Modelcarforum
Alt 21.10.2017, 00:12   #581   nach oben
Engineer
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"Kampfziel" für 2017 geschafft...100.000 clicks...
nun kann ich ja in den Ruhestand treten !

Geändert von Engineer (21.10.2017 um 00:20 Uhr)
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Alt 21.10.2017, 01:44   #582   nach oben
Oldtimer
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Es ist einfach immer interessant hier reinzusehen. Bei vielen Wagen kommen mir auch die "passenden" Erinnerungen und ich denke...."früher war das alles interessanter als heute"....
Auf jeden Fall hatten die Wagen noch "Gesichter" und waren z.T. unverwechselbar.

Danke für die immer wieder schönen Ausflüge ins "Früher"

Grüsse
Erwin

...und....Gratulation zu den 100'000 Klicks
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Alt 22.10.2017, 16:57   #583   nach oben
Engineer
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Graham Hill
* 15. Februar 1929
† 29. November 1975



Unvergessen - "Mister Monaco" !
Habe eine kleine Präsentation meiner Modelle mit Graham Hill "am Steuer" vorbereitet -
heute mal wieder viele Bilder und wenig Text....


Rennsaison 1958 - 9 GP's; keine WM-Punkte



Das Debüt in Monte Carlo - Hill geht aus der zweiten Startreihe in's Rennen,
aber dann stellt in Runde 69 der Motor seine Arbeit ein..

SPARK-Modell / Lotus 12 / GP Monaco 1958





Kein Glück für Graham auch in Silverstone-
der neue Lotus fällt mit überhitztem Motor in Runde 17 aus...

SPARK-Modell / Lotus 16 / GP England 1958





Rennsaison 1959 - 7 GP's; keine WM-Punkte



Punktelos auch im dritten Rennen der neuen Saison -
der Lotus schafft es nur auf Platz 7 in Zandvoort...

SPARK-Modell / Lotus 16 / GP Holland 1959





Rennsaison 1962 - 9 GP's; Weltmeister


Erster Sieg im ersten Rennen -
die dritte Saison auf BRM bringt endlich den ersten WM-Titel..

SPARK-Modell / BRM P57 / GP Holland 1962






Der dritte Sieg der Saison beim GP in Monza -
mit 12 Punkten Vorsprung auf Jim Clark wird Graham Weltmeister


BRUMM-Modell / BRM P57 / GP Italien 1962




Rennsaison 1963 - 10 GP's; Vize-Weltmeister



Der erste Sieg in Monte Carlo -
der Grundstein für den Titel "Mister Monaco"..

SPARK-Modell / BRM P 57 / GP Monaco 1963





Rennsaison 1964 - 10 GP's; Vize-Weltmeister



Wieder ein Sieg beim ersten Rennen der neuen Saison -
Doppelsieg für BRM in Monte Carlo 1964...


SPARK-Modell / BRM P261 / GP Monaco 1964




Rennsaison 1966 - 9 GP's; Platz 5 der WM-Endwertung



Fünf Ausfälle in zehn Rennen und kein einziger Sieg -
Ausfall auch in Watkins Glen mit Differential-Problemen:
die Saison 1966 mit ihren neuen Regeln bringt auch für das BRM-Team Probleme mit dem 16-Zylinder-Motor...


SPARK-Modell / BRM P83 / GP USA 1966




Rennsaison 1967 - 11 GP's; 6.Platz in der WM-Endwertung



Wieder im Lotus-Team, hat Graham im ersten Lauf der Saison ebenfalls Probleme mit dem BRM-16-Zylinder-Motor -
Ausfall nach nur sechs Runden in Kyalami...


SPARK-Modell / Lotus 43 / GP Südafrika 1967







Der Einsatz des neuen Lotus bringt Platz 2 in Monte Carlo -
danach kommen fünf Ausfälle in Folge aufgrund technischer Probleme...

SPARK-Modell / Lotus 33 / GP Monaco 1967







Debüt des Cosworth V8-Motors in Zandvoort -
Sieg für Jim Clark, Ausfall für Graham Hill im Lotus 49...


QUARTZO-Modell / Lotus 49 / GP Holland 1967




Rennsaison 1968 - 12 GP's; Weltmeister


Der erste Lauf 1968 bringt einen Doppelsieg für das Team von Colin Chapman -
aber Jim Clark siegt in Kyalami mit über einer Minute Vorsprung auf Graham...

QUARTZO-Modell / Lotus 49 / GP Südafrika







Sieg in Monte Carlo mit neuer Lackierung -
die "rollende Litfaßsäule" geht in die F1-Geschichte ein...

QUARTZO-Modell / Lotus 49B "Gold Leaf" / GP Monaco 1968





Der "Geflügel-Wahnsinn" beginnt -
Platz 2 in Watkins Glen hinter Jackie Stewart auf Matra...


QUARTZO-Modell / Lotus 49B / GP USA 1968





Der dritte Sieg der Saison bringt den zweiten WM-Titel für Graham -
mit zwei Minuten (!!) Vorsprung auf Bruce Mc Laren wird Hill
beim letzten Lauf 1968 in Mexico-City abgewunken...

QUARTZO-Modell / Lotus 49B / GP Mexiko 1968



Rennsaison 1969 - 10 GP's; Platz 7 der WM-Endwertung


Ein 2.Platz in Kyalami wecken Hoffnung auf den WM-Hattrick -
aber es kommt ganz anders...

QUARTZO-Modell / Lotus 49B / GP Südafrika 1969








"Mister Monaco" macht seinem Ruf alle Ehre -
der 5. und letzte Sieg in Monte Carlo....

QUARTZO-Modell / Lotus 49B / GP Monaco 1969



Rennsaison 1970 - 12 GP's; Platz 13 der WM-Endwertung



Im Lotus 72C privat für das Rob Walker-Team unterwegs -
nur fünf Wertungen bei 12 Einsätzen !
Auch in Mont Tremblant 1970 nicht klassifiziert...


QUARTZO-Modell / Lotus 72C / GP Kanada 1970




Ein letztes Mal in einem Lotus unterwegs -
nach vier Runden überhitzt der Cosworth-Motor...

MINICHAMPS-Modell / Lotus 72C / GP Mexiko 1970




Rennsaison 1971 - 11 GP's; Platz 21 der WM-Endwertung (Vorletzter !)


Neues Team - neue Hoffnung ??
Zumindest aber eine Zielankunft mit Platz 9 im Brabham des "Motor Racing Developments-Team"
gleich beim ersten Lauf in Kyalami...

SPARK-Modell / Brabham BT 33 / GP Südafrika 1971





Rennsaison 1972 - 12 GP's; Platz 12 der WM-Endwertung



Den ersten von nur vier WM-Punkten holt Graham gleich beim
zweiten Lauf der Saison 1972 -
Platz 6 in Kyalami mit einer Runde Rückstand zum Sieger Denny Hulme...

