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Alt 22.02.2016, 12:59   #21   nach oben
mb-tuner 1:43
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Dein Spark w154 sieht echt gut aus.
mb-tuner 1:43 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2016, 18:56   #22   nach oben
Engineer
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Mercedes Benz W154 - M163 / R. Caracciola 1939

Die Rennsaison 1939 : Mercedes Benz W 154 - M 163


Als Nachfolger des Vorjahresmodells entsteht bei Mercedes für
die Rennsaison 1939 ein wesentlich eleganterer W 154 mit M-163-Aggregat.
Die Leistung des Zwölfzylinders hat man mit Hilfe eines Zweistufengebläses bzw. Vorverdichters auf 485 PS bei 8000 U/min. angehoben
und kommt nun bei einem Hubraum von 2960 ccm auf 162 PS pro Liter !

Das Fahrgestell des "neuen" Mercedes ist praktisch mit demjenigen seines unmittelbaren Vorgängers identisch -
neu sind die Wasserkühler und die noch besser gekühlte Bremsen.
Den neuen Silberpfeil hat man abermals "gewichtstechnisch" abgespeckt,
so dass er nun fast 75 Kilogramm weniger wiegt als im Jahr 1938.


SPARK-Modell / R.Caracciola / Mercedes W154 / GP Frankreich 1939

Es gibt zwei zusätzliche Vergaser für den Teillastbereich sowie noch andere geheime Feinheiten,
die eine noch höhere Motorleistung als bisher ermöglichen sollen..

Die Daimer-Ingenieure unternehmen bei diesem M163-Motor auch Versuche mit einer Benzineinspritzung,
aber Mercedes-Rennfahrzeuge mit Einspritzmotoren werden dann erst in den 50er Jahren nach dem II. Weltkrieg eingesetzt.


Das Original bei der Techno Classica in Essen


Das Cockpit des Originals - mittig der große Drehzahlmesser


Das Cockpit des Modells in gewohnter SPARK-Qualität



Die Modellversion:
Großer Preis von Frankreich - Reims, 09. Juli 1939


Zum 33. Grand Prix de l'Automobile Club de France reist das Mercedes-Rennteam mit fünf Fahrern und Fahrzeugen an -
drei Wagen werden für die "Seniorfahrer" Caracciola, v.Brauchitsch und Lang gemeldet und
zwei Mercedes W154 mit den Piloten Walter Bäumer und Hans Hugo Hartmann stehen als Reserve bereit.

Das Training wird erwartungsgemäß von den Mercedes-Silberpfeilen dominiert.
Hermann Lang erreicht schon bei den ersten gezeiteten Trainingsläufen die Fabelzeit von 2min.27.7 sec und
wird vom Rest des Fahrerfeldes nicht mehr von der Pole Position verdrängt.
Nur Tazio Nuvolari stellt seinem Auto Union Typ D mit zwei Sekunden Rückstand zum Spitzenreiter auf Platz 3 in die erste Startreihe -
die anderen Auto-Union Fahrer Stuck, Müller und Meier folgen auf den Plätzen 5 bis 7.

Auf der 7,8 Kilometer langen Strecke ist der Fahrbahnbelag verbessert worden und
die Wagen erreichen auf den langen Geraden mittlerweile Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/h...





Am Rennsonntag sorgt ein kräftiger Regenschauer für eine Startverzögerung und
als der Rennleiter schließlich die Startflagge fallen lässt, kommt Nuvolari's Auto Union auf nasser Piste am besten in Fahrt.

Rudolf Caracciola übertreibt es bei seiner Jagd auf Nuvolari bzw.Teamkollegen Hermann Lang
und kommt nur bis zur ersten Kurve in der Ortschaft Gueux...
Infolge eines Fahrfehlers setzt er seinen Wagen gegen eine Mauer -
dabei geht eine Kraftstoffleitung zu Bruch und Caracciola muß den W154 von der Fahrbahn schieben.



Schon nach sieben Runden kämpfen Nuvolari/Auto Union und Lang/Mercedes einsam
an der Spitze des Fahrerfeldes, welches ca. 30 Sekunden hinter ihnen liegt.
Lang führt fünf Sekunden vor Nuvolari, der von seinem Wagen zunehmend mehr abverlangt...

Es kommt, wie es kommen muss:
Bereits in Runde 8 überfordert Tazio das Getriebe seines Auto Union und
mit blockierenden Zahnrädern rutscht der Italiener in den Strassengraben !

Hermann Lang führt nun zwar mit über einer Minute Vorsprung,
bekommt aber vom etwas nervösen Alfred Neubauer das Signal, sich zu mäßigen -
Manfred von Brauchitsch steht mit Kolbenbruch an den Boxen...
Nun ist auch der zweite Mercedes im "AUS" !


