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Alt 21.08.2014, 14:40   #70   nach oben
groupracer
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Renault R5 Turbo II / UH

Renault R5 Turbo 2

1972 feiert ein ganz besonderer Kleinwagen seine Premiere, der über ein Jahrzehnt lang das Straßenbild in Frankreich und Europa prägen sollte: Der Renault R5, welcher ursprünglich nur als günstige Ergänzung zum Renault 4 und als moderner und billiger zu produzierende Alternative zum Renault 6 gedacht war, entwickelte sich nach seiner Einführung zu einem echten Verkaufsschlager.Bis zum Ende der Baureihe hatte Renault über 9 Millionen Exemplare verkauft ! Der R5 hatte eine selbsttragende Karosserie ohne den Plattformrahmen des R4 und R6. Es gab verschiedene Motorvarianten von 782 cm³ bis 1397 cm³. Der Motor saß längs hinter der Vorderachse, das Getriebe davor. Frühe R5 hatten noch die sog. Revolverschaltung, später eine zunächst etwas hakelige Mittelschaltung. 1975 ging als sportliches Top Modell der Baureihe der R5 Alpine mit 93 PS in Serie.



Der französische Staatskonzern, der bereits in verschiedenen nationalen Championaten als Ausrichter eigener Markenpokale sowie mit Einsatz der Alpine Sportwagen engagiert war, stieg 1977 auch in die Formel 1 ein und setzte dabei von Beginn an auf die Entwicklung von Turbomotoren. 1978 wird für Renault zu einem beispiellosen Erfolgsjahr: der Sieg des R5 Alpine bei der Rallye Monte Carlo sowie der Le Mans Sieg des Sportprotypen Alpine 442 dürfte sich auch wirtschaftlich ausgezahlt haben. So schiessen Produktions- und Verkaufzahlen des R5 Alpine rapide in die Höhe.



Skizziert vom damaligen Renault-Designer Marc Deschamps und bei Bertone von Marcello Gandini geformt, entsteht im gleichen Jahr bei Alpine in Dieppe der erste fahrbare Prototyp einer Mittelmotor-Version des Renault 5 als Basis für den Rallyesport und werbewirksam als Ableger des Kleinwagen-Bestsellers erkennbar. Die Motorwahl fiel auf den 1,4-Liter-Motor des R5 Alpine, was eine Einstufung in der Zweiliterklasse und Beibehaltung eines niedrigen Gewichts ermöglichte. Bereits beim ersten Test erreichte Renault-Sportchef Gérard Larousse den stehenden Kilometer in weniger als 28 Sekunden und ist vom Handling begeistert.



Der R5 Turbo in seiner endgültigen Form wird auf dem Pariser Salon erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Da aus Kostengründen kein Gitterrohrrahmen zum Einsatz kommt wurde die Karosseriebasis nochmals verstärkt. Um das Gewicht gering zu halten, kommt Alu als Werkstoff für Dach, Türen und Heckklappe zum Einsatz, die Fenster erhalten dünneres Glas. Die Serienversion feiert im Januar 1980 ihre Weltpremiere. Der "Renault 5 Turbo" genannte Zweisitzer sorgt schon allein wegen seiner einmaligen Konzeption und den Verbreiterungen für einges Aufsehen. Das von Bertone in komplett rot-blau gehaltenen Interieur mit eckigen Armaturenträger und eingefassten Rundinstrumenten sowie asymetrischem Lenkrad ist sehr ungewöhnlich, ja bizarr ! Im Turbo 2 wird es später wieder einem gewöhnlichen Innenraumdesign weichen. Da sich die metrisch dimensionierten Originalräder nur mit Michelin-TRX-Reifen bestücken liessen. wurden viele R5 Turbos noch während ihrer Bauzeit mit Gotti- oder anderen Felgen bestückt, welche bereits für konventionelle Reifengrössen typisiert waren.