SPARK-Modell / Brabham BT 33 / GP Südafrika 1972





Rennsaison 1974 - 15 GP's; Platz 18 der WM-Endwertung (Letzter)


Hier fährt der Teamchef selbst -
der sechste Platz in Anderstorp bringt den einzigen WM-Zähler 1974 für das
"Embassy Racing With Graham Hill"- Team

SPARK-Modell / Lola T370 / GP Schweden 1974






Nach einer Nichtqualifikation für den "Großen Preis von Monaco" 1975
tritt Graham Hill vom aktiven Formel 1-Rennsport zurück und widmet sich nur noch seiner Tätigkeit als Teamchef.

Ende November 1975 stürzt sein Privatflugzeug, die Piper Aztec, die Hill sich von der Siegprämie für das Indy 500 gekauft hat und selbst pilotiert,
nach Testfahrten des neuen Rennwagens in Frankreich beim Anflug auf den Flughafen Elstree in dichtem Nebel in der Nähe von London ab.

Neben Hill kommen fünf weitere Mitglieder des Embassy-Hill-Teams dabei um's Leben -
unter ihnen Tony Brise, eine große britische Formel-1-Hoffnung.

Die Bilanz nach 176 GP-Starts:
- 14 Siege
- 13 Pole positions
- 10 schnellste Runden
- 289 Punkte

Geändert von Engineer (09.08.2018 um 22:22 Uhr)
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Alt 24.10.2017, 20:03   #584   nach oben
Minki
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Ey,

das sind ja super Vorstellungen hier! Echt gut gemachte Berichte, schön aufgemacht. Gefällt mir gut, habe ich gerne gelesen! (Und das soll schon was heissen, mich interessiert Rennsport - wie eigentlich Sport grundsätzlich - nämlich normalerweise überhaupt nicht...)
__________________
Schönen Gruß,
Minki
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Alt 30.10.2017, 23:38   #585   nach oben
Engineer
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Epic Races:
Großer Preis von Frankreich - Dijon-Prenois, 01. Juli 1979
8. Lauf zur Fahrer - Weltmeisterschaft 1979






Zur Halbzeit der Formel 1 - Saison 1979 liegt der neue Ferrari - Pilot Jody Scheckter nach zwei hintereinander folgenden Siegen
in Belgien und Monaco an der Spitze der Wertung zur Fahrer - WM;
dicht gefolgt vom Ligier - Piloten Jacques Laffite.



Scheckters Teamkollege Gilles Villeneuve muß sich Platz 3 mit zwei weiteren Fahrern teilen:
ebenfalls 20 Punkte konnten bisher auch Patrick Depailler (Ligier) und Carlos Reutemann ( Lotus) einfahren.

Eigentlich will der F1-Zirkus den nächsten Zwischenstopp im schwedischen Anderstorp einlegen,
doch nach dem Tod der beiden nationalen Piloten Ronnie Peterson und Gunnar Nilsson ist das Interesse der Zuschauer und Sponsoren derart verebbt,
dass der Grand Prix kurzerhand abgesagt wird....



MATTEL- Modell / Gilles Villeneuve / Ferrari 312 T4 / GP-Saison 1979



BRUMM - Modell / Jody Scheckter / Ferrari 312 T4 / GP-Saison 1979



Bis zum nächsten offiziellen Termin im französischen Dijon haben die Teams
nun einen ganzen Monat Zeit, Testfahrten zu absolvieren und sämtliche gesammelte Daten auszuwerten.

Renault Sport, die vom ehemaligen Renn- und Rallyefahrer Gerard Larrousse geleitete Rennabteilung des französischen Konzerns,
braucht dringend ein Erfolgserlebnis seiner beiden gelben Boliden.
Vor zwei Jahren gab der "yellow teapot" sein Debüt in Silverstone -
der erste 1,5-Liter-V6-Motor mit Turbolader gab damals nach nur 16 gefahrenen Runden feuerspuckend und
"qualmend wie ein Teekessel" seine Geist auf...

Zum Heimrennen hat man die GARRETT-Turbine durch zwei KKK-Turbolader ersetzt und hofft nun,
den seit dem Renndebüt 1977 bestehende Widerspruch zwischen Leistung und Stehvermögen
bezüglich des Motors in den Griff bekommen zu haben.
Auch das sogenannten "Turbo-Loch" (das bisher mehrere Sekunden beträgt),
die permanenten Fehlzündungen und die damit verbundenen thermischen Probleme scheinen der Vergangenheit anzugehören...



SPARK-Modell / Jean-Pierre Jabouille / Renault RS 10 / GP Frankreich 1979


SPARK-Modell / Rene' Arnoux / Renault RS 10 / GP Frankreich 1979



Während Renault die Rennpause nutzt, um vor Ort und im Werk effektiv zu testen,
hat der zweite französische Rennstall ganz andere Probleme.
LIGIER-Stammfahrer Patrick Depailler, der Sieger von Jarama und derzeitiger WM-Dritter, stürzt zu Pfingsten beim Drachenfliegen ab.

"Ich bin 15 Minuten in der Luft und bereite mich schon auf die Landung vor, da erfasst mich eine plötzliche Windbö
und schmettert mich mit 70 km/h gegen eine Felswand.."

Die Rettung gestaltet sich schwierig, denn das Gelände ist unzugänglich:
Patrick wird mittels Seilwinde zum Rettungshubschrauber hochgezogen und zum Krankenhaus geflogen.
Zahlreiche komplizierte Beinbrüche und der damit verbundene langwierige Genesungsprozess verhindern nun einen weiteren F1-Einsatz -
Depailler hat damit seine WM-Titelchance regelrecht weggeschmissen !



SPARK-Modell / Patrick Depailler / Ligier JS 11 / GP Spanien 1979


Der Belgier Jacky Ickx gewinnt das Rennen um das Depailler-Cockpit,
obwohl er sich eigentlich nach einer weiteren erfolglosen Saison bei Ensign schon fast ein Jahr im "Ruhestand" befindet.
Hauptsponsor GITANES besteht aus Marketing-Gründen auf einen französisch sprechenden Piloten...


Nur ein Staatskonzern wie RENAULT kann es sich leisten,schon ab Frühjahr 1979 zwei gigantische Projekte parallel voranzupeitschen:
das "wing car" mit den großen Seitenrümpfen und den schon erwähnten revolutionären Doppelturbolader.

Der Renault RS10 hat nicht mehr PS, aber ein größeres Leistungsband-
der Motor ist zwar immer noch der gleiche, aber der Turbo anders.
Erstens geringe Verzögerung (Stichwort "Turboloch") und zweitens ordentlich Kraft schon ab 7000 Touren -
prompt fliegen die Renaults im offiziellen Training allen davon.
Jabouille dominiert das erste Training und Arnoux das zweite -
der kleine Rene heult Freudentränen...

Im Mittelfeld platziert sich Formel 1-Heimkehrer Jacky Ickx nach den beiden Lotus-Piloten Andretti und Reutemann
und im Hinterfeld die neuen Arrows von Jochen Mass und Riccardo Patrese.