Noch einmal das Original ...



....und das Modell im Vergleich

Ab Runde 22 beginnen die Boxenstopps bei Auto Union:
zuerst kommt Müller, dann Stuck -
beide Piloten verzeichnen über 30 Sekunden Standzeit !
Der Boxenservice der Auto Union ist völlig chaotisch...
Beim Nachtanken werden die Wagen regelrecht "überflutet" und bei Meier's Auto
gibt es sogar ein Feuer, welches zum Glück schnell gelöscht werden kann.
"Schorsch" Meier kann wieder in sein Auto springen,
muss aber seinen verbrannten Arm zwecks "Luftkühlung" in den nächsten Runden nach oben halten...

Hermann Lang auf Mercedes kann sich sogar einen ruhigen 35 Sekunden-Boxenstopp leisten,
denn er führt mit über zwei Minuten Vorsprung vor dem inzwischen dezimierten deutschen Fahrerfeld.

Dann kündigt sich sehr deutlich das totale Mercedes-Desaster an:
aus den Auspuffrohren von Lang's Wagen bemerkt man eine ungewöhnlich starke Rauchentwicklung....
In Runde 36 steht dann der letzte der drei gestarteten W154 -
ein Kolbenklemmer beendet die Fahrt des Mercedes von Hermann Lang.

Inzwischen fallen auch wieder die ersten Regentropfen und die Wagen werden langsamer,
aber dem ehemaligen Motorradchampion Müller ist sein erster (und einziger) Auto Union-Sieg nicht mehr zu nehmen.
"Schorsch" Meier kämpft - immer noch einhändig fahrend -
mit zwei Talbot-Fahrern knapp hinter ihm liegend.


Nach 51 Runden verzeichnet AUTO UNION den ersten Doppelsieg der Rennsaison 1939:
Hermann Müller siegt vor Georg Meier nach knapp zweieinhalb Stunden Fahrzeit mit einem Schnitt von 169,3 km/h.
Tagesbestzeit fährt jedoch der Mercedes von Lang mit satten 182,4 km/h..

Die zwei nachfolgenden Talbots von René Le Bègue und Philippe Jean-Armand "Phi-Phi" Etancelin sind
übrigens umgebaute Zweisitzer und kommen mit jeweils zwei Runden Rückstand in's Ziel.

Neun von fünfzehn Wagen erreichen an diesem verregneten Sonntag nach 398.6 km die Ziellinie -
das nächste Autorennen sollte auf diesem Kurs erst wieder 1948 starten...



Ich liebe Speichenräder mit Schnellverschluss ..hier beim Original in Essen


...und am Modell bei mir in der Vitrine

So, Freunde des gepflegten Rennsports aus vergangenen Tagen -
einen Silberpfeil hat Mercedes für die Saison 1939 noch parat !
Demnächst an dieser Stelle mehr...



Noch einmal komplett - der W154 in Essen

Geändert von Engineer (28.02.2016 um 21:08 Uhr)
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Alt 13.03.2016, 19:48   #23   nach oben
Engineer
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Die Rennsaison 1939 - Mercedes Benz W165

Im Rahmenprogramm der Grand Prix-Veranstaltungen der dreißiger Jahre werden auch Rennen in der sogenannten "Voiturette"- Kategorie ausgeschrieben,
welche sich großer Beliebtheit wegen der großen Starterfelder und den verschiedenen Teilnehmern erfreut.

Neben den Grand Prix-Wagen jener Zeit starten dort Fahrzeuge, welche eine Hubraumbegrenzung bei 1500 cm³ haben -
in französischer Sprache nennt man diese Modelle "Voiturette", was soviel wie "kleiner Wagen" bedeutet.
Diese Klasse ist gewissermaßen die Vorgängerin der Formel 1 der Jahre 1947–1953 und der späteren Formel 2....

Das prestigeträchtigste Rennen jener Zeit ist der "Große Preis von Tripolis" auf dem extrem schnellen "Autodromo della Mellaha" -
ein rund 13 Kilometer langer Kurs östlich von Tripolis/Lybien.

Libyen ist damals eine italienische Kolonie und die Veranstaltung wird jedes Jahr als reine Propaganda für und durch den damaligen Ministerpräsident
des Königreiches Italien, Benito Mussolini genutzt.
Dieser "Gran Premio" ist gewissermaßen der Auftakt der jeweiligen Grand Prix Saison und gehört somit zu den Pflichtläufen
für die Europameisterschaft der geltenden 750 kg und 3 Liter-Kompressorformel.

Die italienische Regierung will nach den sieglosen Rennen der letzten Jahre mit den überlegenen deutschen Rennwagen 1939 endlich einen italienischen Sieger sehen-
seit 1935 werden die ersten drei Plätze in Mallaha von Auto Union und Mercedes belegt.

