

Im Verlaufe des Rennens kann der Ferrari-Fahrer seinen Vorsprung zum gelben Boliden von Jabouille stetig vergrößern
und nur Arnoux erhält noch Beifall von den 120.000 Zuschauern -
der kleine Franzose kann sich innerhalb von 15 Runden auf Platz 3 vorarbeiten.





MINICHAMPS-Modell / Gilles Villeneuve / Ferrari 312 T4 / GP-Saison 1979


Jean-Pierre Jabouille wird von dem sich zum Nachteil veränderten Verhalten seiner Michelins unter vollem Kraftstofftank zwar überrascht,
aber was nach außen hin angebliche Schwäche signalisiert, ist eigentlich reine Taktik:
"Ich hielt mich anfangs zurück.
Villeneuve, der ja die gleichen Reifen fuhr, sollte sie ruhig überfordern.
Vielleicht musste er sie sogar wechseln..."


Und richtig:
Villeneuve bekommt auf seiner Flucht nach vorn tatsächlich Reifenprobleme.
Immer häufiger erscheinen beim Bremsen kleine Rauchwolken über seinen
bis zum totalen Blockieren kaum noch verzögernden Vorderrädern -
Jean-Pierre findet in Runde 35 endlich Anschluss an den roten Renner !



Mein Original-Autogramm von Jabouille auf dem Gemälde
von Michael Turner vom denkwürdigen Frankreich-Rennen



Jabouille kann Villeneuve in Runde 47 endlich niederkämpfen -
der Ferrari leidet nun sichtlich an gravierenden Handlingsproblemen.
Aber auch der zweite Renault-Pilot legt unaufhörlich an Tempo zu
und rückt bei ständiger Verbesserung des Rundenrekords immer näher an Villeneuve heran.
Trennen in der sechzgsten der 80 Runden noch je fünfzehn Sekunden die ersten drei Fahrer,
so bekommt Arnoux den inzwischen total aus dem Gleichgewicht geratenen Ferrari ab Runde 70 in Sicht.

Ferrari und Renault haben zwar beide MICHELIN-Bereifung montiert,
fahren aber im gewissen Sinne doch unterschiedliche Pneus:
Bei Villeneuve und Scheckter sind sie rasch aufgeheizt,
bei Jabouille und Arnoux dauert dies mindestens 10 Runden..
Jody Scheckter fällt dementsprechend mit überhitzten Reifen zurück
und muss sie später sogar wechseln lassen -
19 Sekunden Boxenstopp bedeuten am Ende nur einen undankbaren 7. Platz ohne einen einzigen WM-Punkt.

Gilles, der Unerschrockene, bleibt jedoch die gesamten 80 Runden auf der Strecke...

Mittlerweile gleicht Dijon dann dem Hexenkessel von Monza nach einem Ferrari-Sieg,
denn auch Arnoux kann in Runde 77 endlich überholen und Villeneuve fällt auf den dritten Platz zurück !!




SPARK-Modell / Rene' Arnoux / Renault RS10 / GP Frankreich 1979


Aber ein Gilles Villeneuve gibt nicht ohne weiteres auf und das Bauchgefühl,
dass mit dem Renault von Arnoux irgendwas nicht stimmte, bringen ihn noch einmal richtig in Schwung.
In der vorletzten Runde des Rennens melden sich dann auch wirklich die Zuverlässigkeitsprobleme des Motors bei Rene' zu Wort:
die Einspritzpumpe des Renaults saugt mit dem Sprit bereits jede Menge Luft an.
Villeneuve gelingt es, wieder aufzuschließen und der Ferrari liegt in der vorletzten Runde vorn !
Nun bekommt die F1-Welt eines der spannendsten Rad-an-Rad-Duelle der Geschichte des Motorsports zu sehen,
welches die Fans bis zum heutigen Tag noch bewegt.

Gleich zu Beginn der 79. von 80 Runden geht Villeneuve innen in der "Droite de Villeroy"-Kurve an Arnoux vorbei und hält die Position,
bis der Franzose in der 80.Runde ebenfalls in der "Villeroy" einen Angriff wagt.

Seite an Seite mit Villeneuve brettert er durch Abschnitt " 'S' des Sabeliers",
macht einen Abstecher in den Streckenauslauf und kann dann doch in Führung gehen -
die Zuschauer hält es mittlerweile nicht mehr auf ihren Plätzen...

In "La Bretelle" revanchiert sich der Ferrari-Pilot und trifft Arnoux hart in der Seite, aber beide Autos können sich auf der Strecke halten.
Auf den letzten Metern des Rennens setzt er sich in der "Parabolique"-Kurve dann doch noch vor den gelben Renault
und kann mit nur 0,204 Sekunden Vorsprung die Ziellinie überqueren...

O-Ton Gilles Villeneuve:
"Immer, wenn ich mich an Rene' vorbeiquetschte, blockierten zwei, drei Räder-
darum auch der blaue Rauch und die Gummifetzen, die mir um die Ohren flogen.
Die Reifen waren längst eckig und die Vibrationen fürchterlich,
aber wenn du um einen zweiten Platz um wichtige Punkte kämpfst, gibt keiner nach !"