MINICHAMPS-Modell / Carlos Reutemann / Lotus 79 / GP-Saison 1979



SPARK-Modell / Mario Andretti / Lotus 80 / GP-Saison 1979



SPARK-Modell / Jochen Mass / Arrows A1B / GP Monaco 1979



MINICHAMPS-Modell / Jochen Mass / Arrows A2 / GP-Saison 1979


Ex-Weltmeister Niki Lauda war zwar bei den Trainingsfahrten auf seinen Brabham BT 48 sensationell schnell,
wird aber hier in Dijon in die rauhe Wirklichkeit zurückgeholt -
Teamkollege Nelson Piquet ist schneller und steht auf Position 4, während Niki zwei Plätze weiter hinten zu finden ist.



SPARK-Modell / Niki Lauda / Brabham BT 49 / GP Kanada 1979



Die beiden Ferrari 312 T4 von Scheckter und Villeneuve laufen im Training ebenfalls nicht so richtig rund -
Jody muss mit sich einem ungewohnten zehnten Platz in der Startaufstellung begnügen und auch bei Gilles klappt im Training so gut wie gar nichts...
nur Position 12 von 24 vergebenen Plätzen lassen die Stimmung auf den Nullpunkt sinken.



MATTEL - Modell / Gilles Villeneuve / Ferrari 312 T4 / GP-Saison 1979


Das SHADOW-Team hat seit dem ersten Lauf finanzielle Probleme und Kenner der Materie wundern sich zunehmend,
wie es Teamchef Don Nichols trotzdem schafft, seine Zulieferer zu bezahlen...

Zwei, die nicht viel Fragen stellen, sind die beiden neuen Fahrer, die direkt aus der Formel 3 kommen:
der Holländer Jan Lammers und der aus Rom stammende Elio de Angelis.
Wie müssen sich jedoch diese beiden Neulinge fühlen, mit einem veralteten Shadow DN 9 unterwegs zu sein
und sich regelmäßig am Ende der Startaufstellung wiederzufinden ??
Sie schaffen es jedoch trotzdem, einmal aller zwei Rennen zumindest in's Ziel zu kommen....

Auch in Dijon findet sich nach dem Abschlusstraining Elio de Angelis auf dem undankbaren letzten Startplatz wieder,
während Teamkollege Lammers nur unwesentlich besser in der vorletzten Startreihe steht.
Lotus-Eigner Colin Chapman sieht jedoch, dass beim jungen Italiener Elio de Angelis ein schöner und schneller Fahrstil dominiert -
jedoch könnte er alles verlieren, wenn er auch 1980 im Shadow-Team verbleibt.
Er wirft ihm regelrecht die Rettungsleine zu, indem er ihn rechtzeitig für die kommende Saison für Lotus verpflichtet...




IXO-Modell / Elio de Angelis / Shadow DN 9 / GP-Saison 1979



Auch Ken Tyrrell benötigt dringend überzeugende Ergebnisse, um seine Zulieferer und Sponsoren "bei Laune zu halten" -
die CITY-Bank hat sich schon Ende 1978 wegen Budgetkürzungen zurückgezogen.
Obwohl finanzielle Hilfe von dem Haushaltsgerätehersteller CANDY ab dem belgischen Grand Prix kommt,
hat das englische Team nicht genügend Geld, die Möglichkeiten des neuen Tyrrell 009 auszuschöpfen.

Konstrukteur Maurice Phillippe entwirft den einfachsten "Ground Effect"-Boliden,
um dem chronischen Geldmangel gerecht zu werden -
mit wenigen Basis-Tests will man unangenehme Überraschungen vermeiden.
Kurz nachdem der Wagen vorgestellt wird, kommen schon die ersten schmeichelhaften Vergleiche mit dem Lotus 79...

Jean-Pierre Jarier wird rekrutiert, um das Auto voranzubringen.
Zusammen mit Teamkollege Didier Pironi gelingt es bis zur Halbzeit der Saison 1979 regelmäßig WM-Punkte einzufahren.
Jarier muss jedoch wegen einer Gelbsucht-Erkrankung kurzzeitig pausieren und übergibt in Hockenheim das Steuer an Geoff Lees.
In Frankreich jedoch kann er sein Arbeitsgerät in der fünften Startreihe platzieren -
Teamkollege Didier Pironi steht nur einen Platz dahinter...


SPARK-Modell / Geoff Lees / Tyrrell 009 / GP Deutschland 1979


Frank Williams setzt 1979 erstmalig zwei Fahrer ein:
Der Australier Alan Jones und das Tessiner Urgestein Clay Regazzoni sitzen im Cockpit des neuen Williams FW 07.
Der Wagen ist sowohl schmal als auch kompakt und ein Beispiel für den neuen Stil aus Didcot -
volle Konzentration auf die Details...
In Monaco holt Clay mit einem zweiten Platz schon die ersten Punkte für das Team und durch den Wegfall
des schwedischen Grand Prix hat der Rennstall Zeit, an der noch fehlenden Zuverlässigkeit des Wagens zu arbeiten.

In Frankreich sind es jedoch die GOODYEAR-Reifen,
die einfach auf der holprigen Strecke von Dijon nicht funktionieren.
Die beiden Williams-Piloten stehen nach dem Abschlusstraining nur in der vierten und fünften Startreihe auf Platz 7 und 9.



MINICHAMPS-Modell / Clay Regazzoni / Williams FW07 / GP-Saison 1979




Der zu Beginn der Saison eingesetzte Mc Laren M28 ist ein monströses Gefährt und das breiteste Auto unter den "Ground Effect Cars".
Der Wagen erweist sich als zu schwer, zu sperrig, zu langsam auf den Geraden und zu schwammig beim Beschleunigen und Bremsen -
ein kompletter Flop.

Abgesehen von der Zeit und dem Geld, das bisher "versenkt" wurde, ist der Rest der Saison in Gefahr und
vielleicht sogar das Überleben des Teams gefährdet -
die Sponsoren werden langsam unruhig und werfen dem Mc Laren-Management schon böse Blicke zu...

In Frankreich stehen die beiden Stammfahrer John Watson und Patrick Tambay wieder im gewohnten Mittelfeld der Startaufstellung.
Zwei bis drei Sekunden trennen sie vom Pole-Mann Jean-Pierre Jabouille...

Der neuen Mc Laren M29 ist erst zum nächsten Lauf in Silverstone fertig und ist viel konventioneller, kompakter und leichter.
Er verfügt auch nur über einen Tank direkt hinter dem Fahrer - sein Vorgänger besitzt dagegen drei Stück davon...

Wirklich aufwärts geht es jedoch für den Rest der Saison trotz dieser Innovationen nicht mehr -
insgesamt können nur 15 WM-Punkte gesammelt werden (Platz 7 der Endwertung).



SPARK-Modell / Patrick Tambay / Mc Laren M29 / GP Deutschland 1979



Ex-Ferrari-Ingenieur Carlo Chiti entwickelt schon 1978 mit Rückendeckung des Alfa Romeo-Managements
die Idee eines "AlfaAlfa"-Formel 1-Rennwagens und geht voller Optimismus an die Arbeit für ein entsprechendes Chassis...

Obwohl die Testfahrten des 12-Zylinder Boxer Alfa Romeo T 177 dann eigentlich als negativ bezeichnet werden,
gibt Chiti nicht auf und beschließt, 1979 mit seinem Auto anzutreten...