So wird kurzerhand am 11. September 1938 verkündet, das der "Gran Premio di Tripoli" im nächsten Jahr für die"Voiturette"- Rennwagen ausgeschrieben ist -
das bedeutet, die Teilnehmer dürfen nur mit Wagen antreten, welche über einem Motor mit maximal 1500 ccm Hubraum verfügen.

Daß die Deutschen in knapp acht Monaten ein konkurrenzfähiges Fahrzeug auf die Räder stellen würden,
war nicht zu erwarten ..... oder ??

Großer Preis von Tripolis - Mellaha, 7. Mai 1939


SPARK-Modell / Hermann Lang / Mercedes W 165 / GP Tripolis 1939

Die Überraschung der Italiener ist perfekt,
als Daimler Benz dann mit jenen grazilen Monoposti nach Nordafrika kommt,
welche unter der Modellbezeichnung Mercedes Benz W165 in die Silberpfeil-Geschichte eingehen.

Tatsächlich hat es Konstrukteur Rudolf Uhlenhaut in der knapp bemessenen Zeitspanne geschafft,
einen gänzlich neuen Formelwagen zu konstruieren und anschließend auch zu bauen.
Schon Mitte Februar 1939 ist das erste Exemplar erprobungsbereit und Uhlenhaut ist optimistisch:
"Der W165 ist einer der leistungsfähigen Rennwagen,den wir je bauten !"

Der Trick:
in ein maßstabsverkleinertes W 154-Chassis wird ein Achtzylinder-Motor mit den geforderten 1,5 Liter Hubraum eingebaut -
der erste V8-Automobilmotor von Mercedes ist geboren.

Der Mercedes W165 wiegt leer nur 715 Kilogramm und verfügt über hydraulische Vierrad-Trommelbremsen.
Die Kraft wird über eine Kardanwelle zum Fünfgang-Schaltgetriebe an der Hinterachse übertragen -
der Wagen kommt somit auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 200 Km/h.



Mit einer durch zweistufige Kompressoraufladung und einer brisanten Kraftstoffmischung aus Methylalkohol, Azeton, Benzin und
Diethylether-damals auch „Schwefeläther“ genannt-erreichten Literleistung von 125 kW (170 PS) setzt dieser Motor schon damals neue Maßstäbe.

Die maximale Leistung des Aggregats mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad (statt den bisherigen 60)
und zwei obenliegenden Nockenwellen je Zylinderreihe beträgt 254 PS bei 8250/min aus den 1492 cm³ Hubraum.
Der Kraftstoffverbrauch beträgt stattliche 137 Liter pro 100 km bei einem Tankvolumen von 250 Litern.

Das erste Training zum "Großen Preis von Tripolis" beginnt am Donnerstag, den 4. Mai 1939 um 12.00 Uhr und
ein heißer Wind bläst von der nordafrikanischen Wüste in Richtung Rennstrecke ...... der Himmel wird gelb.
Jede Menge Sand bedeckt die 13,1 Kilometer lange Piste und es werden Streckentemperaturen von knapp 50 Grad Celsius gemessen.



Das Mercedes-Rennteam stellt sich mit zwei W 165 der allmächtigen italienischen Konkurrenz -
33 Starter sind gemeldet, davon allein schon dreiundzwanzig Maserati - Fahrer !
Hermann Lang fährt die beste Zeit für die Stuttgarter; es folgen die Alfa Romeos von Aldrighetti und Farina -
der zweite Mercedes von "Caratsch" ist nur Viertplazierter und hat zu Lang sieben Sekunden Rückstand.

Das letzte Training ist am Samstag, den 6. Mai 1939 -
ein "High Noon" im Wüstensand beginnt.
Niemand ist jedoch in der Lage, Luigi Villonesi zu schlagen -
der stromlinienverkleidete Maserati stellt sich an die Pole-Position;
flankiert von den beiden Mercedes-Piloten Lang und Caracciola sowie dem Alfa Romeo von Nino Farina.





Am Rennsonntag herrschen ebenfalls die landesüblichen Temperaturen von 35 Grad im Schatten, über 40 in der Sonne
und auf dem Asphalt der Strecke werden fünfzig Grad Celsius gemessen.

29 Fahrer sind aufgestellt und Rennleiter Marschall Balbo soll seine Flagge parallel zur eingesetzten Rennampel schwenken.
Was gilt beim Start - Lichtsignal oder Fahne ?
Alfred Neubauer rennt noch am Start zu seinen Piloten,
spuckt traditionell Hermann Lang noch einmal an (!!) und ruft:
"Das Lichtsignal gilt !"
Alle Fahrer schauen auf Marschall Balbo und nur Hermann Lang starrt auf
den über der Bahn aufgehängten Kasten mit den Lichtsignalen...