Das YouTube-Video des Rennens lässt einem wirklich den Atem stocken:


https://www.youtube.com/watch?v=ii6H0MktrOg


Damit entscheidet das letzte Bremsmanöver von Villeneuve gewissermaßen das Rennen und damit diesen unvergleichbaren Zweikampf.

"Wir hatten damals das gleiche Temperament, die gleiche Einstellung zum Motorsport und den gleichen Siegeswillen.
So, wie die Autos damals waren, musstest du Vertrauen in den anderen Piloten haben-
bei einer Kollision wärst du nämlich sofort abgehoben..."

schwärmt Rene' Arnoux noch heute über das Duell um jeden Millimeter.

Fast vergessen wird dementsprechend, dass eigentlich Jean-Pierre Jabouille das Rennen gewinnt
und dabei den ersten Sieg eines Turbomotors markiert !
Im Augenblick seines größten Triumphs macht er anscheinend wirklich eine recht klägliche Figur -
nicht Rührung treibt ihm bei der Siegerehrung die Tränen in die Augen,
sondern ein Wadenkrampf !
Er hat in den letzten Runden kaum noch Kraft, die Bremse zu treten...



Villeneuve überquert vor Arnoux nach einem 95 Minuten-Grand Prix
die Ziellinie in Dijon 1979

(Bildquelle: F1-Racing / Ausgabe 9 - 2017)








Das denkwürdige Rennen im französischen Dijon -
mit französischen Autos, französischen Reifen, französischem Benzin,
französischem Öl und vor allem französischen Piloten -
liefert mehr Gesprächsstoff, als es später vielleicht eine ganze Saison vermag...

"Was in Dijon passiert ist, war so nur möglich,
weil Gilles und ich beste Freunde waren. Wir hatten großen Respekt voreinander.
So ein Duell bei solchem Tempo ist sehr gefährlich, zumal Dijon eine schmale Strecke war.

Dazu kam, dass Gilles Probleme mit den Reifen und ich mit dem Benzindruck hatte.
Ich wusste um seine Schwierigkeiten und wollte um jeden Preis Zweiter werden,
nicht Dritter. Aber es gab da eine Kurve, in der mein Motor jedes Mal für zwei Sekunden aussetzte -
und so war die Mühe am Ende umsonst..."

erzählt Rene' Arnoux fast vierzig Jahre später in einem Interview der Zeitschrift "F1 Racing".







Am Ende der Rennsaison 1979 hat Ferrari dann doch "die Nase vorn" -
Jody Scheckter wird Weltmeister und Gilles Villeneuve folgt mit 4 Punkten Rückstand auf Platz 2 der Endwertung.

Jean-Pierre Jabouille kann außer seinen neun Punkten in Dijon keine weiteren Zähler mehr sammeln
und belegt Platz 13 der Fahrer-WM.

Rene' Arnoux fährt in der zweiten Hälfte der Saison noch zwei 2.Plätze für Renault ein (England & USA)
und sammelt 17 Punkte (Platz 8 der Endwertung).
Damit ist der Sieg in Frankreich für Renault gewissermaßen nur eine Ausnahmeerscheinung,
denn mit insgesamt 26 Punkten kann der französische Staatskonzern 1979 nur Platz 6 der Konstrukteurs-Wertung erringen -
Spitzenreiter Ferrari dagegen weist einen Punktestand von 113 auf.

Das "Saudia Williams" - Team um Frank Williams erweist sich 1979 hinter Ferrari als zweite Kraft im Feld -
doch das ist wieder eine andere Geschichte...


Mein Original-Autogramm von Rene' Arnoux aus seinen Ferrari-Jahren

Geändert von Engineer (06.11.2017 um 21:15 Uhr)
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Alt 12.11.2017, 13:45   #605   nach oben
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Heute mal einige Highlights meiner kleinen F1 - Helmsammlung...

Aus platztechnischen und finanziellen Gründen bleibe ich beim Maßstab 1:8 -
die Modelle stammen von TSM / TrueScaleModel und von MINICHAMPS.


1. Niki Lauda - Ferrari 312T / 1975









2. James Hunt - Mc Laren M23 / 1976









3. Mario Andretti - Lotus 78 / 1977










4. Ronnie Peterson - Lotus 76 / 1974










5. Ayrton Senna - Williams FW 16 / 1994









6. Michael Schumacher - Benetton B195 / 1995










7. Sebastian Vettel - Red Bull RB 7 / 2011







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Alt 13.11.2017, 19:16   #606   nach oben
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So, ihr (meist unbekannten) Freunde der F1-Modellautos ....
ich habe es ja schon beiläufig erwähnt -
es wird nun Zeit, den Staffelstab hier im thread abzugeben.

Über zwei Jahre habe ich hier mehr oder weniger als Einzelkämpfer gewerkelt -
ich werde mich jetzt anderen größtenteils privaten Projekten widmen...
aber ab und zu natürlich hier mal vorbeischauen !

Na dann...Tschüss !!
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