SPARK-Modell / Vittorio Brambilla / Alfa Romeo T 177 / GP Italien 1979


Der junge Italiener Bruno Giacomelli wird auserwählt, das Debütrennen des 177er beim Grand Prix von Belgien zu fahren -
in Runde 22 ist nach einer Kollision mit dem Shadow von de Angelis das Rennen für das neue Alfa Romeo-Team schon zu Ende.

Der Wagen erweist sich als zu schwer und man beschließt, den Grand Prix von Monaco auzulassen.
Um die Straßenlage zu verbessern, verlängert man den Radstand des Wagens
für den "Großen Preis von Frankreich" gleich um ein paar Zentimeter,
aber wirklich verbessern kann man dadurch die Vorstellung von Giacomelli in Dijon nicht.

Bruno kann nach dem Abschlusstraining sein Arbeitsgerät nur in Reihe 9 auf Startplatz 17 positionieren
und beendet das Rennen dann mit fünf Runden Rückstand zum Sieger Jabouille auf dem 17. und vorletzten Platz...

Danach verschwindet das Alfa-Team wieder von der F1-Bildfläche und taucht erst in Monza beim "Großen Preis von Italien"
mit neuen Wagen und neuen Fahrer wieder auf.
Giacomelli chauffiert den neuen Alfa Romeo T 179, während der "Monza-Gorilla" Vittorio Brambilla
sich weiterhin mit dem antiquierten T 177 herumärgern muss.

Im Gegensatz zu Giacomelli kann Vittorio aber das Rennen in Monza zumindest beenden -
WM-Zähler können jedoch bis zum Ende der Saison 1979 von beiden Fahrern nicht eingefahren werden.

Geändert von Engineer (09.08.2018 um 20:18 Uhr)
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Alt 05.11.2017, 13:19   #586   nach oben
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Part II:

Großer Preis von Frankreich - Dijon-Prenois, 01. Juli 1979
8. Lauf zur Fahrer - Weltmeisterschaft 1979




Mit dem Ausgang des Rennens in Dijon-Prenois am 1.Juli 1979 haben eigentlich nur drei Fahrer etwas zu tun:
die beiden Renault RS10-Piloten Rene' Arnoux und Jean-Pierre Jabouille sowie
der Kanadier Gilles Villeneuve mit seinem Ferrari 312 T4.

Ein übriges tut nebenbei noch ein nächtlicher Temperatursturz im französischen Burgund,
welcher sowohl dem schwarzen Gold von MICHELIN als auch den Turbos von RENAULT ausgezeichnet bekommt...








Beim Start haben es Jabouille und Arnoux allerdings nicht leicht -
der nach wie vor nicht zu bändigende Leistungsabfall der Renault-Motoren im Moment des Einkuppelns genügt Villeneuve,
um sich zwischen ihnen hindurch zu katapultieren...
Jean-Pierre findet sich auf Platz 2, Rene' jedoch auf Platz 9 nach der ersten Runde wieder.

Im Verlaufe des Rennens kann der Ferrari-Fahrer seinen Vorsprung zum gelben Boliden von Jabouille stetig vergrößern
und nur Arnoux erhält noch Beifall von den 120.000 Zuschauern -
der kleine Franzose kann sich innerhalb von 15 Runden auf Platz 3 vorarbeiten.





MINICHAMPS-Modell / Gilles Villeneuve / Ferrari 312 T4 / GP-Saison 1979


Jean-Pierre Jabouille wird von dem sich zum Nachteil veränderten Verhalten seiner Michelins unter vollem Kraftstofftank zwar überrascht,
aber was nach außen hin angebliche Schwäche signalisiert, ist eigentlich reine Taktik:
"Ich hielt mich anfangs zurück.
Villeneuve, der ja die gleichen Reifen fuhr, sollte sie ruhig überfordern.
Vielleicht musste er sie sogar wechseln..."


Und richtig:
Villeneuve bekommt auf seiner Flucht nach vorn tatsächlich Reifenprobleme.
Immer häufiger erscheinen beim Bremsen kleine Rauchwolken über seinen
bis zum totalen Blockieren kaum noch verzögernden Vorderrädern -
Jean-Pierre findet in Runde 35 endlich Anschluss an den roten Renner !



Mein Original-Autogramm von Jabouille auf dem Gemälde
von Michael Turner vom denkwürdigen Frankreich-Rennen



Jabouille kann Villeneuve in Runde 47 endlich niederkämpfen -
der Ferrari leidet nun sichtlich an gravierenden Handlingsproblemen.
Aber auch der zweite Renault-Pilot legt unaufhörlich an Tempo zu
und rückt bei ständiger Verbesserung des Rundenrekords immer näher an Villeneuve heran.
Trennen in der sechzgsten der 80 Runden noch je fünfzehn Sekunden die ersten drei Fahrer,
so bekommt Arnoux den inzwischen total aus dem Gleichgewicht geratenen Ferrari ab Runde 70 in Sicht.

Ferrari und Renault haben zwar beide MICHELIN-Bereifung montiert,
fahren aber im gewissen Sinne doch unterschiedliche Pneus:
Bei Villeneuve und Scheckter sind sie rasch aufgeheizt,
bei Jabouille und Arnoux dauert dies mindestens 10 Runden..
Jody Scheckter fällt dementsprechend mit überhitzten Reifen zurück
und muss sie später sogar wechseln lassen -
19 Sekunden Boxenstopp bedeuten am Ende nur einen undankbaren 7. Platz ohne einen einzigen WM-Punkt.

Gilles, der Unerschrockene, bleibt jedoch die gesamten 80 Runden auf der Strecke...

Mittlerweile gleicht Dijon dann dem Hexenkessel von Monza nach einem Ferrari-Sieg,
denn auch Arnoux kann in Runde 77 endlich überholen und Villeneuve fällt auf den dritten Platz zurück !!




SPARK-Modell / Rene' Arnoux / Renault RS10 / GP Frankreich 1979


Aber ein Gilles Villeneuve gibt nicht ohne weiteres auf und das Bauchgefühl,
dass mit dem Renault von Arnoux irgendwas nicht stimmte, bringen ihn noch einmal richtig in Schwung.
In der vorletzten Runde des Rennens melden sich dann auch wirklich die Zuverlässigkeitsprobleme des Motors bei Rene' zu Wort:
die Einspritzpumpe des Renaults saugt mit dem Sprit bereits jede Menge Luft an.
Villeneuve gelingt es, wieder aufzuschließen und der Ferrari liegt in der vorletzten Runde vorn !
Nun bekommt die F1-Welt eines der spannendsten Rad-an-Rad-Duelle der Geschichte des Motorsports zu sehen,
welches die Fans bis zum heutigen Tag noch bewegt.

Gleich zu Beginn der 79. von 80 Runden geht Villeneuve innen in der "Droite de Villeroy"-Kurve an Arnoux vorbei und hält die Position,
bis der Franzose in der 80.Runde ebenfalls in der "Villeroy" einen Angriff wagt.