Es kommt, wie es kommen muss:
Balbo senkt die Fahne etwas später als die Ampel auf Grün schaltet !
Lang absoviert seinen (O-Ton) "besten Start aller Zeiten" und setzt sich an die Spitze !
Das Lichtsignal wird vom Zeitnehmer bestätigt und ist korrekt -
der Vorwurf von Lang's absolvierten "Frühstarts" wird abgewiesen.
Pole-Mann Villoresi hinterlässt schon beim Start eine dicke Ölspur und
sein Getriebe steckt im 2.Gang -
der Stromlinien - Maserati scheidet bereits in der ersten Runde aus !

Hermann Lang beendet seine erste Runde mit einen Vorsprung von sieben Sekunden
auf den zweitplazierten Alfa Romeo von Nino Farina.
Dieser liefert sich einen erbitterten Kampf mit dem zweiten Mercedes von "Caratsch" -
sechs Runden dauert dieses Duell, dann steht der Alfa Romeo mit Motorschaden an der Box ...
das Aus für Farina wegen Überhitzung kommt kurze Zeit später.



Es tritt ein, was Marschall Balbo und mit ihm die gesamte italienische Konkurrenz verhindern wollten:
die dreißig Runden werden von deutschen Wagen dominiert.
Hermann Lang gewinnt von Runde zu Runde einen immer größeren Vorsprung und
liegt zur Halbzeit des Rennens fast 1,5 Minuten vor Caracciola.

Mittlerweile herrschen 37 Grad im Schatten und 52 Grad Bodentemperatur -
die Reifen der Fahrzeuge werden von der Gluthitze gewalkt und bekommen Stöße.
Die Pedalerie in Langs Mercedes wird so heiß, dass seine Schuhsohlen anbrennen...
Er erhöht jedoch trotz aller Schmerzen seinen Vorsprung ohne die Spitze abzugeben und
fährt mit drei Minuten Abstand vor Caracciola als Erster durch's Ziel !



Das Mercedes auch dieses Rennen gewinnen würde, hat kaum jemand erwartet -
und sogar mit einem Doppelsieg verläßt das Team um Alfred Neubauer die Wüste von Lybien.

Erst 12 Minuten nach der Zieldurchfahrt der Mercedes-Silberpfeile folgt Emilio Villoresi,
der jüngere Bruder des ausgeschiedenen Luigi Villoresi,auf seinem Alfa Romeo.
Das ist besonders ärgerlich für "Alfa Corse", denn die Italiener hatten sich nämlich große Chancen ausgerechnet -
zumal der Alfa Romeo Tipo 158 ein sehr schneller Wagen ist.

Für die Mercedes W165 bleibt dieser Doppelsieg in Nordafrika einmaliger Höhepunkt,
denn im Verlauf der Rennsaison 1939 kommt nun nur noch der "große Bruder" W154 zum Einsatz.

Am 3. September 1939 findet das letzte Rennen mit Silberpfeil-Beteiligung statt -
den "Großen Preis von Belgrad" im damaligien Jugoslawien gewinnt aber Tazio Nuvolari auf Auto Union.
Dann gehen auch auf den Rennstrecken Europas die Lichter aus -
eine weitergehende Erfolgsserie der Mercedes W154 und W 165 wird
durch den am 2. September 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieg verhindert.

Nach dem Krieg wäre der W 165 zwar in der Formel 1 startberechtigt gewesen,
aber Mercedes-Benz verzichtet auf eine Beteiligung....





Was wurde aus Hermann Lang ?

Bei Wikipedia.de findet man folgenden Eintrag:

"Nach dem Zweiten Weltkrieg startete Hermann Lang zunächst mit einem aus eigenen Mitteln angeschafften Veritas Meteor,
bevor Mercedes-Benz 1951 den Rennsport wieder aufnahm.

Bei zwei Rennen in Buenos Aires (18. und 25. Februar 1951) belegte er auf Mercedes-Benz W 154 den zweiten bzw. dritten Platz,
womit sich jedoch die Erwartungen in den Vorkriegs-Kompressorrennwagen nicht erfüllten.

Ein Jahr später begann die große Zeit des Mercedes 300 SL.
Zur Werksmannschaft gehörten Rudolf Caracciola, Karl Kling, Hermann Lang und Fritz Riess.
Hermann Lang gewann 1952 das Eifelrennen und zusammen mit Fritz Riess die 24 Stunden von Le Mans;
beim „Prix de Bern“ und bei der Carrera Panamericana (Mexiko) wurde er Zweiter hinter Karl Kling.

Auf Maserati wurde Lang beim Grand Prix der Schweiz 1953 Fünfter und
war dann beim Einstieg von Mercedes in die Formel 1 1954 maßgeblich beteiligt.
Nachdem er beim Großen Preis von Deutschland 1954 an dritter Stelle liegend von der Strecke gerutscht war,
zog er sich vom Rennsport zurück. Er blieb aber weiterhin für Mercedes tätig."