technische Daten u. Fakten R5 Turbo ( Serienversion )
Motor : Vierzylinder-Mittelmotor
Hubraum : 1397 ccm mit Garrett Typ 3 Turbolader
Leistung : 160 PS bei 6.200 Umin
Leergewicht : 970 kg ( Serie II 1.015 kg )
Höchstgeschwindigkeit : 203 km/h
Beschleunigung 0-100 kmh : ca 6,8 sec
Verbrauch : ca 15 Liter / 100km



Serienmässig mit Leder, elektrischen Fensterhebern und Zentralverriegelung versehen, war der Turbo zwar überaus luxuriös ausgestattet. Mit 43.000 DM war der R5 turbo der ersten Serie ( 1980-82 / 1.690 Stck) dennoch enorm teuer und auf dem Niveau einer Mercedes S Klasse. Bei der zweiten Serie ( 1982-85 / 3.180 Stck ) wurde auf das futuristische Innneraumdesign sowie auf den teuren Materialeinsatz (Aludach und Hauben Türen ) verzichtet und die Preise von Renault um 10 Tsd DM gesenkt.


Rennsporteinsatz : Um vor dem geplanten Rallye-Debüt 400 Serienwagen für die Homologation in der Gruppe 4 zu produzieren, war im Sommer 1980 die weitgehend manuelle Produktion in den Alpine-Werkhallen angelaufen. Seinen Einstand gibt der neue Rallyewagen mit ca 250 PS und einem vierten Platz bei der Tour de Corse. Bei der Rallye Monte Carlo im Januar 1981 fährt Jean Ragnotti, nach der "Nacht der langen Messer" vor Lancia Stratos, Opel Ascona 400 und Porsche 911 über die Siegerrampe. Für einen Gesamtsieg in der Rallye-WM kam der turbogeladene R5 dennoch zu spät. Mit dem Debüt des Audi quattro und der Ablösung der Gruppe 4 durch die Gruppe B per Saison 1982 beginnt ein Wettrüsten, bei dem der heckgetriebene Renault nur noch bei extrem kurvenreichen Asphaltrallyes wie in Korsika siegfähig ist. Daran ändert der ab 1985 eingesetzte R5 Maxi Turbo mit Wassereinspritzung und 408 PS auch nichts mehr. Werbewirksam wird der
R5 Turbo bei Rundstreckenrennen im Renault eigenen Markenpokal bis 1984 eingesetzt. Diese werden grösstenteils im Rahmenprogramm der europäischen Formel 1 Rennen , wie z.B am Hockenheimring, in Zolder oder auch in Monaco ausgetragen.
















Das Modell des Renault 5 Turbo in 1:18 und als Version Turbo 1 sowie 2 wird von UH bzw. Revell / Solido (?) schon seit einigen Jahren produziert und war zwischenzeitlich restlos vergriffen. Die Serienversionen in verschiedenen Farben sowie div. Rallyeversionen wurden vermutlich wieder neu aufgelegt. Die Umsetzung der Karosserieform ist tadellos, was ebenfalls für die serienmässigen 14 Zoll Speedline Räder gilt. Hauben und Türen passen und schliessen perfekt und auch die Spaltmasse selbst sind eher gering. Allerdings gibt es bei meinem Exemplar ein nicht ganz sauber eingepasstes rechtes Scheinwerferglas und beim erstmaligen Öffnen der Fahrertür hat sich an der Innenkante ein kleiner mm Streifen der Lackierung gelöst, was aber mit blossem Auge kaum zu erkennen ist. Das Interieur des turbo 2 ist gut und recht detailliert wiedergegeben. Bei näherer Betrachtung und Vergleich mit Originalbildern fallen dann schon ein paar kleinere Unstimmigkeiten , wie Rückseiten der Sitze , Farbgebung des sich unter der einer Abdeckung befindlich Motors bzw. Nebenaggregate / Domstrebe etc. auf, die man bei Bedarf sicher noch aufwerten könnte bzw. in dieser Preisklasse ( um 50 Euro ) wohl sowieso üblich sein dürften.


Geändert von groupracer (22.08.2014 um 13:20 Uhr)
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