Seite an Seite mit Villeneuve brettert er durch Abschnitt " 'S' des Sabeliers",
macht einen Abstecher in den Streckenauslauf und kann dann doch in Führung gehen -
die Zuschauer hält es mittlerweile nicht mehr auf ihren Plätzen...

In "La Bretelle" revanchiert sich der Ferrari-Pilot und trifft Arnoux hart in der Seite, aber beide Autos können sich auf der Strecke halten.
Auf den letzten Metern des Rennens setzt er sich in der "Parabolique"-Kurve dann doch noch vor den gelben Renault
und kann mit nur 0,204 Sekunden Vorsprung die Ziellinie überqueren...

O-Ton Gilles Villeneuve:
"Immer, wenn ich mich an Rene' vorbeiquetschte, blockierten zwei, drei Räder-
darum auch der blaue Rauch und die Gummifetzen, die mir um die Ohren flogen.
Die Reifen waren längst eckig und die Vibrationen fürchterlich,
aber wenn du um einen zweiten Platz um wichtige Punkte kämpfst, gibt keiner nach !"






Das YouTube-Video des Rennens lässt einem wirklich den Atem stocken:


https://www.youtube.com/watch?v=ii6H0MktrOg


Damit entscheidet das letzte Bremsmanöver von Villeneuve gewissermaßen das Rennen und damit diesen unvergleichbaren Zweikampf.

"Wir hatten damals das gleiche Temperament, die gleiche Einstellung zum Motorsport und den gleichen Siegeswillen.
So, wie die Autos damals waren, musstest du Vertrauen in den anderen Piloten haben-
bei einer Kollision wärst du nämlich sofort abgehoben..."

schwärmt Rene' Arnoux noch heute über das Duell um jeden Millimeter.

Fast vergessen wird dementsprechend, dass eigentlich Jean-Pierre Jabouille das Rennen gewinnt
und dabei den ersten Sieg eines Turbomotors markiert !
Im Augenblick seines größten Triumphs macht er anscheinend wirklich eine recht klägliche Figur -
nicht Rührung treibt ihm bei der Siegerehrung die Tränen in die Augen,
sondern ein Wadenkrampf !
Er hat in den letzten Runden kaum noch Kraft, die Bremse zu treten...


Das denkwürdige Rennen im französischen Dijon -
mit französischen Autos, französischen Reifen, französischem Benzin,
französischem Öl und vor allem französischen Piloten -
liefert mehr Gesprächsstoff, als es später vielleicht eine ganze Saison vermag...

"Was in Dijon passiert ist, war so nur möglich,
weil Gilles und ich beste Freunde waren. Wir hatten großen Respekt voreinander.
So ein Duell bei solchem Tempo ist sehr gefährlich, zumal Dijon eine schmale Strecke war.

Dazu kam, dass Gilles Probleme mit den Reifen und ich mit dem Benzindruck hatte.
Ich wusste um seine Schwierigkeiten und wollte um jeden Preis Zweiter werden,
nicht Dritter. Aber es gab da eine Kurve, in der mein Motor jedes Mal für zwei Sekunden aussetzte -
und so war die Mühe am Ende umsonst..."

erzählt Rene' Arnoux fast vierzig Jahre später in einem Interview der Zeitschrift "F1 Racing".







Am Ende der Rennsaison 1979 hat Ferrari dann doch "die Nase vorn" -
Jody Scheckter wird Weltmeister und Gilles Villeneuve folgt mit 4 Punkten Rückstand auf Platz 2 der Endwertung.

Jean-Pierre Jabouille kann außer seinen neun Punkten in Dijon keine weiteren Zähler mehr sammeln
und belegt Platz 13 der Fahrer-WM.

Rene' Arnoux fährt in der zweiten Hälfte der Saison noch zwei 2.Plätze für Renault ein (England & USA)
und sammelt 17 Punkte (Platz 8 der Endwertung).
Damit ist der Sieg in Frankreich für Renault gewissermaßen nur eine Ausnahmeerscheinung,
denn mit insgesamt 26 Punkten kann der französische Staatskonzern 1979 nur Platz 6 der Konstrukteurs-Wertung erringen -
Spitzenreiter Ferrari dagegen weist einen Punktestand von 113 auf.

Das "Saudia Williams" - Team um Frank Williams erweist sich 1979 hinter Ferrari als zweite Kraft im Feld -
doch das ist wieder eine andere Geschichte...


Mein Original-Autogramm von Rene' Arnoux aus seinen Ferrari-Jahren

Geändert von Engineer (09.08.2018 um 21:21 Uhr)
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Alt 12.11.2017, 12:45   #587   nach oben
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Heute mal einige Highlights meiner kleinen F1 - Helmsammlung...

Aus platztechnischen und finanziellen Gründen bleibe ich beim Maßstab 1:8 -
die Modelle stammen von TSM / TrueScaleModel und von MINICHAMPS.


1. Niki Lauda - Ferrari 312T / 1975









2. James Hunt - Mc Laren M23 / 1976









3. Mario Andretti - Lotus 78 / 1977










4. Ronnie Peterson - Lotus 76 / 1974










5. Ayrton Senna - Williams FW 16 / 1994









6. Michael Schumacher - Benetton B195 / 1995










7. Sebastian Vettel - Red Bull RB 7 / 2011







Geändert von Engineer (12.11.2017 um 12:50 Uhr)
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Alt 13.11.2017, 18:16   #588   nach oben
Engineer
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So, ihr (meist unbekannten) Freunde der F1-Modellautos ....
ich habe es ja schon beiläufig erwähnt -
es wird nun Zeit, den Staffelstab hier im thread abzugeben.

Über zwei Jahre habe ich hier mehr oder weniger als Einzelkämpfer gewerkelt -
ich werde mich jetzt anderen größtenteils privaten Projekten widmen...
aber ab und zu natürlich hier mal vorbeischauen !

Na dann...Tschüss !!
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Alt 25.02.2018, 17:49   #589   nach oben
Benji
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Deine Vorstellungen waren bestens! Die Formel-Renner wurden immer und immer besser in Szene gesetzt, der Bericht dazu informativ und, mach mal auch lustig. Auch wenn ich nicht Fan der goldenen Formel 1 Ära bin, (da ich zu jung dafür bin, mehr ab Mitte der 80er Jahre!) war ich immer mal hier, um zu lesen. Es wird mir fehlen!
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Alt 25.02.2018, 18:01   #590   nach oben
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Schade...... dein Thread war enorm interessant und wirklich gut gestaltet
Deine Entscheidung gilt es zu respektieren. In diesem Sinn sag ich Danke für Deine Arbeit und Vorstellungen hier und weiterhin alles Gute
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Alt 18.03.2018, 09:10   #591   nach oben
match-box
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Hallo Gemeinde, das ist mein allererster Beitrag hier, habe mich vor ein paar Tagen angemeldet. Bin aus Wien, lebe aber in Budapest. Engineer, Deine Berichte über Deine Sammlung der Formel 1 Autos. Einmalig! Vielen Dank. Du hast mir wertvolle Tipps gegeben, welches Modell zu wählen. Ich sammle vieles, wie aus meinem User-Namen zu erkennen, Matchbox, 1:43 und ein paar 1:18er. Bei der Formel 1 die Weltmeister.