Bis zu seiner Pensionierung bleibt Lang als Kundendienst-Inspektor für Daimler-Benz tätig.
Er stirbt am 19. Oktober 1987 in seiner schwäbischen Heimat Bad Cannstatt.


Mein Originalautogramm von Hermann Lang

Abschließend noch ein paar bewegte Bilder von Lang's größtem Erfolg,
dem Sieg beim Tripolis-Grand Prix im Jahr 1939 -
gesichtet auf YouTube:


https://www.youtube.com/watch?v=jUgL3IEu6QE

Geändert von Engineer (13.03.2016 um 22:35 Uhr)
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Alt 11.07.2016, 23:25   #24   nach oben
cckw-353
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Würde hier schön dazu passen...wird aber sicher gelöscht weil ja hier schon über 2 Monate nix mehr passiert ist...egal, ich probier's trotzdem weil's gar so gut ist!

Viel Spass bei gucken!
https://www.youtube.com/watch?v=fkZwGa50eqM

Gruss
Uwe
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Alt 12.07.2016, 08:25   #25   nach oben
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Diese Doku hat mir auch gut gefallen.

Sind zwar einige kurze Werbeclips dazwischen, aber insgesamt sehenswert.....

http://www.spiegel.tv/filme/silberpfeil-legende/
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Alt 12.07.2016, 16:55   #26   nach oben
mb-tuner 1:43
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danke dir für die Neuen wieder sehr gut deine Bilder und Feedback.
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Alt 12.07.2016, 21:46   #27   nach oben
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Ich habe noch einen "Silberpfeil aus dem anderen Lager" in meinem Archiv
gefunden...wollt ihr mehr sehen ???

Geändert von Engineer (17.07.2016 um 15:45 Uhr)
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Alt 12.07.2016, 21:57   #28   nach oben
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Ich habe noch einen "Silberpfeil aus dem anderen Lager" in meinem Archiv
gefunden...wollt ihr mehr sehen ???
zeigen, zeigen, zeigen.......
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Alt 17.07.2016, 14:28   #29   nach oben
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Die Rennsaison 1938 : Auto Union Typ D


MINICHAMPS-Modell / Tazio Nuvolari / Auto Union Typ D / GP Donington 1938

Für die neue Drei-Liter-Rennformel hat man bei AUTO UNION auch einen neuen Zwölfzylinder-Motor entwickelt -
doch Bernd Rosemeyers Tod bei einer Rekordfahrt im Januar 1938 bringt alle Pläne für die kommende Rennsaison durcheinander.

Ferdinand Porsche ist nicht mehr an der Entwicklung des neuen "D"-Modells beteiligt und
ist als Kooperationspartner für Auto Union nicht mehr verfügbar.
1939 wird er "Wehrwirtschaftsführer" und somit im nationalsozialistischen Deutschen Reich der Leiter eines rüstungswichtigen Betriebes...

Seinen Platz übernimmt Dr.Robert Eberan von Eberhorst -
seit 1933 Versuchsingenieur der Auto Union AG in Chemnitz und ab 1. Juli 1937 Leiter der Auto-Union-Rennabteilung in Zwickau.

Er gilt als außerordentlich sorgfältiger Konstrukteur,
doch benötigt er nach seinem Arbeitsantritt eigentlich viel mehr Zeit für den "D-Typ",
als man eigentlich eingeplant hat....

Der neue Zwölfzylindermotor hat 2986 ccm Hubraum und verfügt im Unterschied zum Porsche-Aggregat
über drei obenliegende Nockenwellen mit zentraler Königswelle.
Als Leistung wird offiziell ca. 400 PS bei 7000 U/min. angegeben;
in seiner modifizierten letzten Version 1939 kommt dann ein Doppelkompressor
zum Einsatz, welcher die Leistung noch auf 485 PS steigern kann.

Das Getriebe liegt hinter der Hinterachse und bis auf die Hinzufügung eines fünften Ganges
hat es im Vergleich zum Vorgänger-Modell kaum Änderungen erfahren.
Auf eine Drehstabfederung wird nun beim "D-Typ" verzichtet -
es gibt neue Öldruckstoßdämpfer vorn und noch zusätzliche Reibungsdämpfer an den Hinterrädern.


Die Heckparie des neuen Auto Union ist stark überarbeitet worden
und unter den seitlichen Auswölbungen verbergen sich
die 280 Liter fassenden Kraftstofftanks

Der Grand Prix-Saisonauftakt findet 1938 am Ostermontag in Pau am Fuße der Pyrenäen statt -
Daimler-Benz kommt mit zwei neuen Mercedes-Rennwagen vom Typ W154,
Auto Union dagegen erscheint noch nicht.
Zu viele "Kinderkrankheiten" gibt es noch am neuen "Typ D" und auch beim "Großen Preis von Tripolis"
fast vier Wochen später sind noch keine Wagen aus Zwickau dabei...

Beim Start zum "Großen Preis von Frankreich" in Reims am 3.Juli ist dann AUTO UNION erstmalig in der Saison 1938 vertreten.
Doch schon im Training erweist sich, dass ihre Autos viel langsamer sind als die Silberpfeile aus Stuttgart.

Der spezielle "D-Typ" Versuchswagen wird schon im Training irreparabel kaltverformt und
auch die hauseigenen Rennfahrer Kautz und Hasse scheiden im Rennen nach Unfällen aus -
ein "schwarzes Wochenende" lässt die Stimmung im AUTO UNION-Team gegen null sinken.

Die Mercedes-Fahrer mit ihren drei "W154"-Modellen dagegen belegen die ersten drei Plätze an diesem Rennsonntag in Frankreich...


Links vom Lenkrad der große, bis 8000 U/min. kalibrierte Drehzahlmesser.
Der Schalthebel wird in einer sog. "Kulisse" geführt;
der linke Kraftstofftank ragt deutlich in's Cockpit hinein


Modellversion:
Großer Preis von Donington - letzter Lauf der Saison 1938
Donington Park, 22. Oktober 1938





Die Besetzung des Sudetenlandes Anfang Oktober 1938 durch die Wehrmacht und
die im März vorangegangene Angliederung Österreichs hat ganz Europa in Unruhe versetzt -
wird das letzte Rennen der Saison im Donington Park aufgrund drohender Kriegsgefahr abgesagt ??

Da aber Premierminster Chamberlain von der Münchener Konferenz am 30. September mit der Botschaft nach London zurückgekehrt ist,
es werde entgegen aller Befürchtungen (noch) keinen Krieg geben, findet der Grand Prix nun doch statt -
wenn auch drei Wochen später als ursprünglich geplant.




Tazio Nuvolari, ein italienischer Motorrad- und Automobilrennfahrer,
hat im Sommer 1938 den Platz vom tödlich verunglückten Bernd Rosemeyer eingenommen.

Seit 1924 fährt der "Fliegender Mantuaner“ schon Autorennen und nach Einsätzen
bei Maserati und Alfa Romeo ist Nuvolari nun im Alter von 46 Jahren der "vierte Mann" bei Auto Union.

Den "Großen Preis von Italien" im September hat er schon in Monza gewonnen und
nun will er auch beim letzten Rennen der Saison ganz vorn mitmischen.

Das Training in Donington beginnt allerdings für AUTO UNION mit einer Schrecksekunde -
Nuvolari kollidiert mit einem Hirsch, welcher aus einer Hecke im Park regelrecht in das Cockpit des Rennwagens springt !
Für das Tier kommt anschließend jede Hilfe zu spät ;
der italienische Fahrer dagegen scheint jedoch unverletzt zu sein...

Doch Nuvolari benötigt durchaus ärztliche Versorgung und bekommt für das Rennen
ein Stützkorsett gegen den stechenden Schmerz im Brustkasten verpasst.

Tazio - wie immer im gelben Pullover,mit blauen Hosen und roter Kappe - erkämpft sich einen Platz in der ersten Startreihe
und wird am Rennsonntag von den drei Mercedes-Piloten Lang, v.Brauchitsch und Seaman flankiert.


Die Experten streiten sich noch, ob der Schriftzug AUTO UNION
im Vier-Ringe-Symbol mit einem Bindestrich versehen war...



Der Schriftzug an einem der originalen Rennwagen

Tazio Nuvolari setzt sich nach dem Start sofort an die Spitze.
Doch nach einem Kerzenwechsel beim Boxenstop im Rennen verliert er viel Zeit (53 Sekunden!) und
geht anschließend auf Platz 4 wieder in's Rennen -
aber Teamkollege Müller hat mittlerweile die Führung in Donington übernommen.

Auto Union-Fahrer Hasse kommt kurze Zeit später auf einer Ölspur in's Rutschen,
wird rückwärts gegen einen Zaun geschleudert und fliegt aus seinem Fahrersitz -
zwar ist er unbeschadet, aber das Rennen ist für den 32jährigen Deutschen zu Ende.

Auch Nuvolari sowie die Mercedes-Fahrer Lang und Richard Seaman bekommen Probleme mit der gelegten Ölspur,
können ihre Fahrzeuge jedoch nach diversen Drehern gerade noch abfangen.

Inzwischen hat Hermann Lang auf Mercedes die Führung übernommen, wird aber bald von Nuvolari eingeholt und fällt zurück.