Um auch etwas beizutragen, schaut Euch dieses Video an. Habe ich zufällig gefunden. Da bei vielen von uns die Aufbewahrung und Präsentation immer wieder ein wichtiges Thema ist.

https://www.youtube.com/watch?v=RsFnWd4pcLM

Viele Grüße aus dem verschneiten Budapest
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Alt 30.03.2018, 13:17   #592   nach oben
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Eigentlich war's ja nicht geplant, aber.....

Fast ein halbes Jahr ohne Modelcarforum -
die Entzugserscheinungen werden immer größer und
es macht mir halt großen Spaß, in den Archiven zu wühlen.

Ich nehme also erneut Anlauf mit neuen Beiträgen -
keep on racing.

Also, noch einmal Dank an die mir Treugebliebenen hier...
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Alt 30.03.2018, 13:50   #593   nach oben
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Rennsaison 1996 / Team Williams




Seit über fünf Jahren gibt das Team um den "Rollstuhl-General" in der Formel 1 nun schon den Ton an und
auch 1996 spielen die Jungs aus Grove der englischen Grafschaft Oxfordshire mit der Konkurrenz Katz' und Maus.

Schon Mitte Februar stellt Sir Francis Owen Garbatt „Frank“ Williams seinen neuen "FW 18"
mit einem Renault-Motor der Presse vor.
Der Wagen mit hochgestellter Frontpartie ist gemäß der bewährten Team-Tradition keine revolutionäre Neukonstruktion,
sondern "nur" eine verfeinerte Weiterentwicklung seines bewährten Vorgängers.
"Das Neue an diesem Auto ist die Tatsache, dass es nichts Neuen gibt"
meint Stammfahrer Damon Hill anlässlich der Präsentation im portugiesischen Estoril.

Patrick Head, Technischer Direktor und Team-Mitbesitzer wird da etwas konkreter:
"Bei uns arbeiten äußerst motivierte Spezialisten, die ihr Handwerk verstehen...
Das Produkt ist ein Rennwagen, der viel Abtrieb erzeugt und
auch sehr logisch auf alle Abstimmungsveränderungen reagiert !"

Der französische Staatskonzern Renault stellt dem Paket den neuen RS8B-Motor zur Verfügung:
ein Zehnzylinder-V-Motor aus Aluminium mit 2998,3 ccm Hubraum soll ca. 740 PS an Leistung abgeben
und im Trainings-Modus sogar noch 10 Pferdestärken 'drauflegen können !

Somit wäre das Antriebsaggregat das Stärkste im diesjährigen Feld und
auch in Beziehung auf Ansprechverhalten sowie der Fahrbarkeit ist der Block unbestritten die Nummer Eins -
Ferrari's Zehnzylinder kann nur mit 20 PS weniger aufwarten und gilt wieder mal nicht als der zuverlässigste V-Motor...



MINICHAMPS-Modell / Williams FW18 / Damon Hill / GP San Marino 1996

Als WM-Favorit 1996 steht schon zu Jahresbeginn der Sohn des Weltmeisters von 1962 und 1968 im Mittelpunkt.
1994 und 1995 hat Damon Hill mit seinem Williams gegen Michael Schumacher im Benetton heiße Duelle um den Titel ausgefochten -
nun ist "Schumi" bei Ferrari, wo er mit einem unerprobten Motor in den Kampf zieht...

Damon, der mit seiner Frau Georgie drei Kinder hat, gilt zwar privat als "lustiger Vogel" und hat vor seiner Rennfahrerkarriere
bestimmt auch reichlich Spaß mit seiner Punk-Band "Sex And The Hormones" gehabt,
aber unter Druck spielen (anders als beim Konkurrenten Schumacher) oft seine Nerven nicht mit.
Der verschenkte Titelgewinn 1994 macht ihm demzufolge immer noch zu schaffen...

Diesmal erwächst Hill's schärfster Rivale im Kampf um den WM-Titel jedoch aus den eigenen Reihen -
die 47. Fahrerweltmeisterschaft steht eindeutig im Zeichen des Duells gegen den 1995
als IndyCar-Champion hervorgegangenen Kanadier Jacques Villeneuve.
Der Sohn des unvergessenen Gilles Villeneuve sattelt gut vorbereitet in den F1-Zirkus um.
Er absolviert vor Beginn der WM ausgiebige Erprobungsfahrten auf seinem neuen Arbeitsgerät und spult an die 9000 Test-Kilometer ab....

...und das aus gutem Grund:
Rund die Hälfte der zu befahrenen Strecken sind ihm nicht vertraut und die limitierten Trainingsmöglichkeiten
an den Grand-Prix-Wochenenden reichen nicht aus, um einen Kurs restlos in den Griff zu bekommen.


MINICHAMPS-Modell / Williams FW18 / Jacques Villeneuve / GP Europa 1996






Bereits in Melbourne zeichnet sich zum Saisonauftakt 1996 ab, dass sich einer der beiden Williams-Piloten den WM-Titel sichern wird.
Mit viel Glück gewinnt Damon im Albert-Park mit 38 Sekunden Vorsprung vor Villeneuve -
der Kanadier muss wegen sinkendem Öldrucks das Gas wegnehmen und überlässt Hill kampflos den Sieg !
Damit kann Damon auf 14 Grand Prix-Erfolge zurückblicken und hat nun ebenso oft gesiegt wie sein Vater Graham.

Der Drittplatzierte im Melbourne fährt in einem Ferrari und liegt zum Williams-Duo mit mehr als einer Minute zurück:
Eddie Irvine sammelt im Gegensatz zu Michael Schumacher, der schon in der 33.Runde wegen einer gebrochenen Bremsleitung ausfällt,
zumindest die ersten WM-Punkte...



Doch ein Sieg von Jacques Villeneuve lässt nicht lange auf sich warten.
Schon beim vierten Lauf der Saison, dem "Großen Preis von Europa",
fährt der Sohn des "Prince Of Destruction" Gilles Villeneuve seinen ersten Triumph nach Hause.

"Was ist dabei ? Ich tat nur meine Arbeit",
äußert sich Jacques cool in der Pressekonferenz und will - anstatt zu feiern - sich lieber auf das kommende Wochenende konzentrieren.
der "Grand Prix von San Marino" findet nur sieben Tage später statt.

Schon im ersten F1-Jahr gewinnt der amtierende Cart-Champion und Indy500-Sieger noch in Silverstone, Budapest sowie in Estoril und
fehlende Streckenkenntnisse eignet sich der Computerfan kurzerhand an seinem PC an....

Auch Damon Hill ist von der Stärke seines neuen und gleichberechtigten Teamkollegen überrascht.
Aber der Brite ist deutlich gelöster und nervenstärker als in den Jahren zuvor und
fährt im Verlauf der Saison bei anstehenden 16 WM-Läufen acht Siege ein.