Sieger des über drei Stunden dauernden Rennens wird Tazio Nuvolari;
gefolgt von Hermann Lang und Richard Seaman auf Mercedes.

„Mantovano volante“ steigt nach seinem Sieg erschöpft aus seinem Auto und bricht zusammen -
sein nur mit einer Staubkappe geschützter Kopf war Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h ausgesetzt und
dies hat die Blutzirkulation extrem beeinträchtigt.

Keiner der Zuschauer - welcher nach diesem spannenden Rennen nach Hause geht - kann sich vorstellen,
dass es ganze 55 Jahre dauern wird, bevor ein nächster " Donington- Grand Prix" stattfindet !
Als Donington-Gewinner bekommen Rosemeyer und Nuvolari im Jahr 1993
einen würdigen Nachfolger:
Ayrton Senna..

https://www.youtube.com/watch?v=LX_TnYpNyds
Bewegte Bilder des Rennens von 1938 auf YouTube


Mein Nuvolari-Autogramm;
allerdings nur in Kopie, denn ein Original ist unbezahlbar...


Etwa 20 Zwölf-und Sechzehnzylinder sollen bei Kriegsbeginn im September 1939 beim Auto Union-Werk
in Zwickau bei der Rennabteilung deponiert gewesen sein.

Wo sie alle geblieben sind, vermag niemand zu sagen.
Einer von ihnen wurde noch in den dreißiger Jahren dem Deutschen Museum vermacht und
1980 unter großen Aufwendungen und der umfangreichen Initiative von AUDI restauriert.

Ein weiteres Fahrzeug befand sich noch vor dem Fall des eisernen Vorhangs in der damaligen Sowjetunion und
wurde dort als Kriegsbeute auf Veteranen-Veranstaltungen präsentiert.
Mittlerweile ist aber auch diese Fahrzeug in Ingolstadt detailgetreu restauriert worden.



Tazio Nuvolari kehrt nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Rennstrecken der Welt zurück,
doch ist er nun bereits durch schweres Asthma gesundheitlich gehandicapt.
Sein letztes Rennen und gleichzeitig sein letzter Sieg ist am 10. April 1950 ein Bergrennen in Sizilien;
er stirbt 61-jährig im Jahr 1953 an den Folgen eines zweiten Schlaganfalls.

Hier der "AUTO UNION Typ D" im Original:
gesichtet beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring








Damit ist meine Modellausbeute von Siberpfeilen der
Vorkriegszeit nun wirklich erschöpft;
vielleicht hat noch jemand die "Berg-Renner" in der Vitrine stehen ???

Fotos davon wären auch hier gut plaziert....

Geändert von Engineer (17.07.2016 um 17:03 Uhr)
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Alt 20.07.2016, 11:05   #30   nach oben
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...schnell noch eine rauchen und schauen dass alle Kerzenstecker sitzen.....und nachher gewinn' ich....

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Alt 20.07.2016, 17:41   #31   nach oben
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Ein Traum von einem Modell.... danke für's posten.
Ich denke mal, das ist die CMC-Version in 1:18.
Limitiert auf 2000 Stück.
Gab's Nuvolari mit dazu oder ist dies das Werk von Photoshop ?
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Alt 22.07.2016, 09:55   #32   nach oben
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Zitat von Engineer Beitrag anzeigen
....... das ist die CMC-Version in 1:18.
Limitiert auf 2000 Stück.......

Gab's Nuvolari mit dazu oder ist dies das Werk von Photoshop ?
Ja, ist von CMC. Diese Version hatte leider noch den Mangel mit den brüchigen Motorhauben-Gummis.

Nein, den Nuvolari habe ich in der Bucht erstanden.

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Alt 28.07.2016, 19:09   #33   nach oben
mb-tuner 1:43
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Alt 09.07.2017, 18:41   #34   nach oben
Engineer
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Mercedes W154 - Indy 500 / 1947


Ein "Exot" aus dem Hause BRUMM in 1:43.....

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Dennis "Duke" Nalon / USA
* 02. März 1913
+ 26. Februar 2001





BRUMM-Modell / Duke Nalon / Mercedes W154 / 500 Meilen von Indianapolis 1947


Der 2.Weltkrieg ist gerade zu Ende, da wird in der damaligen Tschechoslowakei ein verschollen geglaubter Mercedes W154
mit der Chassis-Nummer 9 entdeckt.....
Es ist der Wagen, mit dem Hermann Lang das italienische "Coppa Ciano"-Rennen 1938 gewinnen konnte.

Das Auto wird an einen gewissen Don Lee verkauft, einem damaligen amerikanischen Rennstall-Besitzer.
Die "Don Lee Experimental Engineering Company" meldet 1947 für das legendäre "Indy 500"-Rennen in Illinois zwei Wagen:
einen Vorkriegs-Alfa Romeo P3 und den aus der CSSR "importierten" Mercedes W154.