Auch beim Schumacher-Heimspiel in Hockenheim siegt Damon Hill vor Jean Alesi im Benetton,
aber außerhalb des Fahrerlagers haben sich die Wolken um den kommenden Weltmeister spürbar verdunkelt:
Eine britische Fachzeitschrift hat wenige Tage zuvor verkündet, der Williams-Pilot werde zum Saisonende von seinem Team gefeuert
und durch den deutschen Piloten Heinz-Harald Frentzen ersetzt !

Hill ist während der Pressekonferenz vor dem Rennen spürbar irritiert, auch wenn er versucht, gute Miene zum bösen Spiel zu machen:
"Frank und ich haben noch nicht einmal mit ernsthaften Vertragsverhandlungen für 1997 begonnen.
Ich bin zuversichtlich, dass wir uns einigen werden..."


Der Boss selbst schweigt zunächst erst einmal hartnäckig, aber es gibt deutliche Indizien für eine Trennung.
Und wirklich - am 28. August 1996 erhält der kommende Weltmeister die Kündigung und fällt verständlicherweise aus allen Wolken !
Frank Williams ist nicht auf seine Gehaltsforderung von zwölf Millionen Dollar eingegangen und hat Damon Hill kurzerhand gefeuert.
Heinz-Harald Frentzen scheint dies schon in Hockenheim zu ahnen oder sogar zu wissen, aber Details gibt er in noch nicht bekannt.



MINICHAMPS-Modell / Williams FW18 / Damon Hill / GP Deutschland 1996

Die nächste Hiobsbotschaft - diesmal aber auch für Benetton - kommt nur wenige Wochen später:
Motoren-Hersteller Renault verkündet seinen Rückzug aus der GP-Szene.
Der französische Staatskonzern will 1997 ein letztes Mal in der Formel 1 antreten !
Die "graue Eminenz" Bernie Ecclestone hat sich jedoch schon rechtzeitig nach Ersatz umgesehen und frohlockt:
"Ich glaube, BMW wird in die Formel 1 zurückkommen..."
Er behält damit zwar langfristig recht, aber dies wird bekanntlicherweise noch ein paar Jahre dauern -
die Bayern werden als Werksteam erst 2006 als BMW Sauber F1 Team in der höchsten Motorsportklasse vertreten sein.




Damon Hill hält den Titelkampf offen bis zum letzten Rennen.
87:78 lautet der Punktestand Hill zu Villeneuve vor dem finalen Japan-Rennen.
Aber auch in Suzuka ist der Kanadier glücklos:
Trotz Pole verpatzt er den Start und in Runde 37 verliert der Williams das rechte Hinterrad !
Das Geschoß aus Gummi und Leichtmetall überholt den Rennwagen, springt über einen Sicherheitszaun und fliegt in Richtung Publikum...
aber der zweite Zaun hält den Pneu auf.
Die Ursache, weshalb sich das Rad trotz intakter Sicherung des Zentralverschlusses selbständig machen konnte, bleibt ungeklärt.

Damon Hill siegt in Japan knapp vor Michael Schumacher und ist damit der Weltmeister der Rennsaison 1996.
Vize in der Gesamtwertung ist Jacques Villeneuve und der Drittplazierte Michael Schumacher hat 36 Punkte Rückstand zum neuen Champion !

Peter Sauber liefert schon nach dem Rennen in Japan seinen Piloten Heinz-Harald Frentzen höchstpersönlich beim "Rollstuhl-General" ab:
"Hier Frank, da ist dein neuer Fahrer !"
Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Sir Williams - endlich hat er wieder einmal einen Wunsch-Piloten.

Im Circuit-Hotel von Suzuka wird dagegen schon gefeiert.
Jacques Villeneuve, Mika Salo und David Coulthard genießen die Party in neuem Look:
Das befreundete Trio hat sich Glatzen schneiden lassen !
Der neuen Champion und Michael Schumacher tanzen gemeinsam Arm in Arm -
die endlose Dauerfehde zwischen den beiden ist damit beendet.


Wie deutlich die Überlegenheit der Williams diesmal ist, zeigt auch die Konstrukteurswertung:
Das Team um Frank Williams hat 105 Punkte Vorsprung vor dem "springenden Pferd aus Maranello".
Der entthronte Weltmeister versichert jedoch optimistisch:
"Ich habe den Titel nur verliehen..."

Damon Hill unterschreibt für die nächste Saison bei "Major Tom" -
ein Millionenvertrag macht es möglich.
Dem ehemaligen Benetton-Miteigner Walkinshaw gehört jetzt das Arrows-Team,
das seit 200 Rennen auf den ersten Sieg wartet und während der Saison 1996 ein einziges WM-Pünktchen eingefahren hat.

Geändert von Engineer (09.08.2018 um 22:23 Uhr)
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Alt 30.03.2018, 17:44   #594   nach oben
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@Engineer! Danke dass du weiter machst. Aber gleich mit 1996 weiter machen. Hast du nicht noch ein Paar Teams von '95 vergessen, oder hast die Modelle nicht dazu?
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Alt 30.03.2018, 18:58   #595   nach oben
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Toll dass es hier weitergeht
Die ganzen Modelle sind super, und Deine toll recherchierten Hintergrundinfos sind das Sahnehäubchen dazu
Freu mich schon sehr auf weitere interessante Infos.

Grüsse
Erwin
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Alt 30.03.2018, 19:37   #596   nach oben
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@ Benji...da hat aber einer aufgepasst !




Also, wer fehlt noch in meiner 1995er Chronologie hier ???

5 Teams wären noch offen, zu denen es auch die Modelle gibt:
- Tyrrell
- Williams
- Jordan
- Ligier
- Sauber

O.K., dann gibt's also demnächst erst einmal ein paar "Nachträge" !

P.S.: Vom "Forti Ford" / 1995 ist in 1:43 noch keine Version auf dem Markt.

Geändert von Engineer (09.08.2018 um 22:24 Uhr)
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Nachtrag 1: Benetton B195 / 1995

Für alle F1-Modellautofreunde der 90er Jahre
hier nun ein paar Nachträge zur Saison 1995 in Sachen Teams und Autos...


Nachtrag 01/1995: Benetton B195


SPARK-Modell / Benetton B195 / Michael Schumacher / GP Monaco 1995

Der Modellautohersteller SPARK hat vor einigen Monaten diese Version des Benetton B195 auf den Markt gebracht.
Die Resonanz unter Sammlerkreisen war ziemlich gemischt und in den sozialen Medien
gab es so manchen Aufschrei über Farbgebung und Design.

Aber urteilt selbst...



Ist er in 1:43 wirklich so misslungen ???
Die Lufthutze war aber "serienmäßig" in Monte Carlo so...






O.K., der Fahrer-Overall von "Schumi" in diesem Hellblau geht wirklich nicht...



Hier der direkte Vergleich mit dem schon betagten MINICHAMPS-Modell:

oben: Johnny Herbert / GP England 1995 / PMA
unten: Michael Schumacher / GP Monaco 1995 / SPARK



Gesichtet im Museum des Nürburgrings - das Original (hoffentlich...)