Als Fahrer steigt Dennis "Duke" Nalon in's Cockpit des W154-
ein 34jähriger amerikanischer Midget car-, Sprint car-und Indy 500-Fahrer aus Chicago.





Nalon entdeckt noch vor dem Rennen im Mai 1947 durch Zufall, dass Riley Brett, ein Offenhauser-Mechaniker, noch einige Mercedes-Motor-Blaupausen besitzt.
Duke darf glücklicherweise Kopien davon machen und anhand dieser technischen Zeichnungen kann das Team nun den schon etwas betagten Mercedes-Motor für das Rennen vorbereiten.

Nach Abschluss des "Motortunings" wird das Antriebsaggregat gestartet, aber die Mechaniker lassen die sensible Maschine zu lange im Leerlauf laufen....
Der Kraftstoff kondensiert sofort und weil der Motor in einem bestimmten Winkel montiert ist, füllen sich die hinteren Zylinder mit Kraftstoff -
ein kapitaler Motorschaden ist die Folge und stellt die Teilnahme am Rennen ernsthaft in Frage.




Glücklicherweise kann man wenige Tage vor dem "Indy 500"-Rennen noch einen Kolben samt Pleuel auftreiben und den Motor wieder instand setzen.

Duke gibt im Training alles:
Obwohl Nalon die zweitschnellste Qualifying-Geschwindigkeit erreicht, startet er am 30.Mai 1947 nur aus der 18. Startposition.
30 Fahrer treten an diesem Freitag zu den 200 Runden auf dem "Indianapolis Motor Speedway"-Kurs an,
aber nur sieben Piloten absolvieren komplett diese mörderische Distanz.

Duke Nalon kann mit seinem "Silberpfeil" leider das Rennen nicht beenden:
der "Ersatzkolben" quittiert nach 119 Runden seinen Dienst und der Mercedes fällt mit Motorschaden an zweiter Stelle liegend (!!) aus....





Auch 1948 kommt der W154 bei den "500 Meilen von Indianapolis" zum Einsatz:
Chet Miller fährt den Mercedes für Don Lee.
Er qualifiziert sich für die 19. Position der Startaufstellung, gibt aber das Rennen nach 29 Runden auf und wird durch Ken Fowler ersetzt.
Aber auch er übergibt nach 20 Runden den Wagen an den Ersatzfahrer Louis Tomei.
Dieser hält sich tapfer und kämpft verbissen um Platz 8-
dann muss der Wagen in der 108.von 200 Runden aufgrund von Öldruck-Problemen abgestellt werden.





Im Jahr 1949 verkauft Don Lee den W154 an Joel Thorne; ebenfalls ein Teambesitzer.
Er lässt für das Indy-Rennen den Mercedes-Motor entfernen und baut einen "Straight-Six"-Motor von SPARKS ein.
Nun passt aber die Motorhaube des Mercedes nicht mehr und kurz vor dem Rennen muss noch eine neue hergestellt werden.
Thorne fährt im Training das Auto selbst, kann sich aber nicht für das Rennen qualifizieren.

Sogar Alfred Neubauer besucht 1949 das Indy 500- Rennen, um die Möglichkeiten einer Mercedes-Teilnahme in Indianapolis zu prüfen.
Verwirklicht wird dieses eigentlich interessante Projekt allerdings nie...


Der Ex-Don Lee-Mercedes W154 absolviert sein letztes Rennen bei den "Indy 500" im Mai 1957.
Der Mercedes ist jetzt im Besitz von Edward Shreve und hat nun einen Jaguar- Motor.
Der 40jährige Pilot Danny Kladis fährt das Auto im Training, kann sich aber nicht für das Rennen 1957 qualifizieren.

Damit endet die Geschichte eines längst vergessenen Silberpfeils im fernen Amerika...

Geändert von Engineer (09.07.2017 um 18:46 Uhr)
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Alt 10.07.2017, 16:19   #35   nach oben
Rainer K.
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Danke Jörg (Engineer) für den interessanten Beitrag und die vielen guten Fotos.

Ich bin gerade dabei mir eine Sammlung von Silberpfeilen in 1:18 aufzubauen.
Da bietet CMC ja einiges an.
6 Modelle habe ich schon zusammen + 2 Renntransporter.

Ein Buch über die Silberpfeile kann ich besonders empfehlen " Silberpfeile: Die Duelle der Grand-Prix-Teams von Mercedes-Benz und Auto Union 1934-1939
Pritchard, Anthony"
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Gruß Rainer
Meine Modellauto-Fotos dürfen kopiert und privat weiterverwendet werden, ich widme sie dem verstorbenen Christian.
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