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Benetton B195

Also für mein Geschmack ist das Dunkelblau bei dem des Minichamps besser umgesetzt. Auch die Anordnung der Rückspiegel soweit ich weiß waren sie im Cockpit montiert, und ragten über dem Cockpitrand links und rechts heraus. Bei der Spark Ausführung wurden sie außen am Monocoque befestigt. Auch bei Minichamps besser gelöst! Die Helm form sieht für mich auch bei Minichamps besser aus! Aber sonst scheint das Spark Modell sehr gelungen aus.
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Alt 02.04.2018, 12:46   #599   nach oben
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Rennsaison 1995 / Team Tyrrell

Nachtrag 02/1995: Tyrrell 023





Bei der Tyrrell Racing Organisation aus Ockham kann der leichte Aufwärtstrend,
welcher sich 1994 abgezeichnet hatte, leider nicht fortgesetzt werden....

Verantwortlich dafür sind im wesentlichen zwei Faktoren:
Der unterlegene Yamaha-V10-Motor mit seinen 650 PS ist nur eine auf drei Liter Hubraum
verkleinerte Version des um 500 ccm größeren Vorgängers.
Ein nagelneues und eigens aufgrund der seit Saisonbeginn gültigen Reglements-Änderungen entwickelte Antriebsaggregat
dagegen wird zwar mit großer Verspätung zum Ende der Rennsaison präsentiert,
kommt aufgrund der vorausgegangenen Misserfolge erst gar nicht zum Renneinsatz...

Des weiteren schlägt Tyrrell-Chefkonstrukteur Dr. Harvey Postlethwaite eine gewagte Strategie ein
und bringt dadurch Uncle Ken in weitere finanzielle Schwierigkeiten:
Anstatt aufgrund der angespannten Situation das bescheidene Budget in ein einfaches und schnörkelloses Chassis zu stecken,
versucht man sich in aerodynamische und elektronische "Spielereien"...


ONYX-Modell / Ukyo Katayama / Tyrrell 023 / GP Brasilien 1995

Tyrrell-Stammfahrer Ukyo Katayama ist schon drei Jahre im Formel 1-Zirkus vertreten,
kann aber diesmal weder technisch noch gesundheitlich optimal an seine beständigen Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen:
Schon Ende 1994 wird bei dem 22jährigen Japaner ein Tumor im Rücken diagnostiziert, der zwar gutartig ist,
jedoch starke Schmerzen verursacht....

Der Finne Mika Juhani Salo hat 1994 im Lotus-Team erfolglos zwei Grand Prix bestritten -
zum ersten Mal in seiner Geschichte erzielt der Traditionsrennstall 1994 keinerlei Weltmeisterschaftspunkte und muss Insolvenz anmelden.
Salo wird zwar als Mann mit Zukunft gehandelt, kennt aber bisher aus seiner F3000-Karriere nur die japanischen Strecken.

Beim Saisonauftakt am 26.März auf dem "Autodromo Jose' Carlos Pace" im brasilianischen Interlagos
können sich beide Piloten im Mittelfeld des Starterfeldes platzieren:
in der sechsten Startreihe stehen Ukyo und Mika nebeneinander auf den Plätzen 11 und 12.

Der Grand Prix endet für Katayama aufgrund seines "speziellen" Fahrstils wie so oft -
ein Dreher in Runde 16 bringt wie so oft das Aus für den "Rising Son" ...
Mika dagegen verpasst nur knapp den ersten WM-Punkt:
mit zwei Runden Rückstand auf den Sieger Michel Schumacher überquert er auf Platz 7 die Ziellinie in Interlagos.





Das für 1995 endgültige farbliche Design erhält der Tyrrell 023 beim "Großen Preis von San Marino"...
...und noch bleiben fast alle Sponsoren treu.
Punktelos endet für das Team jedoch auch der Beginn der Europa-Tournee in Imola:
Bei Mika Salo verraucht schon im ersten Drittel des Rennens das japanische Antriebsaggregat
und Katayama dreht sich kurze Zeit später mal wieder...

Erst beim 12.Lauf der Saison gelingt es Mika Salo, die ersten WM-Zähler einzufahren -
Profitierend von den zahlreichen Ausfällen der Konkurrenz fährt der Finne auf Platz 5
und auch Ukyo Katayama kommt mit sechs Runden Rückstand (!!!) zumindest über die Ziellinie !
Einige der nicht allzu viel vertretenen Geldgeber drohen jedoch mittlerweile schwer enttäuscht mit dem Ausstieg aus dem Team
und somit bleibt die finanzielle Situation mehr als angespannt...


MINICHAMPS-Modell / Tyrrell 023 / Mika Salo / GP Europa 1995




Optimismus in Reinkultur in der Pressemitteilung zum Deutschland-GP in Hockenheim







Beim "Großen Preis von Portugal" Ende September in Estoril kommt das Tyrrell-Team erstmalig in die Schlagzeilen:
Kurz nach dem Start kracht Ukyo Katayama mit Tempo 220 gegen den Minardi von Luca Badoer.
Die Folgen sind spektakulär, denn der Tyrrell steigt auf und überschlägt sich mehrfach...

https://www.youtube.com/watch?v=XYEqtLKb0cA
Das YouTube-Video zum Katayama-Crash

Per Helikopter wird Ukyo nach Lissabon in eine Fachklinik geflogen, wo er bis zum nächsten Morgen bleiben muss.
Verletzt ist Katayama jedoch zum Glück nicht, aber ein steifes Genick macht ihm zu schaffen.
Testfahrer Gabriele Tarquini muss eine Woche später den angeschlagenen Japaner beim Europa-GP vertreten -
mit sechs Runden Rückstand überquert er die Ziellinie des Nürburgrings punktelos auf Platz 14.


Die letzten der insgesamt 5 WM-Punkte erzielen Katayama und Salo ausgerechnet bei den letzten beiden Rennen in Japan und Australien.
Mit einer Runde Rückstand zum Weltmeister Michael Schumacher bringt Mika Salo in Suzuka sein Arbeitsgerät (5.Ausbaustufe!)
über die Ziellinie und erreicht mit diesem sechsten Platz 6 einen WM-Punkt.
Zwei Wochen später ist es auch Mika, der in Adelaide mit Platz 5 die letzten beiden Zähler für Ken Tyrrell erkämpft.



Mein Original-Autogramm von Mika Salo

Somit hat das finnische "Greenhorn" Salo in seiner ersten kompletten F1-Saison alle Punkte
in der Fahrer-und Konstrukteurswertung für Tyrrell eingefahren...
Ukyo Katayama bleibt punktelos in der gesamten Saison 1995 -
trotz der 9 Ausfälle bei 16 Renneinsätzen bleibt er genau wie Mika Salo auch 1996 beim Tyrrell-Team.








Geändert von Engineer (09.08.2018 um 22:25 Uhr)
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Tyrell 023

Schon sehr interessant der Vergleich zu sehen zwischen dem ONYX und des Minichamps! Damals ja Minichamps das Maß der Formel 1 Modelle.

@Engineer! Sehr guter Bericht! Mach weiter so.
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